{"id":27576,"date":"2013-05-05T07:32:03","date_gmt":"2013-05-05T05:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=27576"},"modified":"2013-05-05T07:32:03","modified_gmt":"2013-05-05T05:32:03","slug":"doppelbesteuerung-ausschuttungen-einer-franzosischen-sicav-bfh-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/doppelbesteuerung-ausschuttungen-einer-franzosischen-sicav-bfh-2\/","title":{"rendered":"Doppelbesteuerung | Aussch\u00fcttungen einer franz\u00f6sischen SICAV (BFH)"},"content":{"rendered":"<h2>Besteuerung von Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte an Sportveranstaltungen nach dem DBA-\u00d6sterreich &#8211; BFH-Urteil vom 13.06.12 \u00a0 I R 41\/11<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der I. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 13. Juni 2012 I R 41\/11 entschieden, dass Verg\u00fctungen, die eine im Ausland ans\u00e4ssige Gesellschaft f\u00fcr die \u00dcberlassung von Fernseh\u00fcbertragungsrechten an Sportveranstaltungen von einer im Inland ans\u00e4ssigen Gesellschaft erh\u00e4lt, nicht in Deutschland besteuert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im entschiedenen Fall hatte die Kl\u00e4gerin, eine in \u00d6sterreich ans\u00e4ssige GmbH, mit einer im Inland ans\u00e4ssigen Sportrechtevermarktungsgesellschaft Vertr\u00e4ge \u00fcber die \u00dcberlassung von Fernseh\u00fcbertragungsrechten abgeschlossen. Zweck der \u00dcberlassung war die Live\u00fcbertragung bzw. Aufzeichnung bestimmter internationaler Sportveranstaltungen im deutschen Fernsehen. Die inl\u00e4ndische Gesellschaft zahlte entsprechende Verg\u00fctungen an die Kl\u00e4gerin aus, behielt jedoch Steuerabzugsbetr\u00e4ge ein, die an das zust\u00e4ndige Finanzamt abgef\u00fchrt wurden. Die Kl\u00e4gerin beantragte daraufhin beim beklagten Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern (BZSt) die Erstattung dieser einbehaltenen Betr\u00e4ge, da aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik \u00d6sterreich (DBA-\u00d6sterreich) Deutschland kein Besteuerungsrecht an diesen Verg\u00fctungen zustehe. Dem waren zun\u00e4chst das BZSt und dann das Finanzgericht nicht gefolgt. Der BFH gab nun der Kl\u00e4gerin Recht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Entscheidung des BFH ordnet das DBA-\u00d6sterreich in seinem Art. 17 (zur Besteuerung von K\u00fcnstlern und Sportlern) das Besteuerungsrecht dem anderen Vertragsstaat zu, in dem der Rechteinhaber ans\u00e4ssig ist (hier \u00d6sterreich). Die Verg\u00fctungen f\u00fcr die Fernseh\u00fcbertragungsrechte, welche vom Rechteinhaber erworben werden, werden geleistet, um die Sportveranstaltung im Fernsehen zeigen zu d\u00fcrfen. In der \u00dcbertragung schlagen sich zwar ma\u00dfgeblich auch die sportlichen T\u00e4tigkeiten der einzelnen Sportler nieder. Bei Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte handelt es sich aber nicht um Eink\u00fcnfte des Sportlers selbst. Dies ist nach Auffassung des BFH aber Voraussetzung, um zu einer Besteuerung dieser Eink\u00fcnfte im Quellenstaat (hier Deutschland) kommen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.6.2012, I R 41\/11<\/p>\n<p>Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte nach dem DBA-\u00d6sterreich 2000 &#8211; Abkommensrechtliche Beurteilung der T\u00e4tigkeit des Veranstalters von Sportveranstaltungen<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Art. 17 Abs. 1 S\u00e4tze 2 und 3 DBA-\u00d6sterreich 2000 setzt nicht voraus, dass Verg\u00fctungen aus einer im anderen Staat pers\u00f6nlich ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit bezogen werden. Es muss sich jedoch um Verg\u00fctungen handeln, die dem Sportler selbst gezahlt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Bei Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte handelt es sich nicht um Eink\u00fcnfte des K\u00fcnstlers oder Sportlers (Anschluss an Senatsurteil vom 4. M\u00e4rz 2009 I R 6\/07, BFHE 224, 353, BStBl II 2009, 625).