{"id":1196,"date":"2011-11-30T11:12:10","date_gmt":"2011-11-30T09:12:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1196"},"modified":"2012-08-17T11:30:27","modified_gmt":"2012-08-17T09:30:27","slug":"gehaltskurzung-wegen-betriebsubergangs-europarechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gehaltskurzung-wegen-betriebsubergangs-europarechtswidrig\/","title":{"rendered":"Gehaltsk\u00fcrzung wegen Betriebs\u00fcbergangs europarechtswidrig?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gehaltsk\u00fcrzung wegen Betriebs\u00fcbergangs europarechtswidrig?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Nach Europarecht gehen die Rechte und Pflichten des Ver\u00e4u\u00dferers aus einem zum Zeitpunkt des Betriebs\u00fcbergangs bestehenden Arbeitsvertrag auf den Erwerber \u00fcber. Zudem erh\u00e4lt der Erwerber die in einem Tarifvertrag vereinbarten Arbeitsbedingungen bis zur K\u00fcndigung oder zum Ablauf des Tarifvertrages oder bis zum Inkrafttreten eines neuen Tarifvertrages insoweit aufrecht, wie dies der Tarifvertrag beim Ver\u00e4u\u00dferer vorsah.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitnehmerin war in Italien zun\u00e4chst 20 Jahre im \u00f6ffentlichen Dienst besch\u00e4ftigt gewesen, bevor ihr Arbeitsverh\u00e4ltnis auf eine andere Einrichtung des \u00f6ffentlichen Dienstes, f\u00fcr die ein anderer Tarifvertrag galt, \u00fcberging. Beim neuen Arbeitgeber erhielt sie ein Gehalt, das unter zutreffender Ber\u00fccksichtigung des dort geltenden Tarifvertrages einer fiktiven Einstufung von 9 geleisteten Dienstjahren entsprach. Hiergegen klagte die Arbeitnehmerin. Sie war der Ansicht, die Gehaltseinstufung h\u00e4tte nach Ma\u00dfgabe eines Dienstalters von rd. 20 Jahren erfolgen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) gab der Arbeitnehmerin Recht. Zwar d\u00fcrfe der neue Arbeitgeber die bei ihm geltenden Tarifvertr\u00e4ge &#8211; und zwar auch mit R\u00fccksicht auf das Gehalt &#8211; auf die \u00fcbergehenden Arbeitsverh\u00e4ltnisse anwenden. Allerdings m\u00fcsse dabei verhindert werden, dass sich die Lage der \u00fcbergegangenen Arbeitnehmer alleine wegen des \u00dcbergangs verschlechtere. Da die Neueingruppierung beim neuen Arbeitgeber nicht den gesamten Zeitraum an Dienstzeit beim alten Arbeitgeber umfasse, sei alleine wegen des \u00dcbergangs gegen diese Grundsatz versto\u00dfen worden.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Mit seiner Entscheidung gew\u00e4hrt der Europ\u00e4ische Gerichtshof im Rahmen eines Betriebs\u00fcbergangs \u00fcbergehenden Arbeitnehmern Bestandsschutz mit R\u00fccksicht auf ihre Eingruppierungen. Unabh\u00e4ngig davon, dass es zul\u00e4ssig ist, einen beim \u00dcbernehmer geltenden Tarifvertrag auf die \u00fcbergehenden Arbeitnehmer anzuwenden, muss sichergestellt sein, dass die Arbeitnehmer nach diesem neuen Tarifvertrag im Wesentlichen gleiche Arbeitsbedingungen beibehalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gehaltsk\u00fcrzung wegen Betriebs\u00fcbergangs europarechtswidrig? 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