{"id":17916,"date":"2013-04-03T06:38:21","date_gmt":"2013-04-03T04:38:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=17916"},"modified":"2020-09-14T16:22:58","modified_gmt":"2020-09-14T14:22:58","slug":"private-steuerschulden-des-todesjahres-als-nachlassverbindlichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/private-steuerschulden-des-todesjahres-als-nachlassverbindlichkeiten\/","title":{"rendered":"Erbschaftsteuer: Private Steuerschulden des Todesjahres als Nachlassverbindlichkeiten"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Abzug privater Steuerschulden f\u00fcr das Todesjahr des Erblassers<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Erlass vom 18.\u00a0Januar 2010, Az.\u00a03 \u2013 3810\/28 <\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 4.\u00a0Juli 2012, Az.\u00a0II R 15\/11 entschieden, dass die vom Erblasser herr\u00fchrende <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Einkommensteuer.html\">Einkommensteuer<\/a> des Todesjahres als Nachlassverbindlichkeit gem. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01\u00a0ErbStG abzugsf\u00e4hig ist. Die Entscheidung steht im Widerspruch zu R E 10.8 Abs.\u00a03\u00a0ErbStR\u00a02011 .<\/p>\n<p>Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden des Bundes und der anderen L\u00e4nder wird an R E 10.8 Abs.\u00a03\u00a0ErbStR\u00a02011 nicht mehr festgehalten.<\/p>\n<p>Der Erlass vom 18.\u00a0Januar 2010, Az.\u00a03 \u2013 3810\/28 (ErbSt-Kartei BW \u00a7\u00a010\u00a0ErbStG Karte\u00a026) ist insoweit \u00fcberholt; die Regelungen der Tz.\u00a01 bis 3 gelten weiterhin.<\/p>\n<p>Der Erlass ist auf alle noch offenen F\u00e4lle anzuwenden. Ich bitte, die Erbschaftsteuerfinanz\u00e4mter entsprechend zu unterrichten und den Erlass in die Erbschaftsteuerkartei aufzunehmen (ErbSt-Kartei BW \u00a7\u00a010\u00a0ErbStG Karte\u00a028).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Erbschaftsteuerliche Ber\u00fccksichtigung von privaten Steuererstattungsanspr\u00fcchen und -schulden als Erwerb bzw. Nachlassverbindlichkeit(\u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 und Abs.\u00a05 Nr.\u00a01\u00a0ErbStG)<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Nach dem Ergebnis einer Er\u00f6rterung mit den f\u00fcr die Erbschaftsteuer zust\u00e4ndigen Vertretern der obersten Finanzbeh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder bitte ich in der Frage der erbschaftsteuerlichen Ber\u00fccksichtigung von privaten Steuererstattungsanspr\u00fcchen und -schulden in allen noch offenen F\u00e4llen folgende Auffassung zu vertreten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Einkommensteuer entsteht mit Ablauf des Veranlagungszeitraums (\u00a7\u00a036 Abs.\u00a01 i.\u00a0V.\u00a0m. \u00a7\u00a025 Abs.\u00a01\u00a0EStG ).<\/strong><\/p>\n<h2>\u00a0<strong>1.\u00a0Steuererstattungsanspr\u00fcche f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume, die vor dem Todeszeitpunkt des Erblassers endeten<\/strong><\/h2>\n<p>Einkommensteuererstattungsanspr\u00fcche aus Veranlagungszeitr\u00e4umen, die vor dem Todeszeitpunkt des Erblassers endeten, sind mit Ablauf des jeweiligen Kalenderjahrs entstanden. Sie geh\u00f6ren mit dem materiell-rechtlich zutreffenden Wert zum steuerpflichtigen Erwerb nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01\u00a0ErbStG , ohne dass es auf ihre Durchsetzbarkeit (Festsetzung in einem Steuerbescheid) zum Todeszeitpunkt ankommt (BFH-Urteil vom 16. Januar 2008, II R 30\/06 , BStBl II S. 626 ). Die \u00dcberzahlungen, die zu den Steuererstattungsanspr\u00fcchen gef\u00fchrt haben, muss noch der Erblasser geleistet haben.<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>2.\u00a0Steuererstattungsanspr\u00fcche f\u00fcr den Veranlagungszeitraum, in den der Todeszeitpunkt des Erblassers f\u00e4llt<\/strong><\/h2>\n<p>Einkommensteuererstattungsanspr\u00fcche aus dem Veranlagungszeitraum, in den der Todeszeitpunkt des Erblassers f\u00e4llt, entstehen erst mit Ablauf des Kalenderjahrs. Sie geh\u00f6ren daher nicht zum steuerpflichtigen Erwerb nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01\u00a0ErbStG (BFH-Urteil vom 16.01.2008, II R 30\/06 , BStBl 2008 II S. 626 ).<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>3.\u00a0Steuerschulden f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume, die vor dem Todeszeitpunkt des Erblassers endeten<\/strong><\/h2>\n<p>Einkommensteuerschulden aus Veranlagungszeitr\u00e4umen, die vor dem Todeszeitpunkt des Erblassers endeten, sind mit Ablauf des jeweiligen Kalenderjahrs entstanden. Sie sind unabh\u00e4ngig davon, ob sie am Todeszeitpunkt des Erblassers bereits festgesetzt waren oder nicht, mit dem materiell-rechtlich zutreffenden Wert als Nachlassverbindlichkeiten nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01\u00a0ErbStG abzugsf\u00e4hig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abzug privater Steuerschulden f\u00fcr das Todesjahr des Erblassers Erlass vom 18.\u00a0Januar 2010, Az.\u00a03 \u2013 3810\/28 Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 4.\u00a0Juli 2012, Az.\u00a0II R 15\/11 entschieden, dass die vom Erblasser herr\u00fchrende Einkommensteuer des Todesjahres als Nachlassverbindlichkeit gem. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01\u00a0ErbStG abzugsf\u00e4hig ist. Die Entscheidung steht im Widerspruch zu R E 10.8 Abs.\u00a03\u00a0ErbStR\u00a02011 . 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