{"id":24952,"date":"2013-04-17T17:33:11","date_gmt":"2013-04-17T15:33:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=24952"},"modified":"2013-04-17T17:33:11","modified_gmt":"2013-04-17T15:33:11","slug":"abholung-und-entsorgung-von-speiseabfallen-aus-restaurants-und-groskuchen-ist-keine-landwirtschaftliche-dienstleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abholung-und-entsorgung-von-speiseabfallen-aus-restaurants-und-groskuchen-ist-keine-landwirtschaftliche-dienstleistung\/","title":{"rendered":"Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen ist keine &#8222;landwirtschaftliche Dienstleistung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Durchschnittssatzbesteuerung nach \u00a7 24 UStG &#8211; Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen ist keine &#8222;landwirtschaftliche Dienstleistung&#8220; &#8211; Keine Anwendbarkeit von \u00a7 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO bei Erstbescheiden &#8211; Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der gesetzm\u00e4\u00dfigen Besteuerung &#8211; Pr\u00fcfung einer Sch\u00e4tzung durch den BFH<br \/>\nUrteil vom 24.1.2013, V R 34\/11<\/p>\n<p>Die Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen stellt keine landwirtschaftliche Dienstleistung dar, die der Pauschalbesteuerung nach \u00a7 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG unterliegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.1.2013, V R 34\/11<\/p>\n<p>Durchschnittssatzbesteuerung nach \u00a7 24 UStG\u00a0&#8211; Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen ist keine &#8222;landwirtschaftliche Dienstleistung&#8220; &#8211; Keine Anwendbarkeit von \u00a7 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO bei Erstbescheiden &#8211; Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der gesetzm\u00e4\u00dfigen Besteuerung &#8211; Pr\u00fcfung einer Sch\u00e4tzung durch den BFH<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen stellt keine landwirtschaftliche Dienstleistung dar, die der Pauschalbesteuerung nach \u00a7 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG unterliegt.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) ist Landwirt. Er betrieb in den Streitjahren 2003 bis 2005 auf ca. 19\u00a0ha gepachteten Fl\u00e4chen einen Mastbetrieb (Schweine und Rinder), ohne dass die Anzahl der Vieheinheiten (VE) nachhaltig die in \u00a7\u00a051 Abs.\u00a01a des Bewertungsgesetzes bezeichnete Grenze \u00fcberschritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren holte er mit einem Spezialfahrzeug von Gro\u00dfk\u00fcchen und Restaurants gegen Bezahlung organische Abf\u00e4lle (Speiseabf\u00e4lle) ab. Diese erhitzte der Kl\u00e4ger und verf\u00fctterte sie anschlie\u00dfend ausschlie\u00dflich an seine eigenen Schweine.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, dass die Entsorgung der Speiseabf\u00e4lle eine dem Regelsteuersatz unterliegende sonstige Leistung des Kl\u00e4gers darstelle, und setzte mit Bescheiden vom 29.\u00a0Oktober 2008 erstmalig Umsatzsteuer f\u00fcr die Jahre 2003, 2004 und 2005 fest. Dabei ber\u00fccksichtigte das FA die streitbefangenen Ums\u00e4tze (Speiseresteabholung), in deren Bemessungsgrundlage es neben den Geldzahlungen der Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen zus\u00e4tzlich den Wert der Speiseabf\u00e4lle einbezog, und die damit zusammenh\u00e4ngenden Vorsteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) mit dem in &#8222;Entscheidungen der Finanzgerichte&#8220; 2012, 187 ver\u00f6ffentlichten Urteil nur insoweit statt, als das FA die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die streitbefangene