<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob der Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) f\u00fcr die auf ihre Eink\u00fcnfte aus der \u00dcberlassung von Fernseh\u00fcbertragungsrechten einbehaltenen und abgef\u00fchrten Abzugsteuern nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) ein Freistellungsbescheid zu erteilen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin, eine in \u00d6sterreich ans\u00e4ssige GmbH, unterhielt in den Streitjahren 2006 und 2007 in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) weder eine Betriebsst\u00e4tte noch hatte sie einen st\u00e4ndigen Vertreter. Ihr Unternehmensgegenstand ist die Vermarktung von Rechten im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen. Im Rahmen dieser Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit schloss sie mit der in Deutschland ans\u00e4ssigen B-GmbH in den Jahren 2005 bis 2007 Vertr\u00e4ge \u00fcber die \u00dcberlassung von Fernseh\u00fcbertragungsrechten an n\u00e4her bezeichneten internationalen Sportveranstaltungen ab, die zum Teil in Deutschland stattfanden. Zweck der \u00dcberlassung war die Live\u00fcbertragung oder Nachverwertung von Aufzeichnungen der bezeichneten Sportveranstaltungen im deutschen Fernsehen. Aufgrund dieser Vertr\u00e4ge zahlte die B-GmbH in den Streitjahren die in den Vertr\u00e4gen vereinbarten Brutto-Verg\u00fctungen und behielt hiervon gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a050a Abs.\u00a04 EStG 2002 Abzugsbetr\u00e4ge zur K\u00f6rperschaftsteuer ein, die sie an das zust\u00e4ndige Finanzamt abf\u00fchrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit mehreren seit dem 11.\u00a0April 2006 gestellten Antr\u00e4gen beantragte die Kl\u00e4gerin beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern &#8211;BZSt&#8211;) nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 und\u00a02 EStG 2002 i.V.m. \u00a7\u00a031 Abs.\u00a01 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002) zun\u00e4chst die Freistellung von Abzugsteuern und sodann die Erstattung der einbehaltenen und abgef\u00fchrten Steuerabzugsbetr\u00e4ge aufgrund des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik \u00d6sterreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm\u00f6gen vom 24.\u00a0August 2000 (BGBl II 2002, 734, BStBl I 2002, 584) &#8211;DBA-\u00d6sterreich 2000&#8211;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das BZSt lehnte den Erlass einer Freistellungsbescheinigung sowie eines Freistellungsbescheides auf der Grundlage des \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 und\u00a02 EStG 2002 ab. Es vertrat die Ansicht, dass nach Art.\u00a017 DBA-\u00d6sterreich 2000 das Besteuerungsrecht an den Verg\u00fctungen Deutschland zustehe. Das Finanzgericht (FG) K\u00f6ln wies die anschlie\u00dfende Klage, mit der die Kl\u00e4gerin nur noch die Erstattung der abgef\u00fchrten Betr\u00e4ge begehrte, mit Urteil vom 17.