{"id":21522,"date":"2013-04-11T10:22:25","date_gmt":"2013-04-11T08:22:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=21522"},"modified":"2013-04-11T10:22:25","modified_gmt":"2013-04-11T08:22:25","slug":"hausliches-arbeitszimmer-bei-nutzung-der-zweiten-wohnung-in-zweifamilienhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/hausliches-arbeitszimmer-bei-nutzung-der-zweiten-wohnung-in-zweifamilienhaus\/","title":{"rendered":"&#8222;H\u00e4usliches&#8220; Arbeitszimmer bei Nutzung der zweiten Wohnung in Zweifamilienhaus"},"content":{"rendered":"<h2>BFH-Urteil vom 15.01.13 \u00a0 VIII R 7\/10<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 15. Januar 2013 VIII R 7\/10 entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr die berufliche Nutzung der zweiten Wohnung, die sich im Obergeschoss eines ausschlie\u00dflich von dem Kl\u00e4ger und seiner Familie genutzten Zweifamilienhauses befinden, unter die Abzugsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer fallen und somit lediglich pauschal in H\u00f6he von 2.400 DM bzw. 1.250 \u20ac steuerlich zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger erzielte Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit als Erfinder. F\u00fcr die Erstellung von Patenten ben\u00f6tigte er zahlreiche Unterlagen und umfangreiche Fachliteratur, sodass er ein ausschlie\u00dflich beruflich genutztes B\u00fcro unterhielt. Dieses befand sich im Obergeschoss des von ihm und seiner Familie bewohnten Zweifamilienhauses. Eine direkte Verbindung zwischen den zum B\u00fcro geh\u00f6renden R\u00e4umlichkeiten im Obergeschoss und dem Wohnbereich der Kl\u00e4ger im Erdgeschoss bestand nicht. Der Zugang zum Obergeschoss war nur \u00fcber einen separaten Treppenaufgang m\u00f6glich, der \u00fcber eine eigene Eingangst\u00fcr verf\u00fcgte. Der Kl\u00e4ger machte in seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung die auf die B\u00fcror\u00e4ume entfallenden Aufwendungen in voller H\u00f6he geltend. Das Finanzamt lie\u00df dagegen nur die f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer geltende Pauschale von 2.400 DM zum Abzug zu. Vor Gericht argumentierte der Kl\u00e4ger, das Arbeitszimmer sei nicht &#8222;h\u00e4uslich&#8220; und unterfalle deshalb nicht der Abzugsbeschr\u00e4nkung. Das Finanzgericht folgte dem und gab der Klage statt. Auf die Revision des Finanzamts hat der BFH das Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der BFH rechnet das Arbeitszimmer noch dem h\u00e4uslichen Bereich zu. Der f\u00fcr die Annahme der H\u00e4uslichkeit erforderliche Zusammenhang der beruflich und privat genutzten R\u00e4ume entf\u00e4llt erst, wenn das Arbeitszimmer \u00fcber eine der Allgemeinheit zug\u00e4ngliche und auch von anderen Personen genutzte Verkehrsfl\u00e4che zu erreichen ist. Im vorliegenden Fall wurde jedoch das gesamte Grundst\u00fcck und Geb\u00e4ude ausschlie\u00dflich von dem Kl\u00e4ger und seiner Familie genutzt, so dass die baubedingte r\u00e4umliche Trennung zwischen den beruflich und den privat genutzten R\u00e4umen nicht so stark ausgepr\u00e4gt war, dass der Zusammenhang zur h\u00e4uslichen Sph\u00e4re hinreichend gel\u00f6st war.