{"id":1543,"date":"2011-08-31T17:31:18","date_gmt":"2011-08-31T15:31:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1543"},"modified":"2012-08-21T10:04:08","modified_gmt":"2012-08-21T08:04:08","slug":"befragung-nach-dem-gesundheitszustand-der-bewerber-um-beamtenstelle-zulassig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/befragung-nach-dem-gesundheitszustand-der-bewerber-um-beamtenstelle-zulassig\/","title":{"rendered":"Befragung nach dem Gesundheitszustand der Bewerber um Beamtenstelle zul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Befragung nach dem Gesundheitszustand der Bewerber um Beamtenstelle zul\u00e4ssig<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind diskriminierende Bewerbungsverfahren verboten. &#8222;Klassiker&#8220; eines solchen Verfahrens sind unzul\u00e4ssige Frage nach Erkrankungen des Bewerbers im Vorstellungsgespr\u00e4ch. Im arbeitsrechtlichen Bereich gilt hier die Einzelfallrechtsprechung. Als Faustformel kann insoweit nur gelten, dass ein aus der T\u00e4tigkeit heraus bestehender sachlicher Grund (z. B. Umgang mit kranken Menschen) Nachfragen nach besonders akuten Krankheiten (z. B. Hepatitis C) rechtfertigt. Das Verwaltungsgericht Neustadt hatte nun im beamtenrechtlichen Bereich \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit genereller Krankheitsfragen zu entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ein schwerbehinderter Bewerber wurde im Rahmen eines Bewerbungsgespr\u00e4ches zur Beamtenlaufbahn nach seinem Gesundheitszustand gefragt, nachdem er selber angegeben hatte, oft m\u00fcde und ohne Elan zu sein. Nachdem er abgelehnt wurde, machte er Schadensersatz auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes geltend, weil die Nachfrage nach seinem Gesundheitszustand eine Ablehnung aufgrund seiner Behinderung indiziere. Der Bewerber unterlag jedoch mit seiner Klage.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Die Richter urteilten, eine Benachteiligung ergebe sich nicht alleine aufgrund der Nachfrage nach dem Gesundheitszustand des Bewerbers. Die Frage sei im Beamtenverh\u00e4ltnis zul\u00e4ssig, weil die gesundheitliche Eignung des Bewerbers zwingend erforderlich sei. Zudem sei die Nachfrage des potentiellen Dienstherrn auch deshalb zul\u00e4ssig gewesen, weil der Kl\u00e4ger selber angegeben hatte, oft m\u00fcde und ohne Elan zu sein.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung erscheint einleuchtend. Dennoch kann nicht von einer \u00dcbertragung der Grunds\u00e4tze &#8222;eins zu eins&#8220; im Rahmen eines normalen Arbeitsverh\u00e4ltnisses ausgegangen werden, weil die gesundheitliche Eignung im Beamtenrecht gesetzlich verankert ist, so dass insoweit eine gesetzliche Einschr\u00e4nkung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes besteht. Im normalen Bewerbungsverfahren bleiben Gesundheitsfragen insbesondere ohne konkreten Anlass jedoch problematisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Befragung nach dem Gesundheitszustand der Bewerber um Beamtenstelle zul\u00e4ssig Rechtslage Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind diskriminierende Bewerbungsverfahren verboten. &#8222;Klassiker&#8220; eines solchen Verfahrens sind unzul\u00e4ssige Frage nach Erkrankungen des Bewerbers im Vorstellungsgespr\u00e4ch. Im arbeitsrechtlichen Bereich gilt hier die Einzelfallrechtsprechung. 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