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Steuern, Steuertipps und Steuerarten


Steuer

Was sind Steuern? Definition, Steuerarten & Steuertipps


 

Inhalt:


 

Definition Steuer

Das Wort „Steuer“ kommt vom althochdeutschen Wort stiura und heißt übersetzt “Stütze”. Steuern wurden schon vor über 2000 Jahren erhoben im römischen Reich erhoben. Steuern sind in § 3 Abgabenordung definiert: Steuern sind Geldleistungen an den Staat, die von diesem zur Erzielung von Einnahmen erhoben werden. Steuern dienen in erster Linie der Erzielung von Einnahmen im Interesse des Allgemeinwohls (Finanzierungsfunktion). Außerdem werden Steuern mit dem Ziel eingesetzt, unerwünschte Verhaltensweisen zu verringern (Lenkungsfunktion) oder die Einkommens- und Vermögensverteilung zu verändern (Umverteilungsfunktion). Im Gegensatz zu Gebühren und Beiträgen sind Steuern an keine konkrete Gegenleistung gebunden.


Gebühren fallen etwa in Form von Verwaltungsgebühren (u.a. Gebühr für die Ausstellung eines neuen Personalausweises) oder Nutzungsgebühren (Gebühr für Müllabfuhr, Hafengebühren) an.


Beiträge sind Geldleistungen, die ein Einzelner für die Nutzung einer Leistung anteilig zu zahlen hat. Hierzu zählen beispielsweise die Beiträge zur Sozialversicherung.



 

Die rechtlichen Grundlagen der Steuern finden sich im Grundgesetz; Inhalt und Ausgestaltung sind in den einzelnen Steuergesetzen und in der Abgabenordnung geregelt. Die Steuereinnahmen stehen Bund, Ländern und Gemeinden zu, wobei die Anteile je nach Steuerart variieren. Die Gesetzgebungskompetenz liegt im Allgemeinen beim Bund; fließt das Aufkommen aus einer Steuer auch den Ländern zu, ist die Zustimmung des Bundesrates erforderlich. Steuern dürfen grundsätzlich nur erhoben werden, wenn sie mit dem Grundgesetz konform sind. Steuern müssen demnach

  • gerecht sein,
    • Steuern müssen sich an der Leistungsfähigkeit der Bürger orientieren,
    • Steuern müssen das Existenzminimum des Einzelnen respektieren und steuerfrei lassen,
  • so bestimmt sein, dass der Abgabepflichtige die auf ihn entfallende Abgabe in gewissem Umfang vorausberechnen kann und
  • die Gleichmäßigkeit im Vollzug sicherstellen.

Mehr: Definition Begriff Steuer in der Abgabenordnung



Ökonomisch werden Steuern als von der öffentlichen Hand erhobene Zwangsabgaben ohne Anspruch auf Gegenleistung umschrieben. Eine Legaldefinition des Steuerbegriffs findet man in der Abgabenordnung (AO), in der die für alle Steuern geltenden Grundtatbestände definiert und Regelungen grundsätzlicher Art darüber zu finden sind, welche Pflichten und Rechte die Steuerpflichtigen einerseits und die Finanzverwaltung andererseits beim Verfahren der Steuererhebung haben. In der AO werden Steuern definiert als "Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein."(§3 Abs.1 Satz 1 AO)


Damit ist eine wichtige Funktion von Steuern angesprochen: die fiskalische Funktion (Fiskalzweck), wonach Steuern in erster Linie zur Finanzierung der Staatsausgaben dienen. Darüber hinaus haben Steuern eine allokative Funktion. Darunter ist zum einen die Abschöpfung privater Kaufkraft für ihre Verwendung im öffentlichen Sektor gemeint, aber auch die Änderung der Preise zur Korrektur von Marktversagen (Lenkungszweck). Die Preiskorrekturfunktion illustriert die Bedeutung von Steuern als wirtschaftspolitisches Instrument zur Steuerung privater Handlungen. Steuern haben zudem eine redistributive Funktion (Umverteilungszweck). Schließlich kann den Steuern auch eine allgemein-politische Funktion in dem Sinne zugesprochen werden, dass sie der Öffentlichkeit Informationen über die Kosten der Staatstätigkeit vermitteln. Diese liegen letztlich darin, daß der Bürger aufgrund der Steuererhebung zu Konsumverzichten gezwungen wird. Solche Informationen benötigt jeder Wähler, um seine Bewertung alternativer Regierungs- und Parteiprogramme in politisch-demokratischen Abstimmmungsprozessen zur Geltung zu bringen.


