{"id":16715,"date":"2013-03-31T07:37:28","date_gmt":"2013-03-31T05:37:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=16715"},"modified":"2020-09-15T10:41:05","modified_gmt":"2020-09-15T08:41:05","slug":"abgabe-von-warenmustern-und-geschenken-von-geringem-wert-als-nicht-steuerbare-lieferungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abgabe-von-warenmustern-und-geschenken-von-geringem-wert-als-nicht-steuerbare-lieferungen\/","title":{"rendered":"Abgabe von Warenmustern und Geschenken von geringem Wert als nicht steuerbare Lieferungen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, XI R 36\/10<\/p>\n<p>Warenmuster und Geschenke von geringem Wert i.S. des \u00a7 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein von einem Unternehmer einem Diabetiker zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels unentgeltlich zugewendetes Set &#8211;bestehend aus Blutzuckermessger\u00e4t, Stechhilfe und Teststreifen&#8211;, das einen sp\u00e4teren Verkauf der Teststreifen f\u00f6rdern soll, ist kein Warenmuster i.S. des \u00a7 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Ob das Set ein nicht umsatzsteuerbares Geschenk von geringem Wert i.S. des \u00a7 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG ist, h\u00e4ngt von der Einhaltung der Wertgrenze des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG ab.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die unentgeltliche Abgabe eines Sets, bestehend aus Blutzuckermessger\u00e4t, Stechhilfe und Teststreifen, an Diabetiker zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels als unentgeltliche Wertabgabe nach \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) der Umsatzbesteuerung unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) ist umsatzsteuerrechtliche Organtr\u00e4gerin einer GmbH, die im Streitjahr 1999 \u00fcber \u00c4rzte, Schulungszentren f\u00fcr Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen kostenlos Sets an interessierte Diabetiker \u00fcberlie\u00df. Die Sets bestanden aus einem in einem Karton verpackten elektronischen Blutzuckermessger\u00e4t, einer Stechhilfe und einer geringen Anzahl von Teststreifen; regelm\u00e4\u00dfig handelte es sich um &#8230; Teststreifen. Zur Messung des Blutzuckerspiegels muss der Diabetiker nach der dem Set beigef\u00fcgten Kurzanleitung einen Teststreifen in das Messger\u00e4t einf\u00fchren, anschlie\u00dfend unter Verwendung der Stechhilfe aus der Fingerkuppe einen Tropfen Blut entnehmen und mit dem Tropfen den vorderen Rand des Teststreifens ber\u00fchren; das Messger\u00e4t ermittelt sodann den Blutzuckerwert und zeigt ihn digital an. Die Diabetiker wurden von den \u00c4rzten, Schulungszentren und Laboreinrichtungen jeweils in der Handhabung des Systems unterwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Diabetiker durfte das als &#8222;unverk\u00e4ufliches Testger\u00e4t&#8220; bezeichnete (in der Regel von ihm im Rahmen einer Schulung benutzte) Set behalten. Er zahlte kein Entgelt und konnte \u00fcber das Set nach Belieben verf\u00fcgen. Das Blutzuckermessger\u00e4t konnte nur mit den in dem Set enthaltenen und von der GmbH auch separat vertriebenen Teststreifen genutzt werden, die jeweils zum einmaligen Gebrauch geeignet waren. Das Gesch\u00e4ftsmodell beruhte darauf, dass ein Diabetiker, der mehrmals am Tag misst, mit dem ihm vertrauten System weiter messen will und sich die f\u00fcr das geschlossene System ben\u00f6tigten Teststreifen selbst kauft oder vom Arzt verschreiben l\u00e4sst, um sie zu erwerben. &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin machte die Vorsteuern aus Aufwendungen f\u00fcr die Herstellung der Sets geltend, unterwarf die Abgabe der Sets in ihrer Umsatzsteuer-Jahreserkl\u00e4rung f\u00fcr 1999 aber nicht der Umsatzbesteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au\u00dfenpr\u00fcfung wurde die Abgabe der Sets soweit sie nach dem 1.\u00a0April 1999 erfolgt war als unentgeltliche Wertabgabe i.S. des \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 &#8211;StEntlG 1999\/2000\/ 2002&#8211; vom 24.\u00a0M\u00e4rz 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304) qualifiziert; ein Warenmuster im Sinne dieser Vorschrift liege nicht vor. Dementsprechend bezog der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit nach \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a02 der Abgabenordnung ge\u00e4ndertem Umsatzsteuerbescheid f\u00fcr 1999 vom &#8230; die Abgabe der Sets als unentgeltliche Wertabgabe in die Bemessungsgrundlage ein und erh\u00f6hte die Umsatzsteuer von &#8230;\u00a0DM (&#8230;\u00a0EUR) auf &#8230;\u00a0DM (&#8230;\u00a0EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In der Einspruchsentscheidung vom &#8230; k\u00fcrzte das FA die Bemessungsgrundlage um den auf die unentgeltliche Abgabe der Teststreifen in den Sets entfallenden Teil der Bemessungsgrundlage in H\u00f6he von &#8230;\u00a0DM und setzte die Umsatzsteuer auf &#8230;\u00a0EUR (=\u00a0&#8230;\u00a0DM) fest. Im \u00dcbrigen war der Einspruch erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt und setzte die Umsatzsteuer f\u00fcr 1999 auf &#8230;\u00a0EUR fest. Es f\u00fchrte zur Begr\u00fcndung im Wesentlichen aus, die Abgabe der Sets sei nicht nach \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG steuerbar. Die Sets, jeweils bestehend aus Blutzuckermessger\u00e4t, Stechhilfe und Teststreifen, seien Warenmuster, die f\u00fcr Zwecke des Unternehmens, n\u00e4mlich zu Werbezwecken, abgegeben w\u00fcrden. Ziel sei es, den Kaufentschluss f\u00fcr die ausschlie\u00dflich zu den Blutzuckermessger\u00e4ten der GmbH passenden Teststreifen zu f\u00f6rdern. Dabei stellten Messger\u00e4t und Teststreifen eine technische Einheit dar; der Annahme eines Warenmusters stehe es daher nicht entgegen, dass mit der Abgabe der Messger\u00e4te nicht ausschlie\u00dflich der Kauf eines weiteren Messger\u00e4ts, sondern vor allem der Kauf der f\u00fcr dessen Betrieb erforderlichen Teststreifen angestrebt werde. Es handele sich um ein zusammengesetztes Warenmuster.