{"id":1871,"date":"2011-06-30T12:23:25","date_gmt":"2011-06-30T10:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1871"},"modified":"2012-08-22T16:45:32","modified_gmt":"2012-08-22T14:45:32","slug":"verpflichtung-zur-einrichtung-einer-sammelkennung-fur-betriebsrats-pc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verpflichtung-zur-einrichtung-einer-sammelkennung-fur-betriebsrats-pc\/","title":{"rendered":"Verpflichtung zur Einrichtung einer Sammelkennung f\u00fcr Betriebsrats-PC"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verpflichtung zur Einrichtung einer Sammelkennung f\u00fcr Betriebsrats-PC<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Das &#8222;Hineinregieren&#8220; des Arbeitgebers in die Selbstbestimmung des Betriebsrates ist regelm\u00e4\u00dfiger Streitpunkt. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte nunmehr aus Anlass der Frage, ob sich Betriebsratsmitglieder individualisiert in einen Betriebsrats-PC einw\u00e4hlen m\u00fcssen oder nicht, \u00fcber das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung des Betriebsrates und Datenschutz zu entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Arbeitgeber und Betriebsrat stritten dar\u00fcber, ob die im Unternehmen geltenden Datenschutz-Bestimmungen auch f\u00fcr die Arbeit mit und am Computer des Betriebsrats gelten. Konkret verlangte der Betriebsrat f\u00fcr die Anmeldung zum Betriebsrats-PC eine Sammelkennung. Dies begr\u00fcndete er mit der Bef\u00fcrchtung, dass bei einer individuellen Kennung das Nutzungsverhalten der einzelnen Betriebsratsmitglieder vom Arbeitgeber \u00fcberwacht w\u00fcrde. Der Arbeitgeber verwies auf eine Betriebsvereinbarung, die eine individuelle Anmeldung vorschreibe. Der Betriebsrat verarbeite zudem auf seinem Personalcomputer personenbezogene Daten; ein Gruppenaccount sei deshalb datenschutzrechtlich unzul\u00e4ssig. Mit seinem Antrag verlangte der Betriebsrat eine Sammelkennung und obsiegte (zun\u00e4chst) im Beschwerdeverfahren.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Das Landesarbeitsgericht entschied, der Betriebsrat bestimme allein, wie sein Personalcomputer konfiguriert werde und in welcher Weise sich Benutzer anzumelden haben. Auch die Betriebsvereinbarung zum Datenschutz stehe diesem Grundsatz nicht entgegen. Denn die datenschutzrechtlichen Bestimmungen des Betriebs gelten aufgrund des Eigenorganisationsrechts des Betriebsrates f\u00fcr die Arbeit am Betriebsrats-PC nur, soweit der Betriebsrat diese f\u00fcr sachgerecht erachte. Auch datenschutzrechtlich gelte nichts anderes, weil das Betriebsverfassungsrecht (als spezielleres Recht vor dem Datenschutzgesetz) Vorschriften \u00fcber den Umgang mit personenbezogenen Daten enthalte.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung \u00fcberzeugt angesichts der datenschutzrechtlichen Implikationen nicht. Angesichts dessen hat das Landesarbeitsgericht den Gang zum Bundesarbeitsgericht auch ausdr\u00fccklich zugelassen. Hier wird eine Abw\u00e4gung zwischen Eigenorganisationsrecht des Betriebsrates und Datenschutz erfolgen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verpflichtung zur Einrichtung einer Sammelkennung f\u00fcr Betriebsrats-PC Rechtslage Das &#8222;Hineinregieren&#8220; des Arbeitgebers in die Selbstbestimmung des Betriebsrates ist regelm\u00e4\u00dfiger Streitpunkt. 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