In historischer Betrachtung hat sich die Struktur der Steuereinnahmen verändert. So haben Einkommensteuer und Umsatzsteuer kontinuierlich an Bedeutung gewonnen, während der Anteil der Steuern vom Vermögen sowie der Zölle zurückgegangen ist. Dem Staat stehen neben Steuern weitere Quellen öffentlicher Einnahmen offen. Zu nennen sind Gebühren, Beiträge, Einnahmen aus der laufenden öffentlichen Kreditaufnahme, Erwerbseinkünfte (aus Anteilen an Unternehmen u.a.) und – in vielen Ländern gesetzlich verboten - Einnahmenerzielung durch Ausweitung der Geldmenge.


Grundsätzlich ist zu fragen, worin die Überlegenheit der Steuern gegenüber anderen Formen öffentlicher Einnahmen besteht. Kurz: Warum brauchen wir überhaupt Steuern?


In bezug auf Gebühren und Beiträge wird deutlich, dass sie als Einnahmenquelle nur dann theoretisch begründbar sind, wenn hier eine gewisse Äquivalenzbeziehung vorliegt. Aus der ökonomischen Theorie ist bekannt, dass öffentliche Güter nicht nach dem Äquivalenzprinzip (s.u.) finanziert werden können, da in der Regel das Trittbrettfahrerproblem greift. Für den Großteil staatlicher Ausgaben sind deshalb die erforderlichen Einnahmen durch anderweitige Quellen zu erzielen.


Generell ist zu sagen, dass Steuern anderen Einnahmequellen wie Einkünften aus Staatsbetrieben oder Einnahmen aus der staatlichen Geldpresse klar überlegen sind. Im ersten Fall besteht die bekannte Gefahr ineffizienter Anreizstrukturen. Letzteres führt zu inflationärem Druck. In beiden Fällen kann ein dauerhaft hoher Einnahmenfluß nicht gewährt werden. Faktisch besteht keine Alternative zu einem funktionierenden Steuersystem.

In bezug auf die Analyse von Steuersystemen kommt der Frage nach den Besteuerungsprinzipien, also nach welchen Grundsätzen Steuern erhoben werden sollen, eine zentrale Bedeutung zu. Die Literatur unterscheidet u.a. zwischen Äquivalenzprinzip, Leistungsfähigkeitsprinzip und dem Prinzip der Allokationseffizienz.


Nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip (‚benefit principle‘) wird jeder Steuerzahler gemäß seiner Nachfrage nach öffentlichen Leistungen besteuert. Die Bürger sollen also ein marktpreisähnliches Entgelt für den Nutzen aus öffentlichen Gütern und Dienstleistungen zahlen. Somit müßte jedem Steuerzahler entsprechend seiner individuellen Präferenzen ein eigener Steuertarif auferlegt werden. Auch wenn sich dies in der Praxis in diesem Sinne nicht umsetzen läßt, findet das Prinzip dort eine praktische Anwendung, wo vom Staat eine spezielle Gegenleistung bereitgestellt wird. Ein Beispiel hierfür sind die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung. Diese können unter der Voraussetzung, daß zukünftige Rentenzahlungen einen direkten Bezug zu den Beiträgen haben, als eine Steuer nach dem Äquivalenzprinzip angesehen werden.



Das Leistungsfähigkeitsprinzip (‚ability to pay principle‘) fordert, dass die Bürger gemäß ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit besteuert werden sollen. Da sich Leistungsfähigkeit, verstanden als eine individuell gegebene Eigenschaft, nicht beobachten läßt, gilt es, einen Maßstab dafür zu finden. Die Diskussion, ob als Maßstab das Einkommen oder eher der Konsum dienen soll, hat eine lange Tradition in den Steuerwissenschaften. Das Leistungsfähigkeitsprinzip beinhaltet die Forderung nach horizontaler und vertikaler Gerechtigkeit: bei gleicher Leistungsfähigkeit gleiche Steuerlasten und bei höherer Leistungsfähigkeit höhere Steuerlasten.