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Offen k\u00f6nne daher bleiben, ob es sich bei der Abgabe des Blutzuckermessger\u00e4ts auch um ein &#8211;die Besteuerung ebenfalls ausschlie\u00dfendes&#8211; Geschenk von geringem Wert i.S. des \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung von \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG. Es f\u00fchrt zur Begr\u00fcndung im Wesentlichen aus, in Bezug auf die Messger\u00e4te finde ein unversteuerter Endverbrauch statt, der gesetzlich nicht gewollt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zudem st\u00fcnden die Ausf\u00fchrungen des FG im Widerspruch zu Verwaltungsanweisungen. Nach Abschn.\u00a024b Abs.\u00a012 Satz\u00a03 der Umsatzsteuer-Richtlinien (UStR) l\u00e4gen dann keine Warenmuster vor, wenn gleichartige Erzeugnisse in solchen Mengen an denselben Empf\u00e4nger abgegeben w\u00fcrden, dass sie insgesamt gesehen kein Muster im handels\u00fcblichen Sinne darstellten; die an die Empf\u00e4nger der Sets &#8211;das seien nicht die einzelnen Diabetiker, sondern die \u00c4rzte, Schulungszentren f\u00fcr Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen&#8211; abgegebenen Mengen \u00fcberschritten diese St\u00fcckzahl. Gem\u00e4\u00df Abschn.\u00a024b Abs.\u00a012 Satz\u00a05 UStR solle ein Warenmuster zum Kauf anregen und nicht diesen ersparen. \u00c4rzte, Schulungszentren und Laboreinrichtungen w\u00fcrden jedoch nicht zum Kauf angeregt, da die Abgabe an diese unentgeltlich erfolge. Auch ein Diabetiker erhalte in der Regel unentgeltlich ein Ersatzger\u00e4t, wenn er dieses ben\u00f6tige. Zudem seien nach Abschn.\u00a024b Abs.\u00a010 UStR f\u00fcr die Pr\u00fcfung, ob Geschenke von geringem Wert vorl\u00e4gen, die einem Empf\u00e4nger je Kalenderjahr zugewendeten Geschenke zusammenzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die vom FG vorgenommene Definition eines Warenmusters entspreche nicht dem Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) vom 30.\u00a0September 2010 C-581\/08 &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 816). Dort habe der EuGH entschieden, dass ein Warenmuster ein Probeexemplar darstelle, durch das dessen Absatz gef\u00f6rdert werden solle. Mit der \u00dcberlassung der Blutzuckermessger\u00e4te sei jedoch gerade nicht deren entgeltlicher Absatz am Markt beabsichtigt gewesen. Das Gesch\u00e4ftsmodell basiere vielmehr auf der Vermarktung der Teststreifen, deren \u00dcberlassung daher zutreffend als \u00dcberlassung von Warenmustern qualifiziert worden sei. Nach dem EuGH-Urteil sei entscheidendes Kriterium f\u00fcr das Vorliegen eines Warenmusters, ob die Abgabe zu einem Endverbrauch f\u00fchre. Das sei hier der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen die Qualifikation der Sets als Warenmuster spreche auch, dass neben diesen Sets auch weitere Test-Ger\u00e4te als &#8222;klassische Vorf\u00fchrger\u00e4te&#8220; an \u00c4rzte, Schulungszentren und Laboreinrichtungen unentgeltlich abgegeben worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht zweifle das FG daran, dass f\u00fcr das Vorliegen von Geschenken mit geringem Wert auf die von dem Empf\u00e4nger im Kalenderjahr insgesamt erhaltenen Zuwendungen abzustellen sei. Der EuGH habe in der EMI Group-Entscheidung (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) festgestellt, dass der Begriff &#8222;Geschenke von geringem Wert&#8220; i.S. von Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.\u00a0Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) einer nationalen Regelung nicht entgegenstehe, f\u00fcr alle Geschenke, die einer Person innerhalb eines Zeitraums von zw\u00f6lf Monaten zugewendet werden, eine monet\u00e4re Obergrenze festzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage als unbegr\u00fcndet abzuweisen,<\/p>\n<p>hilfsweise das Urteil des FG aufzuheben und die Sache zur\u00fcckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<\/p>\n<p>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin f\u00fchrt aus, es liege bereits keine unentgeltliche Wertabgabe i.S. des \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG vor. Vielmehr habe sie mit der Abgabe der Sets eine entgeltliche Leistung i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 UStG erbracht, weil ein innerer Zusammenhang mit dem anschlie\u00dfenden Verkauf der Teststreifen bestehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit man dagegen die Entgeltlichkeit verneine, stelle die Abgabe der Sets keine unentgeltliche Wertabgabe i.S. von Art.\u00a05 Abs.