{"id":15380,"date":"2012-08-29T07:41:13","date_gmt":"2012-08-29T05:41:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=15380"},"modified":"2020-09-14T16:12:47","modified_gmt":"2020-09-14T14:12:47","slug":"bfh-kraftfahrzeugsteuerliche-einordnung-von-pickup-fahrzeugen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-kraftfahrzeugsteuerliche-einordnung-von-pickup-fahrzeugen-2\/","title":{"rendered":"Kraftfahrzeugsteuerliche Einordnung von Pickup-Fahrzeugen"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Der BFH nimmt Stellung kraftfahrzeugsteuerliche Einordnung von Pickup-Fahrzeugen:\u00a0Ob ein Pick-up-Fahrzeug mit Doppelkabine der Marke Land Rover (GB) Defender 130 Crew Cab als Pkw oder als Lkw zu besteuern ist und f\u00fcr die Berechnung der Bodenfl\u00e4che als Ladefl\u00e4che die (belastbaren) Radk\u00e4sten mit zu ber\u00fccksichtigen sind (Az. II R 7\/11).<\/strong><\/em><\/p>\n<p>-&gt; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/kfz-steuer\/KFZ-Steuer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kfz Steuer<\/a><\/p>\n<p>-&gt; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/kfz-steuer\/pkw-steuerrechner.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kfz Steuer Rechner<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 13px;\">Leits\u00e4tze<\/span><\/h2>\n<p>1. Bei Pickup-Fahrzeugen mit Doppelkabine ist typisierend davon auszugehen, dass diese Fahrzeuge nicht vorwiegend der Lastenbef\u00f6rderung zu dienen geeignet und bestimmt sind, wenn ihre Ladefl\u00e4che oder ihr Laderaum nicht mehr als die H\u00e4lfte der gesamten Nutzfl\u00e4che ausmacht (Best\u00e4tigung der Rechtsprechung).<\/p>\n<p>2. Bei Pickup-Fahrzeugen, deren Ladefl\u00e4che gr\u00f6\u00dfer als die f\u00fcr die Personenbef\u00f6rderung vorgesehene Fl\u00e4che ist, erfolgt die Abgrenzung nach den allgemeinen Kriterien. \u00dcberwiegt die Ladefl\u00e4che die Fl\u00e4che zur Personenbef\u00f6rderung nur unwesentlich, spricht dies eher daf\u00fcr, dass das Fahrzeug nicht vorwiegend der Lastenbef\u00f6rderung zu dienen geeignet und bestimmt ist.<\/p>\n<p>3. In die Berechnung der Ladefl\u00e4che sind alle Fl\u00e4chen einzubeziehen, die geeignet sind, eine Ladung zu transportieren. Dazu geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfig auch Ausbeulungen in den Laderaum, z.B. f\u00fcr Radk\u00e4sten, die aufgrund ihres Abstandes zum oberen Rand der Ladekante und bei gegebener Belastbarkeit noch als Ladefl\u00e4che (z.B. f\u00fcr Sch\u00fcttgut oder f\u00fcr flache Gegenst\u00e4nde) genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p id=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) ist Halter eines Pickup-Fahrzeugs mit Doppelkabine der Marke Landrover, Typ Defender 130 Crew Cab. Das Fahrzeug ist verkehrsrechtlich als Lastkraftwagen (LKW) mit Plane und Spriegel zugelassen, verf\u00fcgt \u00fcber einen Dieselmotor mit 2495 ccm, ein Leergewicht von 2197 kg und ein zul\u00e4ssiges Gesamtgewicht von 3500 kg. Die H\u00f6chstgeschwindigkeit betr\u00e4gt 130 km\/h. Das Fahrzeug hat f\u00fcnf Sitzpl\u00e4tze einschlie\u00dflich des Fahrersitzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte die Gr\u00f6\u00dfe der Ladefl\u00e4che zun\u00e4chst mit 2,58 qm (167 cm x 155 cm) und die zur Personenbef\u00f6rderung dienende Fl\u00e4che mit 2,87 qm (205 cm x 140 cm) fest und erlie\u00df am 3. Juli 2007 gegen\u00fcber dem Kl\u00e4ger einen Kraftfahrzeugsteuerbescheid unter Einordnung des Fahrzeugs als Personenkraftwagen (PKW).