Das Prinzip der Allokationseffizienz sieht vor, dass Steuern auf eine Art erhoben werden sollen, die das Verhalten der Wirtschaftssubjekte in einer Ökonomie möglichst nicht beeinträchtigt. Dahinter steckt die bereits auf Adam Smith zurückgehende Erkenntnis, dass das eigennützige Verhalten aller Individuen zum größtmöglichen Nutzen aller führt. Demnach sollte der Staat mit der Besteuerung die Marktentscheidungen nicht verzerren, wenn nicht explizite Gründe für Marktversagen vorliegen (vgl. Lenkungs- und Umverteilungszwecke).


Die verschiedenen Besteuerungsprinzipien finden sich weltweit in allen Steuersystemen in unterschiedlichster Ausprägung wieder. Worauf sich die unterschiedliche Bedeutung der Prinzipien im einzelnen zurückführen läßt, soll hier nicht erörtert werden. Eine These ist, dass die Bedeutung auch vom Einfluß der verschiedenen Steuerwissenschaften abhängt, welche die Besteuerungsprinzipien formuliert und mit geprägt haben Demnach käme dem Äquivalenzprinzip und Allokationsprinzip in den USA eine größere Rolle zu als in Europa, weil dort der Einfluß ökonomischen Denkens auf die Politik traditionell ausgeprägter ist als z.B. in Deutschland, wo der Einfluß der eher juristisch geprägten Staatswissenschaften dem Leistungsfähigkeitsprinzip eine stärkere Rolle zukommen läßt.

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Definition Begriff Steuer in der Abgabenordnung

§ 3 Steuern, steuerliche Nebenleistungen

(1) Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.

(2) Realsteuern sind die Grundsteuer und die Gewerbesteuer.

(3) Einfuhr- und Ausfuhrabgaben nach Artikel 4 Nr. 10 und 11 des Zollkodexes sind Steuern im Sinne dieses Gesetzes.

(4) Steuerliche Nebenleistungen sind Verspätungszuschläge (§ 152), Zuschläge gemäß § 162 Abs. 4, Zinsen (§§ 233 bis 237), Säumniszuschläge (§ 240), Zwangsgelder (§ 329) und Kosten (§ 178, §§ 337 bis 345) sowie Zinsen im Sinne des Zollkodexes.

(5) Das Aufkommen der Zinsen steht den jeweils steuerberechtigten Körperschaften zu. Das gilt nicht für Zinsen auf Einfuhr- und Ausfuhrabgaben im Sinne des Artikels 4 Nr. 10 und 11 des Zollkodexes. Diese Zinsen und die übrigen steuerlichen Nebenleistungen fließen den verwaltenden Körperschaften zu.

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Steuerarten

Hier finden Sie die Steuerarten, deren Aufkommen und Einteilung.


Steuerarten

 

Steueraufteilung

Liste der Steuerarten:



 

Einteilung der Steuerarten

Die Steuerarten können in verschiedene Gruppen eingeteilt werden:


Einteilung der Steuerarten:

  • Nach der Ertragskompetenz
  • Besitz- und Verkehrssteuern
    • Steuern: vom Einkommen
    • Steuern vom Vermögen
  • Verkehrssteuern
  • Zölle und Verbrauchsteuern
    • Zölle
    • Verbrauchsteuern

Andere Einteilungsmethoden

  • Direkte Steuern/ indirekte Steuern
  • Personensteuern (= Subjektsteuern)/ Realsteuern (= Objektsteuern)
  • Gewinnsteuern/ Kostensteuern
  • Allgemeine Steuern/ zweckgebundene
  • Laufende Steuern/ einmalige Steuern
  • Veranlagungssteuern/ Fälligkeitssteuern
  • Abhängige Steuern/ selbstständige Steuern

Verbrauchs-, Besitz- und Verkehrssteuern:
Verbrauchsteuern sind Steuern auf den Konsum (Bsp.: Tabaksteuer), wobei einige Autoren den Begriff nur gelten lassen wollen, wenn eine Wertschöpfung vorliegt. Verkehrssteuern sind Steuern auf wirtschaftliche Transfers (Bsp.: Grunderwerbssteuer). Bei Besitzsteuern handelt es sich um Steuern auf den Besitz, z.B. von Vermögenswerten (Bsp.: Erbschaft- oder Grundsteuer).


