{"id":24950,"date":"2013-04-17T17:29:35","date_gmt":"2013-04-17T15:29:35","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=24950"},"modified":"2013-04-17T17:29:35","modified_gmt":"2013-04-17T15:29:35","slug":"begriff-der-vermietung-von-grundstucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/begriff-der-vermietung-von-grundstucken\/","title":{"rendered":"Begriff der &#8222;Vermietung von Grundst\u00fccken&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung der \u00dcberlassung von Grundst\u00fccken im Rahmen von Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem BNatSchG &#8211; Begriff der &#8222;Vermietung von Grundst\u00fccken&#8220;<br \/>\nUrteil vom 8.11.2012, V R 15\/12<\/p>\n<p>1. Die Steuerbefreiung nach \u00a7 4 Nr. 12 Buchst. c UStG betrifft nur solche Nutzungsrechte, die auch von dem Begriff &#8222;Vermietung und Verpachtung&#8220; umfasst werden.<\/p>\n<p>2. Die entgeltliche Bestellung eines unwiderruflich einger\u00e4umten dinglichen Nutzungsrechts zur Durchf\u00fchrung von Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem BNatSchG ist keine &#8222;Vermietung oder Verpachtung&#8220; i.S. des \u00a7 4 Nr. 12 UStG.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2012, V R 15\/12<\/p>\n<p>Zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung der \u00dcberlassung von Grundst\u00fccken im Rahmen von Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem BNatSchG &#8211; Begriff der &#8222;Vermietung von Grundst\u00fccken&#8220;<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Steuerbefreiung nach \u00a7 4 Nr. 12 Buchst. c UStG betrifft nur solche Nutzungsrechte, die auch von dem Begriff &#8222;Vermietung und Verpachtung&#8220; umfasst werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Die entgeltliche Bestellung eines unwiderruflich einger\u00e4umten dinglichen Nutzungsrechts zur Durchf\u00fchrung von Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem BNatSchG ist keine &#8222;Vermietung oder Verpachtung&#8220; i.S. des \u00a7 4 Nr. 12 UStG.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die entgeltliche Zurverf\u00fcgungstellung eines Grundst\u00fccks f\u00fcr Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) der Umsatzsteuer unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger), der im Hauptberuf als Angestellter t\u00e4tig ist, bewirtschaftet im Nebenerwerb einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb. Der Betrieb umfasst u.a. eine Pferdezucht; au\u00dferdem bietet der Kl\u00e4ger Reitunterricht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger erzielte in den Streitjahren dar\u00fcber hinaus Einnahmen aufgrund eines Vertrages, mit dem er der Gemeinde\u00a0M ein Grundst\u00fcck zur Durchf\u00fchrung von Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem BNatSchG zur Verf\u00fcgung stellte. Der Vertrag mit der Bezeichnung &#8222;Vereinbarung \u00fcber Nutzungsbeschr\u00e4nkung nebst Bestellung einer Dienstbarkeit und Ankaufsverpflichtung&#8220; wurde am 27.\u00a0September 2002 unter notarieller Beurkundung abgeschlossen. In diesem Vertrag war u.a. Folgendes vereinbart:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;\u00a7\u00a01<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(&#8230;)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Der Erschienene zu 1) bewilligt, dass die Gemeinde M diese Grundbesitzungen f\u00fcr das Anlegen von Ausgleichsma\u00dfnahmen in Besitz nimmt und f\u00fcr das Anlegen einer mit der Unteren Landschaftsbeh\u00f6rde abgestimmten Ausgleichsma\u00dfnahme verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a02<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Der Erschienene zu 1) stimmt der durch die Gemeinde M anzulegenden Ausgleichsma\u00dfnahme unwiderruflich und auf Dauer zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Die in der