{"id":1776,"date":"2011-07-31T10:47:12","date_gmt":"2011-07-31T08:47:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1776"},"modified":"2012-08-22T11:17:06","modified_gmt":"2012-08-22T09:17:06","slug":"ug-erhohung-des-stammkapitals-durch-sacheinlage-moglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ug-erhohung-des-stammkapitals-durch-sacheinlage-moglich\/","title":{"rendered":"UG: Erh\u00f6hung des Stammkapitals durch Sacheinlage m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p><strong>UG: Erh\u00f6hung des Stammkapitals durch Sacheinlage m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>In der Rechtsprechung und Lehre war umstritten, ob auch bei einer den Betrag des Mindestkapitals der GmbH von 25.000 EUR erreichenden Erh\u00f6hung des Stammkapitals einer Unternehmergesellschaft -UG- (haftungsbeschr\u00e4nkt) Sacheinlagen wegen des Sacheinlageverbots (\u00a7 5a Abs. 2 Satz 2 GmbHG) ausgeschlossen sind. Vereinzelt wurde vertreten, dass das Verbot nur f\u00fcr die Gr\u00fcndung gilt und eine Kapitalerh\u00f6hung durch Sacheinlagen grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich sei. Die herrschende Meinung vertrat die Auffassung, dass das Verbot nicht mehr f\u00fcr eine den \u00dcbergang zur GmbH bewirkende Kapitalerh\u00f6hung gelte. Die Gegenansicht hielt die Leistung von Sacheinlagen erst ab dem Zeitpunkt der Eintragung des Mindestkapitals der GmbH f\u00fcr zul\u00e4ssig. Der BGH entschied gem\u00e4\u00df der herrschenden Meinung.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Eine UG war mit einem Stammkapital von 500 EUR im Handelsregister eingetragen. Ihr Alleingesellschafter beschloss die Erh\u00f6hung des Stammkapitals um 24.500 EUR in Form einer Sacheinlage, da Beteiligungen des Gesellschafters an einer anderen Gesellschaft auf die UG \u00fcbertragen werden sollten. Das Handelsregister hat die Eintragung der Kapitalerh\u00f6hung abgelehnt, da die Gesellschaft noch nicht \u00fcber ein Stammkapital von 25.000 EUR verf\u00fcge. Die Beschwerde blieb vor dem OLG ohne Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) gab der UG Recht. Das Sacheinlageverbot in \u00a7 5a Abs. 2 Satz 2 GmbHG erfasst auch Kapitalerh\u00f6hungen nach Gr\u00fcndung der UG. Es findet jedoch keine Anwendung mehr, wenn die UG ihr Stammkapital so erh\u00f6ht, dass es den Betrag des Mindestkapitals von 25.000 EUR erreicht oder \u00fcbersteigt. Bereits die sprachliche Fassung der Sonderregelungen in \u00a7 5a GmbHG l\u00e4sst diese Auslegung zu. Auch gebietet der Sinn und Zweck diese Auslegung, da anderenfalls die UG gegen\u00fcber der Neugr\u00fcndung einer GmbH, die durch Sacheinlage m\u00f6glich ist, in ungerechtfertigter Weise benachteiligt w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Durch das Urteil ist gekl\u00e4rt, dass eine Kapitalerh\u00f6hung durch Sacheinlage nicht erst dann zul\u00e4ssig ist, wenn die UG schon zur GmbH geworden ist, sondern bereits dann, wenn sie durch diese noch einzutragende Kapitalerh\u00f6hung zur GmbH wird. Nach Pr\u00fcfung der Sacheinlage der UG durch das Registergericht und Eintragung der Kapitalerh\u00f6hung kann sodann die GmbH entstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>UG: Erh\u00f6hung des Stammkapitals durch Sacheinlage m\u00f6glich Rechtslage In der Rechtsprechung und Lehre war umstritten, ob auch bei einer den Betrag des Mindestkapitals der GmbH von 25.000 EUR erreichenden Erh\u00f6hung des Stammkapitals einer Unternehmergesellschaft -UG- (haftungsbeschr\u00e4nkt) Sacheinlagen wegen des Sacheinlageverbots (\u00a7 5a Abs. 2 Satz 2 GmbHG) ausgeschlossen sind. 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