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Persönliche Anforderungen

1. Allgemein

Auch die Persönlichkeit des Existenzgründers ist ein Baustein für die Gründung des Unternehmens. Erfolgsfaktoren sind vor allem eine Reihe von Charakteristika, wie sie im Folgenden aufgeführt sind:

  • Leistungs- und Risikobereitschaft,

  • Selbstvertrauen,

  • Verantwortungsbewusstsein,

  • Handlungsfreudigkeit,

  • Durchhaltevermögen,

  • Charisma und Willensstärke

Wichtig ist vor allem auch der Wille, sich ständig neuen Herausforderungen zu stellen. Ohne fachliche Qualifikation lässt sich ein Unternehmen kaum erfolgreich führen. Die Komplexität unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verlangt, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Ohne Weiterbildung kann heute niemand mehr den stetig steigenden Anforderungen gerecht werden und einen profitablen Nutzen daraus ziehen.

2. Belastbarkeit und Durchhaltevermögen

In den Bereich der Ausnahme gehören Bilder, in denen Unternehmer viel Geld verdienen und dabei noch jede Menge Freizeit haben. Vor allem Jungunternehmer werden sehr bald spüren, dass diese Vorstellung Utopie ist. Hohe Anfangsbelastung durch Gründungsformalitäten, das Bearbeiten erster Aufträge und die Akquisition verlangen von einem Existenzgründer sehr viel Engagement, ohne dass bereits ein Euro auf dem Bankkonto eingegangen ist. Neben anderen Faktoren, wie ungenügend Eigenkapital oder schlechte Planung, kann auch ein schwaches Nervenkostüm dazu beitragen, dass viele Unternehmen ihren Betrieb einstellen.

3. Familiäres Umfeld

Es kommt immer wieder vor, dass aufgrund des familiären Umfeldes unerwartete Probleme zu einer existenzbedrohenden Gefahr eskalieren. Im Extremfall steht die Scheidung und die Aufteilung des erworbenen Vermögens, also auch die Aufteilung des Unternehmens, zur Diskussion. Der Existenzgründer sollte sich vor der Existenzgründung über die vermögensrechtlichen Auswirkungen auf eine Ehe im Klaren sein. Dem kann der Abschluss eines Ehevertrages vorbeugen, der jederzeit und somit auch noch Jahre nach der Eheschließung oder auch nach der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit vereinbart werden kann.

Ein Ehevertrag kann individuell ausgestaltet werden, es soll nicht zu einer finanziellen Benachteiligung eines Partners kommen. Wichtig ist, dass das Betriebsvermögen im Falle einer Scheidung nicht zu dem ausgleichspflichtigen Vermögen des Betriebsinhabers zählt.

Vor Beginn der Selbstständigkeit sollte sichergestellt sein, dass sich auch die Familie der Belastungen bewusst ist und vor allem bereit ist, diese mit zu tragen.

4. Existenzgründerinnen

Frauen sind im Rahmen ihrer Existenzgründung oftmals besonderen Belastungen ausgesetzt, wenn sie zusätzlich die Organisation des Haushalts oder etwa die Erziehung der Kinder gewährleisten müssen.

Wichtig ist es in diesem Fall, dass die Existenzgründerin lernt, loszulassen und Aufgaben zu delegieren:
Es kann z.B. überlegt werden, wie Arbeiten innerhalb der Familie umverteilbar sind, ob andere Betreuungseinrichtungen in Anspruch genommen werden können (Ganztagsschule) oder im Haushalt eine Hilfe eingestellt werden kann. Bereits die Einstellung einer Reinigungshilfe ist bei überschaubaren Kosten eine erhebliche Entlastung.

In Deutschland steht die Berufstätigkeit einer Mutter nicht selten in der Kritik. In vielen anderen europäischen Ländern ist die ganztägige Berufstätigkeit der Frau (Frankreich, Skandinavien usw.) üblich und anerkannt. Die Existenzgründerin muss daher lernen, sich von der Kritik und den "gut gemeinten" Ratschlägen anderer zu distanzieren und ihren eigenen Weg zu finden.

5. Körperliche Verfassung

"In einem gesunden Körper ruht ein gesunder Geist - in coprore sano mens sana" besagt eine alte Weißheit und meint damit, dass mit einer körperliche Fitness auch eine psychische Fitness einhergeht. Ein kranker Unternehmer bedeutet Risiko für das Unternehmen. Eine wirkungsvolle Vorbeugung ist die sportliche Betätigung, die auch bei der größten beruflichen Anspannung nicht vernachlässigt werden sollte.

Aber auch für den Fall der Erkrankung muss vorgesagt sein. Stellen Sie sicher, dass für diese Zeit eine qualifizierte Vertretung aushelfen kann.

6. Kommunikationstalent

Information und Kommunikation prägen zunehmend das geschäftliche Leben. Die multimediale Gesellschaft bietet eine Fülle von Möglichkeiten zur Geschäftsoptimierung. Wer hier erfolgreich sein will, braucht nicht nur marktgängige Produkte und Dienstleistungen, sondern auch eine gute Kommunikationsfähigkeit und die entsprechende Technik. Die Kommunikation solte man ausgiebig trainieren. Hierzu gibt es unterstützende Literatur oder Seminarangebote.

Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr, dass schriftliche und mündliche Äußerungen beim Empfänger anders ankommen können. Das gilt ebenso für die Präsentation Ihrer Geschäftsidee wie für Preisverhandlungen mit Zulieferern oder der Darlehnsbeantragung bei einer Bank. Insbesondere in der Aufbauphase haben Existenzgründer besonders erschwerte Kommunikationsprozesse zu bewältigen, da sie in der Regel erst eine Vertrauensbeziehung aufbauen müssen.



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