Vorbemerkung genannten Grundst\u00fccke werden der derzeitigen Nutzung als Acker f\u00fcr immer entzogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(3) Die erstellte Ausgleichsma\u00dfnahme (extensiv genutztes Gr\u00fcnland und Anlage eines Teiches) ist durch den Eigent\u00fcmer auf Dauer zu belassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a03<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Der Erschienene zu 1) ist damit einverstanden, dass die Gemeinde M die Grundbesitzungen nach formloser Ank\u00fcndigung zu jeder Zeit, fr\u00fchestens jedoch am 01.01.2003, f\u00fcr die Anlage der Ausgleichsma\u00dfnahme in Besitz und die Nachbesserung bei evtl. Ausf\u00e4llen und die Kulturpflege nach der Anlage der Ma\u00dfnahme vornimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Die Ausgleichsma\u00dfnahme soll durchgef\u00fchrt werden gem\u00e4\u00df der Vereinbarung mit der Unteren Landschaftsbeh\u00f6rde.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 des Vertrages erhielt der Kl\u00e4ger eine einmalige Entsch\u00e4digung in H\u00f6he von insgesamt 76.306,20\u00a0EUR. Die Entsch\u00e4digung war in zwei Raten zu zahlen, wobei die erste Rate in H\u00f6he von 48.000\u00a0EUR im Dezember 2002, die zweite Rate in H\u00f6he von 28.306,20\u00a0EUR im Juni 2003 f\u00e4llig war. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a07 des Vertrages bedurften Nebenabreden der Schriftform. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a08 Abs.\u00a03 des Vertrages bewilligte der Kl\u00e4ger der Gemeinde die Eintragung einer beschr\u00e4nkten pers\u00f6nlichen Dienstbarkeit zur Sicherung des Rechts zur Durchf\u00fchrung der Ausgleichsma\u00dfnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;\u00a7\u00a08<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(&#8230;)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auf diesen Grundbesitzungen in der Gesamtgr\u00f6\u00dfe von 37.405 qm hat die Gemeinde M das Recht, eine mit der Unteren Landschaftsbeh\u00f6rde abgestimmte Ausgleichsma\u00dfnahme durchzuf\u00fchren. Die Ausgleichsma\u00dfnahme wird in der Anlage eines extensiv genutzten Gr\u00fcnlandes und Anlage eines Teiches bestehen. Die Gemeinde M ist berechtigt, diese Ausgleichsma\u00dfnahme zu betreiben und die Grundst\u00fccke zum Zweck des Betriebs und der Unterhaltung der durchgef\u00fchrten Ausgleichsma\u00dfnahme zu benutzen und zu betreten. Die Kosten des Unterhaltens gehen zu Lasten der Gemeinde\u00a0M.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Demgem\u00e4\u00df bewilligen der Erschienene zu 1) und beantragt die Gemeinde M die Eintragung vorstehender beschr\u00e4nkt pers\u00f6nlicher Dienstbarkeit zu Gunsten der Gemeinde\u00a0M auf den Grundst\u00fccken &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(&#8230;)&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Anlegung der Ausgleichsma\u00dfnahme nutzte der Kl\u00e4ger das Grundst\u00fcck, indem er die Wiesenfl\u00e4chen d\u00fcngte und regelm\u00e4\u00dfig m\u00e4hte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung unterwarf der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) u.a. auch die Einnahmen des Kl\u00e4gers aus der Grundst\u00fccks\u00fcberlassung der Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Zur Begr\u00fcndung seines in &#8222;Entscheidungen der Finanzgerichte&#8220; 2012, 1500 ver\u00f6ffentlichten Urteils f\u00fchrte das Finanzgericht (FG) im Wesentlichen aus, bei der Zahlung der Gemeinde habe es sich um ein Entgelt f\u00fcr eine steuerbare Leistung des Kl\u00e4gers gehandelt und nicht um eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr eine Wertminderung des Grundst\u00fcckes. Diese Leistung werde auch weder von der Steuerbefreiung des \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) umfasst noch unterliege sie der