{"id":21376,"date":"2013-04-10T09:37:12","date_gmt":"2013-04-10T07:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=21376"},"modified":"2013-04-10T09:37:12","modified_gmt":"2013-04-10T07:37:12","slug":"wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-wegen-versaumens-der-einspruchsfrist-gegen-die-besteuerung-von-einkunften-aus-privaten-verauserungsgeschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-wegen-versaumens-der-einspruchsfrist-gegen-die-besteuerung-von-einkunften-aus-privaten-verauserungsgeschaften\/","title":{"rendered":"Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers\u00e4umens der Einspruchsfrist gegen die Besteuerung von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften"},"content":{"rendered":"<h1>FG Baden-W\u00fcrttemberg Urteil vom 27.2.2013, 1 K 2850\/11<\/h1>\n<p>Tenor<\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens tr\u00e4gt der Kl\u00e4ger.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten um die Frage, ob dem Kl\u00e4ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers\u00e4umens der Einspruchsfrist gegen die Besteuerung von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften (\u00a7\u00a7 22 Abs. 2, 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes \u2013 EStG \u2013) zu gew\u00e4hren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger ist Rentner, geschieden und \u2013 jedenfalls nach deutschem Recht \u2013 nicht wieder verheiratet. Er erwarb im Mai des Streitjahres (2005) ein Grundst\u00fcck in X zum Kaufpreis von 40.000 EUR und ver\u00e4u\u00dferte es noch im September des Streitjahres wieder, wobei er einen Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s von 82.500 EUR erzielte. Nachdem er f\u00fcr das Streitjahr trotz Aufforderung des beklagten Finanzamts (des Beklagten) keine Einkommensteuererkl\u00e4rung abgegeben hatte, wurde der Kl\u00e4ger durch Bescheid vom 18. Juni 2007 unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung mit gesch\u00e4tzten Besteuerungsgrundlagen zur Einkommensteuer f\u00fcr 2005 veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter dem 8. September 2009 erlie\u00df der Beklagte einen nach \u00a7 164 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2005, in dem er weitere Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften \u2013 n\u00e4mlich erstmals resultierend aus dem Verkauf des Grundst\u00fccks in X \u2013 in H\u00f6he von 42.500 EUR in Ansatz brachte und die Steuer entsprechend heraufsetzte. Den Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung hob der Beklagte zugleich auf. Der Bescheid wurde automatisiert erstellt, an den Kl\u00e4ger unter dessen Anschrift in Y adressiert und noch am gleichen Tag zur Post gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 14. Januar 2010 \u2013 beim Beklagten eingehend am gleichen Tag \u2013 legte der Kl\u00e4ger \u00fcber seine damalige Steuerbevollm\u00e4chtigte gegen den ge\u00e4nderten Bescheid Einspruch ein und bat zugleich um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Hierzu lie\u00df er vortragen, er habe sich vom 20. August 2009 bis zum 14. Dezember 2009 in Z \/ Asien befunden und den Bescheid erst am 15. Dezember 2009 erhalten. Er habe einen Bekannten, n\u00e4mlich Herrn B aus W, damit beauftragt, f\u00fcr die Zeit seiner Abwesenheit seine Post zu verwalten. Herr B habe einen Schl\u00fcssel zur Wohnung und zu seinem Briefkasten gehabt und ihn \u2013 den Kl\u00e4ger \u2013 regelm\u00e4\u00dfig ein- bis zweimal pro Woche \u00fcber den aktuellen Stand der Post informiert. Leider habe Herr B dabei die Post des Beklagten \u00fcbersehen. Zum Nachweis seines Aufenthalts in Z \/ Asien legte der Kl\u00e4ger eine