{"id":21687,"date":"2013-04-11T15:43:31","date_gmt":"2013-04-11T13:43:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=21687"},"modified":"2013-04-11T15:48:34","modified_gmt":"2013-04-11T13:48:34","slug":"gewerbesteuerfreiheit-fur-einen-lotterieeinnehmer-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gewerbesteuerfreiheit-fur-einen-lotterieeinnehmer-2\/","title":{"rendered":"Gewerbesteuerfreiheit f\u00fcr einen Lotterieeinnehmer"},"content":{"rendered":"<p>Gericht: BFH 3. Senat<br \/>\nEntscheidungsdatum: 04.03.2013<br \/>\nStreitjahr: 2007<br \/>\nAktenzeichen: III B 64\/12<br \/>\nDokumenttyp: Beschluss<br \/>\n<span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">Normen: \u00a7 3 Nr 1 GewStG 2002, \u00a7 13 GewStDV 2002, GewStG VZ 2007<\/span><br \/>\nGewerbesteuerfreiheit f\u00fcr einen Lotterieeinnehmer<\/p>\n<p>Leitsatz<br \/>\nNV: Es ist in der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung gekl\u00e4rt, dass die f\u00fcr staatliche Lotterieunternehmen geltenden Steuerbefreiungen nach \u00a7 3 Nr. 1 GewStG und \u00a7 13 GewStDV strikt auf solche Unternehmen beschr\u00e4nkt sind, die der Staat unmittelbar selbst betreibt oder die in der Form der rechtsf\u00e4higen, der Staatsaufsicht unterliegenden Anstalt des \u00f6ffentlichen Rechts organisiert sind(Rn.5).<\/p>\n<p>Fundstellen<br \/>\nNV (nicht amtlich ver\u00f6ffentlicht)<br \/>\nDiese Entscheidung zitiert<br \/>\nRechtsprechung<br \/>\nVergleiche BFH, 1. Dezember 2010, Az: IV R 18\/09<br \/>\nim Text BFH, 28. Juni 2006, Az: IV B 75\/05<br \/>\nVergleiche BFH, 19. November 1985, Az: VIII R 310\/83<br \/>\nVergleiche BFH, 13. November 1963, Az: GrS 1\/62 S<br \/>\nVergleiche BFH, 14. M\u00e4rz 1961, Az: I 240\/60 S<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde<br \/>\n1<br \/>\nDie Beschwerde ist &#8211;bei erheblichen Bedenken gegen ihre Zul\u00e4ssigkeit&#8211; jedenfalls unbegr\u00fcndet und wird daher durch Beschluss zur\u00fcckgewiesen (\u00a7 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/p>\n<p>2<br \/>\n1. Die Revision ist nicht wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zuzulassen.<\/p>\n<p>3<br \/>\na) Eine Rechtsfrage hat grunds\u00e4tzliche Bedeutung, wenn ihre Beantwortung durch den Bundesfinanzhof (BFH) aus Gr\u00fcnden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei soll es sich um eine aus rechtssystematischen Gr\u00fcnden bedeutsame Frage handeln, die kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und im zu erwartenden Revisionsverfahren kl\u00e4rungsf\u00e4hig sein muss. Eine Rechtsfrage ist nicht mehr kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, wenn sie bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl\u00e4rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr\u00fcfung und Entscheidung durch den BFH erforderlich machen (z.B. BFH-Beschluss vom 28. Juni 2006 IV B 75\/05, BFH\/NV 2006, 2243).<\/p>\n<p>4<br \/>\nb) Die Rechtsfrage, ob die X-Personengesellschaft eine staatliche Lotterie i.S. des \u00a7 3 Nr. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) ist und dadurch die Einnehmer dieser Gesellschaft gem\u00e4\u00df \u00a7 13 der Gewerbesteuer-Durchf\u00fchrungsverordnung (GewStDV) als Einnehmer einer staatlichen Lotterie von der Gewerbesteuer befreit sind, hat keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung. Es fehlt an der Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit der Rechtsfrage.