{"id":25106,"date":"2012-12-30T13:29:25","date_gmt":"2012-12-30T11:29:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=25106"},"modified":"2013-04-23T15:49:22","modified_gmt":"2013-04-23T13:49:22","slug":"kapitalgesellschaften-haben-erstattungszinsen-zu-versteuern-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kapitalgesellschaften-haben-erstattungszinsen-zu-versteuern-2\/","title":{"rendered":"Kapitalgesellschaften haben Erstattungszinsen zu versteuern"},"content":{"rendered":"<table width=\"612\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"577\"><em>Erhalten Kapitalgesellschaften Zinsen auf Steuererstattungen, sind diese als steuerpflichtige Einnahmen zu qualifizieren.<\/em><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nNachdem lange unbestritten war, dass Zinsen auf Steuererstattungen auch bei nat\u00fcrlichen Personen steuerpflichtige Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen darstellen, \u00e4nderte der Bundesfinanzhof (BFH) im Jahr 2010 seine Meinung. Er befand, Erstattungszinsen seien der privaten Sph\u00e4re zuzuordnen, da die Hingabe des Geldes zur Tilgung der Steuerzahlung und nicht zur Erzielung von Eink\u00fcnften erfolge. Erstattungszinsen durften also nicht l\u00e4nger zur Besteuerung herangezogen werden. Auf dieses Urteil reagierte der Gesetzgeber prompt und wies die Erstattungszinsen explizit den Kapitaleink\u00fcnften zu, um eine Besteuerung wieder m\u00f6glich zu machen. Die mit der Zuweisung zu den Kapitaleink\u00fcnften verbundene R\u00fcckwirkungsregelung trifft allerdings auf Bedenken. So wird erwartet, dass der BFH in einem derzeit anh\u00e4ngigen Revisionsverfahren diese R\u00fcckwirkung dem Bundesverfassungsgericht zur \u00dcberpr\u00fcfung vorlegen wird.<strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDer Streit hat die Oberfinanzdirektion (OFD) Rheinland veranlasst, jedenfalls f\u00fcr den Bereich der K\u00f6rperschaft- und Gewerbesteuer klarzustellen, dass es sich auch bei Erstattungszinsen um steuerpflichtige Eink\u00fcnfte handelt. Seit jeher gilt im Steuerrecht, dass K\u00f6rperschaften keine Privatsph\u00e4re haben. Anders als bei nat\u00fcrlichen Personen ist es damit den K\u00f6rperschaften verwehrt, privat veranlasste Verm\u00f6gensmehrungen steuerfrei zu vereinnahmen. Die Steuerpflicht setzt bei nat\u00fcrlichen Personen immer voraus, dass sie eine T\u00e4tigkeit zum Zwecke der Einkunftserzielung unternehmen. Ist das nicht der Fall, kommt es nicht zur Belastung mit Einkommensteuer (z. B. in F\u00e4llen der Schenkung). Demgegen\u00fcber m\u00fcsse bei einer K\u00f6rperschaft zielgerichtetes Handeln nicht vorliegen. Vielmehr ist jede Verm\u00f6gensmehrung grunds\u00e4tzlich steuerpflichtig. Es komme gerade nicht darauf an, dass die K\u00f6rperschaft die Steuerschuld beglichen habe, um nach erfolgreichem Rechtsstreit Zinsen zu kassieren. Vielmehr komme es allein auf die erfolgte Verm\u00f6gensmehrung an.<strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDie Finanz\u00e4mter werden &#8211; vorbehaltlich einer anderslautenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts &#8211; auch k\u00fcnftig Zinsen, die der Fiskus auf Steuererstattungen zahlt, als Kapitaleink\u00fcnfte versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erhalten Kapitalgesellschaften Zinsen auf Steuererstattungen, sind diese als steuerpflichtige Einnahmen zu qualifizieren.Sachverhalt Nachdem lange unbestritten war, dass Zinsen auf Steuererstattungen auch bei nat\u00fcrlichen Personen steuerpflichtige Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen darstellen, \u00e4nderte der Bundesfinanzhof (BFH) im Jahr 2010 seine Meinung. 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