\u00a0M\u00e4rz 2011\u00a0\u00a02\u00a0K\u00a02278\/08 (abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1428) ab. Es war der Auffassung, dass der Kl\u00e4gerin kein Erstattungsanspruch hinsichtlich der einbehaltenen und abgef\u00fchrten Steuerabzugsbetr\u00e4ge zustehe, da nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 und Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 das Besteuerungsrecht an den streitigen Verg\u00fctungen Deutschland als Quellenstaat zustehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung materiellen Rechts und beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>das FG-Urteil sowie die angefochtenen Bescheide aufzuheben und das BZSt zu verpflichten, in Bezug auf die von der Verg\u00fctungsschuldnerin B-GmbH f\u00fcr die Kl\u00e4gerin einbehaltenen und abgef\u00fchrten Steuerabzugsbetr\u00e4ge in H\u00f6he von &#8230; einen Freistellungsbescheid zu erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das BZSt beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl\u00e4gerin ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zum Ausspruch der begehrten Verpflichtung (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das BZSt ist verpflichtet, der Kl\u00e4gerin einen Freistellungsbescheid nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 Satz 3 EStG 2002 in Bezug auf die von der Verg\u00fctungsschuldnerin f\u00fcr die Kl\u00e4gerin einbehaltenen und abgef\u00fchrten Steuerabzugsbetr\u00e4ge in H\u00f6he von &#8230; zu erteilen. Die inl\u00e4ndische Besteuerung der an die Kl\u00e4gerin gezahlten Verg\u00fctungen f\u00fcr die \u00dcberlassung von Fernseh\u00fcbertragungsrechten war nach Ma\u00dfgabe des DBA-\u00d6sterreich 2000 ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Auf Eink\u00fcnfte, die dem Steuerabzug aufgrund des \u00a7\u00a050a EStG 2002 &#8211;im Streitfall des \u00a7\u00a050a Abs.\u00a04 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a049 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0d EStG 2002 und \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 und \u00a7\u00a031 Abs.\u00a01 KStG 2002&#8211; unterliegen, sind nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG 2002 die Vorschriften \u00fcber die Einbehaltung, Abf\u00fchrung und Anmeldung der Steuer &#8211;im Streitfall nach \u00a7\u00a050a Abs.\u00a05 Satz\u00a01 bis 3 EStG 2002&#8211; durch den Schuldner der Verg\u00fctungen i.S. des \u00a7\u00a050a EStG 2002 auch dann anzuwenden, wenn sie nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung &#8211;im Streitfall dem DBA-\u00d6sterreich 2000&#8211; nicht besteuert werden k\u00f6nnen. Unber\u00fchrt davon bleibt nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 Satz\u00a02 EStG 2002 der Anspruch des Gl\u00e4ubigers der Verg\u00fctungen auf v\u00f6llige oder teilweise Erstattung der einbehaltenen und abgef\u00fchrten Steuer. Die Erstattung erfolgt auf Antrag des Gl\u00e4ubigers der Verg\u00fctungen auf der Grundlage eines Freistellungsbescheids nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG 2002. Voraussetzung f\u00fcr die Erteilung eines Freistellungsbescheids und der nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 Satz\u00a04 EStG 2002 hieran ankn\u00fcpfenden Auszahlung des zu erstattenden Betrags ist neben weiteren &#8211;im Streitfall unproblematischen&#8211; Voraussetzungen, dass die Eink\u00fcnfte, von der die Abzugsteuer einbehalten und abgef\u00fchrt worden ist, nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nicht besteuert werden k\u00f6nnen. Im Streitfall konnten die Verg\u00fctungen nicht nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a02 und 3 i.V.m. Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 in Deutschland besteuert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 d\u00fcrfen ungeachtet der Art.