{"id":28475,"date":"2013-05-09T10:59:21","date_gmt":"2013-05-09T08:59:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=28475"},"modified":"2013-05-09T10:59:21","modified_gmt":"2013-05-09T08:59:21","slug":"voraussetzungen-fur-die-darlegung-von-verfahrensmangeln-rechtliches-gehor-uberraschungsentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/voraussetzungen-fur-die-darlegung-von-verfahrensmangeln-rechtliches-gehor-uberraschungsentscheidung\/","title":{"rendered":"Voraussetzungen f\u00fcr die Darlegung von Verfahrensm\u00e4ngeln &#8211; rechtliches Geh\u00f6r &#8211; \u00dcberraschungsentscheidung"},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2013, IX B 180\/12<\/p>\n<p>Voraussetzungen f\u00fcr die Darlegung von Verfahrensm\u00e4ngeln &#8211; rechtliches Geh\u00f6r &#8211; \u00dcberraschungsentscheidung<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Zulassung der Revision gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. So kann die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) mit ihrer R\u00fcge, das Finanzgericht (FG) habe seine Sachaufkl\u00e4rungspflicht verletzt und angebotene Beweise zu Unrecht nicht erhoben, schon deshalb nicht geh\u00f6rt werden, weil die insoweit einschl\u00e4gige Norm des \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung die Prozessbeteiligten &#8211;ausdr\u00fccklich oder durch Unterlassen einer R\u00fcge&#8211; verzichten k\u00f6nnen (\u00a7\u00a0155 FGO i.V.m. \u00a7\u00a0295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;). Aus dem insoweit ma\u00dfgeblichen Sitzungsprotokoll (vgl. \u00a7\u00a094 FGO i.V.m. \u00a7\u00a0160 Abs.\u00a04, \u00a7\u00a0164 ZPO) ergibt sich nicht, dass das \u00dcbergehen von Beweisantr\u00e4gen ger\u00fcgt worden ist, obwohl das Gericht darauf hingewiesen hat, dass es &#8222;beabsichtige, sein Urteil ohne weiteren Termin zu f\u00e4llen&#8220;; vielmehr hat die Kl\u00e4gerin lediglich weiteren Sachvortrag angek\u00fcndigt. Die Kl\u00e4gerin hat auch nicht vorgetragen, dass in der m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem FG die Protokollierung einer entsprechenden R\u00fcge verlangt und &#8211;im Falle der Weigerung des Gerichts, die Protokollierung vorzunehmen&#8211; eine Protokollberichtigung beantragt worden ist (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.\u00a0November 1999 II\u00a0B\u00a014\/99, BFH\/NV 2000, 582, m.w.N.). Unbeschadet davon l\u00e4sst die Beschwerdebegr\u00fcndung nicht erkennen, weshalb sich dem FG auf der Grundlage seines materiell-rechtlichen Standpunktes eine weitere Sachverhaltsaufkl\u00e4rung auch ohne entsprechende Beweisantr\u00e4ge h\u00e4tte aufdr\u00e4ngen m\u00fcssen (vgl. BFH-Beschluss vom 28.\u00a0Juli 2004 IX\u00a0B\u00a0136\/03, BFH\/NV 2005, 43, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Kl\u00e4gerin macht auch zu Unrecht geltend, das FG habe eine \u00dcberraschungsentscheidung erlassen und dadurch ihren Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r verletzt (Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes, \u00a7\u00a096 Abs.\u00a02 FGO und \u00a7\u00a076 Abs.\u00a02 FGO). Eine solche \u00dcberraschungsentscheidung liegt vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er\u00f6rterten rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gesichtspunkt st\u00fctzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber\u00fccksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (BFH-Beschluss vom 2.\u00a0April 2002 X\u00a0B\u00a056\/01, BFH\/NV 2002, 947). Danach liegt im Streitfall keine \u00dcberraschungsentscheidung vor; denn die Frage des fehlenden Nachweises der Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht hinsichtlich des Objekts X ist vom FG nicht erst mit dem Endurteil in das Verfahren eingebracht worden, sondern war zum einen schon Gegenstand der gerichtlichen Verf\u00fcgung vom 3.\u00a0Januar 2011, mit der das Gericht die Kl\u00e4gerin gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a079b Abs.\u00a02 FGO aufgefordert hat, &#8222;die Vermietungsabsicht glaubhaft zu machen&#8220; und wurde zum anderen ausf\u00fchrlich in der m\u00fcndlichen Verhandlung thematisiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2013, IX B 180\/12 Voraussetzungen f\u00fcr die Darlegung von Verfahrensm\u00e4ngeln &#8211; rechtliches Geh\u00f6r &#8211; \u00dcberraschungsentscheidung Gr\u00fcnde 1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Zulassung der Revision gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen nicht vor. 2 1. 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