Leistung des Kl\u00e4gers (Speiseresteabholung) um den Wert der Speisereste erh\u00f6ht hatte. Im \u00dcbrigen wurde die Klage abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte das FG im Wesentlichen aus, die Abholung und Entsorgung der Speiseabf\u00e4lle sei eine sonstige Leistung, die nicht der Durchschnittssatzbesteuerung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a024 der in den Streitjahren g\u00fcltigen Fassung des Umsatzsteuergesetzes 1999 bzw. 2005 (UStG) unterliege. Die Entsorgungsleistungen tr\u00fcgen nicht &#8222;normalerweise zur landwirtschaftlichen Erzeugung&#8220; i.S. von Art.\u00a0295 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.\u00a0November 2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) bei, da sie der gewerblichen Bet\u00e4tigung der Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen dienten. Die Leistungen des Kl\u00e4gers fielen auch nicht unter Anhang\u00a0VIII Nr.\u00a02 MwStSystRL, denn die dort genannten Bet\u00e4tigungen m\u00fcssten sich auf &#8222;landwirtschaftliche Erzeugnisse&#8220; beziehen. Die Speiseabf\u00e4lle seien aber keine &#8222;landwirtschaftlichen&#8220;, sondern gewerbliche (Abfall-) Produkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Speiseresteabholung unterfalle zudem weder als sog. landwirtschaftlicher Hilfsumsatz noch als landwirtschaftlicher Nebenbetrieb der Besteuerung nach \u00a7\u00a024 UStG. Bei restriktiver richtlinienkonformer Auslegung seien landwirtschaftliche Hilfsleistungen nicht von \u00a7\u00a024 UStG erfasst. Ein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb &#8211;dessen Vereinbarkeit mit Art.\u00a0295 i.V.m. Anhang\u00a0VIII MwStSystRL unterstellt&#8211; liege nicht vor, da die Ums\u00e4tze aus der Speiseresteverwertung in erheblichem Umfang die Ums\u00e4tze aus Landwirtschaft \u00fcberstiegen h\u00e4tten, so dass die Speiseresteabholung nicht als Bet\u00e4tigung von untergeordneter Bedeutung beurteilt werden k\u00f6nne. F\u00fcr die Frage der &#8222;Bedeutung&#8220; der Leistungen komme es nicht auf die aufgewendete Arbeitszeit, sondern auf die gegen\u00fcber Dritten erbrachten Leistungen an, deren Umfang sich nach dem Entgelt richte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Regelbesteuerung der Speiseresteabholung versto\u00dfe weder gegen den Gleichheitssatz noch gegen Vertrauensschutzgesichtspunkte. Es gelte das Prinzip der Abschnittsbesteuerung. Eine Verwaltungsanweisung, auf die der Kl\u00e4ger h\u00e4tte vertrauen d\u00fcrfen, habe nicht existiert. Die steuerliche Behandlung der Erzeugung und des Verkaufs von Biogas sei mangels Vergleichbarkeit f\u00fcr den Streitfall unerheblich. Die vom Kl\u00e4ger herangezogenen Vorschriften \u00fcber die Speiseabfallentsorgung h\u00e4tten lediglich ordnungspolitische Zwecke und k\u00f6nnten die europaweit harmonisierte Umsatzbesteuerung nicht beeinflussen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Als Bemessungsgrundlage ber\u00fccksichtigte das FG die in den Jahresabschl\u00fcssen zum 30.\u00a0Juni des dem jeweiligen Streitjahr folgenden Kalenderjahres ausgewiesenen Erl\u00f6se abz\u00fcglich der Umsatzsteuer. Eine auf das Kalenderjahr bezogene Berechnung sei nicht m\u00f6glich. Durch die Verschiebung w\u00fcrden sich allenfalls geringe Abweichungen ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich der Kl\u00e4ger mit der vom FG zugelassenen Revision, die er auf Verletzung materiellen Rechts st\u00fctzt. Zu Unrecht gehe das FG davon aus, dass die streitbefangenen Ums\u00e4tze der Regelbesteuerung unterl\u00e4gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG lege Art.