Durchschnittssatzbesteuerung des \u00a7\u00a024 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0a UStG umsatzsteuerfreie Grundst\u00fccksvermietung liege nicht vor, weil die Gemeinde das Grundst\u00fcck nicht so in Besitz genommen habe, als ob sie dessen Eigent\u00fcmer w\u00e4re und auch nicht jede andere Person von der Nutzung des Grundst\u00fccks habe ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Vielmehr habe die Gemeinde das Grundst\u00fcck nur zeitweise f\u00fcr das Anlegen der Ausgleichsma\u00dfnahmen und eventuelle Nachbesserungen in Besitz genommen. Das Nutzungs- und Betretungsrecht an dem Grundst\u00fcck sei im \u00dcbrigen beim Kl\u00e4ger als dessen Eigent\u00fcmer verblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dass der Kl\u00e4ger und die Gemeinde keine vollst\u00e4ndige \u00dcberlassung des Grundst\u00fccks, sondern lediglich eine Nutzungsbeschr\u00e4nkung h\u00e4tten vereinbaren wollen, zeige sich auch an der im Vertrag verwendeten Formulierung\u00a0<em>&#8222;Vereinbarung \u00fcber Nutzungsbeschr\u00e4nkung nebst Bestellung einer Dienstbarkeit und Ankaufsverpflichtung&#8220;<\/em>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen die Annahme einer Grundst\u00fccksvermietung spreche ferner die Verpflichtung des Kl\u00e4gers, die Durchf\u00fchrung der Ausgleichsma\u00dfnahme unwiderruflich und auf Dauer zu dulden. Der damit verbundene endg\u00fcltige Verlust der teilweisen wirtschaftlichen Herrschaftsmacht \u00fcber das Grundst\u00fcck sei mit dem Wesen der Vermietung und Verpachtung als zeitlich beschr\u00e4nkte Gebrauchs\u00fcberlassung nicht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Steuerbefreiung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0c UStG komme ebenfalls nicht in Betracht, weil der zugunsten der Gemeinde bestellten Grunddienstbarkeit keine eigenst\u00e4ndige umsatzsteuerliche Bedeutung zukomme; sie diene nur der Absicherung der f\u00fcr die Anlage und Erhaltung der Ausgleichsma\u00dfnahmen notwendigen Rechte an dem Grundst\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl\u00e4ger mit der Revision. Zu deren Begr\u00fcndung tr\u00e4gt er vor, die Zahlungen der Gemeinde seien Entsch\u00e4digungen f\u00fcr eine dauerhafte Wertminderung der betreffenden Grundst\u00fccke, auf denen Ausgleichsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden. Damit fehle es an der f\u00fcr die Steuerbarkeit erforderlichen Kausalit\u00e4t zwischen Leistung und Gegenleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Selbst wenn ganz oder teilweise eine steuerbare Leistung anzunehmen sei, werde diese von der Steuerbefreiung des \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0a UStG umfasst, weil der tats\u00e4chliche, wirtschaftliche Gehalt des Vertrages darin bestehe, der Gemeinde die Fl\u00e4chen zur Nutzung und Durchf\u00fchrung der ihr auferlegten Ausgleichsma\u00dfnahmen zu gestatten. Seine, des Kl\u00e4gers, Entscheidungsfreiheiten seien derart eingeschr\u00e4nkt, dass sie denen eines Verp\u00e4chters gleichst\u00e4nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt sinngem\u00e4\u00df,<\/p>\n<p>das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung vom 18.\u00a0September 2009 aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2002 vom 2.\u00a0Oktober 2007 und 2003 vom 21.