Farbkopie seines Reisepasses vor, aus der sich zwei auf den 17. November 2009 und auf den 14. Dezember 2009 datierte Stempel sowie ein weiterer Stempel mit den beiden Daten: \u201e17. Nov. 2009\u201c und \u201e16. Dec. 2009\u201c ersehen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im weiteren Verlauf des Einspruchsverfahrens beantwortete der Kl\u00e4ger die Frage des Beklagten nach der Bedeutung der Stempelangaben auf den 17. November 2009 und auf den 16. Dezember 2009 nicht. Zugleich \u00fcbergab er eine Stellungnahme des Herrn B, derzufolge dieser die Post f\u00fcr den Kl\u00e4ger \u00fcberwacht und verwaltet haben will; ein Brief des Beklagten sei \u2013 so Herr B \u2013 w\u00e4hrend der Zeit, in der er in dieser Weise t\u00e4tig geworden sei, \u201enicht dabei gewesen\u201c. In der Sache selbst bezifferte der Kl\u00e4ger die \u201eGrundsanierungs- und Renovierungskosten\u201c f\u00fcr das Objekt in X mit Schreiben vom 12. M\u00e4rz 2010 auf \u201eetwa 30 000 Euro\u201c.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>6<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 25. Oktober 2010 \u00e4nderte der Beklagte die Einkommensteuerfestsetzung f\u00fcr 2005 unter Berufung auf \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO erneut und behandelte weitere, ihm zwischenzeitlich bekannt gewordene Renteneink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers als steuerpflichtig. Hiergegen legte der Kl\u00e4ger durch seine sp\u00e4teren Prozessbevollm\u00e4chtigten am 16.\u00a0November 2010 gleichfalls Einspruch ein. Durch die Bevollm\u00e4chtigten lie\u00df er zudem vortragen, er habe nicht mit einer \u00dcbersendung eines Einkommensteuerbescheids f\u00fcr 2005 w\u00e4hrend seines Aufenthalts in Z \/ Asien im Jahre 2009 rechnen m\u00fcssen. Au\u00dferdem habe es sich bei Herrn B nicht um seinen Vertreter, sondern um eine blo\u00dfe Hilfsperson gehandelt, deren m\u00f6gliches Verschulden er sich nicht zurechnen lassen m\u00fcsse. Der Bescheid vom 8. September 2009 habe sich mittlerweile \u201eerledigt\u201c.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>7<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 15. Juli 2011 behandelte der Beklagte den Einspruch vom 16. November 2010 als Gegenstand des bereits anh\u00e4ngigen Einspruchsverfahrens gegen den Einkommensteuerbescheid vom 8. September 2009. Zugleich verwarf er den Einspruch \u201ewegen Einkommensteuer 2005\u201c als unzul\u00e4ssig. Der Einspruch sei versp\u00e4tet. Wiedereinsetzung sei nicht zu gew\u00e4hren. Es stehe nicht fest, dass der Kl\u00e4ger sich tats\u00e4chlich in der Zeit von August 2009 bis Dezember 2009 durchgehend in Z \/ Asien aufgehalten habe. Einen Einreisestempel in seinem Reisepass f\u00fcr seine Einreise nach Z \/ Asien habe der Kl\u00e4ger trotz Aufforderung nicht vorgelegt. Auch die beiden Stempelaufdrucke auf den 17. November 2009 habe er \u2013 ebenfalls trotz Aufforderung \u2013 nicht erl\u00e4utert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>8<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die mit Schriftsatz vom 9. August 2011 erhobene und beim Finanzgericht (FG) am 11. August 2011 eingegangene Klage. Mit ihr verfolgt der Kl\u00e4ger sein Begehren weiter. Zur Begr\u00fcndung l\u00e4sst er ausf\u00fchren, dass er in Z \/ Asien mit seiner von ihm nach z-ischen Recht geheirateten Ehefrau lebe, so dass es keine Anhaltspunkte daf\u00fcr gebe, dass er sich im Herbst 2009 nicht durchgehend in Z \/ Asien aufgehalten habe. An der auf dem Grundst\u00fcck in X befindlichen Immobilie habe er \u2013 der Kl\u00e4ger \u2013 erhebliche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten durchgef\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>9<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt (sinngem\u00e4\u00df), die Einkommensteuer f\u00fcr 2005 unter Ab\u00e4nderung des Bescheids vom 25. Oktober 2010 und unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 15. Juli 2011 auf den Betrag herabzusetzen, der sich bei Ansatz von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften in H\u00f6he von 12.500 EUR anstelle von 42.500 EUR ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>10<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>11<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Er beruft sich auf die Gr\u00fcnde seiner Einspruchsentscheidung. Erg\u00e4nzend meint er, auch in der Sache selbst habe der Kl\u00e4ger einen Nachweis der behaupteten Renovierungsarbeiten nicht erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>12<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Senat hat den Antrag des Kl\u00e4gers auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) des angefochtenen Bescheids mit Beschluss vom 23. April 2012 \u2013 1 V 238\/12 (nicht ver\u00f6ffentlicht) abgelehnt. Mit Beschluss vom 4. Februar 2013 hat der Senat den Rechtsstreit auf den Berichterstatter zur Entscheidung als Einzelrichter \u00fcbertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>13<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Das Gericht konnte in dem Rechtsstreit aufgrund der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 27. Februar 2013 durch Urteil entscheiden, obwohl der Kl\u00e4ger im Termin nicht pers\u00f6nlich anwesend und auch nicht durch einen Prozessbevollm\u00e4chtigten vertreten war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>14<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger war \u00fcber seine fr\u00fcheren Prozessbevollm\u00e4chtigten\u00a0\u00a0zur m\u00fcndlichen Verhandlung mit Telefax vom 4. Februar 2013 gegen Empfangsbekenntnis unter Wahrung der zweiw\u00f6chigen Ladungsfrist (\u00a7 91 Abs. 1 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung \u2013 FGO \u2013) ordnungsgem\u00e4\u00df geladen worden. Die fr\u00fcheren Prozessbevollm\u00e4chtigten hatten die Zustellung der Ladung unter Angabe des Empfangsdatums 6. Februar 2013 mit Telefax vom 7. Februar 2013 gegen\u00fcber dem Gericht best\u00e4tigt. Die sp\u00e4tere Mitteilung der fr\u00fcheren Prozessbevollm\u00e4chtigten, der Kl\u00e4ger werde von ihnen nicht mehr vertreten, hatte auf die Wirksamkeit der Ladung keinen Einfluss, da sie dem Gericht gegen\u00fcber erst am 8. Februar 2013 und damit nach Bewirkung der Ladung zum Termin erfolgt ist\u00a0\u00a0(vgl. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs \u2013 BFH \u2013 vom 22. M\u00e4rz 1994 \u2013 X R 66\/93, BFH\/NV 1994, 499, und vom 18. August 2009 \u2013 X B 14\/09, Zeitschrift f\u00fcr Steuern und Recht \u2013 ZSteu \u2013 2009, R1144). Darauf, dass bei ihrem Ausbleiben auch ohne sie verhandelt und entschieden werden k\u00f6nne, war die Kl\u00e4gerseite in der Ladung zum Termin vom 4.\u00a0Februar 2013 auch ausdr\u00fccklich hingewiesen worden (\u00a7 91 Abs. 2 FGO). Au\u00dferdem hat das Gericht den Kl\u00e4ger pers\u00f6nlich durch Schreiben vom 15. Februar 2013 \u2013 das ihm mit Postzustellungsurkunde am 20. Februar 2013 \u00fcbermittelt worden ist \u2013 nochmals von dem bevorstehenden Termin und den Folgen des \u00a7 91 Abs. 2 FGO in Kenntnis gesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>15<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Klage ist unbegr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>16<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Einkommensteuerbescheid vom 