\u00a0295\u00a0ff. MwStSystRL zu eng aus. Eine landwirtschaftliche Dienstleistung m\u00fcsse nicht zwingend gegen\u00fcber einem Land- und Forstwirt erbracht werden. Es m\u00fcsse ber\u00fccksichtigt werden, dass Speisereste nicht als gewerblicher Abfall entsorgt werden d\u00fcrften, sondern im Ergebnis landwirtschaftlich verarbeitet werden m\u00fcssten. Nach der Speiseabfallverordnung erhalte eine Genehmigung zur Entsorgung nur, wer Schweine m\u00e4ste oder zur Schlachtung f\u00fchre. Die Beurteilung aus Sicht des Leistungsempf\u00e4ngers sei urspr\u00fcnglich als Vereinfachungsregelung entwickelt worden und diene landwirtschaftlicher Nachbarschaftshilfe. Sie d\u00fcrfe nicht zum Dogma erh\u00f6ht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Da die streitigen Ums\u00e4tze der Futterbeschaffung dienten, handele es sich um Vorbereitungshandlungen zur landwirtschaftlichen Urproduktion (Schweinemast) und nicht um Hilfsums\u00e4tze. Der Vorgang sei vergleichbar mit der Beschaffung von Fertigfutter, die der Durchschnittsbesteuerung unterliege. Zudem handele es sich um einen landwirtschaftlichen Nebenbetrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die r\u00fcckwirkende \u00c4nderung der Verwaltungsauffassung versto\u00dfe gegen Art.\u00a020 Abs.\u00a03, Art.\u00a012 Abs.\u00a01, Art.\u00a014 Abs.\u00a01 sowie Art.\u00a02 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes (GG). Zudem sei Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG verletzt, soweit die Speiseresteverwertung im Rahmen der Schweinemast anders beurteilt werde als im Rahmen der Verwertung in einer Biogasanlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt sinngem\u00e4\u00df,<\/p>\n<p>das angefochtene Urteil aufzuheben, soweit es die Klage abgewiesen hat, und die Umsatzsteuerbescheide f\u00fcr 2003, 2004 und 2005 vom 29.\u00a0Oktober 2008 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die erfassten Leistungen der Durchschnittssatzbesteuerung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a024 UStG unterworfen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es schlie\u00dft sich der Auffassung des FG an. Erg\u00e4nzend weist es darauf hin, dass der Kl\u00e4ger f\u00fcr die Ausf\u00fchrung der streitigen Ums\u00e4tze spezielle Ger\u00e4tschaften in Form eines Fahrzeuges und eines Dampfsterilisators ben\u00f6tigt und damit die &#8222;normale Ausr\u00fcstung&#8220; seines landwirtschaftlichen Betriebs nicht ausgereicht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur\u00fcckzuweisen. Das FG geht zutreffend davon aus, dass der Kl\u00e4ger nicht berechtigt ist, f\u00fcr seine sonstigen Leistungen, die in der Entsorgung der Speiseabf\u00e4lle bestehen, gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a024 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG die Durchschnittssatzbesteuerung anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. F\u00fcr die im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgef\u00fchrten Ums\u00e4tze wird die Steuer f\u00fcr Dienstleistungen i.S. von \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a09 UStG gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a024 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG und die diesen Ums\u00e4tzen zuzurechnenden Vorsteuerbetr\u00e4ge gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a024 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 UStG auf jeweils neun Prozent der Bemessungsgrundlage festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Als land- und forstwirtschaftlicher Betrieb gelten nach \u00a7\u00a024 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 