{"id":27511,"date":"2013-05-05T06:53:04","date_gmt":"2013-05-05T04:53:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=27511"},"modified":"2020-09-14T16:03:27","modified_gmt":"2020-09-14T14:03:27","slug":"rente-steigt-zum-1-juli-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rente-steigt-zum-1-juli-2\/","title":{"rendered":"Rente steigt zum 1. Juli"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Mehr Geld zum 1. Juli 2013. Dar\u00fcber k\u00f6nnen sich die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland freuen. Das Bundeskabinett hat die entsprechende Verordnung zur Rentenerh\u00f6hung beschlossen.<\/span><\/h1>\n<div>\n<p>Die Deutsche Rentenversicherung zahlt jeden Monat an 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Die Deutsche Rentenversicherung \u00fcberweist ab 1. Juli mehr Geld. Alle Ruhest\u00e4ndler profitieren damit von den gestiegenen L\u00f6hnen und Geh\u00e4ltern im Jahr 2012. Die Lohn- und Gehaltsentwicklung ist f\u00fcr die Rentenanpassung sehr wichtig. 2012 stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent in den alten Bundesl\u00e4ndern, in den neuen um 4,32 Prozent.<\/p>\n<p>-&gt; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/rente-netto.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rentenberechnung<\/a><\/p>\n<h2>Der Osten holt kr\u00e4ftig auf<\/h2>\n<p>In den neuen Bundesl\u00e4ndern f\u00e4llt die Rentenerh\u00f6hung mit 3,29 Prozent gut aus. Grund daf\u00fcr ist die positive Lohnentwicklung in den Jahren 2011 und 2012 in Ostdeutschland. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen: &#8222;Ich freue mich f\u00fcr die ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner, dass sie beim Rentenwert nun so deutlich aufholen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>In den alten Bundesl\u00e4ndern erh\u00f6ht sich die Rentenzahlung um 0,25 Prozent. Die L\u00f6hne in Westdeutschland sind weniger gestiegen. Zudem wirkt hier noch die Rentengarantie von 2010 nach. Diese seinerzeit unterbliebene Rentenk\u00fcrzung muss nun im Sinne der Generationengerechtigkeit nachgeholt werden. In den alten L\u00e4ndern m\u00fcssen noch 0,71 Prozent abgebaut werden. Deshalb wird die rein rechnerisch m\u00f6gliche Rentenerh\u00f6hung halbiert und betr\u00e4gt 0,25 Prozent.<\/p>\n<p>In den neuen L\u00e4ndern war der Ausgleich f\u00fcr die Rentengarantie schon 2012 abgeschlossen. Deshalb wird die rechnerische Rentenanpassung Ost nicht mehr reduziert.<\/p>\n<p><strong>Neuer Rentenwert<\/strong><br \/>\nZum 1. Juli 2013 betr\u00e4gt der neue aktuelle Rentenwert (in Euro f\u00fcr einen Entgeltpunkt) in den alten L\u00e4ndern 28,14 Euro. Bisher stand er bei 28,07 Euro. F\u00fcr die neuen L\u00e4nder steigt dieser Wert von 24,92 Euro auf 25,74 Euro.<\/p>\n<h2>Wie genau funktioniert die Rentenanpassung?<\/h2>\n<p>Die Renten werden j\u00e4hrlich angepasst. Stichtag daf\u00fcr ist in der Regel der 1. Juli. Die Anpassung h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab. Der wichtigste ist die Entwicklung der Bruttol\u00f6hne und -geh\u00e4lter im Vorjahr. Die Lohnentwicklung ist f\u00fcr die Renten so wichtig, weil diese aus den Beitr\u00e4gen der Besch\u00e4ftigten bezahlt werden.<\/p>\n<p>Steigen also L\u00f6hne und Geh\u00e4lter, erh\u00f6hen sich in der Regel im Folgejahr die Renten. Steigen die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter nicht, sind auch keine Rentenerh\u00f6hungen zu erwarten. Eine solche lohnorientierte Anpassung gibt es bereits seit 1957. Seither nehmen Rentnerinnen und Rentner an der wirtschaftlichen Entwicklung teil.<\/p>\n<p>Neben der Lohnentwicklung spielen noch zwei weitere Einfl\u00fcsse eine Rolle. Zum einen wirken sich die Aufwendungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer f\u00fcr ihre private Altersvorsorge aus. In der Fachsprache ist das der Riester-Faktor. Zum anderen wird das zahlenm\u00e4\u00dfige Verh\u00e4ltnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern ber\u00fccksichtigt. Man spricht dann vom Nachhaltigkeitsfaktor. Dieser mindert die Anpassung in diesem Jahr um 0,72 Prozent. Der Riester-Faktor verh\u00e4lt sich mit 0,65 Prozentpunkten ebenfalls d\u00e4mpfend auf die Anpassung.