\u00a06 der Richtlinie 77\/388\/EWG dar. Diese Bestimmung sei so zu verstehen, dass lediglich eine unentgeltliche Zuwendung an das Personal den Steuertatbestand erf\u00fclle, nicht aber die hier vorliegende unentgeltliche Abgabe aus unternehmerischen Gr\u00fcnden an andere Personen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Jedenfalls erf\u00fclle das Set die Begriffsmerkmale eines Warenmusters i.S. von \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG und Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Es handele sich nach den gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bindenden Tatsachenfeststellungen des FG insgesamt um ein zusammengesetztes Warenmuster. Das Messger\u00e4t k\u00f6nne nicht mit Teststreifen anderer Hersteller benutzt werden. Beide Teile des Sets seien untrennbar miteinander verbundene Komponenten f\u00fcr eine bestimmungsgem\u00e4\u00dfe Benutzung, die einen steten Zukauf der jeweils nur einmal benutzbaren und sich damit verbrauchenden Teststreifen erfordere. Die Abgabe des zusammengesetzten Warenmusters erfolge also, um durch Einweisung und Erprobung, insbesondere auch in Alltagssituationen, des Blutzuckermesssystems zum Kauf der Teststreifen anzuregen. Bei einem geschlossenen System mache es keinen Sinn, allein die Teststreifen als eine Komponente abzugeben, die isoliert nur zweckentfremdet, z.B. als Lesezeichen, verwendet werden k\u00f6nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ein Warenmuster liege unabh\u00e4ngig davon vor, ob ein Gegenstand an einen Unternehmer f\u00fcr dessen unternehmerische Zwecke oder an Personen, bei denen es als Letztverbraucher zu einem Endverbrauch komme, abgegeben werde. Dies ergebe sich bereits aus dem ersten Entscheidungssatz des EuGH-Urteils &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816), wonach ein Warenmuster eine Bewertung der Merkmale und der Qualit\u00e4t des Produkts erm\u00f6glichen solle, &#8222;ohne zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums\u00e4tzen naturgem\u00e4\u00df verbundenen Endverbrauch zu f\u00fchren&#8220;. Dies komme auch in Abschn.\u00a024b Abs.\u00a012 Satz\u00a06 UStR (ebenso Abschn.\u00a03.3. Abs.\u00a013 Satz\u00a06 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses) zum Ausdruck: &#8222;Ohne Bedeutung ist, ob Warenmuster einem anderen Unternehmer f\u00fcr dessen unternehmerische Zwecke oder einem Letztverbraucher zugewendet werden.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus diesem Grund gehe auch der Hinweis des FA ins Leere, es sei einerseits zwischen den &#8222;klassischen Vorf\u00fchrger\u00e4ten&#8220;, die an \u00c4rzte, Schulungseinrichtungen und Laboreinrichtungen abgegeben werden und bei denen es sich mangels Weiterreichung an Patienten unstreitig um Warenmuster handele, und andererseits den weitergegebenen Sets zu unterscheiden. Denn auf die Weitergabe der Sets an Patienten und damit an Letztverbraucher komme es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Abgabe des Messger\u00e4ts solle zwar nicht der Verkauf von Messger\u00e4ten gef\u00f6rdert werden. Es gehe jedoch um die Werbung f\u00fcr den Kauf damit untrennbar verbundener, stetig neu zu besorgender, sich verbrauchender Produkte in Form der Teststreifen. Ebenso lasse sich von einer Gewohnheit sprechen, die beim Patienten entstehen solle. Denn aufgrund des bereits vorhandenen, erprobten und f\u00fcr gut befundenen Messger\u00e4ts solle es zur Gewohnheit des Patienten werden, zuk\u00fcnftig ausschlie\u00dflich die dazu passenden Teststreifen zu verwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Abgabe des Sets befriedige nicht den Bedarf der Diabetiker an einem funktionierenden Messsystem. Der Bedarf eines Verbrauchers an einem Blutzuckermesssystem k\u00f6nne nur durch den Nachkauf von Teststreifen und sp\u00e4ter auch Ersatzger\u00e4ten gedeckt werden. Eine Bedarfsbefriedigung trete daher auch mit der Abgabe des Messger\u00e4ts nicht ein. Die Abgabe des Sets erm\u00f6gliche nach der vom EuGH (Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) vorgenommenen Begriffsdefinition keinen anderen als den mit solchen Werbeums\u00e4tzen naturgem\u00e4\u00df verbundenen Endverbrauch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00dcbrigen stelle die Abgabe eines Sets ein &#8222;Geschenk von geringem Wert&#8220; i.S. von \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG und Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG dar. Nach dem Willen der Kl\u00e4gerin seien die Beschenkten ausschlie\u00dflich die Diabetiker. Der Patient erhalte zun\u00e4chst eine Einweisung in das Messsystem durch den Arzt, das Schulungszentrum oder den Apotheker. Durch das Ausprobieren des Messsystems werde es kontaminiert und dadurch wertlos. Der Wert eines Sets werde zu diesem Zeitpunkt bereits vor seiner Abgabe auf Null reduziert, da es von keiner anderen Person mehr verwendet werden k\u00f6nne, unverk\u00e4uflich geworden sei und kein Markt f\u00fcr derartig gebrauchte Produkte existiere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet; sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FG stellt das hier zu beurteilende Set kein Warenmuster i.S. des \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG f\u00fcr die beworbenen Teststreifen dar. Die Feststellungen des FG reichen nicht aus, um beurteilen zu k\u00f6nnen, ob die \u00dcberlassung eines Sets ein Geschenk von geringem Wert im Sinne dieser Vorschrift ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG werden einer Lieferung gegen Entgelt jede andere unentgeltliche Zuwendung eines Gegenstands, ausgenommen Geschenke von geringem Wert und Warenmuster f\u00fcr Zwecke des Unternehmens, gleichgestellt. Voraussetzung ist, dass der Gegenstand oder seine Bestandteile zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben (\u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a02 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) In der Gesetzesbegr\u00fcndung (BTDrucks 14\/23, 196) wird zu der mit Wirkung ab 1.