{"id":1490,"date":"2011-09-30T09:46:51","date_gmt":"2011-09-30T07:46:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1490"},"modified":"2012-08-21T09:54:25","modified_gmt":"2012-08-21T07:54:25","slug":"verjahrung-von-anspruchen-einer-gbr-gegen-ausgeschiedenen-gesellschafter-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verjahrung-von-anspruchen-einer-gbr-gegen-ausgeschiedenen-gesellschafter-2\/","title":{"rendered":"Verj\u00e4hrung von Anspr\u00fcchen einer GbR gegen ausgeschiedenen Gesellschafter"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verj\u00e4hrung von Anspr\u00fcchen einer GbR gegen ausgeschiedenen Gesellschafter<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Der Anspruch der Gesellschaft gegen den ausgeschiedenen Gesellschafter im Rahmen der Verlustausgleichshaftung (\u00a7 739 BGB) verj\u00e4hrt innerhalb von 3 Jahren (\u00a7 195 BGB).<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Parteien waren an einer Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR), deren Zweck die F\u00fchrung einer Gastst\u00e4tte war, je zur H\u00e4lfte beteiligt. Der Gesellschaftsvertrag sah unter anderem f\u00fcr den Fall der K\u00fcndigung durch einen Gesellschafter vor, dass das Gesellschaftsverm\u00f6gen dem anderen Gesellschafter anwachsen solle. Zum 31.12.1994 betrachteten die Parteien ihr Gesellschaftsverh\u00e4ltnis als beendet, nachdem der Beklagte nicht mehr in der Gastst\u00e4tte erschien. Die von den Parteien gemeinsam festgestellte Bilanz der GbR zum 31.12.1994 wies auf der Passivseite einen Betrag von rund 132.000 DM aus. Das negative Kapitalkonto des Beklagten betrug rund 40.000 EUR. Der Kl\u00e4ger f\u00fchrte bis zur Beendigung des Mietvertrages die Gastst\u00e4tte als Einzelkaufmann weiter. Die Klage auf Ausgleich des negativen Kapitalkontos des Beklagten erhob der Kl\u00e4ger im Juli 2004. Das Landgericht gab der Klage statt. Das Oberlandesgericht wies die Klage ab, weil der geltend gemachte Nachschussanspruch nach den Vorschriften des HGB (\u00a7 159) innerhalb von 5 Jahren seit der Aufl\u00f6sung der GbR verj\u00e4hrt sei.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) gab wieder dem Kl\u00e4ger Recht. Gegen\u00fcber dem geltend gemachten Anspruch auf Ausgleich des Fehlbetrages griff die vom Beklagten erhobene Einrede der Verj\u00e4hrung nicht durch. Der Beklagte war durch konkludente K\u00fcndigung aus der Gesellschaft ausgeschieden; damit war das Gesellschaftsverm\u00f6gen dem Kl\u00e4ger satzungsgem\u00e4\u00df angewachsen. Im Fall einer Fortsetzungsklausel kann das Ausscheiden eines Gesellschafters zu einer Fehlbetragshaftung (\u00a7 739 BGB) f\u00fchren. Eine entsprechende Anwendung der Au\u00dfenhaftung des ausscheidenden Gesellschafters bzw. der 5-j\u00e4hrigen Anspruchsverj\u00e4hrung (\u00a7\u00a7 159, 160 HGB) kommt hingegen nicht in Betracht. Ein zeitlicher Gleichlauf von Innen- und Au\u00dfenhaftung ist gesetzlich nicht vorgesehen und wegen der Unterschiedlichkeit auch nicht geboten. F\u00fcr den geltend gemachten Anspruch ist daher die 3-j\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist nach dem BGB einschl\u00e4gig (\u00a7 195 BGB i. d. F. des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes vom 1.1.2002; Art. 229 \u00a7 6 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 Satz 1 EGBGB).<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Der BGH best\u00e4tigte seine Meinung und erteilte den Kritikern eine eindeutige Absage f\u00fcr die Annahme einer 5-j\u00e4hrigen Verj\u00e4hrungsfrist bei der Verlustausgleichshaftung. Anspr\u00fcche auf Ausgleich etwaiger Fehlbetr\u00e4gen gegen\u00fcber dem ausscheidenden Gesellschafter sind daher fr\u00fchzeitig geltend zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verj\u00e4hrung von Anspr\u00fcchen einer GbR gegen ausgeschiedenen Gesellschafter Kernaussage Der Anspruch der Gesellschaft gegen den ausgeschiedenen Gesellschafter im Rahmen der Verlustausgleichshaftung (\u00a7 739 BGB) verj\u00e4hrt innerhalb von 3 Jahren (\u00a7 195 BGB). Sachverhalt Die Parteien waren an einer Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR), deren Zweck die F\u00fchrung einer Gastst\u00e4tte war, je zur H\u00e4lfte beteiligt. 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