{"id":16692,"date":"2013-03-31T07:35:18","date_gmt":"2013-03-31T05:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=16692"},"modified":"2013-03-31T07:35:18","modified_gmt":"2013-03-31T05:35:18","slug":"kindergeld-behinderungsbedingter-mehrbedarf-eines-volljahrigen-behinderten-kindes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kindergeld-behinderungsbedingter-mehrbedarf-eines-volljahrigen-behinderten-kindes\/","title":{"rendered":"Kindergeld: Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines vollj\u00e4hrigen behinderten Kindes"},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, VI R 101\/10<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Entstehen des behinderungsbedingten Mehrbedarfs eines vollj\u00e4hrigen behinderten Kindes ist dem Grunde und der H\u00f6he nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen. Steht ein behinderungsbedingter Mehrbedarf dem Grunde nach zur \u00dcberzeugung des Gerichts fest, ist er bei fehlendem Nachweis der H\u00f6he nach zu sch\u00e4tzen (Best\u00e4tigung der BFH-Urteile vom 9. Februar 2012 III R 53\/10, BFHE 236, 417; vom 24. August 2004 VIII R 50\/03, BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; VIII R 90\/03, BFH\/NV 2005, 332).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Werden mit einer Behinderung im Zusammenhang stehende Kosten im Wege der Eingliederungshilfe gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 53 ff. SGB XII durch einen Sozialleistungstr\u00e4ger \u00fcbernommen, ist die gew\u00e4hrte Eingliederungshilfe einerseits als Leistung eines Dritten bei den zur Verf\u00fcgung stehenden eigenen finanziellen Mitteln und andererseits als im Einzelnen nachgewiesener behinderungsbedingter Mehrbedarf zu ber\u00fccksichtigen (Best\u00e4tigung des BFH-Urteils in BFHE 236, 417).<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob f\u00fcr ein vollj\u00e4hriges behindertes Kind ein Anspruch auf Kindergeld besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Sohn des Kl\u00e4gers und Revisionskl\u00e4gers (Kl\u00e4ger) leidet an einer dauerhaften psychischen Erkrankung, aufgrund derer der Grad seiner Minderung der Erwerbsf\u00e4higkeit 100 betr\u00e4gt. Er ist in einer Werkstatt f\u00fcr behinderte Menschen (WfbM) teilstation\u00e4r aufgenommen worden und lebt in einer betreuten Wohnm\u00f6glichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Er erh\u00e4lt finanzielle Leistungen der Eingliederungshilfe f\u00fcr behinderte Menschen nach \u00a7\u00a7\u00a053\u00a0ff. des Zw\u00f6lften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XII). Diese werden f\u00fcr das Leben in einer betreuten Wohnm\u00f6glichkeit sowie f\u00fcr die teilstation\u00e4re Betreuung in der WfbM einschlie\u00dflich ambulanter Betreuung zur Unterst\u00fctzung ihres Besuchs geleistet. Der Sohn des Kl\u00e4gers erhielt anl\u00e4sslich seiner T\u00e4tigkeit in der WfbM monatlich 30\u00a0EUR. Zus\u00e4tzlich wird an ihn nach \u00a7\u00a7\u00a041\u00a0ff. SGB\u00a0XII Grundsicherung geleistet. Ab September 2005 wurde der Kl\u00e4ger zu einem Kostenbeitrag an den Tr\u00e4ger der Sozialhilfe herangezogen (\u00a7\u00a094 Abs.\u00a02 SGB\u00a0XII).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) gew\u00e4hrte dem Kl\u00e4ger zun\u00e4chst Kindergeld, hob die Festsetzung des Kindergeldes jedoch zuerst ab Januar 2006 und sodann f\u00fcr den Zeitraum Januar bis Dezember 2005 auf, da der Sohn des Kl\u00e4gers seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten k\u00f6nne. Gleichzeitig forderte die Familienkasse von dem Kl\u00e4ger das bereits ausgezahlte Kindergeld f\u00fcr den Zeitraum Januar bis Dezember 2005 zur\u00fcck. Die hiergegen eingelegten Einspr\u00fcche hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die jeweils dagegen erhobenen und zu einem gemeinsamen Verfahren verbundenen Klagen ab. Der Sohn des Kl\u00e4gers sei aufgrund der Gew\u00e4hrung von Eingliederungshilfe und Grundsicherungsleistungen in der Lage gewesen, sich selbst zu unterhalten. Denn die ihm dadurch zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel \u00fcberschritten seinen existenziellen Lebensbedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<\/p>\n<p>das Urteil des FG vom 21.