<\/p>\n<p>DStV \u00a0Pressemitteilung Nr. 21\/13 vom 10.4.2013<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.1.2013, VIII R 7\/10<\/p>\n<p>Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer in einem allein genutzten Zweifamilienhaus &#8211; Einbindung eines Arbeitsraums in die h\u00e4usliche Sph\u00e4re<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer i.S. des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG liegt auch dann vor, wenn sich die zu Wohnzwecken und die betrieblich genutzten R\u00e4ume in einem ausschlie\u00dflich vom Steuerpflichtigen genutzten Zweifamilienhaus befinden und auf dem Weg dazwischen keine der Allgemeinheit zug\u00e4ngliche oder von fremden Dritten benutzte Verkehrsfl\u00e4che betreten werden muss (Anschluss an BFH-Urteil vom 20. Juni 2012 IX R 56\/10, BFH\/NV 2012, 1776).<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) wurden im Streitjahr 2001 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl\u00e4ger erzielte neben Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit als Oberarzt Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit als Erfinder. F\u00fcr die Erstellung von Patenten ben\u00f6tigte er zahlreiche Unterlagen und umfangreiche Fachliteratur, sodass er ein ausschlie\u00dflich beruflich genutztes B\u00fcro unterhielt. Dieses befindet sich im Obergeschoss des von den Kl\u00e4gern bewohnten Zweifamilienhauses. Eine direkte Verbindung zwischen den zum B\u00fcro geh\u00f6renden R\u00e4umlichkeiten im Obergeschoss und dem Wohnbereich der Kl\u00e4ger im Erdgeschoss besteht nicht. Der Zugang zum Obergeschoss ist nur \u00fcber einen separaten Treppenaufgang m\u00f6glich, der \u00fcber eine eigene Eingangst\u00fcr verf\u00fcgt. Diese befindet sich zwischen Garage und Hauswand und ist \u00fcber einen \u00fcberdachten Windfang zu erreichen. Hinsichtlich der B\u00fcro- und Wohnr\u00e4ume wurden zwei separate Mietvertr\u00e4ge abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr machte der Kl\u00e4ger die auf die B\u00fcror\u00e4ume entfallenden Aufwendungen in H\u00f6he von 15.312\u00a0DM als Betriebsausgaben bei seinen Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit geltend. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber\u00fccksichtigte in dem Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2001 unter Verweis auf die Abzugsbeschr\u00e4nkung des \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b des Einkommensteuergesetzes in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) demgegen\u00fcber lediglich 2.400\u00a0DM als pauschalierte Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer. Der hiergegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage, mit der die Kl\u00e4ger die steuermindernde Ber\u00fccksichtigung der vollen B\u00fcrokosten als Betriebsausgaben bei den Eink\u00fcnften des Kl\u00e4gers aus selbst\u00e4ndiger Arbeit begehrten, mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1114 ver\u00f6ffentlichten Urteil statt. Es vertrat die Auffassung, dass es sich bei den von dem Kl\u00e4ger genutzten B\u00fcror\u00e4umen nicht um ein &#8222;h\u00e4usliches&#8220; Arbeitszimmer handele, sodass die Abzugsbeschr\u00e4nkung des \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG nicht gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung des \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>das angefochtene Urteil des FG vom 15.\u00a0Mai 2009\u00a0\u00a010\u00a0K\u00a03583\/08 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger sind der Revision nicht entgegengetreten und haben keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr\u00fcndet; das angefochtene Urteil wird nach \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aufgehoben und die Klage abgewiesen. Die Entscheidung des FG verletzt \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG. Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass kein h\u00e4usliches Arbeitszimmer vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a01 EStG kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung nicht als Betriebsausgaben abziehen. Dies gilt nach Satz\u00a02 der Vorschrift nicht, wenn die betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50\u00a0% der gesamten betrieblichen und beruflichen T\u00e4tigkeit betr\u00e4gt oder wenn f\u00fcr die betriebliche oder berufliche T\u00e4tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung steht. In diesen F\u00e4llen wird die H\u00f6he der abziehbaren Aufwendungen auf 2.400\u00a0DM begrenzt (Satz\u00a03\u00a0\u00a01.\u00a0Halbsatz der Vorschrift). Die Beschr\u00e4nkung der H\u00f6he nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet\u00e4tigung bildet (Satz\u00a03\u00a0\u00a02.\u00a0Halbsatz der Vorschrift).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff des h\u00e4uslichen Arbeitszimmers ist im Gesetz nicht n\u00e4her bestimmt. Es handelt sich insoweit um einen von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) entwickelten Begriff, den der Gesetzgeber in die Regelung des \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG \u00fcbernommen hat. Bei der Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbegriffs &#8222;h\u00e4usliches Arbeitszimmer&#8220; ist zu beachten, dass \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG der typisierenden Begrenzung von Aufwendungen dient, die eine Ber\u00fchrung mit dem privaten Lebensbereich des Steuerpflichtigen aufweisen und in einer Sph\u00e4re anfallen, die einer sicheren Nachpr\u00fcfung durch Finanzverwaltung und Finanzgerichte entzogen ist (vgl. Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7.\u00a0Dezember 1999\u00a0\u00a02 BvR 301\/98, BVerfGE 101, 297, 311; vom 6.\u00a0Juli 2010\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a013\/09, BVerfGE 126, 268, 282; BFH-Urteile vom 27.\u00a0September 1996 VI\u00a0R\u00a047\/96, BFHE 181, 305, 307, BStBl II 1997, 68, 70; vom 21.\u00a0November 1997 VI\u00a0R\u00a04\/97, BFHE 184, 532, 536, BStBl II 1998, 351, 353; vom 23.\u00a0September 1999 VI\u00a0R\u00a074\/98, BFHE 189, 438, 441, BStBl II 2000, 7, 8). Letztlich handelt es sich auch um eine Regelung zur Missbrauchsabwehr (BFH-Urteil vom 19.\u00a0September 2002 VI\u00a0R\u00a070\/01, BFHE 200, 336, BStBl II 2003, 139).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Wesentliche, repr\u00e4sentative Ausformung des &#8222;h\u00e4uslichen Arbeitszimmers&#8220; ist das h\u00e4usliche B\u00fcro, also ein Arbeitsraum, der seiner Lage nach in die h\u00e4usliche Sph\u00e4re des Steuerpflichtigen eingebunden ist und nach Ausstattung und Funktion der Erledigung betrieblicher oder beruflicher Arbeiten vorwiegend b\u00fcrom\u00e4\u00dfiger Art dient (vgl. BFH-Urteile vom 13.\u00a0November 2002 VI\u00a0R\u00a0164\/00, BFHE 201, 86, BStBl II 2003, 350; vom 16.\u00a0Oktober 2002 XI\u00a0R\u00a089\/00, BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Einbindung in die h\u00e4usliche Sph\u00e4re ist nach der Rechtsprechung des BFH regelm\u00e4\u00dfig dann gegeben, wenn die betrieblich oder beruflich genutzten R\u00e4ume zur Wohnung oder zum Wohnhaus des Steuerpflichtigen geh\u00f6ren (vgl. BFH-Urteil vom 26.