\u00a07, 14 und 15 Eink\u00fcnfte, die eine in einem Vertragsstaat ans\u00e4ssige Person u.a. als Sportler aus ihrer im anderen Vertragsstaat pers\u00f6nlich ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit bezieht, im anderen Staat besteuert werden. Ungeachtet auch des Art.\u00a012 d\u00fcrfen nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 Verg\u00fctungen jeder Art, die f\u00fcr die Benutzung oder das Recht auf Benutzung des Namens, des Bildes oder sonstiger Pers\u00f6nlichkeitsrechte dieser Person gezahlt werden, im anderen Vertragsstaat auch dann besteuert werden, wenn dort keine pers\u00f6nliche T\u00e4tigkeit ausge\u00fcbt wird. Entsprechendes gilt gem\u00e4\u00df Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 f\u00fcr Eink\u00fcnfte aus der Duldung von Aufzeichnungen und \u00dcbertragungen von k\u00fcnstlerischen und sportlichen Darbietungen durch Rundfunk und Fernsehen. Flie\u00dfen Eink\u00fcnfte der in Abs.\u00a01 des Art.\u00a017 DBA-\u00d6sterreich 2000 genannten Art nicht dem Sportler selbst, sondern einer anderen Person zu, so d\u00fcrfen nach Art.\u00a017 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 deren Eink\u00fcnfte ungeachtet der Art.\u00a07, 12, 14 und 15 in dem Vertragsstaat besteuert werden, aus dem sie stammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl\u00e4gerin Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte von der B-GmbH bezogen hat, handelt es sich um Eink\u00fcnfte, die einer &#8222;anderen Person&#8220; i.S. des Art.\u00a017 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 zugeflossen sind. Dies steht zwischen den Beteiligten nicht in Streit und muss nicht n\u00e4her ausgef\u00fchrt werden. Art.\u00a017 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 setzt jedoch weiter voraus, dass es sich um Eink\u00fcnfte der in Abs.\u00a01 genannten Art handelt. Soweit die Vorinstanz dies unter Berufung auf den Wortlaut von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a02 und 3 DBA-\u00d6sterreich 2000 bejaht hat, kann dem nicht gefolgt werden. Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 setzt zwar ebenso wie Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 &#8211;im Unterschied zu Art.\u00a017 Abs.\u00a02 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm\u00f6gen (OECD-MustAbk) oder Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm\u00f6gen vom 11.\u00a0August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) &#8211;DBA-Schweiz&#8211; nicht voraus, dass die Verg\u00fctungen aus einer im anderen Staat pers\u00f6nlich ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit bezogen werden. Es muss sich jedoch um Verg\u00fctungen handeln, die dem Sportler gezahlt werden. Dies ist bei Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte, die vom Veranstalter selbst oder \u00fcber einen Dritten \u00fcberlassen werden, nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte werden geleistet, um die Sportveranstaltung im Fernsehen zeigen zu d\u00fcrfen. In der \u00dcbertragung schlagen sich zwar ma\u00dfgeblich auch die sportlichen T\u00e4tigkeiten der einzelnen Sportler nieder. Letztlich beruht eine solche Veranstaltung aber auf einer Vielzahl von organisatorischen, technischen, kaufm\u00e4nnischen und sonstigen T\u00e4tigkeiten (z.B. die \u00dcberlassung der Sportst\u00e4tte, die Organisation des Wettkampfs etc.), die vom Veranstalter, ggf. unter Einschaltung weiterer Personen, erbracht und koordiniert werden. Die verschiedenen T\u00e4tigkeiten des Veranstalters stellen sich in ihrer Gesamtheit als eine origin\u00e4r ihm zuzurechnende Leistung dar. Dementsprechend geht auch die zivilgerichtliche Rechtsprechung davon aus, dass die Fernseh\u00fcbertragungsrechte dem Veranstalter in seiner Eigenschaft als solchem zustehen und er sie nicht aus Rechtspositionen der teilnehmenden Sportler ableitet (z.B. Bundesgerichtshof, Beschluss vom 14.