{"id":25132,"date":"2013-04-18T16:00:41","date_gmt":"2013-04-18T14:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=25132"},"modified":"2013-04-18T16:00:41","modified_gmt":"2013-04-18T14:00:41","slug":"umsatzsteuerbefreiung-nach-%c2%a7-4-nr-14-ustg-fur-arztliche-leistungen-bei-schonheitsoperationen-schwangerschaftsabbruchen-und-empfangnisverhutungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/umsatzsteuerbefreiung-nach-%c2%a7-4-nr-14-ustg-fur-arztliche-leistungen-bei-schonheitsoperationen-schwangerschaftsabbruchen-und-empfangnisverhutungen\/","title":{"rendered":"Umsatzsteuerbefreiung nach \u00a7 4 Nr. 14 UStG f\u00fcr \u00e4rztliche Leistungen bei Sch\u00f6nheitsoperationen, Schwangerschaftsabbr\u00fcchen und Empf\u00e4ngnisverh\u00fctungen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 1.17em;\">\u00a0Bezug: Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 12.01.2012\u00a0\u2013\u00a06 K 1917\/07, Revisionsverfahren V R 16\/12<\/span><\/p>\n<p><strong>1.\u00a0T\u00e4tigkeit eines \u00e4sthetisch-plastischen Chirurgen und bei Sch\u00f6nheitsoperationen<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage, ob die T\u00e4tigkeit eines \u00e4sthetisch-plastischen Chirurgen bei sog. Sch\u00f6nheitsoperationen als \u00e4rztliche Heilbehandlung anzusehen ist und damit zur Anwendung der Steuerbefreiung nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014\u00a0UStG f\u00fchrt, war Gegenstand einer Er\u00f6rterung zwischen dem Bund und den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Dabei wurde Folgendes beschlossen:<\/p>\n<h3>\u00a01.1\u00a0Allgemeines<\/h3>\n<p>Eine generelle Steuerbefreiung nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014\u00a0UStG f\u00fcr \u00e4sthetisch-plastische Leistungen eines Chirurgen (Sch\u00f6nheitsoperationen) kommt \u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> \u00a0in Betracht.<\/p>\n<p>Es h\u00e4ngt von den Umst\u00e4nden des Einzelfalles ab, ob diese Leistung der medizinischen Betreuung eines Menschen durch das Diagnostizieren und Behandeln von Krankheiten oder anderen Gesundheitsst\u00f6rungen dient und somit ein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht (z.\u00a0B. bei Eingriff wegen psychischer Belastung, nicht jedoch bei rein kosmetischen Eingriffen).<\/p>\n<h3>\u00a01.2\u00a0Vergleichbare Leistungen anderer Einrichtungen<\/h3>\n<p>Wenn Leistungen nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014\u00a0UStG steuerpflichtig sind, ist eine Umsatzsteuerpflicht vergleichbarer Leistungen auch bei Krankenh\u00e4usern, Diagnosekliniken usw. anzunehmen, da nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014 Buchstabe\u00a0b\u00a0UStG n.\u00a0F. (fr\u00fcher: \u00a7\u00a04 Nr.\u00a016\u00a0UStG ) ebenfalls nur Heilbehandlungen beg\u00fcnstigt werden sollen.<\/p>\n<h3>\u00a01.3\u00a0Beispiele f\u00fcr steuerpflichtige Ums\u00e4tze<\/h3>\n<p>Steuerpflichtig sind z.\u00a0B. folgende Leistungen, sofern sie kosmetischer Natur sind und kein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht (vgl. Tz.\u00a01.1):<\/p>\n<p>Fettabsaugung, Faltenbehandlung, Brustvergr\u00f6\u00dferung, Brustverkleinerung, Lifting, Nasenkorrekturen, Hautverj\u00fcngung (Lasertherapie), Lippenaufspritzung, Botox-Behandlung (Verminderung von Falten durch Einspritzen eines stark verd\u00fcnnten Nervengiftes Botulinum-Toxin), Permanent Make-up, Anti-Aging Behandlung, Bleaching (Bleichen der Z\u00e4hne) und Dentalkosmetik.