{"id":2185,"date":"2011-04-30T10:47:55","date_gmt":"2011-04-30T08:47:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=2185"},"modified":"2012-08-28T10:54:40","modified_gmt":"2012-08-28T08:54:40","slug":"auszahlung-der-versicherungssumme-bei-direktversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/auszahlung-der-versicherungssumme-bei-direktversicherung\/","title":{"rendered":"Auszahlung der Versicherungssumme bei Direktversicherung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auszahlung der Versicherungssumme bei Direktversicherung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernfrage\/Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Der Gesetzgeber will, dass Arbeitnehmer eine zus\u00e4tzliche Altersversorgung neben den gesetzlichen Rentenanspr\u00fcchen aufbauen. Um dieses gesetzgeberische Ziel umzusetzen, werden betriebliche Altersvorsorgemodelle gesch\u00fctzt. Unter anderem besteht ein Schutz vor Zwangsvollstreckungshandlungen von Gl\u00e4ubigern des Arbeitnehmers in laufende betriebliche Altersversorgungen (= Anwartschaften). Der Bundesgerichtshof hatte nunmehr dar\u00fcber zu befinden, ob dieser gesetzliche Schutz auch f\u00fcr die Auszahlungsleistungen aus betrieblichen Altersversorgungen greift oder ob diese wie anderes Verm\u00f6gen gepf\u00e4ndet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Gl\u00e4ubiger eines Arbeitnehmers hatte dessen Anspr\u00fcche aus einer Firmen-Direktversicherung, die eine bereits unverfallbar gewordene betriebliche Altersversorgung darstellte, gepf\u00e4ndet. Hiergegen war der Arbeitnehmer vorgegangen, weil die Anspr\u00fcche aus betrieblichen Altersversorgungen (teilweise) unpf\u00e4ndbar seien. Mit seinem Vorbringen obsiegte er zun\u00e4chst, unterlag aber vor dem Bundesgerichtshof. Dieser urteilte, dass der zuk\u00fcnftige Auszahlungsanspruch aus der Direktversicherung pf\u00e4ndbar sei. Die Verf\u00fcgungsbeschr\u00e4nkungen des Gesetzes \u00fcber die betriebliche Altersversorgung dienten lediglich dem Schutz der bestehenden Anwartschaft, nicht aber der Auszahlungsleistung. Entsprechend sei die Anwartschaft vor Pf\u00e4ndung sicher. Dabei stehe der Pf\u00e4ndung auch nicht entgegen, dass die Auszahlungsleistung eine Leistung an den Schuldner sei, die erst in der Zukunft erbracht werde. Auch solche Anspr\u00fcche des Arbeitnehmers seien pf\u00e4ndbar.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Unpf\u00e4ndbarkeitsregelungen des Gesetzes \u00fcber die betriebliche Altersversorgung sch\u00fctzen alleine die Beitr\u00e4ge zu einer Altersversorgung w\u00e4hrend ihrer Laufzeit sowie die Anwartschaft des Arbeitnehmers. Nicht gesch\u00fctzt ist die Ablaufleistung. Diese ist in den normalen Grenzen pf\u00e4ndbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auszahlung der Versicherungssumme bei Direktversicherung Kernfrage\/Rechtslage Der Gesetzgeber will, dass Arbeitnehmer eine zus\u00e4tzliche Altersversorgung neben den gesetzlichen Rentenanspr\u00fcchen aufbauen. Um dieses gesetzgeberische Ziel umzusetzen, werden betriebliche Altersvorsorgemodelle gesch\u00fctzt. Unter anderem besteht ein Schutz vor Zwangsvollstreckungshandlungen von Gl\u00e4ubigern des Arbeitnehmers in laufende betriebliche Altersversorgungen (= Anwartschaften). 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