\u00a0M\u00e4rz 1990 KVR\u00a04\/88, BGHZ 110, 371; Oberlandesgericht Stuttgart, Urteil vom 19.\u00a0M\u00e4rz 2009\u00a0\u00a02\u00a0U\u00a047\/08, Zeitschrift f\u00fcr Sport und Recht 2009, 252; f\u00fcr einen Teil der Eink\u00fcnfte hierauf abstellend auch Hahn-Joecks, Zur Problematik der Besteuerung ausl\u00e4ndischer K\u00fcnstler und Sportler, 1999, S.\u00a0137). Werden die \u00dcbertragungsrechte vom Veranstalter des Sportereignisses an einen Dritten \u00fcberlassen, sind die von dem Dritten daf\u00fcr vereinnahmten Verg\u00fctungen nicht f\u00fcr die pers\u00f6nlich ausge\u00fcbte T\u00e4tigkeit der an den Veranstaltungen beteiligten einzelnen Sportler gezahlt worden. Vielmehr handelt es sich um Eink\u00fcnfte, die ihrem Wesen nach der T\u00e4tigkeit des jeweiligen Veranstalters entstammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) F\u00fcr die T\u00e4tigkeit eines Veranstalters hat der erkennende Senat in einem Fall zum DBA-Schweiz entschieden, dass dessen T\u00e4tigkeit nicht zu den von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-Schweiz erfassten T\u00e4tigkeiten geh\u00f6rt (Senatsurteil vom 4.\u00a0M\u00e4rz 2009 I\u00a0R\u00a06\/07, BFHE 224, 353, BStBl II 2009, 625). Er hat sich dabei ma\u00dfgebend darauf gest\u00fctzt, dass die fragliche Regelung im DBA-Schweiz &#8211;ebenso wie im OECD-MustAbk&#8211; an die pers\u00f6nlich ausge\u00fcbte T\u00e4tigkeit als Sportler ankn\u00fcpft. Jedenfalls aus abkommensrechtlicher Sicht stellt sich die T\u00e4tigkeit des Veranstalters damit lediglich als Verwertung der durch die einzelnen Sportler pers\u00f6nlich erbrachten T\u00e4tigkeiten dar. Die Verwertung wird aber von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-Schweiz nicht erfasst. Dies gilt f\u00fcr die insoweit wortgleiche Regelung in Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 entsprechend. Eine unmittelbar an den Veranstalter gezahlte Verg\u00fctung f\u00fcr die (Live-)Fernseh\u00fcbertragungsrechte f\u00e4llt somit nicht unter Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 wird allerdings durch Art.\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a02 und 3 DBA-\u00d6sterreich 2000 erg\u00e4nzt. Abweichend von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 wird nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 f\u00fcr Verg\u00fctungen jeder Art, die f\u00fcr die Benutzung oder das Recht auf Benutzung des Namens, des Bildes oder sonstiger Pers\u00f6nlichkeitsrechte dieser Person gezahlt werden, nicht mehr auf eine pers\u00f6nlich ausge\u00fcbte T\u00e4tigkeit des K\u00fcnstlers oder Sportlers im Quellenstaat abgestellt. Entsprechendes gilt nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 f\u00fcr Eink\u00fcnfte aus der Duldung von Aufzeichnungen und \u00dcbertragungen von k\u00fcnstlerischen und sportlichen Darbietungen durch Rundfunk und Fernsehen. Das Urteil des Senats in BFHE 224, 353, BStBl II 2009, 625 zur Rechtslage nach dem DBA-Schweiz, in dem vergleichbare Regelungen fehlen, kann daher nicht ohne Weiteres auf die Rechtslage nach dem DBA-\u00d6sterreich \u00fcbertragen werden. Entgegen der Vorinstanz ist daraus jedoch nicht der Schluss zu ziehen, nach dem Wortlaut von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a02 und 3 DBA-\u00d6sterreich 2000 k\u00f6nnten alle Eink\u00fcnfte aus der Verwertung einer k\u00fcnstlerischen oder sportlichen Darbietung im Quellenstaat besteuert werden. Die Verg\u00fctungen m\u00fcssen zwar nicht aus einer im anderen Vertragsstaat pers\u00f6nlich ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit bezogen werden, es muss sich aber weiterhin um Verg\u00fctungen des K\u00fcnstlers oder Sportlers selbst handeln (vgl. Lang\/Stefaner in Debatin\/Wassermeyer, \u00d6sterreich Art.