25. Oktober 2010, der den urspr\u00fcnglich angefochtenen Bescheid vom 8. September 2009 ersetzt hat, kann in dem hier streitbefangenen Punkt der Eink\u00fcnfte aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften nicht zugunsten des Kl\u00e4gers ge\u00e4ndert werden. Denn die Entscheidung des Beklagten, die Einkommensteuerfestsetzung vom 8. September 2009 als bestandskr\u00e4ftig zu behandeln und den gegen sie gerichteten Einspruch als unzul\u00e4ssig zu verwerfen (\u00a7 358 Satz 2 AO), ist rechtm\u00e4\u00dfig. Der Einspruch war verfristet. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand war dem Kl\u00e4ger nicht zu gew\u00e4hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>17<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7 355 Abs. 1 Satz 1 AO ist der Einspruch innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Verwaltungsakts einzulegen. Ein schriftlicher Verwaltungsakt, der \u2013 wie vorliegend der Einkommensteuerbescheid vom 8. September 2009 \u2013 durch die Post im Inland \u00fcbermittelt wird, gilt gem\u00e4\u00df \u00a7 122 Abs. 2 Nr. 1 AO als am dritten Tage nach seiner Aufgabe zur Post bekanntgegeben. War der Einspruchsf\u00fchrer ohne sein Verschulden verhindert, die sich daraus ergebende Einspruchsfrist einzuhalten, so ist ihm auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew\u00e4hren (\u00a7 110 Abs. 1 Satz 1 AO), wobei das Verschulden eines Vertreters dem Vertretenen zuzurechnen ist (\u00a7 110 Abs. 1 Satz 2 AO). Dieser Wiedereinsetzungsantrag ist \u2013 wie auch die vers\u00e4umte Einlegung des Einspruchs \u2013 nach \u00a7 110 Abs. 2 AO innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>18<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Dies vorausgeschickt, war der erst am 14. Januar 2010 eingegangene Einspruch offenkundig versp\u00e4tet. Denn die Monatsfrist zu dessen Einlegung begann mit der Bekanntgabe des Bescheids vom 8. September 2009 am Freitag, den 11. September 2009 und endete damit \u2013 weil der 11. Oktober 2009 auf einen Sonntag fiel \u2013 am Montag, den 12. Oktober 2009 (\u00a7 108 Abs. 3 AO). Der erfolgten Bekanntgabe steht auch nicht entgegen, dass der Kl\u00e4ger sich \u2013 wie er vortr\u00e4gt \u2013 w\u00e4hrend dieses Zeitraums durchgehend nicht in Y, sondern bei seiner Lebensgef\u00e4hrtin in Z \/ Asien aufgehalten haben will. Denn es gen\u00fcgt, dass der Verwaltungsakt derart in den Machtbereich des Adressaten gelangt ist, dass diesem die Kenntnisnahme normalerweise m\u00f6glich ist und dass sie unter gew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden auch erwartet werden kann (vgl. Brockmeyer in Klein, Abgabenordnung, Kommentar, 10. Aufl., \u00a7 122 Rz. 6). Diese Voraussetzungen sind regelm\u00e4\u00dfig erf\u00fcllt, wenn die Sendung entsprechend den postalischen Vorschriften zugestellt wird, und zwar insbesondere dann, wenn der in einem gew\u00f6hnlichen Brief enthaltene Bescheid \u2013 wie hier \u2013 in einen f\u00fcr den Adressaten \u2013 hier: den Kl\u00e4ger \u2013 bestimmten Briefkasten eingeworfen wird. Auch dass der Bekanntgabeempf\u00e4nger am Ort der Bekanntgabe den r\u00e4umlichen Mittelpunkt seiner Lebensverh\u00e4ltnisse hat, erfordert eine wirksame Bekanntgabe nicht (st\u00e4ndige Rechtsprechung; vgl. z. B. BFH-Urteil vom 6. M\u00e4rz 1990 \u2013 VIII R 141\/85, BFH\/NV 1991, 71). Gleichfalls unerheblich ist, ob der Betroffene den Bescheidinhalt tats\u00e4chlich zur Kenntnis nimmt (Brockmeyer in Klein, a.