{"id":19794,"date":"2013-04-06T11:23:32","date_gmt":"2013-04-06T09:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=19794"},"modified":"2018-03-22T10:41:52","modified_gmt":"2018-03-22T08:41:52","slug":"abgabenrechtliche-wirkungen-einer-umsatzsteuererklarung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abgabenrechtliche-wirkungen-einer-umsatzsteuererklarung-2\/","title":{"rendered":"Abgabenrechtliche Wirkungen einer Umsatzsteuererkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p>Eine <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuererklaerung\/Umsatzsteuererklaerung.html\" target=\"_blank\">Umsatzsteuererkl\u00e4rung<\/a> ist eine <strong>Steueranmeldung<\/strong> i.S. des \u00a7 167 AO, die, wenn sie nicht zu einer Herabsetzung der zu entrichtenden Steuer f\u00fchrt, sondern eine Zahllast aufweist, gem\u00e4\u00df \u00a7 168 Satz 1 AO kraft Gesetzes mit dem Zugang (Tag des Eingangs beim Finanzamt) der Erkl\u00e4rung beim Finanzamt ohne Weiteres einer <strong>Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung<\/strong> gleich steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.9.2012, V B 14\/12<\/h2>\n<p><strong><em>Abgabenrechtliche Wirkungen einer Umsatzsteuererkl\u00e4rung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die vom Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) aufgeworfene Rechtsfrage, &#8222;ob eine Umsatzsteuerfestsetzung des Finanzamtes kraft Gesetzes gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a018 UStG i.V.m. \u00a7\u00a0168 AO unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung steht&#8220;, hat keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung, weil sie nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist. An der Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit fehlt es, wenn sich die Antwort auf die streitige Rechtsfrage ohne weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder wenn die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.\u00a0August 2011 I\u00a0B\u00a01\/11, BFH\/NV 2011, 2044 II.1.; vom 27.\u00a0M\u00e4rz 2009 VIII\u00a0B\u00a0184\/08, BFHE 224, 458, BStBl II 2009, 850 II.1.). An der Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit fehlt es dar\u00fcber hinaus, wenn die Rechtsfrage bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl\u00e4rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr\u00fcfung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erforderlich machen (BFH-Beschl\u00fcsse vom 24.\u00a0Mai 2012 VI\u00a0B\u00a0120\/11, juris II.1.; vom 24.\u00a0August 2011 VI\u00a0B\u00a018\/11, BFH\/NV 2011, 2062, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Beides ist hier der Fall. Die Umsatzsteuererkl\u00e4rung des Kl\u00e4gers f\u00fcr 2002 ist eine Steueranmeldung i.S. des \u00a7\u00a0167 der Abgabenordnung (AO). Da sie weder &#8222;zu einer Herabsetzung der zu entrichtenden Steuer&#8220; noch &#8222;zu einer Steuerverg\u00fctung&#8220; (\u00a7\u00a0168 Satz\u00a02 AO) f\u00fchrte, sondern eine Zahllast aufwies, stand sie gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0168 Satz\u00a01 AO kraft Gesetzes mit dem Zugang der Erkl\u00e4rung beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ohne weiteres einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung gleich (vgl. BFH-Urteil vom 13.\u00a0November 2008 V\u00a0R\u00a024\/06, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2009, 817 II.1.b\u00a0aa). Diese Wirkung kam der am 30.\u00a0September 2003 beim FA eingegangenen Jahreserkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr 2002 nach \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. \u00a7\u00a0168 Satz\u00a01 AO bereits am Tag ihres Eingangs beim FA zu, ohne dass es hierf\u00fcr einer gesonderten Zustimmung des FA bedurft h\u00e4tte (vgl. BFH-Urteil in HFR 2009, 817). Entgegen der Rechtsauffassung des Kl\u00e4gers steht die Frage, ob ein Steuerbescheid unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung steht, in keinem Zusammenhang mit seiner Unanfechtbarkeit, also der Frage, ob er noch mit einem Einspruch wirksam angefochten werden kann (zur Einspruchsfrist, nach deren Ablauf Unanfechtbarkeit eintritt, vgl. \u00a7\u00a0355 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Da es aus den o.g. Gr\u00fcnden an der Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit der aufgeworfenen Rechtsfrage fehlt, ist auch keine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts erforderlich (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a01.