{"id":1759,"date":"2011-07-31T10:29:35","date_gmt":"2011-07-31T08:29:35","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1759"},"modified":"2012-08-22T11:28:17","modified_gmt":"2012-08-22T09:28:17","slug":"keine-gemeinnutzigkeit-bei-fehlerhafter-satzungemaser-vermogensbindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-gemeinnutzigkeit-bei-fehlerhafter-satzungemaser-vermogensbindung\/","title":{"rendered":"Keine Gemeinn\u00fctzigkeit bei fehlerhafter satzungem\u00e4\u00dfer Verm\u00f6gensbindung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Keine Gemeinn\u00fctzigkeit bei fehlerhafter satzungem\u00e4\u00dfer Verm\u00f6gensbindung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernproblem<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinn\u00fctzigkeitsrechtlich beg\u00fcnstigte Mittel sind f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Zwecke zu verwenden. Bei Aufl\u00f6sung bzw. Aufhebung oder Wegfall steuerbeg\u00fcnstigter Zwecke bedingt dies die sog. satzungsm\u00e4\u00dfige Verm\u00f6gensbindung. Danach ist der Zweck, f\u00fcr den das Verm\u00f6gen in den obigen F\u00e4llen verwendet werden soll, in der Satzung so genau zu bestimmen, dass das Finanzamt allein auf Grund der Satzung pr\u00fcfen kann, ob der Verwendungszweck steuerbeg\u00fcnstigt ist.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Nach der f\u00fcr die Streitjahre 1999 bis 2006 geltenden Satzung sollte das Verm\u00f6gen des klagenden Vereins bei dessen Aufl\u00f6sung oder bei Wegfall des bisherigen Zwecks an einen als gemeinn\u00fctzig anerkannten Verein fallen. Dieser hat der marokkanischen Kultur verpflichtet zu sein und muss das \u00fcbertragene Verm\u00f6gen unmittelbar und ausschlie\u00dflich f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Zwecke verwenden. Das Finanzamt und auch das Finanzgericht sahen darin keine ordnungsgem\u00e4\u00dfe satzungsm\u00e4\u00dfige Verm\u00f6gensbindung.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs (BFH) ist bei der obigen Formulierung hinreichend aus der Satzung ersichtlich, dass das Verm\u00f6gen des Vereins auch bei seiner Aufl\u00f6sung oder beim Wegfall seines bisherigen Zwecks f\u00fcr steuerbeg\u00fcnstigte Zwecke verwendet wird. Es muss nicht der Satzung entnehmbar sein, wie der Satzungszweck &#8222;F\u00f6rderung der marokkanischen Kultur&#8220; konkret durch die beg\u00fcnstigte K\u00f6rperschaft verwirklicht wird.<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Die satzungsm\u00e4\u00dfigen Anforderungen des Gemeinn\u00fctzigkeitsrechts sind sehr formell &#8211; insoweit ist es immer empfehlenswert, Satzungen und auch Satzungs\u00e4nderungen vorab mit dem Finanzamt aus gemeinn\u00fctzigkeitsrechtlicher Sicht abzustimmen. Dies liegt im beiderseitigen Interesse, um Auslegungsstreitigkeiten von vornherein zu vermeiden. Seit 2009 sieht der Gesetzgeber vor, dass jede Satzung gesetzlich vorgegebene Formulierungen &#8211; auch in Bezug auf die satzungsm\u00e4\u00dfige Verm\u00f6gensbindung &#8211; enth\u00e4lt. Dies f\u00fchrt zu einer weiteren Reduzierung von Auslegungsunterschieden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Gemeinn\u00fctzigkeit bei fehlerhafter satzungem\u00e4\u00dfer Verm\u00f6gensbindung Kernproblem Gemeinn\u00fctzigkeitsrechtlich beg\u00fcnstigte Mittel sind f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Zwecke zu verwenden. Bei Aufl\u00f6sung bzw. Aufhebung oder Wegfall steuerbeg\u00fcnstigter Zwecke bedingt dies die sog. satzungsm\u00e4\u00dfige Verm\u00f6gensbindung. 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