{"id":1562,"date":"2011-08-31T17:44:07","date_gmt":"2011-08-31T15:44:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1562"},"modified":"2012-08-21T10:02:21","modified_gmt":"2012-08-21T08:02:21","slug":"vorlaufige-festsetzung-der-grunderwerbsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorlaufige-festsetzung-der-grunderwerbsteuer\/","title":{"rendered":"Vorl\u00e4ufige Festsetzung der Grunderwerbsteuer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorl\u00e4ufige Festsetzung der Grunderwerbsteuer<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernproblem<\/strong><\/p>\n<p>Die grunderwerbsteuerliche Bemessungsgrundlage bestimmt sich regelm\u00e4\u00dfig nach dem Wert der Gegenleistung (Kaufpreis). Wird die Grunderwerbsteuer indes infolge eines Anteilsgesch\u00e4ftes (\u00dcbertragung oder Vereinigung von mehr als 95 % der Anteile in einer Hand) oder einer Umwandlung (insbesondere Verschmelzung, Spaltung und Einbringung) ausgel\u00f6st, dient der Grundbesitzwert als Bemessungsgrundlage (\u00a7\u00a7 138 ff. BewG). Bei bebauten Grundst\u00fccken entspricht dieser regelm\u00e4\u00dfig dem 12,5fachen der vereinbarten oder \u00fcblichen Jahresmiete (vermindert um einen Altersabschlag f\u00fcr das Geb\u00e4ude). Die Anwendung dieses typisierenden Ertragswertverfahrens kann in der Praxis im Einzelfall zu erheblichen Unter- oder auch \u00dcberbewertungen f\u00fchren. Infolgedessen h\u00e4lt der Bundesfinanzhof (BFH) die Anwendung dieser Bewertungsvorschriften f\u00fcr verfassungswidrig, da sie einem gleichheitsgerechten und folgerichtigen Bewertungssystem entgegenstehe. Die Pr\u00fcfung der Verfassungskonformit\u00e4t obliegt nunmehr dem Bundesverfassungsgericht.<\/p>\n<p><strong>Reaktion der Finanzverwaltung<\/strong><\/p>\n<p>Die Finanzverwaltung hat auf dieses Urteil reagiert, in dem die gleichlautenden L\u00e4ndererlasse vom 1.4.2010 nunmehr durch die gleichlautenden L\u00e4ndererlasse vom 17.6.2011 ersetzt wurden. Zu kl\u00e4ren ist die Frage, ob die Heranziehung der Grundbesitzwerte als Bemessungsgrundlage verfassungsgem\u00e4\u00df ist. Deshalb haben zuk\u00fcnftig weiterhin Festsetzungen von Grunderwerbsteuer, die die Steuer nach den Grundbesitzwerten bemessen, vorl\u00e4ufig zu erfolgen.<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Es ist in der Praxis darauf zu achten, dass die Festsetzungen der Grunderwerbsteuer den vorstehend erl\u00e4uterten Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk enthalten, wenn die Festsetzung auf der Grundlage von Grundbesitzwerten beruht. Ist ein Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk nicht enthalten, sollte der Bescheid unter Hinweis auf das beim Bundesverfassungsgericht anh\u00e4ngige Verfahren offen gehalten werden. Ob bzw. inwieweit Steuerpflichtige von dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts profitieren werden, ist indes fraglich: Der BFH ist zwar von der Verfassungswidrigkeit der Vorschrift \u00fcberzeugt, hat jedoch eine Aussetzung der Vollziehung abgelehnt, da nicht mehr gew\u00e4hrt werden k\u00f6nne, als vom Bundesverfassungsgericht zu erwarten sei. Dieses h\u00e4tte aber in der Vergangenheit in vergleichbaren F\u00e4llen dem Gesetzgeber eine Frist zur Nachbesserung gestellt und zwischenzeitlich eine befristete Weiteranwendung der Altregelung zugelassen. Eine r\u00fcckwirkende \u00c4nderung oder die Feststellung der Nichtigkeit erfolgte jedoch regelm\u00e4\u00dfig nicht und ist auch im vorliegenden Fall nicht zu erwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorl\u00e4ufige Festsetzung der Grunderwerbsteuer Kernproblem Die grunderwerbsteuerliche Bemessungsgrundlage bestimmt sich regelm\u00e4\u00dfig nach dem Wert der Gegenleistung (Kaufpreis). Wird die Grunderwerbsteuer indes infolge eines Anteilsgesch\u00e4ftes (\u00dcbertragung oder Vereinigung von mehr als 95 % der Anteile in einer Hand) oder einer Umwandlung (insbesondere Verschmelzung, Spaltung und Einbringung) ausgel\u00f6st, dient der Grundbesitzwert als Bemessungsgrundlage (\u00a7\u00a7 138 ff. 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