\u00a017 Rz\u00a015; dieselben, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2003, 829, 830; Stockmann in Vogel\/Lehner, DBA, 5.\u00a0Aufl., Art.\u00a017 Rz\u00a082; unklar Ma\u00dfbaum in Gosch\/Kroppen\/Grotherr, DBA, Art.\u00a017 DBA-\u00d6sterreich Rz\u00a026 einerseits, Rz\u00a041 andererseits).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aaa) Dies folgt in zweifelsfreier Deutlichkeit aus dem Wortlaut von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 (&#8222;dieser Person&#8220;) sowie Art.\u00a017 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000, der Eink\u00fcnfte erfassen will, die &#8222;nicht dem K\u00fcnstler oder Sportler selbst&#8220; zuflie\u00dfen. Der subjektbezogene Charakter des Art.\u00a017 DBA-\u00d6sterreich 2000 zeigt sich bereits in der \u00dcberschrift der Norm und setzt sich im systematischen Zusammenhang der einzelnen Abs\u00e4tze der Vorschrift fort. Wenn Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 dagegen auf &#8222;Eink\u00fcnfte aus der Duldung von Aufzeichnungen und \u00dcbertragungen von k\u00fcnstlerischen und sportlichen Darbietungen durch Rundfunk und Fernsehen&#8220; abstellt, wird der Bezug zu den Eink\u00fcnften des K\u00fcnstlers oder Sportlers nicht gel\u00f6st. Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 zielt &#8211;ebenso wie Satz\u00a02 der Vorschrift&#8211; ersichtlich (nur) darauf ab, das Quellenbesteuerungsrecht ohne R\u00fccksicht darauf zu erweitern, ob der betreffende K\u00fcnstler oder Sportler in diesem Staat auch tats\u00e4chlich seine k\u00fcnstlerischen oder sportlichen Aktivit\u00e4ten erbringt, und zwar &#8211;\u00fcber die Benutzung von Pers\u00f6nlichkeitsrechten des K\u00fcnstlers oder Sportlers nach Satz\u00a02 hinausgehend&#8211; auch f\u00fcr Verg\u00fctungen f\u00fcr die \u00dcberlassung bestimmter Verwertungsrechte. Die tatbestandlichen Grunderfordernisse der vorangehenden S\u00e4tze\u00a01 und 2 der Vorschrift und damit auch jener Bezug zu den Eink\u00fcnften der K\u00fcnstler und Sportler selbst bleiben dadurch aber unber\u00fchrt. Indem Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 \u00fcber die Worte &#8222;Entsprechendes gilt&#8220; an die Regelung in Art.\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a01 und 2 DBA-\u00d6sterreich 2000 ankn\u00fcpft, kommt dies hinl\u00e4nglich klar zum Ausdruck. Best\u00e4tigt wird dieses Verst\u00e4ndnis nicht zuletzt durch Abs.\u00a02 der Vorschrift. Denn ein anderweitiges Regelungsverst\u00e4ndnis, von Art.\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 dahingehend, dass losgel\u00f6st von Eink\u00fcnften des K\u00fcnstlers oder Sportlers alle Eink\u00fcnfte aus Aufzeichnungen und \u00dcbertragungen durch Rundfunk und Fernsehen dem Quellenstaat zugeordnet werden, h\u00e4tte zur Folge, dass f\u00fcr derartige Eink\u00fcnfte ein R\u00fcckgriff auf Art.\u00a017 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 nicht mehr erforderlich w\u00e4re. Eines Durchgriffs auf eine &#8222;andere Person&#8220; bed\u00fcrfte es nicht, wenn bereits \u00fcber die Grundnorm in Art.\u00a017 Abs.\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 andere Eink\u00fcnfte als die Eink\u00fcnfte des K\u00fcnstlers oder Sportlers selbst zu erfassen w\u00e4ren. Abs.\u00a02 der Vorschrift nimmt aber unterschiedslos auf (alle) Eink\u00fcnfte der in Abs.