UStG<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;1. die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, der Wein-, Garten-, Obst- und Gem\u00fcsebau, die Baumschulen, alle Betriebe, die Pflanzen und Pflanzenteile mit Hilfe der Naturkr\u00e4fte gewinnen, die Binnenfischerei, die Teichwirtschaft, die Fischzucht f\u00fcr die Binnenfischerei und Teichwirtschaft, die Imkerei, die Wandersch\u00e4ferei sowie die Saatzucht;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Tierzucht- und Tierhaltungsbetriebe, soweit ihre Tierbest\u00e4nde nach den \u00a7\u00a7\u00a051 und 51a des Bewertungsgesetzes zur landwirtschaftlichen Nutzung geh\u00f6ren&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zum land- und forstwirtschaftlichen Betrieb geh\u00f6ren nach \u00a7\u00a024 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 UStG auch die Nebenbetriebe, die dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zu dienen bestimmt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) \u00a7\u00a024 UStG ist nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) richtlinienkonform entsprechend dem geltenden Unionsrecht, in den Streitjahren Art.\u00a025 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.\u00a0Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG), auszulegen (vgl. BFH-Urteil vom 13.\u00a0Januar 2011 V\u00a0R\u00a065\/09, BFHE 233, 72, BStBl II 2011, 465, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Art.\u00a025 Abs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten auf landwirtschaftliche Erzeuger, bei denen die Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung oder gegebenenfalls der vereinfachten Regelung nach Art.\u00a024 der Richtlinie 77\/388\/EWG auf Schwierigkeiten sto\u00dfen w\u00fcrde, als Ausgleich f\u00fcr die Belastung durch die Mehrwertsteuer, die auf die von den Pauschallandwirten bezogenen Gegenst\u00e4nde und Dienstleistungen gezahlt wird, eine Pauschalregelung anwenden. Nach Art.\u00a025 Abs.\u00a02 f\u00fcnfter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG gelten als landwirtschaftliche Dienstleistungen die in Anhang\u00a0B aufgef\u00fchrten Dienstleistungen, die von einem landwirtschaftlichen Erzeuger mit Hilfe seiner Arbeitskr\u00e4fte und\/oder der normalen Ausr\u00fcstung seines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetriebs vorgenommen werden. Als landwirtschaftliche Dienstleistungen gelten nach Anhang\u00a0B der Richtlinie 77\/388\/EWG Dienstleistungen, die normalerweise zur landwirtschaftlichen Produktion beitragen, wie z.B. &#8222;H\u00fcten, Zucht und M\u00e4sten von Vieh&#8220; (vierter Gedankenstrich).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) gilt Art.\u00a025 der Richtlinie 77\/388\/EWG nur f\u00fcr die Lieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und die Erbringung landwirtschaftlicher Dienstleistungen, wie sie in Abs.\u00a02 dieser Bestimmung definiert sind; demgegen\u00fcber unterliegen die sonstigen Ums\u00e4tze der Pauschallandwirte der allgemeinen Besteuerungsregelung (EuGH-Urteile vom 15.\u00a0Juli 2004 C-321\/02, Harbs, Slg. 2004, I-7101 Rdnrn.\u00a031 und 36, sowie vom 26.\u00a0Mai 2005 C-43\/04, Stadt Sundern, Slg. 2005, I-4491 Rdnr.\u00a021). Weiter sind die von Art.\u00a025 der Richtlinie 77\/388\/EWG verwendeten Begriffe in der gesamten Gemeinschaft autonom und einheitlich auszulegen (EuGH-Urteil Stadt Sundern in Slg. 2005, I-4491 Rdnr.\u00a024). Dabei ist die Sonderregelung nach Art.\u00a025 der Richtlinie 77\/388\/EWG eng auszulegen und dar\u00fcber hinaus nur insoweit anzuwenden, als dies zur Erreichung ihres Zieles erforderlich ist (EuGH-Urteile Harbs in Slg. 2004, I-7101 Rdnr.