Direkte und indirekte Steuern:
Direkte Steuern knüpfen auf direkte Weise an Charakteristika wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit an (z.B. am Einkommen), wobei persönliche Umstände berücksichtigt werden können, während indirekte Steuern diese nur mittelbar erfasst. So ist z.B. die Einkommensteuer (ESt) eine direkte Steuer; die unpersönliche Mehrwertsteuer (MWSt) wird als allgemeine Umsatzsteuer oft als Beispiel für indirekte Steuern zitiert. Allerdings wurde in der finanzwissenschaftlichen Literatur früher auch unterschieden hinsichtlich der Überwälzbarkeit, wobei nicht überwälzbare Steuern als direkt bezeichnet werden und überwälzbare als indirekt. Diese Unterteilung ist unsinnig, weil die Frage der Überwälzbarkeit nicht von der Steuerart abhängt, sondern von Marktgegebenheiten.


Subjekt- und Objektsteuern:
Subjektsteuern ermöglichen die Erfassung der persönlichen Leistungsfähigkeit natürlicher Personen (Bsp.: ESt), während Objektsteuern von einer sachlichen Leistungsfähigkeit ausgehen und persönliche Umstände unberücksichtigt bleiben (Bsp.: MWSt).


Steueraufkommen nach Steuerarten:

Steuerspirale
Steuerart
2013 
2014
Alkopopsteuer
2 Mio. Euro
1 Mio. Euro
Biersteuer
669 Mio. Euro
684 Mio. Euro
Branntweinsteuer
2.100 Mio. Euro
2.060 Mio. Euro
Einkommensteuer
226.400 Mio. Euro
238.831 Mio. Euro
Energiesteuer
39.360 Mio. Euro
39.758 Mio. Euro
Erbschaftsteuer
4.630 Mio. Euro
5.452 Mio. Euro
Feuerschutzsteuer
392 Mio. Euro
409 Mio. Euro
Gewerbesteuer
43.030 Mio. Euro
43.756 Mio. Euro
Grunderwerbsteuer
8.390 Mio. Euro
9.339 Mio. Euro
Grundsteuer
12.380 Mio. Euro
12.691 Mio. Euro
Kaffeesteuer
1.020 Mio. Euro
1.016 Mio. Euro
Kernbrennstoffsteuer
1.290 Mio. Euro
708 Mio. Euro
Kommunale Bagatellsteuern
1.150 Mio. Euro
1.275 Mio. Euro
Körperschaftsteuer
19.510 Mio. Euro
20.044 Mio. Euro
Kraftfahrzeugsteuer
8.490 Mio. Euro
8.501 Mio. Euro
Luftverkehrsteuer
978 Mio. Euro
990 Mio. Euro
Rennwett- und Lotteriesteuer 1.640 Mio. Euro
1.673 Mio. Euro
Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer
448 Mio. Euro 426 Mio. Euro
Solidaritätszuschlag
14.380 Mio. Euro
15.047 Mio. Euro
Spielbankabgabe
95 Mio. Euro
91 Mio. Euro
Stromsteuer
7.010 Mio. Euro
6.638 Mio. Euro
Tabaksteuer
13.820 Mio. Euro
14.612 Mio. Euro
Umsatzsteuer
196.800 Mio. Euro
203.110 Mio. Euro
Vermögensteuer
---- ----
Versicherungsteuer
11.550 Mio. Euro
12.046 Mio. Euro



Steuereinnahmen gesamt
619.700 Mio. Euro
639.156 Mio. Euro

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 4, Mai 2015 und BMF - I A 6 vom 11.03.2015 - Stand: Juni 2015


Weitere Informationen und wie hoch die Steuereinnahmen nach den verschiedenen Steuerarten sind, finden Sie hier:


Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich

Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich: Informationen und Daten, die für die Steuerpolitik. Die Vergleiche beziehen sich auf alle Staaten der Europäischen Union und anderen Industriestaaten.



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