{"id":2087,"date":"2011-05-30T16:17:40","date_gmt":"2011-05-30T14:17:40","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=2087"},"modified":"2012-08-24T11:41:40","modified_gmt":"2012-08-24T09:41:40","slug":"erweiterung-der-organschaft-auf-eu-kapitalgesellschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/erweiterung-der-organschaft-auf-eu-kapitalgesellschaften\/","title":{"rendered":"Erweiterung der Organschaft auf EU-Kapitalgesellschaften"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erweiterung der Organschaft auf EU-Kapitalgesellschaften<\/strong><\/p>\n<p><strong>Erfordernis des doppelten Inlandsbezugs<\/strong><\/p>\n<p>Die ertragsteuerliche Organschaft ist in Konzernen ein beliebtes &#8222;Gestaltungsmittel&#8220;, um Gewinne und Verluste von rechtlich selbstst\u00e4ndigen Gesellschaften miteinander zu verrechnen. Voraussetzung hierf\u00fcr ist u. a., dass die Muttergesellschaft (Organtr\u00e4ger) die Mehrheit der Stimmrechte bei der Tochterkapitalgesellschaft (Organgesellschaft) innehat und dass zwischen beiden Unternehmen ein Gewinnabf\u00fchrungsvertrag \u00fcber eine Mindestdauer von 5 Jahren abgeschlossen wird. Weitere Voraussetzung f\u00fcr die Anerkennung der Organschaft ist, dass die Organgesellschaft sowohl ihren Satzungssitz als auch ihre Gesch\u00e4ftsleitung im Inland hat (doppelter Inlandsbezug).<\/p>\n<p><strong>Vertragsverletzungsverfahren der Europ\u00e4ischen Kommission<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen eines sogenannten Vertragsverletzungsverfahrens hat die Europ\u00e4ische Kommission entschieden, dass dieser doppelte Inlandsbezug eine Beschr\u00e4nkung der Niederlassungsfreiheit darstellt und somit europarechtswidrig sei. Als Begr\u00fcndung f\u00fchrt sie an, dass EU-\/EWR-Kapitalgesellschaften, die die Voraussetzung des doppelten Inlandsbezugs nicht erf\u00fcllen, gegen\u00fcber inl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften, die sowohl Sitz als auch Gesch\u00e4ftsleitung im Inland haben, benachteiligt werden. Deutschland war damit aufgefordert, eine vertragskonforme L\u00f6sung zu finden.<\/p>\n<p><strong>Schreiben des BMF vom 28.3.2011<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) akzeptiert die Finanzverwaltung nunmehr auch im EU\/EWR-Ausland gegr\u00fcndete Kapitalgesellschaft mit Gesch\u00e4ftsleitung in Deutschland als Organgesellschaften. Diese k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig ihr Einkommen innerhalb einer steuerlichen Organschaft dem Organtr\u00e4ger zurechnen, wenn auch die \u00fcbrigen Voraussetzungen einer steuerlichen Organschaft erf\u00fcllt sind.<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>Das BMF-Schreiben ist zu begr\u00fc\u00dfen, wenn auch zeitnah eine gesetzliche \u00c4nderung der Vorschrift w\u00fcnschenswert w\u00e4re. Zu beachten ist, dass zuk\u00fcnftig neben EU\/EWR-Kapitalgesellschaften mit Gesch\u00e4ftsleitung in Deutschland wohl auch AGs oder GmbHs mit Sitz in Deutschland und Gesch\u00e4ftsleitung im Ausland als Organgesellschaften fungieren k\u00f6nnen. Die weiteren Voraussetzungen einer Organschaft (insbesondere Gewinnabf\u00fchrungsvertrag \u00fcber 5 Jahre sowie Stimmrechtsmehrheit) sind selbstverst\u00e4ndlich weiterhin zu beachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erweiterung der Organschaft auf EU-Kapitalgesellschaften Erfordernis des doppelten Inlandsbezugs Die ertragsteuerliche Organschaft ist in Konzernen ein beliebtes &#8222;Gestaltungsmittel&#8220;, um Gewinne und Verluste von rechtlich selbstst\u00e4ndigen Gesellschaften miteinander zu verrechnen. 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