{"id":1923,"date":"2012-07-31T14:17:28","date_gmt":"2012-07-31T12:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1923"},"modified":"2012-09-24T06:34:29","modified_gmt":"2012-09-24T04:34:29","slug":"zur-zulassigkeit-von-bankgebuhren-fur-kundenbenachrichtigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zur-zulassigkeit-von-bankgebuhren-fur-kundenbenachrichtigungen\/","title":{"rendered":"Zur Zul\u00e4ssigkeit von Bankgeb\u00fchren f\u00fcr Kundenbenachrichtigungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Zul\u00e4ssigkeit von Bankgeb\u00fchren f\u00fcr Kundenbenachrichtigungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Banken und Sparkassen m\u00fcssen Kunden \u00fcber nicht eingel\u00f6ste Schecks oder Lastschriften oder nicht ausgef\u00fchrte \u00dcberweisungen und Dauerauftr\u00e4ge wegen mangelnder Deckung benachrichtigen. Das Verfahren der Einzugserm\u00e4chtigung l\u00f6st bislang keine Kostenerstattung aus.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist ein Verbraucherverband und macht gegen die beklagte Sparkasse die Unterlassung der Verwendung einer Klausel aus den Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen (AGB) gegen\u00fcber Privatkunden geltend. Zwischen den Parteien umstritten ist dabei die Wirksamkeit der in den AGB der Beklagten enthaltenen Klausel. Hier geht es im Einzelnen um die Geb\u00fchrenpflicht der Unterrichtung \u00fcber die Nichtausf\u00fchrung oder R\u00fcckg\u00e4ngigmachung der Belastungsbuchung oder Ablehnung der Einl\u00f6sung einer Einzugserm\u00e4chtigung.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) h\u00e4lt das Entgelt f\u00fcr die Unterrichtung \u00fcber eine nicht eingel\u00f6ste Einzugserm\u00e4chtigung im Privatkundenverkehr f\u00fcr unzul\u00e4ssig. Die AGB-Klausel enth\u00e4lt eine Preisnebenabrede, die den Kunden unangemessen benachteiligt und gem\u00e4\u00df der hiernach er\u00f6ffneten Inhaltskontrolle unwirksam ist. Die Beklagte ist aus ihrer girovertraglichen Schutz- und Treuepflicht bzw. der auftragsrechtlichen Informationspflicht verpflichtet, den Kunden \u00fcber die Nichteinl\u00f6sung der Lastschrift zu informieren. Aufgrund der EU-Zahlungsdiensterichtlinie aus dem Jahr 2007 darf sie f\u00fcr die Unterrichtung auch Entgelte vereinbaren, sofern ein vorheriger Zahlungsauftrag des Kunden erteilt wurde. Mangels erforderlichen Zahlungsauftrags des Kunden im Einzugserm\u00e4chtigungslastschriftverfahren ist diese Regelung nicht anwendbar.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Private Bank- und Sparkassenkunden, die in der Vergangenheit wegen nicht eingel\u00f6ster Lastschriften ein Entgelt zahlen mussten, k\u00f6nnen dieses grunds\u00e4tzlich zur\u00fcck verlangen. Bereits im Juli 2012 ist jedoch eine Umstellung der Bankkundenvertr\u00e4ge geplant, wonach der Kunde sich auch im Einzugserm\u00e4chtigungsverfahren vorab autorisieren muss, was als Weisung an die Bank gewertet wird. Die Bank kann dann f\u00fcr die Benachrichtigung Entgelte verlangen. Das SEPA- Lastschriftverfahren sieht diese Vorgehensweise bereits vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Zul\u00e4ssigkeit von Bankgeb\u00fchren f\u00fcr Kundenbenachrichtigungen Rechtslage Banken und Sparkassen m\u00fcssen Kunden \u00fcber nicht eingel\u00f6ste Schecks oder Lastschriften oder nicht ausgef\u00fchrte \u00dcberweisungen und Dauerauftr\u00e4ge wegen mangelnder Deckung benachrichtigen. Das Verfahren der Einzugserm\u00e4chtigung l\u00f6st bislang keine Kostenerstattung aus. 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