\u00a0Januar 2009\u00a0\u00a07\u00a0K\u00a030\/07 sowie den Bescheid der Familienkasse vom 30.\u00a0Januar 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.\u00a0M\u00e4rz 2007 und den Bescheid der Familienkasse vom 6.\u00a0Juli 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25.\u00a0Januar 2007 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl\u00e4gers ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat rechtsfehlerfrei einen Anspruch des Kl\u00e4gers auf Kindergeld f\u00fcr seinen behinderten Sohn verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a062 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a01 und 2 i.V.m. \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 Nr.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) besteht f\u00fcr ein vollj\u00e4hriges Kind ein Anspruch auf Kindergeld, wenn es wegen k\u00f6rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung au\u00dferstande ist, sich selbst zu unterhalten und die Behinderung vor Vollendung des 27.\u00a0Lebensjahres eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Ob ein behindertes Kind au\u00dferstande ist, sich selbst zu unterhalten, ist anhand eines Vergleichs zweier Bezugsgr\u00f6\u00dfen zu pr\u00fcfen, n\u00e4mlich der dem Kind zur Verf\u00fcgung stehenden eigenen finanziellen Mittel einerseits und seinem existenziellen Lebensbedarf andererseits (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.\u00a0August 2004 VIII\u00a0R\u00a083\/02, BFHE 207, 244, BStBl II 2007, 248; vom 26.\u00a0November 2003 VIII\u00a0R\u00a032\/02, BFHE 204, 454, BStBl II 2004, 588, m.w.N.). Bei gleichbleibenden monatlichen Einnahmen und einem monatlich gleichbleibenden behinderungsbedingten Mehraufwand kann es dahinstehen, ob insoweit auf den Kalendermonat oder das Kalenderjahr abzustellen ist. Denn in diesen F\u00e4llen f\u00fchrt der Vergleich zu demselben Ergebnis (BFH-Urteil in BFHE 207, 244, BStBl II 2007, 248).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Zu den dem behinderten Kind zur Verf\u00fcgung stehenden eigenen finanziellen Mitteln geh\u00f6ren nicht nur dessen Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge als verf\u00fcgbares Einkommen, sondern auch Leistungen Dritter, wie etwa solche im Zusammenhang mit der Unterbringung in einer WfbM oder die in der WfbM gew\u00e4hrte Verpflegung; auf die Herkunft der Mittel und ihre Zweckbestimmung kommt es in diesem Zusammenhang nicht an (vgl. BFH-Urteil vom 9.\u00a0Februar 2012 III\u00a0R\u00a053\/10, BFHE 236, 417). Soweit allerdings ein Sozialleistungstr\u00e4ger f\u00fcr seine Leistungen bei den Eltern R\u00fcckgriff nimmt, d\u00fcrfen solche Leistungen nicht als Bez\u00fcge des Kindes angesehen werden (BFH-Urteile vom 17.\u00a0November 2004 VIII\u00a0R\u00a022\/04, BFH\/NV 2005, 541; in BFHE 204, 454, BStBl II 2004, 588).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der existenzielle Lebensbedarf des behinderten Kindes ergibt sich typischerweise aus dem allgemeinen Lebensbedarf (Grundbedarf), der sich an dem ma\u00dfgeblichen Jahresgrenzbetrag nach \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG orientiert, sowie aus dem individuellen behinderungsbedingten Mehrbedarf (BFH-Urteile vom 22.\u00a0Oktober 2009 III\u00a0R\u00a050\/07, BFHE 228, 17, BStBl II 2011, 38; vom 9.\u00a0Februar 2009 III\u00a0R\u00a037\/07, BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928; vom 19.\u00a0November 2008 III\u00a0R\u00a0105\/07, BFHE 223, 365, BStBl II 2010, 1057).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der behinderungsbedingte Mehrbedarf umfasst Aufwendungen, die gesunde Kinder nicht haben. Dazu geh\u00f6ren alle mit einer Behinderung zusammenh\u00e4ngenden au\u00dfergew\u00f6hnlichen wirtschaftlichen Belastungen, etwa Aufwendungen f\u00fcr zus\u00e4tzliche W\u00e4sche, Unterst\u00fctzungs- und Hilfeleistungen sowie typische Erschwernisaufwendungen (BFH-Urteil in BFHE 236, 417). Das Entstehen derartiger Aufwendungen ist dem Grunde und der H\u00f6he nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen (BFH-Urteile vom 24.