\u00a0April 1999 durch das StEntlG 1999\/2000\/2002 eingef\u00fchrten Vorschrift ausgef\u00fchrt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;Nach dem neuen \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Nr.\u00a03 UStG werden unentgeltliche Zuwendungen von Gegenst\u00e4nden besteuert, die aus unternehmerischen Gr\u00fcnden (z.B. zu Werbezwecken, zur Verkaufsf\u00f6rderung oder zur Imagepflege) erbracht werden. Hierunter fallen z.B. h\u00f6herwertige Geschenke an Gesch\u00e4ftsfreunde, Sachspenden an Vereine, Warenabgaben anl\u00e4sslich von Preisausschreiben, Verlosungen usw. zu Werbezwecken. Ausgenommen von der Besteuerung werden lediglich Geschenke von geringem Wert oder die Abgabe von Warenmustern. Die Regelung entspricht Artikel\u00a05 Abs.\u00a06 der 6.\u00a0EG-Richtlinie und dient der Vermeidung eines umsatzsteuerlich unbelasteten Letztverbrauchs. Geschenke und andere unternehmerisch veranlasste Warenabgaben werden nur besteuert, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des abgegebenen Gegenstands oder seine Bestandteile mit Umsatzsteuer belastet waren und der Unternehmer hinsichtlich dieser Steuer entweder zum vollen oder zumindest teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt war.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Vorschrift entspricht Art.\u00a05 Abs.\u00a06 der Richtlinie 77\/388\/EWG bzw. Art.\u00a016 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.\u00a0November 2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.\u00a0Mai 2008 XI\u00a0R\u00a060\/07, BFHE 221, 512, BStBl II 2008, 721, unter II.1.; vom 13.\u00a0Januar 2011 V\u00a0R\u00a012\/08, BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Durch Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG wird einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt die Entnahme eines Gegenstands durch einen Steuerpflichtigen aus seinem Unternehmen f\u00fcr seinen privaten Bedarf, f\u00fcr den Bedarf seines Personals oder als unentgeltliche Zuwendung oder allgemein f\u00fcr unternehmensfremde Zwecke, wenn dieser Gegenstand oder seine Bestandteile zu einem vollen oder teilweisen Abzug der Mehrwertsteuer berechtigt haben. Jedoch fallen Entnahmen f\u00fcr Geschenke von geringem Wert und f\u00fcr Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens nicht darunter (Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Nach der Rechtsprechung des EuGH stellt Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG sicher, dass ein Steuerpflichtiger, der einen Gegenstand aus seinem Unternehmen entnimmt, und ein gew\u00f6hnlicher Verbraucher, der einen Gegenstand gleicher Art kauft, gleich behandelt werden. Diese Bestimmung l\u00e4sst es daher nicht zu, dass ein Steuerpflichtiger, der beim Kauf eines seinem Unternehmen zugeordneten Gegenstands die Mehrwertsteuer abziehen konnte, der Zahlung der Mehrwertsteuer entgeht, wenn er diesen Gegenstand aus seinem Unternehmen f\u00fcr seinen privaten Bedarf entnimmt, und dass er so gegen\u00fcber einem gew\u00f6hnlichen Verbraucher, der beim Erwerb des Gegenstands Mehrwertsteuer zahlt, einen ungerechtfertigten Vorteil genie\u00dft. Die Besteuerung der in Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG erw\u00e4hnten Entnahmen dient n\u00e4mlich der Verhinderung von unversteuertem Endverbrauch (vgl. EuGH-Urteile vom 6.\u00a0Mai 1992 C-20\/91 &#8211;de Jong&#8211;, Slg. 1992, I-2847, Rz\u00a015; vom 20.\u00a0Januar 2005 C-412\/03 &#8211;Hotel Scandic G\u00e5sab\u00e4ck&#8211;, Slg. 2005, I-743, UR 2005, 194, Rz\u00a023; in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a017; vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG stellt eine Ausnahme von diesem Grundsatz dar, da er Entnahmen f\u00fcr Geschenke von geringem Wert und f\u00fcr Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens gleichwohl von der Besteuerung ausnimmt (vgl. EuGH-Urteile vom 27.\u00a0April 1999 C-48\/97 &#8211;Kuwait Petroleum&#8211;, Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a023; in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a018\u00a0f.). Die Begriffe in Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG sind daher eng auszulegen, damit die Ziele von Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht beeintr\u00e4chtigt werden, wobei darauf zu achten ist, dass der Ausnahme f\u00fcr Warenmuster und Geschenke von geringem Wert nicht ihre praktische Wirksamkeit genommen wird (vgl. EuGH-Urteile vom 18.\u00a0November 2004 C-284\/03 &#8211;Temco Europe&#8211;, Slg. 2004, I-11237, UR 2005, 24, Rz\u00a017; vom 14.\u00a0Juni 2007 C-434\/05 &#8211;Horizon College&#8211;, Slg. 2007, I-4793, UR 2007, 587, Rz\u00a016; in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a020).