{"id":1955,"date":"2012-07-31T14:41:01","date_gmt":"2012-07-31T12:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=1955"},"modified":"2012-09-22T06:54:02","modified_gmt":"2012-09-22T04:54:02","slug":"auskunftsanspruch-von-konkurrenten-gemeinnutziger-vereine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/auskunftsanspruch-von-konkurrenten-gemeinnutziger-vereine\/","title":{"rendered":"Auskunftsanspruch von Konkurrenten gemeinn\u00fctziger Vereine"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auskunftsanspruch von Konkurrenten gemeinn\u00fctziger Vereine<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernproblem<\/strong><\/p>\n<p>Auch gemeinn\u00fctzige Organisationen k\u00f6nnen z. B. beim Krankentransport oder im Rahmen der Pflegebereiche im Wettbewerb mit gewerblichen Anbietern stehen. In diesen F\u00e4llen kann es ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, wenn man seine Leistungen zum erm\u00e4\u00dfigten (7 % USt) statt zum vollen Steuersatz (19 % USt) anbieten kann. Die gewerblichen Anbieter k\u00f6nnen die Richtigkeit bzw. Fehlerhaftigkeit des erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatzes der gemeinn\u00fctzigen Organisation durch eine Konkurrentenklage \u00fcberpr\u00fcfen lassen. Hierzu ist das Wissen \u00fcber den angewendeten Umsatzsteuersatz der gemeinn\u00fctzigen Organisation notwendig.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das klagende Unternehmen betreibt den gewerblichen Transport von Blutkonserven, Blutproben u. \u00e4. Nach kl\u00e4gerischer Ansicht w\u00fcrde ein gemeinn\u00fctziger Verein vergleichbare Leistungen lediglich mit dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz in Rechnung stellen. Hierin sah die Kl\u00e4gerin eine Wettbewerbsverzerrung und verlangte vom beklagten Finanzamt Auskunft \u00fcber die Besteuerung der Vereins-Ums\u00e4tze zur Vorbereitung einer Konkurrentenklage. Das Finanzamt lehnte dies unter Verweis auf das Steuergeheimnis ab.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) &#8211; wie auch bereits das Finanzgericht &#8211; bejaht den Auskunftsanspruch. Voraussetzung daf\u00fcr ist nur, dass eine unzutreffende Besteuerung und eine davon ausgehende erhebliche Beeintr\u00e4chtigung des Unternehmens ernstlich in Betracht kommen. Diesem steht dann auch nicht mehr das Steuergeheimnis entgegen. Im Rahmen der anschlie\u00dfend gegebenenfalls zu erhebenden Konkurrentenklage ist dann zu entscheiden, ob ein Rechtsschutzanspruch des Unternehmens tats\u00e4chlich gegeben ist.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung des BFH steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs (EuGH) in Sachen Konkurrentenklage. Durch steuerliche Beg\u00fcnstigungen soll bzw. darf der Wettbewerb nicht beeintr\u00e4chtigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auskunftsanspruch von Konkurrenten gemeinn\u00fctziger Vereine Kernproblem Auch gemeinn\u00fctzige Organisationen k\u00f6nnen z. B. beim Krankentransport oder im Rahmen der Pflegebereiche im Wettbewerb mit gewerblichen Anbietern stehen. In diesen F\u00e4llen kann es ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, wenn man seine Leistungen zum erm\u00e4\u00dfigten (7 % USt) statt zum vollen Steuersatz (19 % USt) anbieten kann. 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