Kategorie-Archiv: Einkommensteuererklärung

Die Einkommensteuererklärung: Fristen, Termine sowie Einkommensteuerformulare.

Steuerinformationen für Rentner

Informationen zur Rentenbesteuerung mit Beispielen und praktische Tipps zur Einkommensteuererklärung

1. Rentenbesteuerung und gesetzliche Entwicklung

Rentner werden steuerlich nicht anders behandelt als alle anderen Steuerpflichtigen:
wer über eigene Einkünfte verfügt, ist mit diesen Einkünften einkommensteuerpflichtig.
Dies galt seit jeher auch für Renten. Früher wurden Renten
aber nur mit dem sogenannten Ertragsanteil zur Besteuerung herangezogen.
Der Ertragsanteil stellt den Anteil der Rente dar, der sich aus den Zinserträgen
des bis zum Rentenbeginn angesammelten Kapitals ergibt. Da die Beiträge
in eine Rentenversicherung teilweise aus dem versteuerten Einkommen geleistet
wurden, sollte nicht die gesamte Rente nochmals besteuert werden.
Die Höhe des Ertragsanteils ist abhängig vom Alter des Rentenberechtigten
bei Beginn der Rente und betrug 27% des Rentenbezugs (bei Rentenbeginn
mit Vollendung des 65. Lebensjahres) und löste im Normalfall – wegen Unterschreitens
des steuerlich freizustellenden Existenzminimums – keine
Steuerpflicht aus.

-> Renten-Rechner

Pensionen wurden dagegen schon immer (unter Berücksichtigung eines
steuerfreien Teils von höchstens 3.072 Euro – Versorgungsfreibetrag – ) in
voller Höhe besteuert. Diese Unterscheidung beruhte ursprünglich auf dem
Prinzip, dass Rentner mit ihren Beiträgen das Kapital für ihre Altersversorgung
im wesentlichen selbst finanzierten, während die Pensionen allein
vom Arbeitgeber finanziert wurden. Bereits 1980 hatte das Bundesverfassungsgericht
angemahnt, dass diese Aussage so nicht mehr der Wirklichkeit
entspräche. Im Jahr 2002 kam das Bundesverfassungsgericht dann zu dem
Ergebnis, dass die steuerliche Besserstellung der Renten aus der gesetzlichen
Rentenversicherung gegenüber den Pensionen verfassungswidrig ist
und verpflichtete den Gesetzgeber, ab dem Jahr 2005 ein neues, gerechteres
Besteuerungssystem zu schaffen.

Ab 2005 wurde deshalb die Systematik der Besteuerung von Altersbezügen
durch das Alterseinkünftegesetz neu geregelt. Schrittweise bis zum Jahr
2040 wird die Gleichbehandlung aller Versorgungsempfänger sichergestellt,
indem die Rentenbesteuerung auf die „nachgelagerte Besteuerung“ umgestellt
wird. Das bedeutet im Ergebnis, dass die Renten wie die Pensionen
dann besteuert werden, wenn sie ausgezahlt werden. Im Gegenzug werden
die Aufwendungen zum Erwerb des Rentenanspruchs während der Berufstätigkeit
steuerfrei gestellt.

Um Härten zu vermeiden, hat der Gesetzgeber keine sofortige volle Besteuerung
der Renteneinnahmen ab 2005 gewählt. Vielmehr wurde – beginnend
mit 50% – eine schrittweise Anhebung des der Steuer zu unterwerfenden
Teils der Rente beschlossen. Dies wird dadurch erreicht, dass die Renteneinkünfte
bei jedem Neurentnerjahrgang (sogenannte „Kohorte“) mit einem
höheren Prozentsatz der Einkommensteuer unterworfen und ab dem Rentnerjahrgang
2040 in voller Höhe (abzüglich Freibeträge) besteuert werden.
Die Broschüre gibt einen Überblick zur Besteuerung der gesetzlichen Renten
und der Pensionen, über die Steuererklärungspflicht und Hinweise zum
Ausfüllen der Steuererklärungsvordrucke. Es wird erläutert, welche Beträge
steuermindernd geltend gemacht werden können, wie zum Beispiel Werbungskosten,
Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Außerdem
werden Informationsquellen der Finanzverwaltung als auch anderer
Behörden/Institutionen genannt.