<\/p>\n<p><strong>Riester-Faktor<\/strong><br \/>\nUm die volle Riester-F\u00f6rderung zu erhalten, m\u00fcssen Besch\u00e4ftigte seit 2003 einen prozentualen Eigenbetrag ihres Bruttoeinkommens aufwenden. Gegenw\u00e4rtig betr\u00e4gt dieser Anteil vier Prozent. Die Mehrbelastungen der Besch\u00e4ftigten durch die private Altersvorsorge werden mit dem Riester-Faktor auf die Rentnerinnen und Rentner \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><strong>Nachhaltigkeitsfaktor<\/strong><br \/>\nDer 2004 eingef\u00fchrte Faktor ber\u00fccksichtigt das zahlenm\u00e4\u00dfige Verh\u00e4ltnis zwischen Rentenbeziehern und Erwerbst\u00e4tigen bei der Rentenanpassung. Steigt die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen (und damit der Beitragszahler) im Vergleich zu den Beziehern, erh\u00f6hen sich im Folgejahr die Renten. Umgekehrt: Sinkt die Zahl der Beitragszahler im Vergleich zu der der Rentner, gibt es auch kein Plus bei den Renten. Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde erstmals 2005 bei der Rentenanpassung angewandt.<\/p>\n<p><strong>Was passiert, wenn die L\u00f6hne sinken? Die Rentengarantie<\/strong><br \/>\n2009 hat die Bundesregierung die bestehende Schutzklausel um eine &#8222;erweiterte Rentenschutzklausel&#8220; erg\u00e4nzt. Den Rentnerinnen und Rentnern wird gesetzlich garantiert, dass allein ein sinkendes Lohnniveau nicht zu sinkenden Renten f\u00fchrt. Es gibt somit eine Rentengarantie. Die Rentnerinnen und Rentner m\u00fcssen daher keine K\u00fcrzung ihrer Altersbez\u00fcge bef\u00fcrchten. Hintergrund f\u00fcr diese Entscheidung war die ung\u00fcnstige Prognose f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung in 2009 und 2010.<\/p>\n<h2>Garantie, Riester- und Nachhaltigkeitsfaktor in der Praxis<\/h2>\n<p>Im Jahr 2010 gab es keine Rentenerh\u00f6hung. Eigentlich h\u00e4tte es aufgrund der ung\u00fcnstigen Lohnentwicklung sogar eine K\u00fcrzung geben m\u00fcssen. Aber die Renten blieben Dank der Garantie stabil. Au\u00dferdem setzte die Bundesregierung in den Jahren 2008 und 2009 den Riester-Faktor aus. Die Rentenerh\u00f6hungen waren deshalb 2008 und 2009 um jeweils 0,65 Prozentpunkte h\u00f6her. Die ausgesetzten Erh\u00f6hungen des Riester-Faktors werden bei der Rentenanpassung 2012 und 2013 nachgeholt.<\/p>\n<h2>Ausgleich generationengerecht gestalten<\/h2>\n<p>Die gesetzlichen Schutzklauseln kamen in den Jahren 2005, 2006 und 2010 zur Anwendung. Das verhinderte K\u00fcrzungen bei der Rentenanpassung.<br \/>\nDadurch hat sich aber im Laufe der Jahre ein &#8222;Ausgleichsbedarf&#8220; aufgebaut. Um die J\u00fcngeren im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht einseitig zu belasten, findet der Abbau nach und nach statt. Rentenerh\u00f6hungen werden deshalb so lange halbiert, bis der Ausgleich erreicht ist. 2011 startete diese schrittweise R\u00fcckf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Die neuen Bundesl\u00e4nder haben dies bereits 2012 erreicht. In den alten Bundesl\u00e4ndern setzt sich der Abbau mit der diesj\u00e4hrigen Rentenanpassung fort. Der Ausgleichsbedarf im Westen betr\u00e4gt derzeit noch 0,71 Prozent. Nach der Rentenanpassung am 1. Juli 2013 verringert er sich auf 0,46 Prozent.<br \/>\nWichtig hierbei ist: Es geht nicht um Rentenk\u00fcrzungen, sondern es wird etwas weniger erh\u00f6ht.<\/p>\n<h2>Alterssicherung auf drei S\u00e4ulen bew\u00e4hrt sich<\/h2>\n<p>Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt die wichtigste S\u00e4ule der Alterssicherung. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt jeden Monat p\u00fcnktlich die Altersbez\u00fcge an 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner aus. Dar\u00fcber hinaus werden Zusch\u00fcsse zur gesetzlichen Krankenversicherung geleistet. Auch f\u00fcr Rehabilitationsma\u00dfnahmen stellt die Deutsche Rentenversicherung Leistungen.<\/p>\n<p>Trotzdem gilt: Wer im Alter seinen bisherigen Lebensstandard halten will, sollte zus\u00e4tzlich privat oder \u00fcber seinen Betrieb vorsorgen. Zum Beispiel mit einem Riester- oder R\u00fcrup-Vertrag.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung f\u00f6rdert die private Vorsorge mit Steuerbefreiungen und staatlichen Zulagen. So fallen auch zuk\u00fcnftig <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/Rentenbesteuerung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">keine Steuern<\/a> und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge auf Beitr\u00e4ge zur Betriebsrente an. Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen daher weiterhin Teile ihres Einkommens f\u00fcr die betriebliche Altersvorsorge steuer- und sozialabgabenfrei ansparen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Geld zum 1. Juli 2013. Dar\u00fcber k\u00f6nnen sich die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland freuen. 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