\u00a01 genannten Art Bezug und l\u00e4sst nicht erkennen, dass ihm bezogen auf Abs.\u00a01 Satz\u00a03 lediglich deklaratorische Bedeutung zuk\u00e4me. Dass Letzteres ausgeschlossen ist, belegt vielmehr der Abgleich mit Art.\u00a017 Abs.\u00a02 OECD-MustAbk, der das (Quellen-)Besteuerungsrecht im Falle des K\u00fcnstler- oder Sportlerdurchgriffs wie beschrieben demjenigen Vertragsstaat zuweist, &#8222;in dem der K\u00fcnstler oder Sportler seine T\u00e4tigkeit aus\u00fcbt&#8220;; Art.\u00a017 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000 weist das Besteuerungsrecht f\u00fcr diese F\u00e4lle demgegen\u00fcber dem Vertragsstaat zu, aus dem die Eink\u00fcnfte &#8222;stammen&#8220;, was unter den Vorgaben der nach Art.\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a02 und 3 DBA-\u00d6sterreich 2000 gegen\u00fcber Satz\u00a01 erweiterten Einkunftskategorien allein dann &#8222;Sinn&#8220; macht, wenn es sich auch auf alle drei dieser Kategorien bezieht (Lang\/Stefaner, IStR 2003, 829, 836).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bbb) Bei Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte handelt es sich nicht um Eink\u00fcnfte des K\u00fcnstlers oder Sportlers. Dies hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 224, 353, BStBl II 2009, 625 bereits zur Rechtslage nach dem DBA-Schweiz entschieden. Es ist kein Grund ersichtlich, warum dies f\u00fcr die Rechtslage nach dem DBA-\u00d6sterreich anders beurteilt werden sollte. Es mag zwar richtig sein, dass die an der Veranstaltung beteiligten Organisationen vom Veranstalter h\u00e4ufig Zahlungen erhalten werden, die sie ihrerseits vollst\u00e4ndig oder zum Teil zur Honorierung der f\u00fcr sie t\u00e4tigen Sportler verwenden. Dadurch werden die hier zu beurteilenden Verg\u00fctungen aber nicht zur G\u00e4nze oder anteilig zu Entgelten f\u00fcr den Auftritt der Sportler. Denn die Sportler erhalten die ihnen zustehenden Verg\u00fctungen aufgrund eigenst\u00e4ndiger vertraglicher Beziehungen mit Dritten, und jene Verg\u00fctungen k\u00f6nnen auch bei wirtschaftlicher Betrachtung nicht im Sinne einer (teilweisen) Weiterleitung der Entgelte f\u00fcr die \u00dcbertragungsrechte verstanden werden. Vielmehr vollziehen sich beide Vorg\u00e4nge auf unterschiedlichen Ebenen und &#8211;vor allem&#8211; in nur mittelbar zusammenh\u00e4ngenden Gesch\u00e4ftskreisen. Das reicht f\u00fcr die Anwendung des Art.\u00a017 Abs.\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 auf die an die Kl\u00e4gerin gezahlten Verg\u00fctungen nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Eine andere Beurteilung ist auch nicht geboten, wenn man &#8211;bezogen auf die Streitjahre r\u00fcckwirkend&#8211; die Konsultationsvereinbarung zwischen dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) der Bundesrepublik Deutschland und dem BMF der Republik \u00d6sterreich vom 9.\/12.\u00a0Juli 2010 in BStBl I 2010, 647, in die \u00dcberlegungen einbezieht. Zwar ist es nicht ausgeschlossen, die Abkommenspraxis der Vertragsstaaten, wie sie in einer Verst\u00e4ndigungsvereinbarung oder Konsultationsvereinbarung zum Ausdruck kommt, bei der Abkommensauslegung zu ber\u00fccksichtigen (Grundsatz der Entscheidungsharmonie; vgl. Senatsurteil vom 2.\u00a0September 2009 I\u00a0R\u00a090\/08, BFHE 226, 267, BStBl II 2010, 394). Ein \u00fcbereinstimmendes Abkommensverst\u00e4ndnis und eine gemeinsame \u00dcbung der beteiligten Finanzverwaltungen k\u00f6nnen weiterhin nach Art.\u00a031 des Wiener \u00dcbereinkommens \u00fcber das Recht der Vertr\u00e4ge vom 23.