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat in der \u00dcberlassung eines Sets zu Recht eine unentgeltliche Zuwendung eines Gegenstands i.S. von \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG gesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die GmbH als Zuwendende hat dem jeweiligen Diabetiker als Empf\u00e4nger des Sets zielgerichtet einen Verm\u00f6gensvorteil verschafft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat insoweit festgestellt, dass die GmbH die Sets &#8222;\u00fcber \u00c4rzte, Schulungszentren f\u00fcr Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen &#8230; an interessierte Diabetiker&#8220; \u00fcberlassen hat. Dies versteht der Senat als Feststellung dahingehend, dass entsprechend dem Zweck der kostenlosen Abgabe eine unentgeltliche Zuwendung des jeweiligen Sets an den Diabetiker und nicht an die \u00c4rzte usw. vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ohne Erfolg wendet das FA hiergegen ein, dass nach den Feststellungen des FG die Kl\u00e4gerin ihre Sets vor allem an \u00c4rzte, Schulungszentren f\u00fcr Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen abgegeben habe. Denn das FG hat den &#8222;gew\u00f6hnliche[n] Vertriebsweg&#8220; dahingehend konkretisiert, dass nach der Vorstellung der zuwendenden GmbH im Streitfall letztlich die Diabetiker die Beschenkten sein sollten. Den \u00c4rzten, Schulungszentren f\u00fcr Diabetiker und Laboreinrichtungen kam insoweit lediglich eine Botenfunktion zu. Die an die Diabetiker abgegebenen Sets erm\u00f6glichten ihnen die Beurteilung und Pr\u00fcfung des Wesens, der Eigenschaften und der Qualit\u00e4t des Blutzuckermesssystems.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die GmbH hat dem beg\u00fcnstigten Diabetiker unbeschr\u00e4nkte Verf\u00fcgungsmacht an dem Set einger\u00e4umt, ohne dass dieser eine Gegenleistung zu erbringen hatte. Der sp\u00e4tere entgeltliche Erwerb der Teststreifen stellt kein &#8222;Entgelt&#8220; i.S. von \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 UStG und Art.\u00a02 Nr.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG f\u00fcr den Erhalt des Sets dar. Es fehlt &#8211;entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin&#8211; an einem unmittelbaren Leistungszusammenhang und dem Austausch gegenseitiger Leistungen (vgl. dazu z.B. EuGH-Urteile vom 3.\u00a0M\u00e4rz 1994 C-16\/93 &#8211;Tolsma&#8211;, Slg. 1994, I-743, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1994, 357, Rz\u00a014; in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a026; BFH-Urteile vom 18.\u00a0August 2005 V\u00a0R\u00a031\/04, BFHE 211, 551, BStBl II 2007, 183, unter II.1. und 2.; vom 5.\u00a0Dezember 2007 V\u00a0R\u00a060\/05, BFHE 219, 455, BStBl II 2009, 486, unter II.1.a, m.w.N.; vom 15.\u00a0April 2010 V\u00a0R\u00a010\/08, BFHE 229, 406, BStBl II 2010, 879).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ohne Erfolg wendet die Kl\u00e4gerin ein, die Ablehnung einer entgeltlichen Leistung w\u00fcrde zu einer unzul\u00e4ssigen Doppelbesteuerung, n\u00e4mlich zu einer zweimaligen Besteuerung der Abgabe der Sets f\u00fchren, da sich die unentgeltliche Zuwendung des Sets \u00fcber den Preis der Teststreifen amortisiere und die Kl\u00e4gerin diesen Verkauf der Teststreifen versteuert habe. Denn die unentgeltliche Zuwendung des Sets (vgl. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG) ist umsatzsteuerrechtlich von einem evtl. sp\u00e4teren Umsatz aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Teststreifen (vgl. \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 UStG) zu unterscheiden (vgl. auch EuGH-Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a028).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat folgt nicht der Anregung der Kl\u00e4gerin, gem\u00e4\u00df Art.\u00a0267 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV) eine Vorabentscheidung des EuGH zur Frage der (Un-)Entgeltlichkeit einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>40<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin hat insoweit die Frage aufgeworfen, ob Art.\u00a05 Abs.\u00a06 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen ist, &#8222;dass eine entgeltliche Zuwendung nicht vorliegt, wenn zwischen dem unentgeltlich zugewendeten Gegenstand und sp\u00e4teren entgeltlichen Ums\u00e4tzen mit anderen Gegenst\u00e4nden ein innerer Zusammenhang dergestalt gegeben ist, dass die sp\u00e4ter gelieferten Gegenst\u00e4nde ohne den unentgeltlichen zugewendeten Gegenstand technisch nicht benutzt werden k\u00f6nnen&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>41<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diese Frage stellt sich nicht, weil sie f\u00e4lschlicherweise davon ausgeht, dass die Teststreifen nur mit zuvor unentgeltlich zugewendeten Messger\u00e4ten benutzt werden k\u00f6nnen. Vielmehr k\u00f6nnen die Teststreifen auch mit gekauften Messger\u00e4ten der GmbH verwendet werden. Im \u00dcbrigen erachtet der Senat die Unionsrechtslage in Anbetracht des zwischenzeitlichen Stands der Rechtsprechung des EuGH als gekl\u00e4rt (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a026, 28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>42<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter diesen Umst\u00e4nden besteht f\u00fcr den Senat keine Vorlagepflicht (vgl. zu den Voraussetzungen EuGH-Urteile vom 6.\u00a0Oktober 1982\u00a0\u00a0283\/81 &#8211;C.I.L.F.I.T. u.a.&#8211;, Slg. 1982, 3415, Rz\u00a021; vom 6.\u00a0Dezember 2005 C-461\/03 &#8211;Gaston Schul&#8211;, Slg. 2005, I-10513, Rz\u00a016; vom 15.\u00a0September 2005 C-495\/03 &#8211;Intermodal Transports&#8211;, Slg. 2005, I-8151, Rz\u00a033).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>43<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>dd) Ebenso wenig besteht ein Vorlagebedarf, soweit die Kl\u00e4gerin vorbringt, dass nach der Textfassung der Richtlinie 77\/388\/EWG eine Auslegung des Art.