{"id":18599,"date":"2013-04-04T03:05:29","date_gmt":"2013-04-04T01:05:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=18599"},"modified":"2026-07-10T11:36:13","modified_gmt":"2026-07-10T09:36:13","slug":"unternehmensbesteuerung-oecd-dringt-auf-starkere-internationale-zusammenarbeit-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unternehmensbesteuerung-oecd-dringt-auf-starkere-internationale-zusammenarbeit-2\/","title":{"rendered":"Unternehmensbesteuerung: OECD dringt auf st\u00e4rkere internationale Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tritt f\u00fcr eine st\u00e4rkere internationale Zusammenarbeit bei der Unternehmensbesteuerung ein. Sie verweist auf eine von ihr im Auftrag der G20 erstellte Studie mit dem Titel \u00abAddressing Base Erosion and Profit Shifting\u00bb. Diese analysiere, wie multinationale Konzerne Steuerbemessungsgrundlagen aush\u00f6hlen und Gewinne verlagern. Ergebnis sei, dass nur globale Ans\u00e4tze dauerhaft verhindern k\u00f6nnen, dass Steuersysteme multinationale Unternehmen bevorzugen und kleine Betriebe sowie die B\u00fcrger das Nachsehen haben. Viele Steuersysteme erm\u00f6glichten es international agierenden Unternehmen, durch geschickte Kunstgriffe nur f\u00fcnf Prozent Steuern zu zahlen, wo weniger gro\u00dfe Firmen auf 30 Prozent kommen.<\/span><\/p>\n<p>OECD-Untersuchungen zu ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen (FDI) zeigten zudem, dass es Kleinstaaten und Territorien gibt, die als Durchlaufstationen f\u00fcr diese Investitionen dienen. Im Verh\u00e4ltnis zu gro\u00dfen Industrienationen erhielten sie \u00fcberproportional viel FDI und investierten auch \u00fcberproportional viel in Industrie- und Schwellenl\u00e4nder.<\/p>\n<p>\u00abDiese Taktiken sind zwar streng genommen legal, beeintr\u00e4chtigen aber die Steuergrundlage vieler L\u00e4nder und gef\u00e4hrden die Stabilit\u00e4t des weltweiten Steuersystems\u00bb, warnt OECD-Generalsekret\u00e4r Angel Gurr\u00eda. In einer Zeit, in der Regierungen und B\u00fcrger zum Sparen gezwungen seien, m\u00fcssten alle Steuerzahler, ob Privatleute oder Unternehmen, ihren Anteil zahlen und darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass das internationale Steuersystem transparent sei.<\/p>\n<p>Viele der heute geltenden Regeln seien eigentlich daf\u00fcr gedacht, multinationale Unternehmen vor einer <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/doppelbesteuerungsabkommen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Doppelbesteuerung<\/a> zu bewahren, erl\u00e4utert die OECD. Allzu oft zahlten diese Unternehmen dann aber gar keine Steuern. Die Gesetze blendeten viele Faktoren des modernen Wirtschaftsgeschehens aus, so zum Beispiel die Verflechtungen \u00fcber Grenzen hinweg, den Wert geistigen Eigentums oder neue Kommunikationstechnologien. Durch die Schlupfl\u00f6cher, die es multinationalen Unternehmen erm\u00f6glichten, Steuern zu minimieren oder ganz zu vermeiden, erhielten gro\u00dfe Firmen einen unfairen Vorteil. Dar\u00fcber hinaus behinderten diese Kniffe Investitionen, Wachstum und Besch\u00e4ftigung und f\u00fchrten dazu, dass der Durchschnittsb\u00fcrger die Hauptsteuerlast zu tragen habe.<\/p>\n<p>Die Methoden der multinationalen Unternehmen zur Steueroptimierung seien in den vergangenen zehn Jahren immer aggressiver geworden. So gibt es laut OECD zum Beispiel Firmen, die ihren Sitz in Hochsteuerl\u00e4ndern haben und Tochtergesellschaften oder Briefkastenfirmen in Territorien mit niedrigen Steuern gr\u00fcnden, um so von deren vorteilhafter Steuergesetzgebung zu profitieren. Ausgaben oder Verluste meldeten diese Unternehmen im Gegenzug in den Hochsteuerl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die jetzt vorgelegte Studie mache keine Vorschl\u00e4ge f\u00fcr optimale Steuers\u00e4tze. Die OECD werde aber in den kommenden Monaten weiter verfolgen, wie viele Steuern den Staaten durch die Man\u00f6ver gro\u00dfer Unternehmen entgehen. Au\u00dferdem wolle sie zusammen mit Regierungen und der Wirtschaft einen Ma\u00dfnahmenkatalog entwerfen, der dabei helfen soll, das globale Steuersystem in einem festgelegten Zeitrahmen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, PM vom 12.02.2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tritt f\u00fcr eine st\u00e4rkere internationale Zusammenarbeit bei der Unternehmensbesteuerung ein. Sie verweist auf eine von ihr im Auftrag der G20 erstellte Studie mit dem Titel \u00abAddressing Base Erosion and Profit Shifting\u00bb. Diese analysiere, wie multinationale Konzerne Steuerbemessungsgrundlagen aush\u00f6hlen und Gewinne verlagern. 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