Steuerberater Berlin Michael Schröder Steuerberater
 
Steuerlexikon

Im Steuerlexikon finden Sie über 700 Fachbegriffe aus dem Steuerrecht einfach & verständlich erklärt.


Bauabzugssteuer

Rechnungsbetrag nettoEuro
MwSt.Euro
Rechnungsbetrag bruttoEuro



Bauabzugssteuer - Abführung

§§ 48 ff EStG

1. Verpflichtung zum Steuerabzug

Ist klargestellt, dass es sich bei der zu beurteilenden Leistung um eine steuerpflichtige Bauleistung (Bauabzugssteuer - Abzugspflichtige Bauleistungen) handelt und der Leistungsempfänger zu den abzugsverpflichteten Unternehmern i.S.d. Bauabzugsbesteuerung (Bauabzugssteuer - Leistungsempfänger) gehört, muss sich der Leistungsempfänger noch informieren, zu welchem Zeitpunkt der Steuerabzug vorzunehmen ist. Ein solcher Abzug ist aber nur vorzunehmen, wenn keine Freistellungsbescheinigung (vgl. Bauabzugssteuer - Freistellung) vorliegt und die Bagatellgrenze überschritten ist (Bauabzugssteuer - Bagatellregelung).

Die Verpflichtung zum Steuerabzug entsteht in dem Zeitpunkt, in dem die Gegenleistung erbracht wird, d.h. beim Leistungsempfänger abfließt (§ 11 EStG). Dies gilt auch in Fällen, in denen die Gegenleistung in Teilbeträgen (Vorschüsse, Abschlagszahlungen, Zahlung gestundeter Beträge) erbracht wird. Wird die Gegenleistung im Wege der Verrechnung erfüllt, gilt die rechtswirksame Aufrechnung als Zahlung.
In diesem Zeitpunkt hat der Leistungsempfänger (= Auftraggeber und Schuldner der Gegenleistung) den Steuerabzug für Rechnung des Leistenden (Auftragnehmers) vorzunehmen (§ 48 Abs. 1 Satz 1 EStG). Dazu muss er den Steuerabzugsbetrag von der Gegenleistung einbehalten.

2. Abführungszeitpunkt

Der Leistungsempfänger hat den Steuerabzugsbetrag, den er innerhalb eines Kalendermonats einbehalten hat, unter Angabe des Verwendungszwecks jeweils bis zum 10. des Folgemonats an das für die Besteuerung des Einkommens des Leistenden zuständige Finanzamt abzuführen. Zuständig ist also das "Wohnsitzfinanzamt" des Bauunternehmers/Handwerkers bzw. bei Personen- und Kapitalgesellschaften das Finanzamt, in dessen Bezirk sich die Geschäftsleitung befindet. Nicht zuständig ist das Finanzamt des Leistungsempfängers.

Beispiel:

Unternehmer U begleicht eine Rechnung an den Handwerker H am 03.01.2002. Zur Erfüllung seiner Anmelde- und Abzugspflichten hat U sechs Wochen Zeit. Abführungstermin ist der 10.02.2002. U hat die Steuer an das für H zuständige Finanzamt abzuführen.

Eine Stundung des Steuerabzugsbetrags ist nach § 222 AO ausgeschlossen.

3. Anmeldung

Der Leistungsempfänger hat den Steuerabzugsbetrag durch amtlich vorgeschriebenem Vordruck bis zum 10. des Folgemonats gegenüber dem für den Leistenden zuständigen Finanzamt anzumelden. In dieser Anmeldung hat er den Steuerabzug für den Anmeldezeitraum (Kalendermonat) selbst zu berechnen.
Für jeden Leistenden ist vom Leistungsempfänger eine eigene Anmeldung abzugeben, auch wenn mehrere Leistende bei einem Finanzamt geführt werden. Es werden lediglich die innerhalb eines Monats abgeflossenenen Gegenleistungen an denselben Leistenden zusammengerechnet.

Die Anmeldung muss vom Leistungsempfänger oder von einem zu seiner Vertretung Berechtigten unterschrieben sein. Sie steht einer Steueranmeldung (§ 167 AO, § 168 AO) gleich. Die benötigten Adressen der zuständigen Finanzämter bzw. Konto-Nummern können regelmäßig beim Leistenden erfragt werden.