\u00a027, und Stadt Sundern in Slg. 2005, I-4491 Rdnr.\u00a027; vom 8.\u00a0M\u00e4rz 2012 C-524\/10, Umsatzsteuer-Rundschau 2012, 685 Rdnr.\u00a049). Dieses Ziel besteht darin, die Belastung durch die Steuer auf die von den Landwirten bezogenen Gegenst\u00e4nde und Dienstleistungen dadurch auszugleichen, dass den landwirtschaftlichen Erzeugern, die ihre T\u00e4tigkeit im Rahmen eines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetriebs aus\u00fcben, ein Pauschalausgleich gezahlt wird, wenn sie landwirtschaftliche Erzeugnisse liefern oder landwirtschaftliche Dienstleistungen erbringen (EuGH-Urteile Harbs in Slg. 2004, I-7101 Rdnr.\u00a029, und Stadt Sundern in Slg. 2005, I-4491 Rdnr.\u00a028). Keine &#8222;landwirtschaftlichen Dienstleistungen&#8220; sind daher Leistungen, die keinen landwirtschaftlichen Zwecken dienen und sich nicht auf normalerweise in land-, forst- und fischwirtschaftlichen Betrieben verwendete Mittel beziehen (EuGH-Urteile Harbs in Slg. 2004, I-7101 Rdnr.\u00a031, und Stadt Sundern in Slg. 2005, I-4491 Rdnr.\u00a029).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dieser Auslegung folgt die Rechtsprechung des BFH (vgl. BFH-Urteil in BFHE 233, 72, BStBl II 2011, 465, m.w.N.). Die ertragsteuerrechtliche Beurteilung ist daher ohne Bedeutung (BFH-Urteil vom 13.\u00a0August 2008 XI\u00a0R\u00a08\/08, BFHE 221, 569, BStBl II 2009, 216, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Bei Anwendung dieser Grunds\u00e4tze handelt es sich bei den streitbefangenen Leistungen nicht um landwirtschaftliche Dienstleistungen, die der Pauschalbesteuerung nach \u00a7\u00a024 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Eine Ausweitung des Anwendungsbereiches des \u00a7\u00a024 UStG auf die von Landwirten durchgef\u00fchrte Entsorgung von in Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen anfallenden Speiseabf\u00e4llen ist mit Art.\u00a025 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht vereinbar. Dies ergibt sich bereits daraus, dass die Entsorgung von Speiseresten in der Liste der landwirtschaftlichen Dienstleistungen gem\u00e4\u00df Anhang\u00a0B der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht ausdr\u00fccklich aufgef\u00fchrt ist. Bei der gebotenen engen Auslegung (vgl. EuGH-Urteile Harbs in Slg. 2004, I-7101 Rdnr.\u00a027; Stadt Sundern in Slg. 2005, I-4491 Rdnr.\u00a027; BFH-Urteil in BFHE 233, 72, BStBl II 2011, 465) handelt es sich nicht um das M\u00e4sten von Vieh im Sinne von Anhang\u00a0B vierter Gedankenstrich i.V.m. Art.\u00a025 Abs.\u00a02 f\u00fcnfter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers kann es dahinstehen, ob die Speiseresteentsorgung innerhalb eines landwirtschaftlichen Nebenbetriebs erfolgt ist. Die Zuordnung zu einem landwirtschaftlichen Nebenbetrieb \u00e4ndert nichts daran, dass nur landwirtschaftliche Dienstleistungen der Durchschnittssatzbesteuerung unterliegen. Eine solche liegt hier nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers ergibt sich eine abweichende Beurteilung auch nicht aufgrund schutzw\u00fcrdigen Vertrauens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Vortrag des Kl\u00e4gers dahin zu verstehen ist, dass er aufgrund Abschn.\u00a0264 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000 bzw. 2005 i.V.m. R\u00a0135 Abs.\u00a03 und 4 bzw. R\u00a015.5 der in den Streitjahren g\u00fcltigen Fassung der Einkommensteuer-Richtlinien darauf vertraut habe, dass auch die Entsorgungsleistungen der Durchschnittssatzbesteuerung unterliegen, ist dieses Vertrauen im Streitfall nicht nach \u00a7\u00a0176 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a03 der Abgabenordnung (AO) gesch\u00fctzt. Die Vorschrift ist bei Erstbescheiden nicht anwendbar (vgl. BFH-Beschluss vom 4.