\u00a0Februar 2003 VI\u00a0R\u00a0124\/01, BFHE 202, 104, BStBl II 2004, 69, m.w.N.). Ein Arbeitszimmer, das sich in einem selbst genutzten Einfamilienhaus befindet, ist danach grunds\u00e4tzlich ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer i.S. des \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG, es sei denn, die Einbindung des B\u00fcros in die h\u00e4usliche Sph\u00e4re wird &#8211;etwa durch Publikumsverkehr oder die Besch\u00e4ftigung von nicht familienangeh\u00f6rigen Teilzeitkr\u00e4ften&#8211; aufgehoben oder \u00fcberlagert (BFH-Urteil vom 20.\u00a0November 2003 IV\u00a0R\u00a030\/03, BFHE 204, 176, BStBl II 2004, 775; BFH-Urteil vom 9.\u00a0November 2006 IV\u00a0R\u00a02\/06, BFH\/NV 2007, 677).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine unmittelbare Verbindung zur Wohnung ist dabei nicht erforderlich; auch Mansardenzimmer oder Kellerr\u00e4ume im selben Haus stehen als Zubeh\u00f6rr\u00e4ume zu der Wohnung noch in einer r\u00e4umlichen Verbindung, die sie als h\u00e4usliches Arbeitszimmer einordnen l\u00e4sst (vgl. BFH-Urteil in BFHE 201, 27, BStBl II 2003, 185). Sogar die Lage der R\u00e4ume in einem Anbau, der nicht vom Wohnhaus aus, sondern nur \u00fcber einen separaten, stra\u00dfenabgewandten Eingang vom Garten aus betreten werden kann (BFH-Urteil in BFHE 201, 86, BStBl II 2003, 350), hat die Rechtsprechung noch f\u00fcr die Einbindung in die h\u00e4usliche Sph\u00e4re als ausreichend angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hingegen liegt eine innere h\u00e4usliche Verbindung mit der privaten Lebenssph\u00e4re nach der Rechtsprechung des BFH regelm\u00e4\u00dfig nicht vor, wenn der Steuerpflichtige in einem Mehrfamilienhaus &#8211;zus\u00e4tzlich zu seiner privaten Wohnung&#8211; noch eine weitere Wohnung vollst\u00e4ndig als Arbeitszimmer nutzt. Die erforderliche Verbindung zur h\u00e4uslichen Sph\u00e4re ist in diesem Fall nicht allein deshalb gegeben, weil sich eine als Arbeitszimmer genutzte Wohnung in demselben Haus und unter demselben Dach wie die Privatwohnung des Steuerpflichtigen befindet (vgl. im Einzelnen BFH-Urteile in BFHE 202, 104, BStBl II 2004, 69; vom 26.\u00a0Februar 2003 VI\u00a0R\u00a0125\/01, BFHE 202, 109, BStBl II 2004, 72; vom 18.\u00a0August 2005 VI\u00a0R\u00a039\/04, BFHE 211, 447, BStBl II 2006, 428).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Jedoch kann sich die notwendige innere Verbindung derartiger Arbeitsr\u00e4ume mit der privaten Wohnung des Steuerpflichtigen daraus ergeben, dass die Wohnungen in unmittelbarer r\u00e4umlicher N\u00e4he zueinander liegen, etwa weil die als Arbeitszimmer genutzten R\u00e4ume unmittelbar an die Privatwohnung angrenzen oder weil sie ihr auf derselben Etage direkt gegen\u00fcberliegen (BFH-Urteile in BFHE 202, 104, BStBl II 2004, 69, und in BFHE 202, 109, BStBl II 2004, 72). Denn die M\u00f6glichkeiten des Steuerpflichtigen, Kosten der privaten Lebensf\u00fchrung in den beruflichen oder betrieblichen Bereich zu verlagern, sind bei unmittelbar an die Privatwohnung angrenzenden R\u00e4umlichkeiten typischerweise deutlich gr\u00f6\u00dfer, als wenn dem Steuerpflichtigen der Zutritt zu den R\u00e4umlichkeiten au\u00dferhalb der Privatwohnung nur \u00fcber ein auch von fremden Dritten benutztes, gemeinsames Treppenhaus m\u00f6glich ist (BFH-Urteil in BFHE 211, 447, BStBl II 2006, 428; Senatsurteil vom 10.\u00a0Juni 2008 VIII\u00a0R\u00a052\/07, juris). Die Annahme eines inneren Zusammenhangs der Wohnsph\u00e4re mit dem zus\u00e4tzlich angemieteten B\u00fcroraum und eine Abzugsbeschr\u00e4nkung nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG ist in diesem Fall gerechtfertigt, da es dem Steuerpflichtigen wesentlich leichter fallen wird, die tats\u00e4chlichen Nutzungsverh\u00e4ltnisse an diesen R\u00e4umlichkeiten vor au\u00dfenstehenden Personen verborgen zu halten (vgl. BFH-Urteil in BFHE 211, 447, BStBl II 2006, 428).