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragte die \u00c4nderung des Kraftfahrzeugsteuerbescheids unter Einordnung des Fahrzeugs als LKW. Er lie\u00df das Fahrzeug nochmals vom Sachverst\u00e4ndigen des FA vermessen. Dieser kam bei der erneuten Vermessung zu einer f\u00fcr die Personenbef\u00f6rderung vorgesehenen Fl\u00e4che von 2,81 qm (201 cm x 140 cm) und zu einer f\u00fcr die Lastenbef\u00f6rderung vorgesehenen Fl\u00e4che von 2,86 qm (172 cm x 166 cm). Das FA lehnte eine \u00c4nderung des Kraftfahrzeugsteuerbescheids mit der Begr\u00fcndung ab, von der Ladefl\u00e4che von 2,86 qm seien 0,3 qm f\u00fcr die Fl\u00e4che der beiden Radk\u00e4sten und des Kraftstoffeinf\u00fcllstutzens abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) ist das Fahrzeug des Kl\u00e4gers als PKW einzuordnen. Bei der Berechnung der Ladefl\u00e4che sei der Teil \u00fcber den Radk\u00e4sten und \u00fcber dem Kraftstoffeinf\u00fcllstutzen nicht zu ber\u00fccksichtigen. Die so ermittelte Ladefl\u00e4che mache weniger als die H\u00e4lfte der gesamten Nutzfl\u00e4che des Fahrzeugs aus. Damit sei typisierend davon auszugehen, dass das Fahrzeug \u00fcberwiegend zur Personenbef\u00f6rderung zu dienen geeignet und bestimmt sei. Auf andere Kriterien zur Einstufung als PKW oder LKW komme es folglich nicht mehr an. Die Entscheidung ist ver\u00f6ffentlicht in Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 2011, 108. Dagegen richtet sich die Revision des Kl\u00e4gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt, das FA unter Aufhebung der Vorentscheidung zu verurteilen, einen neuen Kraftfahrzeugsteuerbescheid zu erlassen und dabei das Fahrzeug als LKW einzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p id=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und war daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Einordnung des Fahrzeugs als PKW, der der emissionsbezogenen Hubraumbesteuerung gem\u00e4\u00df \u00a7 8 Nr. 1 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) unterliegt, erweist sich im Ergebnis als zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. F\u00fcr die Einordnung eines Fahrzeugs als PKW oder LKW ist ma\u00dfgeblich, ob das Fahrzeug f\u00fcr die Personen- oder f\u00fcr die Lastenbef\u00f6rderung geeignet und bestimmt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das KraftStG enth\u00e4lt keine ausdr\u00fcckliche Definition des PKW. \u00a7 2 Abs. 2 Satz 1 KraftStG verweist lediglich auf die &#8222;jeweils geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften&#8220;, wenn nichts anderes bestimmt ist. Die verkehrsrechtlichen Vorschriften enthalten ebenfalls keine ausdr\u00fccklichen Bestimmungen des Begriffs des PKW (Entscheidungen des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. August 2006 VII B 333\/05, BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721; vom 28. November 2006 VII R 11\/06, BFHE 215, 568, BStBl II 2007, 338; vom 23. Februar 2007 IX B 222\/06, BFH\/NV 2007, 1351, und vom 1. Oktober 2008 II R 63\/07, BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20, jeweils m.w.N.). Der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung liegt ein eigenst\u00e4ndiger kraftfahrzeugsteuerrechtlicher PKW-Begriff zugrunde. Danach ist ein PKW ein Fahrzeug mit vier oder mehr R\u00e4dern, das nach seiner Bauart und Einrichtung zur Personenbef\u00f6rderung geeignet und bestimmt ist (BFH-Beschl\u00fcsse in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721, und vom 30. Oktober 2008 II B 60\/08, nicht ver\u00f6ffentlicht; BFH-Urteil vom 24. Februar 2010 II R 6\/08, BFHE 228, 437, BStBl II 2010, 994).