\u00a0Mai 1969 (BGBl II 1985, 927), in innerstaatliches Recht transformiert seit Inkrafttreten des Zustimmungsgesetzes vom 3.\u00a0August 1985 (BGBl II 1985, 926) am 20.\u00a0August 1987 (BGBl II 1987, 757), f\u00fcr eine Abkommensauslegung bedeutsam sein. Dies aber immer nur insofern, als sie sich aus dem Wortlaut des Abkommens ableiten lassen. Der Abkommenswortlaut, nicht aber eine Verst\u00e4ndigungsvereinbarung stellt in abschlie\u00dfender Weise die &#8222;Grenzmarke&#8220; f\u00fcr das &#8222;richtige&#8220; Abkommensverst\u00e4ndnis dar (Senatsurteil in BFHE 226, 267, BStBl II 2010, 394; s. auch Senatsurteile vom 2.\u00a0September 2009 I\u00a0R\u00a0111\/08, BFHE 226, 276, BStBl II 2010, 387; vom 11.\u00a0November 2009 I\u00a0R\u00a084\/08, BFHE 227, 410, BStBl II 2010, 390; vom 11.\u00a0November 2009 I\u00a0R\u00a015\/09, BFHE 227, 419, BStBl II 2010, 602, und vom 12.\u00a0Oktober 2011 I\u00a0R\u00a015\/11, BFH\/NV 2012, 640).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>An dieser Grenze scheitert im Streitfall die vom BZSt verfochtene Zuordnung der Entgelte f\u00fcr die \u00dcbertragung und Aufzeichnung u.a. sportlicher Darbietungen durch Rundfunk und Fernsehen zum Quellenstaat, auch wenn diese Verg\u00fctungen von einer oder \u00fcber eine Verwertungsgesellschaft gezahlt werden. Denn dem Wortlaut des Abkommens und dem systematischen Verst\u00e4ndnis der Vorschrift des Art.\u00a017 DBA-\u00d6sterreich 2000 ist zu entnehmen, dass es sich um Eink\u00fcnfte des K\u00fcnstlers oder Sportlers selbst handeln muss. Dem wird eine &#8211;vom BZSt der Konsultationsvereinbarung entnommene&#8211; Zuordnung jeder Art von Entgelten f\u00fcr die Aufzeichnung und \u00dcbertragung durch Rundfunk oder Fernsehen nicht gerecht. Den von der Revision formulierten Zweifeln, ob die Konsultationsvereinbarung im Sinne des BZSt zu interpretieren ist, muss daher nicht weiter nachgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Unter welche andere Bestimmung des DBA-\u00d6sterreich die in Rede stehenden Verg\u00fctungen fallen, kann im Streitfall offenbleiben. Denn keine der in Betracht kommenden Vorschriften gestattet eine Besteuerung in Deutschland. Handelte es sich um Lizenzgeb\u00fchren i.S. des Art.\u00a012 Abs.\u00a02 DBA-\u00d6sterreich 2000, w\u00e4re gem\u00e4\u00df Art.\u00a012 Abs.\u00a01 DBA-\u00d6sterreich 2000 nur \u00d6sterreich als Ans\u00e4ssigkeitsstaat der Kl\u00e4gerin steuerberechtigt. Dasselbe g\u00e4lte, wenn die \u00dcberlassung der \u00dcbertragungsrechte aufgrund ihres &#8222;verbrauchenden&#8220; Charakters als &#8222;Ver\u00e4u\u00dferung&#8220; i.S. des Art.\u00a013 Abs.\u00a03 DBA-\u00d6sterreich 2000 anzusehen w\u00e4re (vgl. dazu Senatsurteil vom 16.\u00a0Mai 2001 I\u00a0R\u00a064\/99, BFHE 196, 210, BStBl II 2003, 641). Unternehmensgewinne i.S. des Art.\u00a07 DBA-\u00d6sterreich 2000 k\u00f6nnen ausgeschlossen werden, da die Kl\u00e4gerin im Inland keine Betriebsst\u00e4tte unterhalten hat und auch keinen st\u00e4ndigen Vertreter hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Vorinstanz hat ein abweichendes Rechtsverst\u00e4ndnis vertreten. Die Sache ist spruchreif und der Klage stattzugeben. Der Kl\u00e4gerin ist ein Freistellungsbescheid nach \u00a7\u00a050d Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG 2002 wie beantragt zu erteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besteuerung von Verg\u00fctungen f\u00fcr Fernseh\u00fcbertragungsrechte an Sportveranstaltungen nach dem DBA-\u00d6sterreich &#8211; BFH-Urteil vom 13.06.12 \u00a0 I R 41\/11 &nbsp; Der I. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 13. 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