4. Verspätungszuschlag

Gibt der Leistungsempfänger die Anmeldung verspätet ab, so kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag bis zu 10 v.H. des Abzugsbetrags gegen ihn festsetzen.
Zahlt der Leistungsempfänger den Abzugsbetrag verspätet, so entstehen Säumniszuschläge. Die ansonsten geltende Schonfrist von 5 Tagen gilt hier nicht.

5. Nachträgliche Änderung

Bei einer nachträglichen Erhöhung der Gegenleistung ist nur der Differenzbetrag zu der vorherigen Anmeldung anzumelden und zwar in dem Anmeldungszeitraum, in dem der erhöhte Betrag erbracht wurde (§ 48a Abs. 1 EStG). Sofern sich die Gegenleistung nachträglich mindert, ist keine Berichtigung vorzunehmen.

Steuerberatung




Steuer App


Buchhaltungssoftware für PC & online
MS-Buchhalter
Jetzt kostenlos downloaden …

kostenlosen online Buchhaltung


Steuerberater


Schmiljanstraße 7, 12161 Berlin
(Tempelhof-Schöneberg/ Friedenau)
E-Mail: Steuerberater@steuerschroeder.de
Öffnungszeiten Steuerbüro: Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr


Facebook Steuerberater-Twitter Steuerberater Dipl.-Kfm. Michael Schröder auf Xing kontaktieren






Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:

Aufstellen einer (Aufdach-)Photovoltaikanlage unterliegt der Bauabzugssteuer
Zwischen den Beteiligten steht die Verpflichtung zum Steuerabzug bei Bauleistungen im Streit. Nach der betreffenden Vorschrift des Einkommensteuergesetzes sind Unternehmer als Leistungsempfänger von Bauleistungen im Inland grundsätzlich verpflichtet, von der Gegenleistung einen Steuerabzug von 15 % für Rechnung des Leistenden vorzunehmen. Der Steuerabzug muss u.a. dann nicht vorgenommen werden, we...

Gewinnabführungsvertrag setzt Mindestlaufzeit von 60 Monaten voraus
Die Beteiligten stritten um die Frage, ob der Gewinnabführungsvertrag auf mindestens fünf Jahre abgeschlossen war und daher die Voraussetzungen der körperschaftsteuerlichen Organschaft vorlagen. Mit Vertrag vom 09.08.2005 erwarb die A-GmbH sämtliche Anteile an der am 09.02.2005 als Vorratsgesellschaft gegründeten B-GmbH. Mit Vertrag vom 16.08.2005 wurden Teile des Vermögens der A-GmbH auf die B-Gm...

Vororganschaftlich verursachte Mehrabführungen als fiktive Gewinnausschüttungen verfassungswidrig?
"Saldierungsverbot", Verstoß gegen das Rückwirkungsverbot - Vorzeitige Beendigung eines Gewinnabführungsvertrags aus "wichtigem Grund" BFH, Beschluss I R 36/13 vom 27.11.2013 Leitsatz Vororganschaftlich verursachte Mehrabführungen einer Organgesellschaft an ihren Organträger stellen keine Gewinnausschüttungen i. S. von § 8 Abs. 3, § 27 KStG 1996/2002 a. F., sondern Gewinnabführungen i. S. ...

Eingabe der Bundessteuerberaterkammer an das Bundesministerium der Finanzen zur Anpassung von Ergebnisabführungsverträgen (EAV) nach dem Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts
Eingabe der Bundessteuerberaterkammer an das Bundesministerium der Finanzen zur Anpassung von Ergebnisabführungsverträgen (EAV) nach dem Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts 22.05.2013   Sehr geehrte Damen und Herren, mit dem Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlic...

Anpassung streitanfälliger Gewinnabführungsverträge mit GmbHs bis spätestens Ende 2014
Mitteilung des DStV: Durch die Zustimmung des Bundesrats zur Reform der Organschaft am 1.2.2013 wird der akribischen Suche der Finanzverwaltung nach Fehlern in Verlustübernahme-Klauseln insbesondere mit GmbHs zwar der Boden entzogen. Die Neuerungen sehen insoweit jedoch nicht nur Rechtssicherheit schaffende Vorgaben für zukünftige Abschlüsse oder Änderungen von Gewinnabführungsverträgen (GAV)...



Steuerberatung und Steuererklärung vom Steuerberater in Berlin