\u00a0Juni 2007 IV\u00a0B\u00a088\/06, BFH\/NV 2007, 2088; BFH-Urteil vom 19.\u00a0M\u00e4rz 2002 VIII\u00a0R\u00a057\/99, BFHE 198, 137, BStBl II 2002, 662, m.w.N.). Da der Kl\u00e4ger weder Umsatzsteuervoranmeldungen noch Jahressteuererkl\u00e4rungen f\u00fcr die Streitjahre eingereicht hat, die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0168 Satz\u00a01 AO als Festsetzung unter Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung gelten k\u00f6nnten, handelt es sich bei den angegriffenen Bescheiden um Erstbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ob eine Billigkeitsma\u00dfnahme nach \u00a7\u00a0163 AO diesen Aspekt ggf. ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnte, kann im vorliegenden Verfahren nicht entschieden werden (vgl. BFH-Urteil vom 12.\u00a0Dezember 1995 VIII\u00a0R\u00a059\/92, BFHE 179, 335, BStBl II 1996, 219).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Soweit sich der Kl\u00e4ger darauf beruft, dass der streitige Sachverhalt durch das FA bei vorangegangenen Betriebspr\u00fcfungen nicht beanstandet wurde, begr\u00fcndet dies nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung keinen Vertrauensschutz. Eine Bindung des FA an eine fr\u00fcher erfolgte rechtliche Beurteilung kann sich nur aufgrund einer verbindlichen Zusage gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0204 AO oder einer nach Treu und Glauben verbindlichen Auskunft ergeben (z.B. BFH-Urteile vom 31.\u00a0Mai 2007 V\u00a0R\u00a05\/05, BFHE 217, 290, BStBl II 2011, 289, m.w.N.; vom 30.\u00a0April 2009 V\u00a0R\u00a03\/08, BFHE 226, 144). Daf\u00fcr ist nichts ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) In einer dem UStG und der Richtlinie 77\/388\/EWG entsprechenden, d.h. gesetzm\u00e4\u00dfigen Besteuerung vermag der Senat weder eine Verletzung der in Art.\u00a012 Abs.\u00a01, Art.\u00a014 Abs.\u00a01 und Art.\u00a02 Abs.\u00a01 GG verb\u00fcrgten Grundrechte, noch einen Versto\u00df gegen das Rechtsstaatsprinzip (Art.\u00a020 Abs.\u00a03 GG) zu sehen. Unbillige H\u00e4rten, die aufgrund eines schutzw\u00fcrdigen Vertrauens in eine fehlerhafte rechtliche Beurteilung entstehen, sind im Wege des \u00a7\u00a0163 AO geltend zu machen. Dieses Verfahren bietet den Betroffenen ausreichenden Rechtsschutz (vgl. Klein\/R\u00fcsken, AO, 11.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0176 Rz\u00a03, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5. Einen vom Kl\u00e4ger behaupteten Versto\u00df des FG-Urteils gegen Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG im Hinblick auf die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung der Speiseresteabholung zur Verwertung in einer Biogasanlage vermag der Senat nicht zu erkennen. Die Speiseresteentsorgung gegen Entgelt stellt unabh\u00e4ngig davon, ob der leistende Unternehmer eine Biogasanlage oder eine Schweinemast betreibt, keine landwirtschaftliche Dienstleistung i.S. von \u00a7\u00a024 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a03 UStG dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine m\u00f6glicherweise unzutreffende Besteuerung eines Konkurrenten ist im Wege der Konkurrentenklage geltend zu machen (vgl. BFH-Urteil vom 26.\u00a0Januar 2012 VII\u00a0R\u00a04\/11, BFHE 236, 481, BStBl II 2012, 541), in deren Rahmen zu kl\u00e4ren ist, ob dem Kl\u00e4ger insoweit ein subjektives Recht auf Schutz gegen\u00fcber der Konkurrenz zusteht. Der Gleichheitssatz vermittelt jedenfalls keinen Anspruch auf Anwendung einer rechtswidrigen Verwaltungspraxis und damit auf &#8222;Gleichheit im Unrecht&#8220; (BFH-Beschluss vom 1.