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Neutrales Ergebnis

1. Grundlegendes

Der Gesamterfolg eines Unternehmens setzt sich aus dem betrieblichen Ergebnis und dem neutralen Ergebnis zusammen.

Darstellung welche Faktoren das Unternehmensergebnis beeinflussen

Die Trennung zwischen Betriebserfolg und neutralen Erfolg ist sowohl für das Unternehmen selbst, wie auch für Außenstehende (z.B. Gesellschafter, Gläubiger, etc.) zwingend erforderlich, da nur dann eindeutig erkennbar wird, woher der Erfolg des Unternehmens tatsächlich kommt.

Denn: Ein positives betriebliches Ergebnis kann durch ein negatives neutrales Ergebnis gemindert bzw. aufgezehrt werden. Umgekehrt kann ein negatives betriebliches Ergebnis durch ein positives neutrales Ergebnis abgemildert bzw. ausgeglichen werden. Ein positiver Unternehmenserfolg sagt daher ohne Kenntnis der Zusammensetzung wenig aus, verfälscht unter Umständen sogar die Aussage. Dies liegt darin begründet, dass das betriebliche Ergebnis die entscheidende Komponente des Unternehmenserfolges ist, während das neutrale Ergebnis mit dem eigentlichen Betriebszweck direkt nichts zu tun hat.

Beispiel:

Unternehmen A erwirtschaftet ein positives Unternehmensergebnis in Höhe von 50.000 EUR, Unternehmen B ein negatives Unternehmensergebnis in Höhe von 30.000 EUR. Auf den ersten Blick hat damit Unternehmen A erfolgreicher abgeschnitten wie Unternehmen B. Wenn man sich jedoch die Zusammensetzung des Unternehmenserfolges ansieht, relativiert sich diese Aussage.

ErfolgsbeitragUnternehmen AUnternehmen B
Betriebliches Ergebnis-10.000,00 EUR50.000,00 EUR
Neutrales Ergebnis60.000,00 EUR-80.000,00 EUR
Unternehmensergebnis50.000,00 EUR-30.000,00 EUR

Aus der Aufspaltung des Unternehmenserfolges in ein betriebliches und ein neutrales Ergebnis ergibt sich nunmehr, dass Unternehmen A sein positives Unternehmensergebnis nur durch ein positives neutrales Ergebnis erzielen konnte, während der betriebliche Erfolg negativ war. Unternehmen B dagegen hat nur deshalb einen negativen Unternehmenserfolg aufzuweisen, weil das negative neutrale Ergebnis den positiven betrieblichen Erfolg überwiegt.

Fazit:

Auf langfristige Sicht gesehen ist ein positives betriebliches Ergebnis höher zu bewerten wie ein positives neutrales Ergebnis. Dies liegt darin begründet, dass betriebliche Ergebnisse aus dem eigentlichen Unternehmenszweck heraus erwirtschaftet werden und neutrale Ergebnisse betriebsfremd oder zwar betrieblich bedingt, aber außerordentlich sind. Vielfach beeinflussen daher auch einmalige Einflüsse das neutrale Ergebnis. Um den Unterschied zwischen betrieblichen Erfolg und neutralen Erfolg auch buchungstechnisch deutlich zu machen, werden die neutralen Aufwendungen und Erträge in einer gesonderten Kontenklasse (z.B. Gemeinschaftskontenrahmen der Industrie [GKR] Kontenklasse 2) verbucht.

Wie aus der Abbildung 1 erkennbar, setzt sich das neutrale Ergebnis aus den neutralen Erträgen und den neutralen Aufwendungen zusammen. Neutral sind Aufwendungen und Erträge immer dann, wenn sie nicht aus dem eigentlichen Betriebszweck entstehen oder aber außergewöhnlich sind. Von der Systematik her können drei Arten von Aufwendungen und Erträge vorkommen:

  • die periodenfremden,

  • die betriebsfremden und

  • die außerordentlichen.

2. Neutrale Erträge

Unter Ertrag versteht man den im Unternehmen innerhalb einer Rechnungsperiode erwirtschafteten Wertezuwachs. Dabei ist der Teil, der sich aus dem Betriebszweck ergibt, der sogenannte Zweckertrag (Erlöse, Leistungen). Neutrale Erträge dagegen sind Einnahmen, die das Unternehmen aus dem nichtbetrieblichen Leistungsbereich erhält. Darüber hinaus fallen unter den Begriff der neutralen Erträge auch die Erträge, die zwar betriebliche verursacht sind, aber derart ungewöhnlich oder unregelmäßig anfallen, dass eine Erfassung als Erlös nicht verursachungsgerecht wäre.

3. Ermittlung des neutralen Ergebnisses

Am Abschlussstichtag werden die Neutralen Erträge und die Neutralen Aufwendungen über das G+V-Unterkonto Neutrales Ergebnis abgeschlossen. Überwiegen die Erträge, ergibt sich ein Soll-Saldo (= Neutraler Gewinn), der über das G+V-Konto (Haben-Seite) ausgebucht wird. Überwiegen die Aufwendungen, ergibt sich ein Haben-Saldo (= Neutraler Verlust), der ebenfalls über das G+V-Konto (Soll-Seite) ausgebucht wird.

Buchungsbeispiel (Neutrales Ergebnis):

SOLLBetrag HABENBetrag
Periodenfremde Aufwendungen550,00 EUR Periodenfremde Erträge1.250,00 EUR
Betriebsfremde Aufwendungen760,00 EUR Betriebsfremde Erträge320,00 EUR
Außergewöhnliche Aufwendungen6.000,00 EUR Außergewöhnliche Erträge7.000,00 EUR
G+V-Konto1.260,00 EUR
8.570,00 EUR 8.570,00 EUR

Da die neutralen Erträge die neutralen Aufwendungen um 1.260 EUR übersteigen ergibt sich ein Überschuss (= Gewinn), der wie folgt auf das G+V-Konto verbucht wird.

Buchungssatz:

SOLLBetragHABENBetrag
Neutrales Ergebnis1.260,00 EURG + V1.260,00 EUR

G+V-Konto

SOLLBetragHABENBetrag
Neutrales Ergebnis1.260,00 EUR

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