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Erhebungsverfahren Einkommensteuer

Drei Erhebungsformen der Einkommensteuer

Die Einkommensteuer kennt drei verschiedene Erhebungsarten. Die Einkommensteuer wird grundsätzlich im Rahmen von Veranlagungen erhoben. Dies bedeutet, dass bei dem zuständigen Finanzamt Einkommensteuererklärungen eingereicht werden müssen. Daneben kann die Einkommensteuer aber auch durch Abzug von Löhnen oder Kapitalerträgen erhoben werden.

 

1. Veranlagung

Bei der Steuerveranlagung ermittelt das Finanzamt das zu versteuernde Einkommen auf der Grundlage einer Steuererklärung und setzt die darauf entfallende Einkommensteuer fest. Über die Ermittlung und Festsetzung erteilt das Finanzamt einen Steuerbescheid. Für die zu erwartende Einkommensteuerschuld sind unter Umständen vierteljährlich (zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember) Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu leisten.
Rechtsquelle: §§ 2, 36, 37 EStG, Einkommensteuer Rechner

 

2. Lohnsteuerabzug

Bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit (Löhne, Gehälter und so weiter) wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer). Mit dem Lohnsteuerabzug gilt die Einkommensteuerschuld als abgegolten, sofern nicht eine Veranlagung vorgeschrieben ist oder vom Arbeitnehmer beantragt wird (vgl. RNr. 107). Bei der Veranlagung wird die einbehaltene Lohnsteuer auf die festzusetzende Einkommensteuer angerechnet.
Rechtsquelle: §§ 38, 41a EStG, R 38.1 – 38.5, 41a.1, 41a.2 LStR, Lohnsteuerrechner

 

3. Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer)

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen (zum Beispiel Zinsen, Dividenden) wird die Einkommensteuer im Wege des Steuerabzugs erhoben. Die – auch als Abgeltungsteuer bezeichnete – Kapitalertragsteuer beträgt einheitlich 25 Prozent der Einnahmen (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer). Mit dem Steuerabzug ist bei privaten Anlegern die Einkommensteuer auf die Kapitaleinkünfte „abgegolten“. Einkünfte, die dem Steuerabzug unterlegen haben, brauchen daher in der Einkommensteuererklärung grundsätzlich nicht mehr angegeben zu werden. Steuerbürger, die aufgrund ihres geringen Einkommens einen persönlichen (Grenz-)Steuersatz von unter 25 Prozent haben, können jedoch die Einbeziehung ihrer Kapitaleinkünfte in die Veranlagung beantragen, wenn dies zu einer niedrigeren Einkommensteuer führt. Die Einkünfte aus Kapitalvermögen werden dann nicht dem Steuersatz von 25 Prozent, sondern dem niedrigeren persönlichen Steuersatz unterworfen. Der Steuerabzug kann teilweise oder ganz vermieden werden, wenn dem Kreditinstitut ein Freistellungsauftrag erteilt oder eine vom Finanzamt ausgestellte Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt wird.
Rechtsquelle: §§ 32d, 43 – 45e EStG, R 44b.1, 44b.2, 45b, 45c EStR, Abgeltungssteuerrechner