\u00a0Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Der vom Kl\u00e4ger ger\u00fcgte Verfahrensmangel ist weder hinreichend dargelegt noch liegt er vor; das FG hat weder Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 FGO) noch den Anspruch des Kl\u00e4gers auf rechtliches Geh\u00f6r (Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes, \u00a7\u00a096 Abs.\u00a02 FGO) verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl\u00e4ger die Zulassung der Revision wegen Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht r\u00fcgt, fehlt es schon an der ordnungsgem\u00e4\u00dfen Darlegung (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO) des Zulassungsgrundes. Wird als Verfahrensmangel ger\u00fcgt, das FG habe seine Pflicht zur Sachaufkl\u00e4rung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO verletzt, so ist in der Beschwerdeschrift darzulegen, welche Tatfrage aufkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist, welche Beweismittel das FG zu welchem Beweisthema nicht erhoben hat, die genauen Fundstellen, in denen die Beweismittel und Beweisthemen angef\u00fchrt worden sind, das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme, inwiefern das Urteil des FG aufgrund dessen sachlich-rechtlicher Auffassung auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann und dass die Nichterhebung der Beweise vor dem FG rechtzeitig ger\u00fcgt worden ist oder aufgrund des Verhaltens des FG nicht mehr vor diesem ger\u00fcgt werden konnte (st\u00e4ndige BFH-Rechtsprechung, z.B. Beschl\u00fcsse vom 22.\u00a0Oktober 2009 V\u00a0B\u00a0108\/08, BFH\/NV 2010, 170\u00a0\u00a02.; vom 24.\u00a0Juli 2002 V\u00a0B\u00a025\/02, BFHE 199, 85, und vom 17.\u00a0M\u00e4rz 2000 VII\u00a0B\u00a01\/00, BFH\/NV 2000, 1125, m.w.N.). Diese Anforderungen erf\u00fcllt die Beschwerde nicht; insbesondere liegt darin, dass das FG den Ausf\u00fchrungen des Kl\u00e4gers nicht folgt, keine Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Davon abgesehen hat das FG seine Sachaufkl\u00e4rungspflicht auch nicht verletzt. Im Streit befinden sich noch nicht ber\u00fccksichtigte Vorsteuern aus Handykosten in H\u00f6he von 12,96\u00a0EUR sowie weitere Vorsteuern in H\u00f6he von 1.563,53\u00a0EUR. Der Steuerpflichtige &#8211;hier der Kl\u00e4ger&#8211; tr\u00e4gt die Darlegungslast der Voraussetzungen zum Vorsteuerabzug gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 UStG (BFH-Beschl\u00fcsse 7.\u00a0Mai 2009 XI\u00a0B\u00a0111\/08, BFH\/NV 2009, 1472 1.a; vom 3.\u00a0August 2007 V\u00a0B\u00a073\/07, BFH\/NV 2007, 2368 II.1.). Diese setzt u.a. die Vorlage der Rechnungen, aus denen der Vorsteuerabzug geltend gemacht wird, voraus. Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG hat der Kl\u00e4ger trotz Aufforderung weder \u00fcber die noch streitigen Handykosten in H\u00f6he von 12,96\u00a0EUR noch \u00fcber die weiteren von ihm geltend gemachten Vorsteuern in H\u00f6he von 1.563,53\u00a0EUR Rechnungen vorgelegt. Da der Kl\u00e4ger seiner Darlegungslast nicht nachgekommen ist, bleibt f\u00fcr eine Sachaufkl\u00e4rungspflichtverletzung des FG kein Raum, weil der Amtsermittlungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflichten der Beteiligten nach \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 FGO begrenzt wird (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 170\u00a0\u00a02.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Umsatzsteuererkl\u00e4rung ist eine Steueranmeldung i.S. des \u00a7 167 AO, die, wenn sie nicht zu einer Herabsetzung der zu entrichtenden Steuer f\u00fchrt, sondern eine Zahllast aufweist, gem\u00e4\u00df \u00a7 168 Satz 1 AO kraft Gesetzes mit dem Zugang (Tag des Eingangs beim Finanzamt) der Erkl\u00e4rung beim Finanzamt ohne Weiteres einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abgabenrechtliche-wirkungen-einer-umsatzsteuererklarung-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Abgabenrechtliche Wirkungen einer Umsatzsteuererkl\u00e4rung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730,63,1],"tags":[2288],"class_list":["post-19794","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht","category-aktuelle-informationen-zum-steuerrecht-online","category-unternehmer-und-freiberufler","tag-umsatzsteuererklarung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19794\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}