<\/p>\n<p>5<br \/>\naa) Der BFH hat bereits mehrfach in rechtsgrunds\u00e4tzlicher Weise entschieden, dass die Anwendbarkeit der Befreiungsvorschriften nach \u00a7 3 Nr. 1 GewStG und \u00a7 13 GewStDV &#8211;ausgehend vom Wortsinn &#8222;staatlich&#8220;&#8211; strikt auf solche Unternehmen beschr\u00e4nkt ist, die der Staat unmittelbar selbst betreibt oder die in der Form der rechtsf\u00e4higen, der Staatsaufsicht unterliegenden Anstalt des \u00f6ffentlichen Rechts organisiert sind (vgl. BFH-Urteile vom 14. M\u00e4rz 1961 I 240\/60 S, BFHE 72, 581, BStBl III 1961, 212; vom 19. November 1985 VIII R 310\/83, BStBl II 1986, 719; vom 1. Dezember 2010 IV R 18\/09, BFHE 232, 197, BStBl II 2011, 368; Urteil des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 13. November 1963 GrS 1\/62 S, BFHE 78, 496, BStBl III 1964, 190).<\/p>\n<p>6<br \/>\nbb) Neue, vom BFH bislang nicht gepr\u00fcfte rechtliche Gesichtspunkte ergeben sich aus der Beschwerde(begr\u00fcndungs)schrift nicht. Der Hinweis der Kl\u00e4gerin auf die Rechtsform der Personengesellschaft, die im Unterschied zur Rechtsform der Kapitalgesellschaft die Ebenen der Gesellschaft und der Gesellschafter nicht vollst\u00e4ndig trennt, begr\u00fcndet keinen neuerlichen Kl\u00e4rungsbedarf. Denn der BFH hat bereits entschieden, dass die Steuerbefreiung zu versagen ist, wenn die Lotterie in irgendeiner b\u00fcrgerlich-rechtlichen Form betrieben wird (BFH-Urteil in BStBl II 1986, 719). Der Unterschied zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer offenen Handelsgesellschaft ist damit nicht rechtserheblich. Es spielt auch keine Rolle, ob sich die Anteile der Gesellschaft in der Hand des Staates befinden und dieser \u00fcber seine Gesellschafterstellung Einfluss aus\u00fcben kann (vgl. in BStBl II 1986, 719, m.w.N.).<\/p>\n<p>7<br \/>\n2. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensmangels (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) zuzulassen. Die R\u00fcge der Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) ist unbegr\u00fcndet. Denn das angegriffene Urteil beruht nicht auf dem geltend gemachten Fehler.<\/p>\n<p>8<br \/>\na) Die Revision ist nur dann gem\u00e4\u00df \u00a7 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO zuzulassen, wenn das Urteil des Finanzgerichts (FG) auf dem Verfahrensmangel beruht. Diese Voraussetzung ist dann erf\u00fcllt, wenn die M\u00f6glichkeit besteht, dass das Urteil bei richtigem Verfahren anders ausgefallen w\u00e4re. Dabei kommt es bei Verfahrensfehlern, die die Ermittlung des Sachverhalts betreffen, grunds\u00e4tzlich auf den materiell-rechtlichen Standpunkt an, den das FG eingenommen hat (Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., \u00a7 115 Rz 79 und 96, jeweils m.w.N.).<\/p>\n<p>9<br \/>\nb) Nach der Rechtsauffassung des FG war f\u00fcr die Anwendbarkeit der Steuerbefreiungsvorschriften allein auf die Rechtsform des Lotteriebetreibers abzustellen. Dagegen war nicht ma\u00dfgeblich, ob sich die X-Personengesellschaft selbst als staatlich konzessionierte Lotteriegesellschaft bezeichnet oder ob sie &#8211;ausgehend von der geltenden h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung zu Unrecht&#8211; seitens des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) als staatliches Lotterieunternehmen gef\u00fchrt wird. Da diese von der Kl\u00e4gerin genannten Gesichtspunkte f\u00fcr das FG rechtlich irrelevant waren und die Rechtsform der Lotteriebetreiberin zur \u00dcberzeugung aller Beteiligten feststand, bedurfte es keiner weiter gehenden Erforschung des Sachverhalts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gericht: BFH 3. 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