\u00a0September 2007 mit der Ma\u00dfgabe zu \u00e4ndern, dass die mit dem Regelsteuersatz be-steuerten Ums\u00e4tze 2002 um 48.000\u00a0EUR und 2003 um 28.306,20\u00a0EUR herabgesetzt werden sowie festzustellen, dass die Hinzuzieh-ung des Bevollm\u00e4chtigten notwendig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es tr\u00e4gt vor, die Revisionsbegr\u00fcndung setze sich nicht mit den Gr\u00fcnden der angefochtenen Entscheidung auseinander, sondern wiederhole lediglich das Vorbringen aus der Klagebegr\u00fcndung. Das FG habe im \u00dcbrigen zutreffend entschieden, dass bei der Durchf\u00fchrung nutzungseinschr\u00e4nkender Ausgleichsma\u00dfnahmen nicht das Recht der Grundst\u00fccksnutzung wirtschaftlicher Inhalt des abgeschlossenen Vertrages sei, sondern die Durchf\u00fchrung der Ausgleichsma\u00dfnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist entgegen der Auffassung des FA zul\u00e4ssig. Nach \u00a7\u00a0120 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revisionsbegr\u00fcndung beim Bundesfinanzhof (BFH) einzureichen; dies ist geschehen. Die Revisionsbegr\u00fcndung erf\u00fcllt auch die Anforderungen des \u00a7\u00a0120 Abs.\u00a03 FGO. Die Begr\u00fcndung bezeichnet die Norm, auf die der Kl\u00e4ger die von ihm begehrte Steuerbefreiung st\u00fctzt, n\u00e4mlich \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0a UStG und die Umst\u00e4nde, aus denen der Kl\u00e4ger die Verwirklichung der Befreiungsvoraussetzungen herleiten zu k\u00f6nnen meint. Das reicht aus, um f\u00fcr den BFH erkennbar zu machen, aus welchen Gr\u00fcnden und mit welchen rechtlichen Erw\u00e4gungen die steuerlichen Auswirkungen des angefochtenen FG-Urteils angegriffen werden. Die Revisionsbegr\u00fcndung nimmt ausdr\u00fccklich auf das FG-Urteil Bezug und setzt sich mit ihm auseinander. Das gen\u00fcgt, um die Zul\u00e4ssigkeitsanforderungen zu erf\u00fcllen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Revision ist aber unbegr\u00fcndet; sie war daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend entschieden, dass die \u00dcberlassung der Grundst\u00fccke an die Gemeinde\u00a0M zwecks Verwendung f\u00fcr eine Ausgleichsma\u00dfnahme der Regelbesteuerung unterliegt und weder von der Steuerbefreiung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0a UStG noch von der gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0b UStG erfasst wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Grundst\u00fccks\u00fcberlassung ist nicht als Vermietung und Verpachtung von Grundst\u00fccken nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0a UStG steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Ob eine Vermietungs- oder Verpachtungst\u00e4tigkeit vorliegt, richtet sich umsatzsteuerrechtlich nicht nach den Vorschriften des nationalen Zivilrechts (BFH-Urteil vom 7.\u00a0Juli 2011 V\u00a0R\u00a041\/09, BFHE 234, 513 Rdnr.\u00a019). Das grundlegende Merkmal des Begriffs der &#8222;Vermietung von Grundst\u00fccken&#8220; i.S. von Art.\u00a013 Teil\u00a0B Buchst.\u00a0b der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.\u00a0Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) &#8211;(seit 1.\u00a0Januar 2007 Art.\u00a0135 Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0l der Richtlinie des Rates vom 28.\u00a0November 2006 \u00fcber das ge-meinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG)&#8211; besteht darin, dass dem Vertragspartner auf bestimmte Zeit gegen eine Ver-g\u00fctung das Recht einger\u00e4umt wird, ein Grundst\u00fcck so in Besitz zu nehmen, als w\u00e4re er dessen Eigent\u00fcmer, und jede andere Person von diesem Recht auszuschlie\u00dfen (vgl. in diesem Sinne u.a. Urteile des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 16.\u00a0Dezember 2010 C-270\/09, MacDonald Resorts Ltd., Slg.\u00a02010, I-13179 Rdnr.\u00a046; vom 6.\u00a0Dezember 2007 C-451\/06, Walderdorff, Slg.\u00a02007, I-10637 Rdnr.\u00a017; vom 12.\u00a0Juni 2003 C-275\/01, Sinclair Collis, Slg.\u00a02003, I-5965 Rdnr.\u00a025; vom 4.\u00a0Oktober 2001 C-326\/99, &#8222;Goed Wonen&#8220;, Slg.\u00a02001, I-6831 Rdnr.\u00a055; vom 9.\u00a0Oktober 2001 C-108\/99, Cantor Fitzgerald International, Slg.\u00a02001, I-7257 Rdnr.\u00a021; vom 9.\u00a0Oktober 2001 C-409\/98, Mirror Group, Slg.\u00a02001, I-7175 Rdnr.