2. Besteuerung und Einteilung der Renten

In welche Gruppe fällt meine Rente?

Renten gehören zu der Einkunftsart „sonstige Einkünfte“ und sind seit jeher
grundsätzlich einkommensteuerpflichtig.4Nur einige Arten von Renten
sind in vollem Umfang steuerfrei; so vor allem Renten aus der gesetzlichen
Unfallversicherung (zum Beispiel Berufsgenossenschaftsrenten), Kriegs-,
Wehr-, Zivildienst- und Schwerbeschädigtenrenten und Wiedergutmachungsrenten.
Die Höhe des bei einer Rente zu versteuernden Betrages hängt ab von der
Art der Rente. Es ist nach der seit dem 01.01.2005 geltenden Neuregelung
zwischen drei Gruppen von Renten zu unterscheiden:

Zur 1. Gruppe zählen Leibrenten (wiederkehrende Zahlungen bis
zum Tod des Empfängers), bei denen die Ansparleistung (Arbeitnehmer-
und Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung)
aus dem unversteuerten Einkommen stammt, wie zum Beispiel bei
den Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten (Witwen-/
Witwerrenten und Waisenrenten) der gesetzlichen Rentenversicherungen,
landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen
Versorgungseinrichtungen (sogenannte Basisversorgung). Hierunter
fallen auch Renten aus privaten Versicherungsverträgen, die nach
dem 31.12.2004 begonnen wurden und deren Beiträge als Altersvorsorgeaufwendungen
beim Sonderausgabenabzug berücksichtigt
werden (sogenannte Rürup-Renten). Diese Verträge müssen seit dem
Jahr 2010 durch ein besonderes Zertifizierungsverfahren anerkannt
sein. Die Beantragung der Zertifizierung erfolgt durch den Anbieter
der Leistungen.

Zur 2. Gruppe gehören sonstige Leibrenten aus der privaten oder
umlagefinanzierten Altersversorgung. Umlagefinanziert bedeutet,
dass die eingezahlten Beiträge nicht für die eigene Altersversorgung
angesammelt werden, sondern sofort, für die Finanzierung der gegenwärtig
zu erbringenden Leistungen, an die Versorgungsberechtigten
ausgezahlt werden. Darunter fallen insbesondere Renten aus
dem umlagefinanzierten Teil von Zusatzversorgungseinrichtungen
(zum Beispiel der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder –
sogenannte VBL-Renten – ), aus privaten Rentenversicherungen (auch
kapitalgedeckten Leibrentenversicherungen, die vor dem 01.01.2005
abgeschlossen wurden) und aus der betrieblichen Altersversorgung,
die auf pauschal versteuerten Beiträgen in eine Lebensversicherung
oder Pensionskasse beruhen.

Zur 3. Gruppe zählen Leistungen aus staatlich geförderten privaten
Altersvorsorgeverträgen (sogenannte Riester-Rente) und aus einer kapitalgedeckten
betrieblichen Altersversorgung (Pensionsfonds, Pensionskasse,
Direktversicherung). Hierbei werden die Beiträge angespart
und verzinst, um im Leistungsfall (zum Beispiel bei Eintritt in den Ruhestand)
ausgezahlt zu werden.

3. Höhe des steuerpflichtigen Rentenanteils

Wie ermittelt sich der steuerpflichtige Anteil
für meine Rente?

1. Gruppe
Leibrenten und andere Leistungen aus der 1. Gruppe (Basisversorgung), werden
jahrgangsweise in die nachgelagerte Besteuerung überführt, wonach
nur ein Teil der Rente besteuert wird. Anhand eines gesetzlich festgelegten
Prozentsatzes, der sich nach dem Beginn des Rentenbezugs richtet, wird der
steuerfreie Teil der Rente ermittelt. Dieser auch als „persönlicher Rentenfreibetrag“
bezeichnete Betrag wird grundsätzlich für die gesamte Laufzeit der
Rente festgeschrieben. Spätere Rentenerhöhungen, die auf Rentenanpassungen
beruhen, werden in voller Höhe nachgelagert besteuert.
Bemessungsgrundlage des der Besteuerung unterliegenden Anteils ist die
jeweilige Jahres(brutto)rente. Eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
sind dabei nicht abzuziehen. Die steuerfreien Zuschüsse eines
Trägers der gesetzlichen Rentenversicherung zu den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen
sind nicht dem Rentenbetrag hinzuzurechnen.