\u00a0a. O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>19<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Dem Kl\u00e4ger war auch keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew\u00e4hren. Dies w\u00fcrde \u2013 wie dargelegt \u2013 sowohl ein fehlendes Verschulden des Kl\u00e4gers am Vers\u00e4umen der Einspruchsfrist (\u00a7 110 Abs. 1 Satz 1 AO) als auch einen Wegfall des Hinderungsgrunds nicht vor dem 14. Dezember 2009 (\u00a7 110 Abs. 2 AO) voraussetzen. F\u00fcr beide Umst\u00e4nde war der Kl\u00e4ger darlegungs- und nachweispflichtig. Letzteres ist im gesamten Verlauf des Verwaltungs- und des Klageverfahrens nicht geschehen, obwohl die genannten Erfordernisse dem Kl\u00e4ger sp\u00e4testens aufgrund des Senatsbeschlusses vom 23. April 2012 \u2013 1 V 238\/12 (\u00fcber die Ablehnung der AdV) hinl\u00e4nglich bekannt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>20<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat folgt dem Beklagten darin, dass die Behauptung allein, sich vom 20. August 2009 bis zum 14. Dezember 2009 in Z \/ Asien aufgehalten zu haben, nicht zur Widerlegung der Vermutung ausreicht, dass der Antragsteller seine Wohnung in Y in der Zwischenzeit nicht doch wenigstens einmal aufgesucht hat. War dies aber der Fall, so ist der Hinderungsgrund f\u00fcr das Vers\u00e4umen der Einspruchsfrist bereits zu diesem Zeitpunkt fortgefallen, so dass der Wiedereinsetzungsantrag versp\u00e4tet war (\u00a7 110 Abs.\u00a02 AO). Der Kl\u00e4ger hat trotz mehrfacher Aufforderung nicht erl\u00e4utert, welche Aussage dem auf den 17. November 2009 datierten Stempelaufdruck in seinem Reisepass zuzumessen war. Auch hat er den Reisepass im gesamten Verfahren nicht im Original, sondern nur einzelne Seiten daraus in Fotokopie vorgelegt, so dass dem Beklagten wie auch dem Gericht ein l\u00fcckenloses Nachvollziehen des vorgeblichen Auslandsaufenthalts im streitrelevanten Zeitraum nicht m\u00f6glich war. Die damit einhergehende Beweisvereitelung hat der Kl\u00e4ger zu vertreten. Die beil\u00e4ufige Bemerkung im Klageverfahren, es gebe wegen der Beziehung zu seiner thail\u00e4ndischen Lebensgef\u00e4hrtin keine Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass er sich nicht durchgehend in Z \/ Asien aufgehalten habe, ist zu unbestimmt, als dass sie zum Nachweis des Gegenteils ausreichen w\u00fcrde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>21<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl\u00e4ger hat daneben auch nicht hinreichend dargelegt, dass er ohne Verschulden verhindert war, die Einspruchsfrist einzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>22<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit dem blo\u00dfen Hinweis, er habe sich auf einer viermonatigen Auslandsreise nach Z \/ Asien befunden, ist das Vers\u00e4umnis nicht entschuldigt. Jedenfalls bei l\u00e4ngerer Abwesenheit entspricht es dem allgemeinen Sorgfaltsgebot bei Teilnahme am Rechtsverkehr, durch geeignete Ma\u00dfnahmen sicherzustellen, dass man von beh\u00f6rdlichen Zustellungen Kenntnis erh\u00e4lt und Fristen gewahrt werden (BFH-Beschluss vom 30. M\u00e4rz 2006 \u2013 VIII\u00a0B 197\/05, BFH\/NV 2006, 1487). Das trifft insbesondere f\u00fcr Personen zu, die sich \u2013 wie der Kl\u00e4ger \u2013 oft oder l\u00e4nger auf Auslandsreisen befinden und bei denen die Abwesenheit von der Wohnung zur Regel wird (BFH-Urteil vom 12. August 1986 \u2013 VII\u00a0R\u00a0202\/83, BFH\/NV 1988, 89).