<\/p>\n<h3>\u00a01.4\u00a0Best\u00e4tigung der genannten Grunds\u00e4tze durch die Rechtsprechung<\/h3>\n<p>Der BFH hat die vorgenannten Grunds\u00e4tze in dem Revisionsverfahren V R 27\/03 mit Urteil vom 15.07.2004 , BStBl\u00a02004, II 862 (Vorinstanz: FG Berlin, Urteil vom 12.11.2002\u00a0\u2013\u00a07 K 7264\/02 ; EFG 2003, 418 ) best\u00e4tigt. Die gegen dieses Urteil am 04.10.2004 eingelegte Verfassungsbeschwerde wurde durch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 04.07.2006\u00a0\u2013\u00a01 BvR 2241\/04 nicht zur Entscheidung angenommen.<\/p>\n<h3>\u00a01.5\u00a0Nachweis der medizinischen Indikation durch den Unternehmer<\/h3>\n<p>Der Unternehmer tr\u00e4gt die objektive Beweislast daf\u00fcr, dass das Hauptziel der Leistung der Schutz oder die Wiederherstellung der Gesundheit ist (vgl. BFH-Beschluss vom 18.02.2008\u00a0\u2013\u00a0V B 35\/06 , BFH\/NV 2008, 1001 \u20131003).<\/p>\n<p>Indiz hierf\u00fcr kann die regelm\u00e4\u00dfige \u00dcbernahme der Kosten durch Krankenversicherungen sein.<\/p>\n<p>Es f\u00fchrt jedoch nicht zwingend zur Steuerpflicht, wenn die Krankenversicherung nicht zur Kosten\u00fcbernahme verpflichtet ist (vgl. BFH-Urteil vom 30.01.2008\u00a0\u2013\u00a0XI R 53\/06 , BStBl\u00a02008 II, 647 ).<\/p>\n<p>Mit Urteil vom 12.01.2012\u00a0\u2013\u00a06 K 1917\/07 hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden, dass \u00e4sthetischplastische Operationen nur dann steuerbefreit sind, wenn die medizinische Indikation im jeweiligen Einzelfall \u2013\u00a0ggf. durch Einzelgutachten mit Einverst\u00e4ndnis des Patienten\u00a0\u2013 nachgewiesen wird.<\/p>\n<p>Das Revisionsverfahren ist beim BFH unter dem Az. V R 16\/12 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>2.\u00a0\u00c4rztliche Leistungen im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbr\u00fcchen und der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung<\/strong><\/h2>\n<p>Die umsatzsteuerliche Behandlung \u00e4rztlicher Leistungen im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbr\u00fcchen und der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung war Thema einer Besprechung der Umsatzsteuerreferatsleiter. Danach sind sowohl die Leistungen im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbr\u00fcchen als auch alle \u00e4rztlichen Leistungen zur Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Verh\u00fctungsmethode unter den Voraussetzungen des \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014\u00a0UStG umsatzsteuerfrei.<\/p>\n<p>Einrichtungen i.\u00a0S.\u00a0d. \u00a7\u00a013 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) zur Vornahme von Schwangerschaftsabbr\u00fcchen z\u00e4hlen zu den in \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014 Buchstabe\u00a0b Doppelbuchst. bb\u00a0UStG genannten Zentren. Zwar erfolgt bei diesen Einrichtungen die f\u00fcr die Anwendung der Steuerbefreiungsvorschrift notwendige Teilnahme an der vertrags\u00e4rzlichen Versorgung nicht durch ein Zulassungs- oder Erm\u00e4chtigungsverfahren (wie in \u00a7\u00a095\u00a0SGB\u00a0V gefordert), sondern durch eine vertragliche Regelung (Verg\u00fctungsvereinbarung) nach \u00a7\u00a075 Abs.\u00a09\u00a0SGB\u00a0V ; eine solche Vereinbarung stellt als Sonderfall der vertrags\u00e4rztlichen Versorgung jedoch gleichwohl die erforder-liche Teilnahme an dieser her.<\/p>\n<p>Die bisherige Rdvfg. vom 11.03.2010 \u2013\u00a0S 7170 A\u00a0\u2013 69\u00a0\u2013\u00a0St 112 ist \u00fcberholt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Bezug: Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 12.01.2012\u00a0\u2013\u00a06 K 1917\/07, Revisionsverfahren V R 16\/12 1.\u00a0T\u00e4tigkeit eines \u00e4sthetisch-plastischen Chirurgen und bei Sch\u00f6nheitsoperationen Die Frage, ob die T\u00e4tigkeit eines \u00e4sthetisch-plastischen Chirurgen bei sog. 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