\u00a0August 2004 VIII\u00a0R\u00a050\/03, BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; VIII\u00a0R\u00a090\/03, BFH\/NV 2005, 332). Steht ein behinderungsbedingter Mehrbedarf dem Grunde nach zur \u00dcberzeugung des Gerichts fest, ist er bei fehlendem Nachweis der H\u00f6he nach gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0162 der Abgabenordnung zu sch\u00e4tzen (BFH-Urteile in BFHE 236, 417; in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; in BFH\/NV 2005, 332).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Werden mit einer Behinderung im Zusammenhang stehende Kosten im Wege der Eingliederungshilfe gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7\u00a053\u00a0ff. SGB\u00a0XII durch einen Sozialleistungstr\u00e4ger \u00fcbernommen, ist die gew\u00e4hrte Eingliederungshilfe einerseits als Leistung eines Dritten bei den zur Verf\u00fcgung stehenden eigenen finanziellen Mitteln und andererseits als im Einzelnen nachgewiesener behinderungsbedingter Mehrbedarf zu ber\u00fccksichtigen (BFH-Urteil in BFHE 236, 417). Da diese vom Sozialleistungstr\u00e4ger \u00fcbernommenen Kosten hierdurch bereits in tats\u00e4chlicher H\u00f6he als behinderungsbedingter Mehrbedarf erfasst sind, scheidet ihre nochmalige Ber\u00fccksichtigung durch die in \u00a7\u00a033b Abs.\u00a03 EStG festgelegten Behinderten-Pauschbetr\u00e4ge aus (vgl. BFH-Urteile in BFHE 236, 417; in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; in BFH\/NV 2005, 332).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass der Sohn des Kl\u00e4gers in der Lage war, sich selbst zu unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Als dem Kind zur Verf\u00fcgung stehende finanzielle Mittel hat es die Grundsicherungsleistungen sowie die Eingliederungshilfe angesetzt, soweit der Kl\u00e4ger nicht zu einem Kostenbeitrag an den Tr\u00e4ger der Sozialhilfe herangezogen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den allgemeinen Lebensbedarf rechtsfehlerfrei mit dem jeweiligen Jahresgrenzbetrag gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a032 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG bemessen. In revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise ist es \u00fcberdies davon ausgegangen, dass neben den Zuzahlungen zu Arzneimitteln ein \u00fcber den Betrag der geleisteten Eingliederungshilfen hinausgehender behinderungsbedingter Mehrbedarf bereits dem Grunde nach nicht substantiiert dargelegt und glaubhaft gemacht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Soweit der Kl\u00e4ger r\u00fcgt, es sei kein behinderungsbedingter Mehrbedarf f\u00fcr Besuchsfahrten seines Sohnes zur Familie ber\u00fccksichtigt worden, verkennt er, dass im Zusammenhang mit Kontakten zur Familie entstehende Aufwendungen zu dem Grundbedarf z\u00e4hlen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928; vom 15.\u00a0Oktober 1999 VI\u00a0R\u00a040\/98, BFHE 189, 449, BStBl II 2000, 75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der Ansatz eines weiteren behinderungsbedingten Mehrbedarfs folgt auch nicht aus den BFH-Urteilen in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052; in BFH\/NV 2005, 332; in BFHE 236, 417, wonach ein f\u00fcr die Zeit der h\u00e4uslichen Pflege dem Grunde nach feststehender Mehrbedarf ggf. der H\u00f6he nach gesch\u00e4tzt ber\u00fccksichtigt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn nach den mit zul\u00e4ssigen und begr\u00fcndeten Revisionsr\u00fcgen nicht angegriffenen und den Senat daher gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO bindenden Feststellungen des FG erhielt der nicht im elterlichen Haushalt lebende Sohn des Kl\u00e4gers finanzielle Leistungen der Eingliederungshilfe sowohl f\u00fcr das Leben in einer betreuten Wohnm\u00f6glichkeit als