\u00a031). F\u00fcr die Beurteilung, ob eine bestimmte Vereinbarung dieser Definition entspricht, sind alle Merkmale des Vorgangs sowie die Umst\u00e4nde zu ber\u00fccksichtigen, unter denen er erfolgt. Ma\u00dfgebend ist insoweit der objektive Inhalt des Vorgangs, unabh\u00e4ngig von der Bezeichnung, die die Parteien ihm gegeben haben (EuGH-Urteil MacDonalds Ressort Ltd. in Slg.\u00a02010, I-13179 Rdnr.\u00a046).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Danach liegt keine Vermietung vor. Zwar hat der Kl\u00e4ger der Gemeinde das Recht zur Inbesitznahme einger\u00e4umt, um die Ausgleichsma\u00dfnahme auf dem Grundst\u00fcck vornehmen zu k\u00f6nnen. Dabei ist es den Vertragsparteien aber nicht um eine Inbesitznahme der Grundst\u00fccke durch die Gemeinde gegangen, um ihr die M\u00f6glichkeit zu verschaffen, Dritte wie ein Eigent\u00fcmer von der Nutzung ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Entscheidend war f\u00fcr die Gemeinde, die Grundst\u00fccke durch Umgestaltung in einen bestimmten Zustand (&#8222;extensiv genutztes Gr\u00fcnland und Anlage eines Teiches&#8220;) zu versetzen, um damit ihren naturschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das wird durch die tats\u00e4chliche sp\u00e4tere Nutzung best\u00e4tigt, in deren Rahmen der Kl\u00e4ger die Gr\u00fcnfl\u00e4chen gem\u00e4ht und ged\u00fcngt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Eine Vermietung scheidet dar\u00fcber hinaus auch deshalb aus, weil der Kl\u00e4ger der Gemeinde das Nutzungsrecht nicht f\u00fcr eine bestimmte Zeit \u00fcberlassen hat. Das w\u00fcrde einen in irgendeiner Form, entweder durch konkrete Bezeichnung oder durch ein K\u00fcndigungsrecht, begrenzten Zeitraum voraussetzen. Der Kl\u00e4ger hat der Gemeinde das Nutzungsrecht aber &#8222;unwiderruflich und auf Dauer&#8220; einger\u00e4umt und sich damit einverstanden erkl\u00e4rt, dass das Grundst\u00fcck der &#8222;derzeitigen Nutzung als Acker f\u00fcr immer entzogen&#8220; wird. Das Urteil des Senats vom 11.\u00a0November 2004 V\u00a0R\u00a030\/04 (BFHE 207, 560, BStBl II 2005, 802) steht dem nicht entgegen. Der Senat hat darin entschieden, dass die Einr\u00e4umung der Berechtigung zur \u00dcberspannung eines Grundst\u00fccks jedenfalls dann eine als Vermietung und Verpachtung zu beurteilende Nutzungs\u00fcberlassung auf Zeit ist, wenn damit nicht der endg\u00fcltige und vollst\u00e4ndige Verlust der wirtschaftlichen Herrschaftsmacht verbunden ist. Bei Grundst\u00fccken f\u00fchre weder die \u00dcberlassung einer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringf\u00fcgigen Grundfl\u00e4che f\u00fcr die Aufstellung von Strommasten noch die \u00dcberspannung zu einem endg\u00fcltigen und vollst\u00e4ndigen Verlust der Herrschaftsmacht an den Grundst\u00fccken. Im vorliegenden Fall kommt es aber durch die unwiderruflich und dauerhafte \u00dcberlassung des Nutzungsrechts, die Durchf\u00fchrung von Ausgleichsma\u00dfnahmen und den umfassenden Entzug von Nutzung als Ackerland zu einem endg\u00fcltigen und dauerhaften Verlust der wirtschaftlichen Herrschaftsmacht des Kl\u00e4gers \u00fcber das Grundst\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Grundst\u00fccks\u00fcberlassung an die Gemeinde\u00a0M wird auch nicht von der Steuerbefreiung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0c UStG umfasst. Danach ist u.a. die Bestellung von dinglichen Nutzungsrechten, zu denen auch die entgeltliche Einr\u00e4umung einer beschr\u00e4nkten pers\u00f6nlichen Dienstbarkeit (\u00a7\u00a01090 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs) geh\u00f6rt, steuerfrei. Aus der Entstehungsgeschichte des durch Art.\u00a017 Nr.\u00a03 des Steuerbereinigungsgesetzes 1985 (BGBl I 1984, 1493, BStBl I 1984, 659) in das Gesetz aufgenommenen \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0c UStG ergibt sich, dass hierdurch &#8222;eine gleiche Behandlung aller Grundst\u00fccks\u00fcberlassungen zur Nutzung erreicht&#8220; werden sollte (so die Gesetzesbegr\u00fcndung in BRDrucks 140\/84 zu Art.