\u00a05 Abs.\u00a06 dahingehend m\u00f6glich sei, dass die grammatikalisch mit einem &#8222;oder&#8220; verbundene &#8222;unentgeltliche Zuwendung&#8220; sich auf den in der Richtlinie 77\/388\/EWG vorher angef\u00fchrten Bedarf seines Personals beziehe, so dass lediglich eine unentgeltliche Zuwendung an das Personal den Steuertatbestand erf\u00fclle, eine unentgeltliche Abgabe aus unternehmerischen Gr\u00fcnden an andere Personen hingegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>44<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn der EuGH hat mit Urteil &#8211;Kuwait Petroleum&#8211; (Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a022) entschieden, &#8222;bereits aus dem Wortlaut&#8220; des Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG gehe hervor, dass &#8222;die Sechste Richtlinie die Entnahme eines Gegenstands durch einen Steuerpflichtigen aus seinem Unternehmen, den dieser unentgeltlich weitergibt, dann einer Lieferung gegen Entgelt gleichstellt, wenn dieser Gegenstand zu einem Vorsteuerabzug berechtigt hat, ohne da\u00df es grunds\u00e4tzlich entscheidend w\u00e4re, ob diese Weitergabe f\u00fcr die Zwecke des Unternehmens stattfindet. Denn Satz\u00a02 dieser Bestimmung, der Entnahmen f\u00fcr Geschenke von geringem Wert und f\u00fcr Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens von der Steuer ausnimmt, h\u00e4tte keinen Sinn, wenn Satz\u00a01 Entnahmen, die der Steuerpflichtige &#8211; f\u00fcr die Zwecke des Unternehmens &#8211; unentgeltlich weitergibt, nicht der Mehrwertsteuer unterwerfen w\u00fcrde.&#8220; Nach dem EuGH (Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a022; vgl. auch Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a08, 9, 11 und 46) ist Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG daher nicht lediglich dahin zu verstehen, dass alleine eine unentgeltliche Zuwendung f\u00fcr den Bedarf des Personals einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt ist. Die Auslegung des EuGH wird auch durch die Entstehungsgeschichte des Art.\u00a05 Abs.\u00a06 der Richtlinie 77\/388\/EWG best\u00e4tigt (dazu im Detail vgl. EuGH-Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz\u00a023).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>45<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Es liegt auch die Zuwendung eines Gegenstands i.S. des \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG vor. \u00dcberlassen wurde das Set, bestehend aus seinen in einem Karton verpackten und nur zusammen abgegebenen drei Bestandteilen. Dass ein Gegenstand auch aus mehreren Bestandteilen bestehen kann, ergibt sich aus \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a02 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>46<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat ferner festgestellt, dass die Kl\u00e4gerin &#8211;wie nach \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a02 UStG erforderlich&#8211; die Vorsteuern aus den Aufwendungen f\u00fcr die Herstellung der Sets geltend gemacht hat, und dass die Abgabe der Sets f\u00fcr Zwecke des Unternehmens, n\u00e4mlich zu Werbezwecken, erfolgte. Dies ist zwischen den Beteiligten unstreitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>47<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Ansicht des FG ist das von der GmbH unentgeltlich an Diabetiker abgegebene Set kein Warenmuster i.S. des \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03\u00a0UStG f\u00fcr die Teststreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>48<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klagestattgabe darauf gest\u00fctzt, dass ein Set ein Warenmuster der f\u00fcr den Betrieb des Messger\u00e4ts erforderlichen Teststreifen sei. Denn das Blutzuckermessger\u00e4t und die Teststreifen stellten eine technische Einheit dar. Die einzelnen Produkte k\u00f6nnten nicht unabh\u00e4ngig voneinander sinnvoll genutzt werden. Es handele sich daher um ein zusammengesetztes Warenmuster.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>49<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies h\u00e4lt einer revisionsrechtlichen Nachpr\u00fcfung nicht stand. Das Urteil des FG ist daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>50<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der EuGH hat in dem Urteil &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a016) entschieden, dass die Richtlinie 77\/388\/EWG keine Definition des Warenmusterbegriffs enth\u00e4lt. Bei dessen Auslegung sind daher der Wortlaut, der Zusammenhang und die Ziele von Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu ber\u00fccksichtigen (vgl. EuGH-Urteil vom 6.\u00a0M\u00e4rz 2008 C-98\/07 &#8211;Nordania Finans und BG Factoring&#8211;, Slg. 2008, I-1281, UR 2008, 625, Rz\u00a017, m.w.N.). Ein Warenmuster i.S. von Art.\u00a05 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist danach ein Probeexemplar eines Produkts, durch das dessen Absatz gef\u00f6rdert werden soll und das eine Bewertung der Merkmale und der Qualit\u00e4t dieses Produkts erm\u00f6glicht, ohne zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums\u00e4tzen naturgem\u00e4\u00df verbundenen Endverbrauch zu f\u00fchren (EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a040 und 1.\u00a0Leitsatz; vgl. auch Klenk in S\u00f6lch\/ Ringleb, Umsatzsteuer, \u00a7\u00a03 Rz\u00a0380).