auch f\u00fcr eine ambulante Betreuung zur Unterst\u00fctzung des Besuchs der WfbM. Ein dar\u00fcber hinausgehender behinderungsbedingter Mehrbedarf f\u00fcr eine h\u00e4usliche Versorgung, Betreuung und Unterst\u00fctzung &#8211;etwa durch seine Eltern&#8211; steht daher dem Grunde nach nicht fest. Auch hat der Kl\u00e4ger einen solchen weder substantiiert dargetan noch glaubhaft gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl\u00e4ger erstmals im Revisionsverfahren Aufwendungen f\u00fcr weitere Betreuungs- und Unterst\u00fctzungsleistungen geltend macht, handelt es sich um neues tats\u00e4chliches Vorbringen. Dies kann, selbst wenn es erheblich w\u00e4re, im Revisionsverfahren nicht mehr ber\u00fccksichtigt werden, weil der Kl\u00e4ger dessen Nichtber\u00fccksichtigung in der Vorinstanz nicht mit durchgreifenden Verfahrensr\u00fcgen geltend gemacht hat (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat infolgedessen in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise f\u00fcr jeden einzelnen Monat eines zwei vollst\u00e4ndige Kalenderjahre umfassenden Streitzeitraums einen \u00dcberhang der dem Sohn des Kl\u00e4gers zur Verf\u00fcgung stehenden finanziellen Mittel festgestellt. Mithin kann dahinstehen, ob insoweit eine Monats- oder eine Jahresbetrachtung ma\u00dfgeblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Auch bedarf es hier keiner Entscheidung, ob das FG ohne Rechtsfehler einen Sachbezugswert f\u00fcr das in der WfbM gew\u00e4hrte Mittagessen angesetzt hat. Denn der hierf\u00fcr ggf. zu ber\u00fccksichtigende Sachbezugswert w\u00fcrde den ohnehin festgestellten Mittel\u00fcberhang noch erh\u00f6hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Ohne Erfolg r\u00fcgt der Kl\u00e4ger, das FG habe f\u00fcr die von der WfbM gezahlten Betr\u00e4ge in H\u00f6he von monatlich 30\u00a0EUR keinen Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach \u00a7\u00a09a Satz\u00a01 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a EStG abgezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG hat insoweit entschieden, die von der WfbM gezahlten Betr\u00e4ge seien kein Arbeitslohn und damit als Bez\u00fcge des Kindes zu erfassen, wof\u00fcr eine Kostenpauschale zu ber\u00fccksichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mangels Entscheidungserheblichkeit konnte der Senat dahinstehen lassen, ob die von der WfbM an den Sohn des Kl\u00e4gers ausgezahlten Betr\u00e4ge Arbeitslohn sind. Da der vom FG festgestellte Mittel\u00fcberhang jeweils monatlich \u00fcber 30\u00a0EUR lag, erg\u00e4be sich selbst bei Abzug eines Arbeitnehmer-Pauschbetrags noch immer kein \u00dcberhang des existenziellen Lebensbedarfs des behinderten Kindes \u00fcber die ihm zur Verf\u00fcgung stehenden finanziellen Mittel. Denn entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers d\u00fcrfte ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach \u00a7\u00a09a Satz\u00a02 EStG nur bis zur H\u00f6he der Einnahmen &#8211;hier also lediglich bis zur H\u00f6he von monatlich 30\u00a0EUR&#8211; abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, VI R 101\/10 Leits\u00e4tze 1. Das Entstehen des behinderungsbedingten Mehrbedarfs eines vollj\u00e4hrigen behinderten Kindes ist dem Grunde und der H\u00f6he nach substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen. Steht ein behinderungsbedingter Mehrbedarf dem Grunde nach zur \u00dcberzeugung des Gerichts fest, ist er bei fehlendem Nachweis der H\u00f6he nach zu sch\u00e4tzen (Best\u00e4tigung der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kindergeld-behinderungsbedingter-mehrbedarf-eines-volljahrigen-behinderten-kindes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kindergeld: Behinderungsbedingter Mehrbedarf eines vollj\u00e4hrigen behinderten Kindes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16692"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16692"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16692\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}