\u00a019 Nr.\u00a02 des Gesetzentwurfs); die Befreiung sonstiger bislang steuerpflichtiger Ums\u00e4tze war nicht beabsichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Vorschrift beruht auf Art.\u00a013 Teil\u00a0B Buchst.\u00a0b Satz\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG, nach der die Vermietung und Verpachtung von Grundst\u00fccken steuerfrei ist. Aus der gebotenen richtlinienkonformen Auslegung folgt, dass nur die Bestellung solcher dinglicher Nutzungsrechte unter \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Buchst.\u00a0c UStG f\u00e4llt, die auch von dem Begriff &#8222;Vermietung und Verpachtung&#8220; in Art.\u00a013 Teil\u00a0B Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG umfasst werden. Mit der Eintragung einer beschr\u00e4nkten pers\u00f6nlichen Dienstbarkeit sollte aber vorliegend das Recht zur Durchf\u00fchrung einer Ausgleichsma\u00dfnahme gesichert werden, das aus den unter II.1.b) und c) genannten Gr\u00fcnden gerade nicht das Merk-mal &#8222;Vermietung und Verpachtung&#8220; erf\u00fcllt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat die Leistungen des Kl\u00e4gers auch zu Recht zum Teil im Streitjahr 2002 und zum Teil im Streitjahr 2003 der Besteuerung unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a UStG entsteht die Steuer f\u00fcr Lieferungen und sonstige Leistungen bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgef\u00fchrt worden sind. Da der Kl\u00e4ger der Gemeinde das Recht zur Inbesitznahme und Durchf\u00fchrung der Ausgleichsma\u00dfnahme ab 1.\u00a0M\u00e4rz 2003 einger\u00e4umt hat, hat er seine im Vertrag vom 27.\u00a0September 2002 vereinbarte Leistung auch zu diesem Zeitpunkt erbracht. Das gesamte Entgelt von insgesamt 76.306,20\u00a0EUR w\u00e4re danach im Streitjahr 2003 der Besteuerung zu unterwerfen gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aufgrund von \u00a7\u00a04 des Vertrages hat der Kl\u00e4ger aber die erste Rate in H\u00f6he von 48.000\u00a0EUR bereits im Dezember 2002 erhalten. Wird &#8211;wie hier&#8211; ein Teil des Entgelts vereinnahmt, bevor die Leistung ausgef\u00fchrt worden ist, so entsteht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a Satz\u00a04 UStG insoweit die Steuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Teilentgelt vereinnahmt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. F\u00fcr die Entscheidung dar\u00fcber, ob die Hinzuziehung eines Bevollm\u00e4chtigten f\u00fcr das au\u00dfergerichtliche Vorverfahren notwendig war (\u00a7\u00a0139 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO), ist das FG zust\u00e4ndig (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 23.\u00a0Februar 2011 V\u00a0B\u00a061\/10, BFH\/NV 2011, 832, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung der \u00dcberlassung von Grundst\u00fccken im Rahmen von Ausgleichsma\u00dfnahmen nach dem BNatSchG &#8211; Begriff der &#8222;Vermietung von Grundst\u00fccken&#8220; Urteil vom 8.11.2012, V R 15\/12 1. Die Steuerbefreiung nach \u00a7 4 Nr. 12 Buchst. c UStG betrifft nur solche Nutzungsrechte, die auch von dem Begriff &#8222;Vermietung und Verpachtung&#8220; umfasst werden. 2. Die entgeltliche Bestellung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/begriff-der-vermietung-von-grundstucken\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Begriff der &#8222;Vermietung von Grundst\u00fccken&#8220;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1689,1469,4,1730,63],"tags":[2566],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24950"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24950"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24950\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}