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Danach setzt eine Durchbrechung des inneren Zusammenhangs des Arbeitszimmers mit den in demselben Geb\u00e4ude gelegenen Wohnr\u00e4umen regelm\u00e4\u00dfig voraus, dass das Arbeitszimmer \u00fcber eine der Allgemeinheit zug\u00e4ngliche und auch von anderen Personen genutzte Verkehrsfl\u00e4che zu erreichen ist (vgl. hierzu auch BFH-Urteil vom 20.\u00a0Juni 2012 IX\u00a0R\u00a056\/10, BFH\/NV 2012, 1776). Denn nur in diesem Fall ist die r\u00e4umliche Trennung zwischen Arbeitszimmer und Wohnhaus so stark ausgepr\u00e4gt, dass der Zusammenhang zur h\u00e4uslichen Sph\u00e4re gel\u00f6st wird (BFH-Urteil in BFHE 201, 86, BStBl II 2003, 350). Dies gilt auch dann, wenn \u00fcber die Wohn- und Arbeitsr\u00e4ume zwei separate Mietvertr\u00e4ge abgeschlossen wurden, da dies lediglich ein &#8211;gestaltbares&#8211; schwaches Indiz f\u00fcr ein au\u00dferh\u00e4usliches Arbeitszimmer ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Vorentscheidung ist aufzuheben, da sie nicht diesen Grunds\u00e4tzen entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist von einer zu engen Definition des h\u00e4uslichen Arbeitszimmers ausgegangen. Es hat die H\u00e4uslichkeit des Arbeitszimmers bereits deshalb verneint, weil die B\u00fcror\u00e4ume durch keinen direkten Zugang mit den Wohnr\u00e4umen des Kl\u00e4gers verbunden sind und \u00fcber einen eigenen Eingang und Treppenaufgang verf\u00fcgen. Es hat dabei jedoch unber\u00fccksichtigt gelassen, dass das gesamte Grundst\u00fcck und Geb\u00e4ude ausschlie\u00dflich von den Kl\u00e4gern genutzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die von den Kl\u00e4gern vorgelegten Digitalfotografien und Grundrisszeichnungen, auf die das FG in seinem Urteil Bezug nimmt, lassen den Schluss zu, dass der Kl\u00e4ger, um von seinem Wohnbereich in die B\u00fcror\u00e4ume zu gelangen, das private Grundst\u00fcck nicht verlassen musste. Er durchquerte hierf\u00fcr keine auch der Allgemeinheit zug\u00e4ngliche Verkehrsfl\u00e4che, sondern betrat das B\u00fcro \u00fcber einen auf dem privaten Gel\u00e4nde gelegenen und zwischen Garage und Hauswand \u00fcberdachten separaten Eingang. Es besteht danach ein innerer Zusammenhang zwischen den B\u00fcror\u00e4umen und der Wohnsph\u00e4re, sodass die Abzugsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG eingreift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Aufwendungen f\u00fcr die als h\u00e4usliches Arbeitszimmer genutzten B\u00fcror\u00e4ume des Kl\u00e4gers sind &#8211;wie vom FA ber\u00fccksichtigt&#8211; gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a03\u00a0\u00a01.\u00a0Halbsatz EStG lediglich in H\u00f6he von 2.400\u00a0DM als Betriebsausgaben abzuziehen. Die Klage ist danach abzuweisen. Da das Arbeitszimmer des hauptberuflich als Oberarzt t\u00e4tigen Kl\u00e4gers nicht den Mittelpunkt seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Bet\u00e4tigung bildete, ist ein unbeschr\u00e4nkter Abzug auch nicht nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a03\u00a0\u00a02.\u00a0Halbsatz EStG gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 15.01.13 \u00a0 VIII R 7\/10 &nbsp; Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 15. 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