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>51<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Diese vom EuGH aufgestellten Voraussetzungen eines Warenmusters sind im Streitfall nicht erf\u00fcllt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>52<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Das von der GmbH an Diabetiker unentgeltlich abgegebene Set, bestehend aus Blutzuckermessger\u00e4t, Stechhilfe und Teststreifen, ist kein &#8222;Probeexemplar eines Produkts, durch das dessen Absatz gef\u00f6rdert werden soll&#8220; im Sinne der dargelegten Definition des EuGH eines Warenmusters.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>53<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn gef\u00f6rdert werden soll mit dieser unentgeltlichen Abgabe des Sets lediglich der Absatz von (nachzukaufenden) Teststreifen, nicht aber auch ein sp\u00e4terer entgeltlicher Erwerb eines weiteren Sets oder eines weiteren Blutzuckermessger\u00e4ts oder einer weiteren Stechhilfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>54<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die unentgeltliche Abgabe des Sets kann auch deshalb nicht als Warenmuster qualifiziert werden, weil sie im Sinne der dargelegten Definition des EuGH eines Warenmusters &#8222;zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums\u00e4tzen naturgem\u00e4\u00df verbundenen Endverbrauch&#8220; f\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>55<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn die Diabetiker haben mit dem Set unentgeltlich und dauerhaft ein Blutzuckermessger\u00e4t und eine Stechhilfe erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>56<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Durch das von der GmbH durchgef\u00fchrte Gesch\u00e4ftsmodell erspart sich der Diabetiker den Kauf des Blutzuckermessger\u00e4ts und der Stechhilfe. Diesen umsatzsteuerrechtlich unbelasteten Letztverbrauch soll \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG &#8211;wie dargelegt&#8211; gerade verhindern. Die Abgabe eines Warenmusters soll dem Empf\u00e4nger den Kauf nicht ersparen, sondern zum Kauf anregen (vgl. Fritsch in Rei\u00df\/Kraeusel\/Langer, UStG \u00a7\u00a03 Rz\u00a0322.44; Nieskens in Rau\/D\u00fcrrw\u00e4chter, Umsatzsteuergesetz, \u00a7\u00a03 Rz\u00a01290; Widmann, UR 2000, 19, 21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>57<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dabei ist es nicht entscheidungserheblich und kann offenbleiben, ob es Vorf\u00fchrger\u00e4te gibt, die bei \u00c4rzten oder in Schulungszentren aufgestellt sind und dort von Patienten ausprobiert werden k\u00f6nnen, oder ob aus hygienisch-medizinischen Gr\u00fcnden ein Messger\u00e4t nur von einem einzigen Diabetiker benutzt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>58<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl\u00e4gerin unter Bezugnahme auf Rz\u00a020 des EuGH-Urteils &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) vorbringt, es sei darauf zu achten, dass dem Warenmuster nicht die &#8222;praktische Wirksamkeit&#8220; genommen werde, kann dieser Einwand im Streitfall nicht durchdringen. Aus den vorstehenden Gr\u00fcnden ergibt sich, dass der Ausnahme f\u00fcr Warenmuster nicht ihre praktische Wirksamkeit genommen wird, weil es bei dem streitgegenst\u00e4ndlichen Gesch\u00e4ftsmodell hinsichtlich der Messger\u00e4te und Stechhilfen an den Eigenschaften von Warenmustern fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>59<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Ansicht der Kl\u00e4gerin stellt die Annahme des FG, bei einem Set handele es sich um ein &#8222;zusammengesetztes Warenmuster&#8220;, keine den BFH nach \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO grunds\u00e4tzlich bindende Tatsachenfeststellung dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>60<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Begriff des Warenmusters ist ein umsatzsteuerrechtlicher Rechtsbegriff (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a016 bis 40). Im Streitfall geht es um die umsatzsteuerrechtliche Bewertung der \u00dcberlassung von Sets, bei der es sich um eine rechtliche Schlussfolgerung handelt. Das FG, das die vom EuGH in der Rechtssache &#8211;EMI Group&#8211; nach Ergehen des FG-Urteils aufgestellten Rechtsgrunds\u00e4tze und die in dieser Rechtssache erfolgte rechtliche Begriffsdefinition des Warenmusters nicht kennen konnte, ist bei der Anwendung seiner im vorinstanzlichen Urteil formulierten Rechtss\u00e4tze auf den konkreten Sachverhalt von anderen Grunds\u00e4tzen ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>61<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>e) Eine abweichende rechtliche Beurteilung folgt &#8211;entgegen der Ansicht der Kl\u00e4gerin&#8211; auch nicht aus dem Beispiel im Schlussantrag des Generalanwalts J\u00e4\u00e4skinen vom 15.\u00a0April 2010 in der Rechtssache &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607). Nach Ansicht des Generalanwalts k\u00f6nne ein Warenmuster auch dann vorliegen, wenn es einen Werbezweck dahingehend erf\u00fclle, dass es bei den K\u00e4ufern eine neue Gewohnheit entstehen lasse. Auch k\u00f6nnten Einzelexemplare, etwa von B\u00fcchern, Zeitschriften oder CDs, Warenmuster sein, wenn mit der Abgabe das Ziel verfolgt werde, f\u00fcr eine Serie, Sammlung, Mitgliedschaft in einem Buchclub oder das Abonnement einer Zeitschrift zu werben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>62<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat in dem Urteil &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) diese Erw\u00e4gung nicht \u00fcbernommen und insbesondere den Begriff &#8222;Gewohnheit&#8220; nicht benutzt. Im \u00dcbrigen ist der Streitfall auch nicht mit dem Beispielssachverhalt vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>63<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>f) Ferner folgt der Senat nicht der Anregung der Kl\u00e4gerin, gem\u00e4\u00df Art.