{"id":25044,"date":"2013-04-18T10:27:13","date_gmt":"2013-04-18T08:27:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=25044"},"modified":"2013-04-18T10:27:13","modified_gmt":"2013-04-18T08:27:13","slug":"teiloption-bei-grundstucksvermietung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/teiloption-bei-grundstucksvermietung-2\/","title":{"rendered":"Teiloption bei Grundst\u00fccksvermietung"},"content":{"rendered":"<p>Gericht: BFH 5. Senat<br \/>\nEntscheidungsdatum: 25.01.2013<br \/>\nStreitjahre: 1996, 1997, 1998, 1999, 2000<br \/>\nAktenzeichen: V B 95\/12<br \/>\nDokumenttyp: Beschluss<br \/>\nNormen: \u00a7 4 Nr 12 UStG 1993, \u00a7 4 Nr 12 UStG 1999, \u00a7 9 Abs 2 UStG 1993, \u00a7 9 Abs 2 UStG 1999<br \/>\nTeiloption bei Grundst\u00fccksvermietung<\/p>\n<p>Orientierungssatz<br \/>\nNV: Der Verzicht auf Steuerfreiheit einer nach \u00a7 4 Nr. 12 UStG steuerfreien Vermietung ist nur zul\u00e4ssig, soweit der Leistungsempf\u00e4nger das Grundst\u00fcck ausschlie\u00dflich f\u00fcr Ums\u00e4tze verwendet oder zu verwenden beabsichtigt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschlie\u00dfen. F\u00fcr den Vermieter besteht die M\u00f6glichkeit einer sog. Teiloption, nach der sich der Verzicht auf einen &#8222;abgrenzbaren Teil&#8220; beschr\u00e4nkt. Die Teiloption setzt die ausschlie\u00dfliche Verwendung von Grundst\u00fccksteilen f\u00fcr zum Vorsteuerabzug berechtigende Ums\u00e4tze voraus.<\/p>\n<p>Fundstellen<br \/>\nNV (nicht amtlich ver\u00f6ffentlicht)<br \/>\nVerfahrensgang<br \/>\nvorgehend FG N\u00fcrnberg, 31. Juli 2012, Az: 2 K 539\/2009, Urteil<br \/>\nDiese Entscheidung zitiert<br \/>\nRechtsprechung<br \/>\nim Text BFH, 15. Februar 2012, Az: IV B 126\/10<br \/>\nim Text BFH, 1. Dezember 2011, Az: I B 80\/11<br \/>\nim Text BFH, 10. Juni 2011, Az: IX B 13\/11<br \/>\nim Text BFH, 10. Februar 2010, Az: IX B 163\/09<br \/>\nVergleiche BFH, 22. November 2007, Az: V R 43\/06<br \/>\nVergleiche BFH, 28. September 2006, Az: V R 43\/03<br \/>\nim Text BFH, 7. Juli 2005, Az: IX B 13\/05<br \/>\nim Text BFH, 11. Dezember 2002, Az: IX B 124\/02<br \/>\nVergleiche BFH, 26. Juni 1996, Az: XI R 43\/90<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde<br \/>\n1<br \/>\nDie Beschwerde der Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist nicht begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>2<br \/>\n1. Die Revision ist nicht zur Rechtsfortbildung zuzulassen (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/p>\n<p>3<br \/>\na) Die Kl\u00e4gerin macht geltend, dass die Frage, &#8222;in welcher H\u00f6he dem leistungsempfangenden Unternehmer der Vorsteuerabzug aus einem Mietvertrag zusteht, f\u00fcr den der Vermieter die Option nach \u00a7 9 Abs. 2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Umfang ausge\u00fcbt hat, &#8230; [wobei] der Leistungsempf\u00e4nger das Grundst\u00fcck teils steuerpflichtig selbst nutzt, teils steuerpflichtig vermietet und teils steuerfrei vermietet&#8220; der Rechtsfortbildung dient.<\/p>\n<p>4<br \/>\nb) Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert die Zulassung der Revision wegen der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts substantiierte und konkrete Angaben dazu, weshalb eine Entscheidung des BFH zu einer bestimmten, abstrakt formulierten Rechtsfrage aus Gr\u00fcnden der Rechtsklarheit oder Rechtsfortbildung im allgemeinen Interesse liegt, weshalb die aufgeworfene Rechtsfrage kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und im angestrebten Revisionsverfahren kl\u00e4rungsf\u00e4hig ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 10. Juni 2011 IX B 13\/11, BFH\/NV 2011, 2074).