{"id":214,"date":"2012-06-30T15:39:38","date_gmt":"2012-06-30T13:39:38","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=214"},"modified":"2012-09-21T08:19:50","modified_gmt":"2012-09-21T06:19:50","slug":"einheitlicher-vertrag-bei-grundstuckskauf-und-bau-einer-doppelhaushalfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/einheitlicher-vertrag-bei-grundstuckskauf-und-bau-einer-doppelhaushalfte\/","title":{"rendered":"Einheitlicher Vertrag bei Grundst\u00fcckskauf und Bau einer Doppelhaush\u00e4lfte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einheitlicher Vertrag bei Grundst\u00fcckskauf und Bau einer Doppelhaush\u00e4lfte<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Wer ein Grundst\u00fcck mit Haus kauft, zahlt f\u00fcr die gesamten Anschaffungskosten Grunderwerbssteuer. Etwas anderes gilt allerdings, wenn der K\u00e4ufer nicht wei\u00df, dass er Grundst\u00fcck und Haus aus einer Hand kauft. Dann f\u00e4llt Grunderwerbsteuer zwar f\u00fcr das Grundst\u00fcck, nicht aber f\u00fcr die Bauerrichtungskosten an. Ist ein Zusammenwirken auf der Ver\u00e4u\u00dfererseite f\u00fcr den Erwerber indes objektiv erkennbar, ist von einem einheitlichen Vertragswerk auszugehen.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Beteiligten streiten \u00fcber die Frage, ob die Kosten f\u00fcr die Errichtung einer Doppelhaush\u00e4lfte in die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Festsetzung der Grunderwerbsteuer einzubeziehen ist. Der Kl\u00e4ger erwarb im M\u00e4rz 2005 ein Grundst\u00fcck von der Bank. Der Vertrag wurde von der verbundenen Immobilien-GmbH vermittelt. Knapp 2 Wochen sp\u00e4ter, Anfang April 2005, schloss der Kl\u00e4ger mit einem Bautr\u00e4ger einen Werkvertrag \u00fcber die Errichtung einer Doppelhaush\u00e4lfte ab. Das Finanzamt ermittelte, dass die Immobilien-GmbH von dem Bautr\u00e4ger f\u00fcr die Vermittlung des Kl\u00e4gers eine Provision erhielt. Infolgedessen behandelte das Finanzamt den Grundst\u00fcckskaufvertrag und den Werkvertrag als einheitliches Vertragswerk und unterwarf auch die Bauerrichtungskosten der Grunderwerbsteuer.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) D\u00fcsseldorf gab der Klage gegen die Entscheidung des Finanzamts statt, lie\u00df aber die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Sache zu. Die Bauerrichtungskosten sind nicht der Grunderwerbsteuer zu unterwerfen, denn der Grundst\u00fcckskaufvertrag und der Werkvertrag bilden kein einheitliches Vertragswerk. Zwar haben der Bautr\u00e4ger und die Immobilien-GmbH durch ihr abgestimmtes Verhalten auf den Abschluss beider Vertr\u00e4ge hingewirkt. Dennoch fehlt es f\u00fcr ein einheitliches Vertragswerk daran, dass das Zusammenwirken auf Ver\u00e4u\u00dfererseite f\u00fcr den Erwerber auch objektiv erkennbar ist. Nach der Rechtsprechung bedarf es bei intensivem Zusammenwirken auf Ver\u00e4u\u00dfererseite nur geringer Anzeichen f\u00fcr die objektive Erkennbarkeit. Der enge zeitliche Rahmen zwischen den beiden Vertragsschl\u00fcssen ist aber kein ausreichendes Indiz f\u00fcr die Kenntnis des Kl\u00e4gers von den Beziehungen auf Ver\u00e4u\u00dfererseite.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Es bleibt nunmehr abzuwarten, ob der BFH das Merkmal der &#8222;objektiven Erkennbarkeit&#8220; in gleicher Weise wie das FG D\u00fcsseldorf versteht und dementsprechend die Entscheidung best\u00e4tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einheitlicher Vertrag bei Grundst\u00fcckskauf und Bau einer Doppelhaush\u00e4lfte Kernaussage Wer ein Grundst\u00fcck mit Haus kauft, zahlt f\u00fcr die gesamten Anschaffungskosten Grunderwerbssteuer. Etwas anderes gilt allerdings, wenn der K\u00e4ufer nicht wei\u00df, dass er Grundst\u00fcck und Haus aus einer Hand kauft. 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