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Abgrenzung zwischen LKW und PKW ist nach der objektiven Beschaffenheit des Fahrzeugs vorzunehmen. Als f\u00fcr die Einstufung bedeutsame Merkmale sind von der Rechtsprechung z.B. die Zahl der Sitzpl\u00e4tze, die verkehrsrechtlich zul\u00e4ssige Zuladung, die Gr\u00f6\u00dfe der Ladefl\u00e4che, die Ausstattung mit Sitzbefestigungspunkten und Sicherheitsgurten, die Verblechung der Seitenfenster, die Beschaffenheit der Karosserie und des Fahrgestells, die Motorisierung und die damit erreichbare H\u00f6chstgeschwindigkeit, das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild und bei Serienfahrzeugen die Konzeption des Herstellers anerkannt worden (vgl. hierzu BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1351, und BFH-Urteil in BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der Eignung und Bestimmung zur Personenbef\u00f6rderung steht es grunds\u00e4tzlich nicht entgegen, dass Fahrzeuge neben der Bef\u00f6rderung von Personen auch dem Transport von Gep\u00e4ck oder anderer G\u00fcter im privaten oder gewerblichen Bereich dienen oder zu dienen bestimmt sind, wie dies z.B. bei Kombinationskraftwagen der Fall ist. Bestandteil des Regelungsplans des historischen Gesetzgebers war es n\u00e4mlich, unter bestimmten Voraussetzungen auch solche Kraftfahrzeuge als PKW zu bezeichnen, die nach ihrer Bauart und Einrichtung geeignet und bestimmt waren, nicht nur Personen (einschlie\u00dflich ihres \u00fcblichen Gep\u00e4cks) zu bef\u00f6rdern, sondern einem weiteren Hauptzweck zu dienen (BFH-Urteile vom 22. Juni 1983 II R 64\/82, BFHE 138, 493, BStBl II 1983, 747, und in BFHE 228, 437, BStBl II 2010, 994).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Nach der Aufhebung des \u00a7 23 Abs. 6a der Stra\u00dfenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gilt auch f\u00fcr Kraftfahrzeuge mit einem zul\u00e4ssigen Gesamtgewicht von \u00fcber 2,8 t der von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz, dass anhand von Bauart und Einrichtung des Fahrzeugs zu beurteilen ist, ob ein LKW oder ein PKW vorliegt. Hierzu muss das Tatsachengericht unter Ber\u00fccksichtigung aller Merkmale die objektive Beschaffenheit des jeweiligen Fahrzeugs bewerten. Kein Merkmal kann dabei als alleinentscheidend angesehen werden; dies schlie\u00dft nicht aus, dass einzelne Merkmale ein besonderes Gewicht haben und eine Zuordnung als PKW oder LKW nahelegen k\u00f6nnen (BFH-Beschluss in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>e) Bei Pickup-Fahrzeugen kommt nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung neben den anderen technischen Merkmalen der Gr\u00f6\u00dfe der Ladefl\u00e4che eine besondere, wenn auch nicht allein ausschlaggebende Bedeutung zu. Die Gr\u00f6\u00dfe der Ladefl\u00e4che l\u00e4sst n\u00e4mlich den Schluss zu, ob die M\u00f6glichkeit einer Nutzung des Fahrzeugs zur Lastenbef\u00f6rderung gegen\u00fcber seiner Eignung zur Personenbef\u00f6rderung Vorrang hat. Im Interesse praktikabler Zuordnungsma\u00dfst\u00e4be und der um der Rechtssicherheit willen geforderten Vorhersehbarkeit kraftfahrzeugsteuerrechtlicher Zuordnungen hat die Rechtsprechung es f\u00fcr gerechtfertigt erachtet, typisierend davon auszugehen, dass Fahrzeuge nicht vorwiegend der Lastenbef\u00f6rderung zu dienen geeignet und bestimmt sind, wenn ihre Ladefl\u00e4che oder ihr Laderaum nicht mehr als die H\u00e4lfte der gesamten Nutzfl\u00e4che ausmacht (BFH-Urteil vom 1. August 2000 VII R 26\/99, BFHE 194, 257, BStBl II 2001, 72; BFH-Beschl\u00fcsse vom 7. November 2006 VII B 79\/06, BFH\/NV 2007, 778; vom 26. Oktober 2006 VII B 125\/06, BFH\/NV 2007, 767; vom 10. Februar 2010 II B 96\/09, BFH\/NV 2010, 952).