{"id":2011,"date":"2012-07-31T16:55:05","date_gmt":"2012-07-31T14:55:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=2011"},"modified":"2012-08-10T13:38:43","modified_gmt":"2012-08-10T11:38:43","slug":"anwendung-des-allgemeinen-gleichbehandlungsgesetzes-auf-gmbh-geschaftsfuhrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anwendung-des-allgemeinen-gleichbehandlungsgesetzes-auf-gmbh-geschaftsfuhrer\/","title":{"rendered":"Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes auf GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes auf GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sch\u00fctzt Arbeitnehmer von der Bewerbung an vor Diskriminierungshandlungen; unter anderem wegen ihres Alters. Dabei ist der Anwendungsbereich des AGG beim Zugang zu ausgeschriebenen Stellen auch f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige er\u00f6ffnet. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte nunmehr im Rahmen einer Schadensersatzklage eines Chefarzt-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers, der nach Ablauf seines Vertrages aus Altersgr\u00fcnden nicht mehr weiter besch\u00e4ftigt worden war, dar\u00fcber zu entscheiden, ob der Anwendungsbereich des AGG er\u00f6ffnet war.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der befristete Anstellungsvertrag des als medizinischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer angestellten Chefarztes bei der beklagten Klinik-GmbH war nach Ablauf der Befristung nicht mehr verl\u00e4ngert worden. Zum regul\u00e4ren Ablauf des Vertrages w\u00e4re der Kl\u00e4ger 62 Jahre alt gewesen. Vielmehr wurde die Stelle mit einem 41-j\u00e4hrigen Arzt besetzt, der sich gemeinsam mit dem Kl\u00e4ger auf die neu ausgeschriebene Stelle beworben hatte. Mit seiner auf Ersatz des materiellen und immateriellen Schadens gerichteten Klage machte der Kl\u00e4ger geltend, er sei ausschlie\u00dflich aus Altersgr\u00fcnden nicht mehr ber\u00fccksichtigt worden.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der BGH verwies die Sache wegen nicht ausreichender Tatsachenfeststellung zwar zur\u00fcck an das Berufungsgericht, allerdings machte er in seiner Entscheidung (wie bereits das Berufungsgericht) deutlich, dass von einer Altersdiskriminierung beim Zugang zu dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchreramt auszugehen sei. Deshalb sei dem Kl\u00e4ger der materielle und immaterielle Schaden zu ersetzen. Entscheidend war, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinik-GmbH sich dahingehend ge\u00e4u\u00dfert hatte man habe einen Bewerber gew\u00e4hlt, der das Unternehmen angesichts des Umbruchs im Gesundheitswesen &#8222;langfristig in den Wind stellen&#8220; k\u00f6nne. Dies sei zum Nachweis der Diskriminierung ausreichend. Weitergehende Feststellungen seien aber zum Umfang des Schadensersatzes erforderlich.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es um die Besetzung eines Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerpostens geht, stehen die abgelehnten Bewerbern unter dem Schutz des AGG. Dies beinhaltet nicht nur die Altersdiskriminierung, sondern jede Art der Diskriminierung z. B. auch wegen des Geschlechts oder einer Schwerbehinderung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes auf GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Rechtslage Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sch\u00fctzt Arbeitnehmer von der Bewerbung an vor Diskriminierungshandlungen; unter anderem wegen ihres Alters. Dabei ist der Anwendungsbereich des AGG beim Zugang zu ausgeschriebenen Stellen auch f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige er\u00f6ffnet. 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