Für die Festschreibung des steuerfreien Teils der Rente ist das Jahr maßgebend,
das auf das Jahr des Rentenbeginns folgt (erstes volles Rentenjahr). Bei
einem Rentenbeginn im Jahr 2007 ist folglich die Jahresbruttorente des Jahres
2008 maßgeblich. Für Renten, die vor dem 01.01.2005 begonnen haben,
ist der Jahresbetrag aus 2005 zugrundezulegen.

Die ermittelte Jahresbruttorente wird bei einem Beginn der Rentenzahlungen
im Jahr 2005 oder in den Vorjahren zur Hälfte steuerfrei gestellt. Bei Beginn
in den Jahren 2006 bis 2020 erhöht sich der Besteuerungsanteil für jeden
Jahrgang um zwei Prozentpunkte, in den nachfolgenden Jahren bis zum
Jahr 2040 um jeweils einen Prozentpunkt.

Der so ermittelte steuerfreie Teil der Rente gilt grundsätzlich für die gesamte
Laufzeit des Rentenbezugs und ändert sich auch nicht durch regelmäßige
Rentenanpassungen. Bei Änderungen der Rentenhöhe zum Beispiel durch
Anrechnung anderer Bezüge oder Einkünfte oder aufgrund eines Rechtsbei
streits mit dem Rententräger wird der steuerfreie Betrag an die neue Bemessungsgrundlage
angepasst; die Höhe des anzusetzenden Prozentsatzes
ändert sich dabei jedoch nicht.

Wurden für eine Rente der ersten Gruppe bis zum 31.12.2004 in mindestens
zehn Jahren Beiträge oberhalb des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung
geleistet, werden auf Antrag Teile der Rentenleistung nur mit
dem – für die zweite Gruppe geltenden – (geringeren) Ertragsanteil zur Besteuerung
herangezogen (sogenannte Öffnungsklausel). Der Versorgungsträger
bescheinigt in diesen Fällen auf Verlangen den Prozentanteil, der der
Ertragsanteilsbesteuerung unterliegt. Diese Bescheinigung ist dem Antrag
beizufügen.

2. Gruppe
Leibrenten der 2. Gruppe werden mit dem Ertragsanteil besteuert. Die Höhe
des steuerpflichtigen Ertragsanteils richtet sich, wie bisher, nach dem vollendeten
Lebensalter des Rentenberechtigten zu Beginn des Rentenbezugs.
Der so ermittelte Ertragsanteil bleibt – vorbehaltlich einer gesetzlichen Änderung
– während der gesamten Laufzeit der Rente unverändert.

Ertragsanteile
Sind diese Renten auf eine bestimmte Laufzeit beschränkt (zum Beispiel bei Berufsunfähigkeitsrenten),
richtet sich der Ertragsanteil nicht nach dem Lebensalter
bei Beginn des Rentenbezugs, sondern nach der voraussichtlichen Laufzeit.
Bei einer Laufzeit von beispielsweise 10 Jahren beträgt der Ertragsanteil
12 % der Rentenbezüge.

3. Gruppe
Leistungen aus einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag oder aus der kapitalgedeckten
betrieblichen Altersversorgung werden entsprechend der
vom Anbieter ausgestellten Leistungsmitteilung besteuert. In der Regel
unterliegen sie in voller Höhe der – nachgelagerten – Besteuerung. Dies ist
steuerrechtlich gerechtfertigt, da die eingezahlten Beträge für diese Form
der Altersvorsorge staatlich gefördert wurden.

4. Besteuerung von Pensionen, Betriebsrenten und Werkspensionen

Wie hoch ist mein Versorgungsfreibetrag?

