{"id":15137,"date":"2013-01-31T12:15:25","date_gmt":"2013-01-31T10:15:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=15137"},"modified":"2013-03-25T12:17:31","modified_gmt":"2013-03-25T10:17:31","slug":"gmbh-kann-anspruch-gegen-treugeber-auf-leistung-der-einlage-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gmbh-kann-anspruch-gegen-treugeber-auf-leistung-der-einlage-haben\/","title":{"rendered":"GmbH kann Anspruch gegen Treugeber auf Leistung der Einlage haben"},"content":{"rendered":"<p><strong>GmbH kann Anspruch gegen Treugeber auf Leistung der Einlage haben<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Der gegen einen Treugeber gerichtete Anspruch auf Leistung der Einlage steht unmittelbar der Gesellschaft zu, wenn der in den Treuhandvertrag einbezogene Gesellschaftsvertrag eine unmittelbare Verpflichtung der Treugeber vorsieht und ihnen im Innenverh\u00e4ltnis die Stellung eines unmittelbaren Gesellschafters einr\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Beklagte trat im Juli 1999 \u00fcber eine Treuhandkommanditistin (GmbH) der Kl\u00e4gerin, einem Immobilienfonds in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft, bei. Auf die in Raten zu zahlende Gesamteinlage zahlte der Beklagte lediglich bis August 2006. Der Gesellschaftsvertrag der Kl\u00e4gerin, der in den Treuhandvertrag zwischen der Beklagten und der GmbH als dessen Bestandteil einbezogen wurde, regelte u. a., dass die Treugeber zur Leistung ihrer Gesamteinlage gem\u00e4\u00df einem Einzahlungsplan verpflichtet waren und dass sie im Innenverh\u00e4ltnis wie unmittelbar beteiligte Gesellschafter behandelt w\u00fcrden. Au\u00dferdem normierte der Gesellschaftsvertrag, dass bei einer Nichtbedienung des Einzahlungsplans ohne Ausscheiden des Gesellschafters oder Treugebers die Gesamteinlage herabgesetzt werde. Die Klage auf Zahlung der ausstehenden Raten hatte vor dem Landgericht Erfolg. Das Oberlandesgericht wies die Klage indes ab.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) best\u00e4tigte die Entscheidung des Oberlandesgerichts im Ergebnis. Die Einlage kann unmittelbar durch die Gesellschaft vom Treugeber eingefordert werden, da nach dem Gesellschaftsvertrag die gesellschaftsrechtlichen Verpflichtungen direkt den Treugeber treffen. Der Treugeber hat hier entsprechend der vertraglichen Regelung die Stellung eines &#8222;Quasi-Gesellschafters&#8220;. Trotzdem besteht im Ergebnis kein Zahlungsanspruch. Denn nach der gesellschaftsvertraglichen Regelung wird bei einer Nichtzahlung der Einlage diese entsprechend herabgesetzt. Dies schlie\u00dft hier weitere Zahlungsanspr\u00fcche der Gesellschaft aus.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Obgleich der Beklagte nicht unmittelbarer Gesellschafter der KG war, stehen der Gesellschaft Zahlungsanspr\u00fcche aus eigenem Recht zu, wenn Treuhandvertrag und Gesellschaftsvertrag eng miteinander verkn\u00fcpft sind. Anderenfalls kann die Gesellschaft aus abgetretenem Recht (Freistellungsanspruch des Treuh\u00e4nders) vorgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GmbH kann Anspruch gegen Treugeber auf Leistung der Einlage haben Kernaussage Der gegen einen Treugeber gerichtete Anspruch auf Leistung der Einlage steht unmittelbar der Gesellschaft zu, wenn der in den Treuhandvertrag einbezogene Gesellschaftsvertrag eine unmittelbare Verpflichtung der Treugeber vorsieht und ihnen im Innenverh\u00e4ltnis die Stellung eines unmittelbaren Gesellschafters einr\u00e4umt. 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