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>23<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zwar tr\u00e4gt der Kl\u00e4ger vor, durch Beauftragung des Herrn B mit der Verwaltung seiner im Abwesenheitszeitraum eingehenden Post eine solche Ma\u00dfnahme getroffen zu haben. Auch ist ihm darin zu folgen, dass im Falle einer solchen Beauftragung das m\u00f6gliche Verschulden des Herrn B ihm \u2013 dem Kl\u00e4ger \u2013 nicht \u00fcber \u00a7 110 Abs. 1 Satz 2 AO als eigenes Verschulden zuzurechnen w\u00e4re, weil Herr B \u2013 der, anders als etwa ein Prozessbevollm\u00e4chtigter, nicht aufgrund eines entgeltlichen Auftragsverh\u00e4ltnisses, sondern aus blo\u00dfer Gef\u00e4lligkeit t\u00e4tig geworden ist \u2013 insoweit nicht als \u201eVertreter\u201c, sondern nur als eine sog. \u201eHilfsperson\u201c anzusehen gewesen w\u00e4re (BFH-Entscheidungen vom 11. Januar 1983 \u2013 VII R 92\/80, BFHE 137, 399, BStBl II 1983, 334, und vom 23. Oktober 2001 \u2013 VIII B 51\/01, BFH\/NV 2002, 162). Darum geht es hier indessen nicht, da im Streitfall kein fremdes, sondern ein eigenes Verschulden des Kl\u00e4gers vorgelegen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>24<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dieses eigene Verschulden des Kl\u00e4gers ergibt sich aus der \u2013 nicht sachgerechten \u2013 Hinzuziehung einer daf\u00fcr nicht geeigneten Hilfsperson. Ein solches Verschulden bei der Auswahl der Hilfsperson folgt daraus, dass der mit der Kontrolle der Eingangspost beauftragte Herr B nicht in der Wohnung in Y anwesend war. Weil der Beauftragte in W und nicht in Y wohnhaft gewesen ist, h\u00e4tte es f\u00fcr eine sachgerechte Vorkehrung einer Vereinbarung bedurft, wonach die Hilfsperson die Wohnung in Y turnusm\u00e4\u00dfig aufsuchen sollte (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 162). Eine solche Regelm\u00e4\u00dfigkeit der Kontrolle der Wohnung in Y auf eingegangene Postzustellungen ist aber nicht vorgetragen worden und auch nicht erkennbar. Dies entnimmt das Gericht dem Umstand, dass der im September 2009 erstellte Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2005 w\u00e4hrend der Zeit, in der Herr B den Posteingang \u00fcberwacht haben will, \u201enicht dabei gewesen\u201c ist und somit w\u00e4hrend des ganzen Zeitraums von Mitte September 2009 bis Mitte Dezember 2009 keine Nachschau durch Herrn B mehr erfolgt sein kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>25<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Klage war damit im Streitpunkt der Eink\u00fcnfte aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften abzuweisen. Davon unber\u00fchrt bleibt die Frage, ob die zuletzt angefochtene Einkommensteuerfestsetzung vom 25. Oktober 2010, die den bestandskr\u00e4ftig gewordenen Bescheid vom 8. September 2009 ersetzt hat, daneben noch in einzelnen anderen Punkten zugunsten des Kl\u00e4gers abge\u00e4ndert werden kann. Dar\u00fcber war im Rahmen des hier anh\u00e4ngigen Klageverfahrens nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>26<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Denn anders als der Beklagte bei Abfassung der Einspruchsentscheidung vom 15.\u00a0Juli 2011 angenommen hat, ist der Bescheid vom 25. Oktober 2010 nicht Gegenstand des Einspruchsverfahrens gegen den Einkommensteuerbescheid vom 8. September 2009 geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>27<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Letzteres ist zwar nach \u00a7 365 Abs. 3 Satz 1 AO der Fall, wenn der angefochtene Verwaltungsakt ge\u00e4ndert oder ersetzt wird. Die Anwendung dieser Vorschrift setzt jedoch voraus, dass der vorher eingelegte Einspruch nicht \u2013 etwa, wie im Streitfall, wegen Verfristung \u2013 unzul\u00e4ssig war, denn die Norm verfolgt den Zweck zu verhindern, dass der Rechtsbehelfsf\u00fchrer ohne Einlegung eines erneuten Rechtsbehelfs aus dem au\u00dfergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren hinausgedr\u00e4ngt wird, wenn der urspr\u00fcngliche Verwaltungsakt durch einen neuen Verwaltungsakt ersetzt wird (Brockmeyer in Klein, a.