{"id":2284,"date":"2011-03-31T15:36:12","date_gmt":"2011-03-31T13:36:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=2284"},"modified":"2013-03-15T13:28:34","modified_gmt":"2013-03-15T11:28:34","slug":"portfolioverwaltung-eugh-entscheidet-uber-steuerbefreiung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/portfolioverwaltung-eugh-entscheidet-uber-steuerbefreiung\/","title":{"rendered":"Portfolioverwaltung &#8211; EuGH entscheidet \u00fcber Steuerbefreiung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Portfolioverwaltung &#8211; EuGH entscheidet \u00fcber Steuerbefreiung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Die Verwaltung des Wertpapierverm\u00f6gens f\u00fcr einzelne Anleger durch Banken oder private Verm\u00f6gensverwalter (individuelle Portfolioverwaltung) unterliegt nach Auffassung der deutschen Finanzverwaltung der Umsatzsteuer. Dagegen ist die Beteiligung an Wertpapierfonds steuerbefreit.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin, eine Bank, erbrachte 2008 sowohl selbst, als auch \u00fcber Tochtergesellschaften, Leistungen an Privatkunden (Anleger). Die Anleger beauftragten die Kl\u00e4gerin, Wertpapiere unter Ber\u00fccksichtigung der vorher ausgew\u00e4hlten Strategievariante nach eigenem Ermessen und ohne vorherige Einholung einer Weisung des Anlegers zu verwalten sowie alle Ma\u00dfnahmen zu treffen, die bei der Verwaltung des Wertpapierverm\u00f6gens zweckm\u00e4\u00dfig erschienen. Die Kl\u00e4gerin war berechtigt, \u00fcber die Verm\u00f6genswerte (Wertpapiere) im Namen und f\u00fcr Rechnung des Anlegers zu verf\u00fcgen. Als Verg\u00fctung hatte der Anleger pro Jahr eine sog. Teilpauschalverg\u00fctung. Die Anleger hatten das Recht, den Auftrag jederzeit mit sofortiger Wirkung zu beenden. Bei Abgabe ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung f\u00fcr Mai 2008 wies die Kl\u00e4gerin das beklagten Finanzamt darauf hin, dass sie davon ausgehe, dass ihre Leistungen bei der Verm\u00f6gensverwaltung mit Wertpapieren steuerfrei bzw. nicht steuerbar seien (\u00a7 4 Nr. 8 UStG, \u00a7 3a Abs. 4 Nr. 6 a) UStG). Der Beklagte folgte dem nicht, das Finanzgericht Hessen korrigierte diese Ansicht; schlie\u00dflich legte der Bundesfinanzhof die Sache dem EuGH vor.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Der BFH zweifelt, ob es unter Wettbewerbsgesichtspunkten zul\u00e4ssig ist, die individuelle Portfolioverwaltung zu besteuern, w\u00e4hrend die Beteiligung an Wertpapierfonds steuerbefreit ist. Die Entscheidung der Frage durch den EuGH steht noch aus.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung des EuGH hat zun\u00e4chst Bedeutung f\u00fcr Banken und private Verm\u00f6gensverwalter. Diese sollten im Regelfall gegen Veranlagungen vorgehen, die eine Steuerpflicht der fraglichen Ums\u00e4tze vorsehen. Unter Berufung auf das beim EuGH anh\u00e4ngig Verfahren kann das Ruhen des Verfahrens beantragt werden. Bejaht der EuGH die Steuerbefreiung, so k\u00f6nnen ggf. auch die Anleger von dieser Entscheidung profitieren. Je nach Ausgestaltung der zivilrechtlichen Preisvereinbarung kann sich f\u00fcr diese ein R\u00fcckforderungsanspruch f\u00fcr die ihnen gegen\u00fcber abgerechnete Umsatzsteuer ergeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portfolioverwaltung &#8211; EuGH entscheidet \u00fcber Steuerbefreiung Kernaussage Die Verwaltung des Wertpapierverm\u00f6gens f\u00fcr einzelne Anleger durch Banken oder private Verm\u00f6gensverwalter (individuelle Portfolioverwaltung) unterliegt nach Auffassung der deutschen Finanzverwaltung der Umsatzsteuer. Dagegen ist die Beteiligung an Wertpapierfonds steuerbefreit. 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