<\/p>\n<p>5<br \/>\nc) Im Streitfall fehlt es an der danach erforderlichen Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit der von der Kl\u00e4gerin aufgeworfenen Frage. Denn entscheidungserheblich ist im Streitfall nicht die Frage, in welchem Umfang die Kl\u00e4gerin &#8211;aus einer steuerpflichtig bezogenen Eingangsleistung&#8211; zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, sondern die dem vorgelagerte Frage, in welchem Umfang die Kl\u00e4gerin eine steuerpflichtige Leistung bezogen hat. Bei der von der Kl\u00e4gerin bezogenen Leistung handelte es sich um eine nach \u00a7 4 Nr. 12 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerfreie Vermietung, f\u00fcr die der Vermieter unter den Bedingungen des \u00a7 9 UStG auf die Steuerfreiheit verzichten konnte. Der Verzicht ist dabei gem\u00e4\u00df \u00a7 9 Abs. 2 Satz 1 UStG &#8222;nur zul\u00e4ssig, soweit der Leistungsempf\u00e4nger das Grundst\u00fcck ausschlie\u00dflich f\u00fcr Ums\u00e4tze verwendet oder zu verwenden beabsichtigt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschlie\u00dfen&#8220;. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Verzicht des Vermieters gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin ist daher, &#8222;inwieweit&#8220; die Kl\u00e4gerin das Grundst\u00fcck &#8211;z.B. bei der durch sie erfolgten Weitervermietung an mehrere &#8222;Untermieter&#8220;&#8211; f\u00fcr Ums\u00e4tze mit Recht auf Vorsteuerabzug verwendete.<\/p>\n<p>6<br \/>\nInsoweit hat der BFH bereits entschieden, dass f\u00fcr den Vermieter die M\u00f6glichkeit einer sog. Teiloption besteht, nach der sich der Verzicht auf einen &#8222;abgrenzbaren Teil&#8220; beschr\u00e4nkt, wobei der BFH von einer &#8222;Aufteilung nach r\u00e4umlichen Gesichtspunkten (nicht dagegen eine blo\u00dfe quotale Aufteilung) f\u00fcr m\u00f6glich&#8220; gehalten hat (BFH-Urteil vom 26. Juni 1996 XI R 43\/90, BFHE 181, 191, BStBl II 1997, 98).<\/p>\n<p>7<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von der Frage, ob am Ausschluss der sog. quotalen Aufteilung im Hinblick auf die sp\u00e4tere BFH-Rechtsprechung (BFH-Urteile vom 28. September 2006 V R 43\/03, BFHE 215, 335, BStBl II 2007, 417, und vom 22. November 2007 V R 43\/06, BFHE 219, 450, BStBl II 2008, 770) festzuhalten ist, steht nach dieser Rechtsprechung jedenfalls fest, dass die Teiloption die ausschlie\u00dfliche Verwendung von Grundst\u00fccksteilen f\u00fcr zum Vorsteuerabzug berechtigende Ums\u00e4tze voraussetzt. Die Bestimmung, in welchem Umfang eine derart ausschlie\u00dfliche Verwendung eines Teils eines Grundst\u00fccks vorliegt, kann dabei entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin weder unmittelbar noch in Analogie zu \u00a7 15 Abs. 4 UStG erfolgen, da diese Vorschrift im Gegensatz zu \u00a7 9 Abs. 2 UStG eine &#8222;gemischte&#8220; Verwendung der Eingangsleistung f\u00fcr Zwecke, die zum Vorsteuerabzug berechtigten, und f\u00fcr Zwecke, bei denen dieses Recht nicht besteht, voraussetzt, so dass nach dieser Vorschrift nicht bestimmbar ist, wann eine ausschlie\u00dfliche Verwendung f\u00fcr eine dieser beiden Zweckbestimmungen vorliegt.<\/p>\n<p>8<br \/>\n2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zuzulassen (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO). Es liegt auch kein offensichtlicher (materieller oder formeller) Rechtsanwendungsfehler des FG von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk\u00fcrlichen oder greifbar gesetzwidrigen Entscheidung vor, der geeignet w\u00e4re, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch\u00e4digen (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 11. Dezember 2002 IX B 124\/02, BFH\/NV 2003, 495; vom 10. Februar 2010 IX B 163\/09, BFH\/NV 2010, 887). Dabei reichen unterhalb dieser Schwelle liegende, auch erhebliche Rechtsfehler nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk\u00fcrlichkeit der angefochtenen Entscheidung anzunehmen (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 7. Juli 2005 IX B 13\/05, BFH\/NV 2005, 2031, und vom 15. Februar 2012 IV B 126\/10, BFH\/NV 2012, 774).<\/p>\n<p>9<br \/>\n3. Es liegt auch kein Verfahrensfehler vor (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/p>\n<p>10<br \/>\nDie Kl\u00e4gerin macht geltend, dass das FG gegen Denkgesetze und damit gegen \u00a7 96 Abs. 1 FGO versto\u00dfen habe. Bei einem Versto\u00df gegen Denkgesetze handelt es sich aber um einen materiell-rechtlichen Fehler, der nicht zur Revisionszulassung berechtigt, nicht aber um einen Verfahrensfehler (BFH-Beschluss vom 1. Dezember 2011 I B 80\/11, BFH\/NV 2012, 954).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gericht: BFH 5. 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