\u00a0a. O., \u00a7 365 Rz. 6). Dass \u00a7 365 Abs. 3 Satz 1 AO von einem zul\u00e4ssigen Einspruch gegen den urspr\u00fcnglichen Verwaltungsakt ausgeht, ergibt sich auch aus \u00a7 358 Satz 2 AO. Denn die Zul\u00e4ssigkeit des Rechtsbehelfs ist eine Sachentscheidungsvoraussetzung, hinsichtlich derer der Finanzbeh\u00f6rde kein Ermessen einger\u00e4umt ist. \u00a7 358 Satz 2 AO aber l\u00e4sst auf einen \u201everfristeten\u201c Einspruch keine andere als die vorgeschriebene Entscheidung (\u201eist als unzul\u00e4ssig zu verwerfen&#8220;) zu (BFH-Urteil vom 13. April 2000 \u2013 V\u00a0R 56\/99, BFHE 191, 491, BStBl II 2000, 490). Dies hat im Ergebnis im \u00dcbrigen auch der Beklagte noch mit Schreiben an die Bevollm\u00e4chtigten des Kl\u00e4gers vom 24. Januar 2011 zutreffend so gesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>28<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Daraus folgt, dass sich der Bescheid vom 8. September 2009 keineswegs \u2013 wie der Kl\u00e4ger meint \u2013 durch den nachfolgenden Bescheid vom 25. Oktober 2010 \u201eerledigt\u201c hat. Die Einkommensteuerfestsetzung vom 8. September 2009 ist vielmehr, wie im Rahmen des hier anh\u00e4ngigen Klageverfahrens entschieden worden ist, bestandskr\u00e4ftig geworden. Zugleich wird der Beklagte \u2013 sofern noch nicht geschehen \u2013 \u00fcber den (zul\u00e4ssigen) Einspruch gegen den ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheid vom 25. Oktober 2010 noch in der Sache zu entscheiden haben. In diesem Einspruchsverfahren werden die Beteiligten indessen zu beachten haben, dass gem\u00e4\u00df \u00a7 351 Abs. 1 AO Verwaltungsakte, die \u2013 wie der Bescheid vom 25. Oktober 2010 \u2013 unanfechtbare Verwaltungsakte \u2013 wie hier den Bescheid vom 8. September 2009 \u2013 \u00e4ndern, nur insoweit angegriffen werden k\u00f6nnen, als die \u00c4nderung reicht. Dies bedeutet, dass der Kl\u00e4ger mit seinem Einspruch gegen den \u00c4nderungsbescheid vom 25. Oktober 2010 auf die Einwendung beschr\u00e4nkt ist, die dort erstmals besteuerten Renteneink\u00fcnfte seien fehlerhaft erfasst oder die \u00c4nderungsnorm des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO sei nicht zutreffend angewendet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>29<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7 135 Abs. 1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG Baden-W\u00fcrttemberg Urteil vom 27.2.2013, 1 K 2850\/11 Tenor &nbsp; Die Klage wird abgewiesen. &nbsp; Die Kosten des Verfahrens tr\u00e4gt der Kl\u00e4ger. Tatbestand 1 Die Beteiligten streiten um die Frage, ob dem Kl\u00e4ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers\u00e4umens der Einspruchsfrist gegen die Besteuerung von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften (\u00a7\u00a7 22 Abs. 2, 23 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-wegen-versaumens-der-einspruchsfrist-gegen-die-besteuerung-von-einkunften-aus-privaten-verauserungsgeschaften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers\u00e4umens der Einspruchsfrist gegen die Besteuerung von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1689,4,1730,63],"tags":[2339,2338,2337],"class_list":["post-21376","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einkommen-und-lohnsteuer","category-privatbereich","category-steuern-recht","category-aktuelle-informationen-zum-steuerrecht-online","tag-verauserungsgeschaft","tag-wiedereinsetzung","tag-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21376"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21376\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}