Versorgungsbezüge von Beamten, Richtern, Soldaten bzw. deren Witwen
und der von privaten Arbeitgebern gezahlten Betriebs- und Werksrenten
werden weiterhin wie Arbeitslohn voll besteuert. Es werden dabei besondere
Freibeträge für Versorgungsbezüge berücksichtigt; bei Bezügen wegen
Erreichens einer Altersgrenze allerdings erst dann, wenn der Steuerpflichtige
das 63. Lebensjahr oder bei Schwerbehinderung das 60. Lebensjahr vollendet
hat. Der bisher gewährte jährliche Arbeitnehmerpauschbetrag von
920,- Euro entfällt. An seine Stelle treten ein Werbungskostenpauschbetrag
von 102,- Euro und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag. Der bisherige
Versorgungsfreibetrag von 40% der Versorgungsbezüge, max. 3.072,- Euro
im Kalenderjahr und der neue Zuschlag werden allerdings im Rahmen der
Angleichung der Besteuerung von Renten und Pensionen jahrgangsweise je
nach Versorgungsbeginn abgeschmolzen. Der Versorgungsfreibetrag verliert
seine Berechtigung, wenn nach der neuen Rentenbesteuerung die Renten zu
100% nachgelagert besteuert werden.

Der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag werden ebenso wie der steuerfreie
Teil der Rente festgeschrieben und bleiben für die Dauer des Versorgungsbezugs
in gleicher Höhe bestehen.

5. Zu versteuerndes Einkommen/Senkung der Steuerlast

Welche Entlastungen und Steuervergünstigungen gibt es?

Die steuerpflichtigen Einnahmen aus den Alterseinkünften werden zusammengerechnet
und sind – gegebenenfalls zusammen mit weiteren Einkünften
aus anderen Einkunftsarten – Besteuerungsgrundlage der Einkommensteuerberechnung.
Es gibt verschiedene steuerliche Entlastungen und Steuervergünstigungen,
die zur Minderung des zu versteuernden Einkommens und damit zur Senkung
der Steuerlast führen können:

Altersentlastungsbetrag

Ab dem Kalenderjahr, das der Vollendung des 64. Lebensjahres folgt, wird für
Einkünfte, die nicht zu den Versorgungsbezügen, Leibrenten oder Leistungen
aus Altersvorsorgeverträgen, Pensionsfonds und anderen Altersbezügen gehören,
ein Altersentlastungsbetrag gewährt. Im Jahr 2005 (für Geburtsjahrgänge
1940 und früher) beträgt dieser 40 % des Arbeitslohns und der positiven
Summe der anderen begünstigten Einkünfte, höchstens 1.900,- Euro.
Auch dieser Betrag bleibt dauerhaft erhalten, wird jedoch für die nachfolgenden
Geburtsjahrgänge schrittweise abgeschmolzen.

Werbungskosten

Aufwendungen zum Erwerb, Erhaltung oder zur Sicherung der Renteneinkünfte
sind als Werbungskosten abziehbar. Dazu zählen zum Beispiel Rentenberatungskosten
und Gewerkschaftsbeiträge. Werden keine Aufwendungen
nachgewiesen, berücksichtigt das Finanzamt einen Pauschbetrag von
102 Euro jährlich.

Sonderausgaben

Sonderausgaben sind bestimmte private Ausgaben, die unvermeidbar oder
förderungsfähig sind und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern.
4Dazu zählen Vorsorgeaufwendungen und übrige Sonderausgaben, die in
der Steuererklärung abgefragt werden und mit entsprechenden Nachweisen
abzugsfähig sind.

Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören zum Beispiel Beiträge zur Kranken-,
Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, die allerdings bis einschließlich
2009 insgesamt nur im Rahmen bestimmter Höchstbeträge abzugsfähig
sind. Ab dem Jahr 2010 sind die Aufwendungen für eine Basiskrankenversicherung
und die gesetzliche Pflegeversicherung voll abzugsfähig.

Zu den übrigen Sonderausgaben gehören unter anderem Kirchensteuern,
Spenden für gemeinnützige Zwecke und Unterhaltsleistungen an den
geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten. Ohne Nachweis
wird für die übrigen Sonderausgaben ein Pauschbetrag von 36 Euro für Ledige
und 72 Euro bei Ehegatten gewährt.