\u00a0267 AEUV eine Vorabentscheidung des EuGH zu den Rechtsfragen einzuholen, ob auch zusammengesetzte Warenmuster unter den Begriff des &#8222;Warenmusters&#8220; fallen, und wie die Voraussetzung &#8222;ohne zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums\u00e4tzen naturgem\u00e4\u00df verbundenen Endverbrauch&#8220; f\u00fcr die Annahme eines Warenmusters zu verstehen ist. Die Vorlage kommt nicht in Betracht, weil die Fragen, die der EuGH nach Ansicht der Kl\u00e4gerin beantworten soll, von den konkreten, festgestellten Umst\u00e4nden des jeweiligen Einzelfalls abh\u00e4ngen. Dar\u00fcber hinaus erachtet der Senat f\u00fcr den Streitfall die Definition eines Warenmusters in Anbetracht der Rechtsprechung des EuGH als gekl\u00e4rt (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a040 und 1.\u00a0Leitsatz). Einer Vorlage an den EuGH gem\u00e4\u00df Art.\u00a0267 Abs.\u00a03 AEUV bedurfte es deshalb nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>64<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>65<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a03 Abs.\u00a01b Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG nimmt &#8211;neben der unentgeltlichen Zuwendung von Warenmustern&#8211; auch Geschenke von geringem Wert von einer Besteuerung aus. Die Feststellungen des FG &#8211;das ausgehend von seiner Rechtsauffassung diese Ausnahme nicht abschlie\u00dfend gepr\u00fcft hat&#8211; reichen nicht aus, um beurteilen zu k\u00f6nnen, ob die \u00dcberlassung des jeweiligen Sets ein Geschenk von geringem Wert ist. F\u00fcr diese Beurteilung hat das FG im zweiten Rechtsgang die im EuGH-Urteil &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) aufgestellten Grunds\u00e4tze zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>66<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ausgehend von den Feststellungen des FG ist &#8211;wie unter II.2.a\u00a0aa dargelegt&#8211; der Diabetiker f\u00fcr das jeweilige Set Geschenkempf\u00e4nger, da die Beurteilung der \u00dcbergabe eines Gegenstands als &#8222;Geschenk von geringem Wert&#8220; davon abh\u00e4ngt, wer nach der Vorstellung des Schenkers der letztlich Beschenkte sein sollte (EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a049).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>67<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bei Geschenken von geringem Wert handelt es sich im Streitjahr um die Abgabe von Waren, deren individueller Nettowert ohne Umsatzsteuer den Betrag von 75\u00a0DM nicht \u00fcbersteigt (vgl. \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01a Nr.\u00a01 UStG i.V.m. \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung vom 1.\u00a0April bis 31.\u00a0Dezember 1999; Abschn.\u00a024b Abs.\u00a08 Satz\u00a06 UStR 2000; Michl in Offerhaus\/ S\u00f6hn\/Lange, \u00a7\u00a03 UStG Rz\u00a074d; Fritsch in Rei\u00df\/Kraeusel\/Langer, UStG \u00a7\u00a03 Rz\u00a0322.42\u00a0f.). Diese auf das Streitjahr bezogene Wertgrenze liegt innerhalb des durch Art.\u00a05 Abs.\u00a06 der Richtlinie 77\/388\/EWG einger\u00e4umten Ermessensspielraums (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz\u00a044; Nieskens in Rau\/D\u00fcrrw\u00e4chter, a.a.O., \u00a7\u00a03 Rz\u00a01270\u00a0f.; Widmann, UR 2000, 19, 21). Auf die durchschnittlichen Aufwendungen der GmbH kommt es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>68<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl\u00e4gerin einwendet, dass das Set bereits vor der Zuwendung durch die im Rahmen des Ausprobierens erfolgte Kontamination wertlos wird, folgt der Senat dem im Ergebnis nicht. Die Zuwendung und \u00dcbergabe des Sets gehen dem Ausprobieren durch den Diabetiker voraus. Im Streitfall stand von vornherein fest, dass der Diabetiker das im Rahmen einer Schulung benutzte Set behalten und nach Belieben dar\u00fcber verf\u00fcgen durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Zur\u00fcck zur Trefferliste\u00a0<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, XI R 36\/10 Warenmuster und Geschenke von geringem Wert i.S. des \u00a7 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG Leits\u00e4tze 1. Ein von einem Unternehmer einem Diabetiker zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels unentgeltlich zugewendetes Set &#8211;bestehend aus Blutzuckermessger\u00e4t, Stechhilfe und Teststreifen&#8211;, das einen sp\u00e4teren Verkauf der Teststreifen f\u00f6rdern soll, ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abgabe-von-warenmustern-und-geschenken-von-geringem-wert-als-nicht-steuerbare-lieferungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Abgabe von Warenmustern und Geschenken von geringem Wert als nicht steuerbare Lieferungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16715"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16715"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16715\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}