\u00a0Juli 2010 V\u00a0B\u00a062\/09, BFH\/NV 2010, 2136, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auch der Hinweis des Kl\u00e4gers auf eine vermeintliche &#8222;Ungleichbehandlung&#8220; zu einem Betrieb, der Fertigfutter erwirbt, f\u00fchrt zu keiner anderen Beurteilung. Es fehlt bereits an einem vergleichbaren Sachverhalt, da der Erwerb von Fertigfutter keine Ausgangsleistung ist, die mit den streitigen Leistungen des Kl\u00e4gers verglichen werden k\u00f6nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>6. Die Sch\u00e4tzung des FG zur H\u00f6he des f\u00fcr die Entsorgungsleistungen gezahlten Entgelts ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Sch\u00e4tzung geh\u00f6rt zu den tats\u00e4chlichen Feststellungen i.S. des \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO. Der BFH kann sie nur darauf \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie zul\u00e4ssig war, ob sie verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen ist, und ob das FG anerkannte Sch\u00e4tzungsgrunds\u00e4tze, Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss\u00e4tze beachtet hat, d.h. ob das Ergebnis der Sch\u00e4tzung schl\u00fcssig und plausibel ist (vgl. BFH-Urteil vom 17.\u00a0Oktober 2001 I\u00a0R\u00a0103\/00, BFHE 197, 68, BStBl II 2004, 171).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Sch\u00e4tzungsbefugnis ergibt sich aus \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 zweiter Halbsatz FGO i.V.m. \u00a7\u00a0162 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO, da der Kl\u00e4ger keine ausreichende Aufkl\u00e4rung \u00fcber die im jeweiligen Kalenderjahr ausgef\u00fchrten Ums\u00e4tze zu geben vermag. Bei der Sch\u00e4tzung der H\u00f6he nach orientiert sich das FG an den in den Jahresabschl\u00fcssen der abweichenden Wirtschaftsjahre ausgewiesenen Erl\u00f6sen. Dies l\u00e4sst weder Verfahrensfehler erkennen noch ist dies unschl\u00fcssig oder unplausibel. Im \u00dcbrigen besteht hier\u00fcber zwischen den Parteien auch kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>40<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Ob dar\u00fcber hinaus der Wert der Speiseabf\u00e4lle gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 UStG Bestandteil der Bemessungsgrundlage ist, braucht der Senat im vorliegenden Verfahren nicht entscheiden, da die Revision bereits aus den oben ausgef\u00fchrten Gr\u00fcnden keinen Erfolg hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durchschnittssatzbesteuerung nach \u00a7 24 UStG &#8211; Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen ist keine &#8222;landwirtschaftliche Dienstleistung&#8220; &#8211; Keine Anwendbarkeit von \u00a7 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO bei Erstbescheiden &#8211; Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der gesetzm\u00e4\u00dfigen Besteuerung &#8211; Pr\u00fcfung einer Sch\u00e4tzung durch den BFH Urteil vom 24.1.2013, V R 34\/11 Die Abholung und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abholung-und-entsorgung-von-speiseabfallen-aus-restaurants-und-groskuchen-ist-keine-landwirtschaftliche-dienstleistung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Abholung und Entsorgung von Speiseabf\u00e4llen aus Restaurants und Gro\u00dfk\u00fcchen ist keine &#8222;landwirtschaftliche Dienstleistung&#8220;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1689,1730,63,1],"tags":[401,2567,2568,2569],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24952"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24952\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}