{"id":1620,"date":"2011-08-31T10:10:35","date_gmt":"2011-08-31T08:10:35","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1620"},"modified":"2026-10-05T09:53:08","modified_gmt":"2026-10-05T07:53:08","slug":"steht-die-private-kfz-nutzung-der-kleinunternehmerregelung-entgegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steht-die-private-kfz-nutzung-der-kleinunternehmerregelung-entgegen\/","title":{"rendered":"Steht die private Kfz-Nutzung der Kleinunternehmerregelung entgegen?"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Steht die private Kfz-Nutzung der Kleinunternehmerregelung entgegen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Unternehmer, die j\u00e4hrlich Ums\u00e4tze von maximal 17.500 EUR erzielen, gelten nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) als <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Kleinunternehmer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kleinunternehmer<\/a>. Bei diesen verzichtet das Finanzamt auf die Erhebung der Umsatzsteuer. Im Gegenzug d\u00fcrfen die Kleinunternehmer weder Umsatzsteuer in Rechnung stellen noch Vorsteuer ziehen. Umstritten ist, ob im Rahmen der Pr\u00fcfung der Umsatzgrenze die <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/PKW-Nutzung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">private Kfz-Nutzung<\/a> zu ber\u00fccksichtigen ist. Hierzu entschied nun das Finanzgericht Berlin-Brandenburg.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger betrieb seit 2002 eine Hausverwaltung. Bis einschlie\u00dflich 2006 galt er als Kleinunternehmer. F\u00fcr 2007 forderte das Finanzamt von ihm Umsatzsteuer, da er in 2006 die Umsatzgrenze f\u00fcr Kleinunternehmer \u00fcberschritten habe. Entscheidend f\u00fcr die \u00dcberschreitung war, dass das Finanzamt erstmals die mittels der 1 %-Regelung ermittelte private Nutzung des im Jahr 2004 angeschafften betrieblichen Pkw in die Berechnung der ma\u00dfgeblichen Ums\u00e4tze einbezog. Der Kl\u00e4ger vertrat hingegen die Ansicht, dass der Eigenverbrauch f\u00fcr den Pkw bei der Ermittlung des Gesamtumsatzes nicht zu ber\u00fccksichtigen sei und verlangte die Aufhebung des streitigen Umsatzsteuerbescheids. Die Klage hatte Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg gab dem Kl\u00e4ger Recht, der entsprechend weiterhin als Kleinunternehmer zu behandeln ist. Da es bisher zu der umstrittenen Rechtsfrage an h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung fehlt, hat das FG die <em>Revision<\/em> zugelassen, die bereits beim Bundesfinanzhof (BFH) anh\u00e4ngig ist. Die endg\u00fcltige Entscheidung bleibt daher abzuwarten.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Kleinunternehmer, die bei Ber\u00fccksichtigung der privaten Kfz-Nutzung Gefahr laufen, ihren Status als Kleinunternehmer zu verlieren<\/strong><\/em>, sollten den Ausgang des Verfahrens genau verfolgen. Folgt der BFH nicht der Entscheidung des FG, so k\u00f6nnen sich zahlreiche Probleme f\u00fcr die Betroffenen ergeben. Die Finanz\u00e4mter werden versuchen, nachtr\u00e4glich die Umsatzsteuer einzutreiben. K\u00f6nnen die Kleinunternehmer diese nicht mehr nachbelasten, muss die Steuer aus dem Netto beglichen werden. Im Gegenzug steht ihnen zwar nun der Vorsteuerabzug, z. B. aus der Anschaffung des Kfz zu, aber nur, wenn ordnungsgem\u00e4\u00dfe Rechnungen in der Vergangenheit vorgelegen haben. Hierauf ist allerdings grunds\u00e4tzlich zu achten, da die Kleinunternehmergrenze auch aus anderen Gr\u00fcnden \u00fcberschritten werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steht die private Kfz-Nutzung der Kleinunternehmerregelung entgegen? Kernaussage Unternehmer, die j\u00e4hrlich Ums\u00e4tze von maximal 17.500 EUR erzielen, gelten nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) als Kleinunternehmer. Bei diesen verzichtet das Finanzamt auf die Erhebung der Umsatzsteuer. Im Gegenzug d\u00fcrfen die Kleinunternehmer weder Umsatzsteuer in Rechnung stellen noch Vorsteuer ziehen. 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