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>f) An dieser Rechtsprechung h\u00e4lt der Senat fest. Sie f\u00fchrt jedoch nicht dazu, dass in den F\u00e4llen, in denen die Ladefl\u00e4che gr\u00f6\u00dfer als die f\u00fcr die Personenbef\u00f6rderung vorgesehene Fl\u00e4che ist, umgekehrt typisierend von der Eigenschaft des Fahrzeugs als LKW auszugehen ist. In diesen F\u00e4llen erfolgt die Abgrenzung vielmehr nach den allgemeinen Kriterien. Dabei ist die Gr\u00f6\u00dfe der Ladefl\u00e4che und ihr Verh\u00e4ltnis zur Fl\u00e4che f\u00fcr die Personenbef\u00f6rderung nur ein Gesichtspunkt im Rahmen der Gesamtabw\u00e4gung, dem allerdings umso gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zukommt, je deutlicher die Ladefl\u00e4che die Fl\u00e4che f\u00fcr die Personenbef\u00f6rderung \u00fcberwiegt. \u00dcberwiegt die Ladefl\u00e4che die zur Personenbef\u00f6rderung indes nur unwesentlich, spricht dies eher daf\u00fcr, dass das Fahrzeug nicht vorwiegend der Lastenbef\u00f6rderung zu dienen geeignet und bestimmt ist. In die Berechnung der Ladefl\u00e4che sind alle Fl\u00e4chen einzubeziehen, die geeignet sind, eine Ladung zu transportieren. Dazu geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfig auch Ausbeulungen in den Laderaum, z.B. f\u00fcr Radk\u00e4sten, die aufgrund ihres Abstandes zum oberen Rand der Ladekante und bei gegebener Belastbarkeit noch als Ladefl\u00e4che (z.B. f\u00fcr Sch\u00fcttgut oder f\u00fcr flache Gegenst\u00e4nde) genutzt werden k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall kann im Ergebnis dahinstehen, ob der auf die Radk\u00e4sten und den Tankeinf\u00fcllstutzen entfallende Teil der Ladefl\u00e4che zum Transport von Ladung geeignet und deshalb in die Berechnung der Ladefl\u00e4che mit einzubeziehen ist. Selbst wenn man dies bejahen w\u00fcrde und die Ladefl\u00e4che folglich die f\u00fcr den Personentransport vorgesehene Fl\u00e4che geringf\u00fcgig \u00fcberwiegen sollte, erweist sich die Entscheidung des FG aus anderen Gr\u00fcnden als richtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bezieht man die Radk\u00e4sten und den Tankeinf\u00fcllstutzen in die Berechnung ein, betr\u00e4gt die so ermittelte Ladefl\u00e4che 2,86 qm und ist damit nur unwesentlich gr\u00f6\u00dfer als die f\u00fcr die Personenbef\u00f6rderung vorgesehene Fl\u00e4che von 2,81 qm. Dies spricht nicht daf\u00fcr, dass das Fahrzeug vorwiegend der Lastenbef\u00f6rderung zu dienen geeignet und bestimmt ist. Das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild des Fahrzeugs und die Herstellerkonzeption als &#8222;Crew Cab&#8220; mit vier T\u00fcren, f\u00fcnf vollst\u00e4ndigen Sitzen und vollst\u00e4ndiger Verglasung der Personenkabine lassen auch bei einer rechnerisch etwas gr\u00f6\u00dferen Ladefl\u00e4che das Fahrzeug als PKW erscheinen. Auch die f\u00fcr einen PKW \u00fcbliche Motorisierung und die H\u00f6chstgeschwindigkeit von 130 km\/h lassen den Schluss zu, dass das Fahrzeug nicht vorwiegend zum Transport von G\u00fctern, sondern von Personen geeignet und bestimmt ist. Dasselbe gilt f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, Lasten zuzuladen. Die Zuladung liegt mit 1300 kg zwar \u00fcber der Grenze von 800 kg, die der Senat bei Fahrzeugen mit einem zul\u00e4ssigen Gesamtgewicht bis 2800 kg als Mindestzuladung ansieht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 228, 437, BStBl II 2010, 994). Mit nur etwas mehr als einem Drittel des zul\u00e4ssigen Gesamtgewichts von 3500 kg liegt sie jedoch nicht so hoch, dass sie eine \u00fcberwiegende Verwendung des Fahrzeugs zum G\u00fctertransport eindeutig indiziert. Danach erscheint das Fahrzeug nicht \u00fcberwiegend zum Transport von G\u00fctern geeignet und bestimmt und ist f\u00fcr Zwecke der Kraftfahrzeugsteuer als PKW einzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BFH nimmt Stellung kraftfahrzeugsteuerliche Einordnung von Pickup-Fahrzeugen:\u00a0Ob ein Pick-up-Fahrzeug mit Doppelkabine der Marke Land Rover (GB) Defender 130 Crew Cab als Pkw oder als Lkw zu besteuern ist und f\u00fcr die Berechnung der Bodenfl\u00e4che als Ladefl\u00e4che die (belastbaren) Radk\u00e4sten mit zu ber\u00fccksichtigen sind (Az. 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