Außergewöhnliche Belastungen

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen Aufwendungen aus der persönlichen
Lebenssphäre, die zwangsläufig und existenziell notwendig sind.
Bei einigen Aufwendungen tritt erst dann eine steuerliche Entlastung ein,
wenn sie die sogenannte „zumutbare Belastung“ (ein bestimmter Prozentsatz
abhängig von der Höhe des Gesamtbetrags der Einkünfte, in der Regel
4 – 6%) übersteigen.4Zu den berücksichtigungsfähigen Aufwendungen
gehören unter anderem Behandlungskosten von Ärzten oder zugelassenen
Heilpraktikern, die Praxisgebühr, Krankenhauskosten, Kurkosten, Ausgaben
für Brillen, Hörgeräte, Zahnersatz und andere medizinische Hilfsmittel oder
für die Beschäftigung einer Pflegekraft, soweit sie nicht von der Krankenoder
Pflegeversicherung getragen oder zum Beispiel von der Beihilfe ersetzt
wurden. Es ist jedoch erforderlich, die Zwangsläufigkeit und Notwendigkeit
dieser Aufwendungen gegebenenfalls durch ein ärztliches Attest nachzuweisen.
Für behinderte Menschen werden Pauschbeträge – gestaffelt je nach dem
Grad der Behinderung (bei 25 % = 310 Euro, bei 100 % = 1.420 Euro ) und bei
Blinden oder hilflosen Personen bis zu 3.700,- Euro – gewährt.
Bei ständiger Pflegebedürftigkeit können die tatsächlichen Kosten für die
persönliche Pflege (zum Beispiel Pflegeheimkosten) als außergewöhnliche
Belastungen steuerlich geltend gemacht werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen (§ 35 a EStG)

Aufwendungen für Pflege- und Betreuungsleistungen, haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse,
haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen
im eigenen Haushalt werden steuermindernd berücksichtigt.
4Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen zum Beispiel Schornsteinfegergebühren,
Gartenpflege, Reinigungsservice, Pflegedienste, Umzugsleistungen.
Bei den Handwerkerleistungen handelt es sich um Aufwendungen
für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen

Haushaltsnahe Dienstleistungen im eigenen Haushalt bzw.
am eigenen Haus. Es können nur die Aufwendungen
für Arbeitsleistungen (Lohnkosten, keine Materialkosten) geltend gemacht
werden, die in Rechnung gestellt und mittels Überweisung bezahlt
wurden. Barzahlungen werden nicht anerkannt.

6. Wann muss eine Steuererklärung abgegeben werden?

Welche Vordrucke brauche ich?

In welchem Fall eine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung
besteht, hängt davon ab, wie hoch der zu besteuernde Anteil der Rentenbezüge
ist und ob der Rentenbezieher bzw. sein Ehegatte noch andere Einkünfte
haben. Liegen keine anderen Einkünfte vor, ist eine Steuererklärungspflicht
erst gegeben, wenn das zu versteuernde Einkommen über dem steuerfreien
Grundfreibetrag (Betrag, ab dem eine Steuerschuld entsteht) liegt. Dieser
beträgt für die Jahre 2005 bis 2008 für Einzelpersonen jeweils 7.664 Euro
(2009 = 7.834,- Euro und ab 2010 = 8.004 Euro) und für zusammenveranlagte
Ehegatten 15.328 Euro (2009 = 15.668,- Euro und ab 2010 = 16.008 Euro).
Liegen die Voraussetzungen zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung
vor, ist die Erklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres, auch ohne besondere
Aufforderung durch das Finanzamt, abzugeben. Für die Einkommensteuererklärung
sind die Vordrucke: Mantelbogen, Anlage R (für Renten), ab 2010
Anlage Vorsorgeaufwand (für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge)
und bei anderen Einkünften entsprechend weitere Vordrucke (Anlage V für
Vermietung und Verpachtung, Anlage N für Pensionen bzw. nichtselbständige
Tätigkeit) zu verwenden. 4Es besteht auch die Möglichkeit, die Steuererklärung
von zu Hause aus über den PC im ELSTER-Verfahren auszufüllen und
elektronisch an das Finanzamt zu übersenden.

An die Abgabe der Einkommensteuererklärung wird jährlich durch öffentliche
Mitteilung (zum Beispiel in der Presse) erinnert. Bei verspäteter Abgabe
oder bei Nichtabgabe der Einkommensteuererklärung kann das Finanzamt
einen Verspätungszuschlag festsetzen. Wird die Einkommensteuererklärung
nicht eingereicht, kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen schätzen.