{"id":28481,"date":"2013-05-09T11:07:02","date_gmt":"2013-05-09T09:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=28481"},"modified":"2013-05-09T11:07:02","modified_gmt":"2013-05-09T09:07:02","slug":"darlegung-der-grundsatzlichen-bedeutung-wegen-behaupteter-verfassungswidrigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/darlegung-der-grundsatzlichen-bedeutung-wegen-behaupteter-verfassungswidrigkeit\/","title":{"rendered":"Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung wegen behaupteter Verfassungswidrigkeit"},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2013, III B 158\/12<\/p>\n<p>Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung wegen behaupteter Verfassungswidrigkeit des \u00a7 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 Buchst. b EStG<\/p>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist die Mutter von zwei am \u2026 November 1992 und \u2026 Oktober 1993 geborenen Kindern. Sie ist Staatsangeh\u00f6rige von Serbien-Montenegro und war zun\u00e4chst im Besitz einer Aufenthaltsbefugnis, wobei ihr eine selbst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit oder vergleichbare unselbst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit im Inland nicht gestattet war. Ab dem 12.\u00a0November 2003 wurde der Kl\u00e4gerin eine unbefristete Arbeitsgenehmigung erteilt. Mit G\u00fcltigkeit ab 22.\u00a0August 2005 erhielt die Kl\u00e4gerin eine Aufenthaltserlaubnis nach \u00a7\u00a025 Abs.\u00a05 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG). Mit Schreiben vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2006 teilte das zust\u00e4ndige Landratsamt mit, dass die Kl\u00e4gerin Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erh\u00e4lt und sozialversicherungspflichtig erwerbst\u00e4tig ist. Zugleich wurde ein Erstattungsanspruch auf das der Kl\u00e4gerin zustehende Kindergeld geltend gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) setzte daraufhin ab M\u00e4rz 2006 Kindergeld zugunsten der Kl\u00e4gerin fest, wobei sie den Anspruch f\u00fcr die Monate M\u00e4rz bis Mai 2006 durch den geltend gemachten Erstattungsanspruch des Landratsamts als erf\u00fcllt ansah und das Kindergeld ab Juni 2006 laufend an die Kl\u00e4gerin auszahlte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auf Anfrage der Familienkasse teilte die Kl\u00e4gerin mit Schreiben vom 12.\u00a0Dezember 2007 mit, dass sie keiner Besch\u00e4ftigung nachgehe und Arbeitslosengeld II (ALG\u00a0II) beziehe. Aus weiteren Nachweisen ergab sich, dass der Kl\u00e4gerin eine ab dem 16.\u00a0Oktober 2007 g\u00fcltige Aufenthaltserlaubnis nach \u00a7\u00a025 Abs.\u00a05 AufenthG erteilt wurde und ein bei einer Zeitarbeitsfirma bestehendes Arbeitsverh\u00e4ltnis zum 10.\u00a0Mai 2006 gek\u00fcndigt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse hob daraufhin mit Bescheid vom 3.\u00a0Juni 2008 die Kindergeldfestsetzung ab Juni 2006 auf und forderte das f\u00fcr den Zeitraum Juni 2006 bis Dezember 2007 bereits ausbezahlte Kindergeld in H\u00f6he von 5.852\u00a0EUR von der Kl\u00e4gerin zur\u00fcck. Den hiergegen gerichteten Einspruch wies die Familienkasse mit Einspruchsentscheidung vom 31.\u00a0Juli 2008 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage als unbegr\u00fcndet ab. Zur Begr\u00fcndung verwies es im Wesentlichen darauf, dass die Kl\u00e4gerin die Voraussetzungen des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c i.V.m. Nr.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht erf\u00fcllt habe, da sie im Streitzeitraum nicht erwerbst\u00e4tig gewesen sei, sondern ALG\u00a0II-Leistungen erhalten habe. Ebenso habe sie die Voraussetzungen nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen F\u00f6derativen Republik Jugoslawien \u00fcber Soziale Sicherheit vom 12.\u00a0Oktober 1968 (BGBl II 1969, 1438) in der Fassung des \u00c4nderungsabkommens vom 30.\u00a0September 1974 (BGBl II 1975, 390) nicht erf\u00fcllt, da sie keine Arbeitnehmerin im Sinne dieses Abkommens gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehrt die Kl\u00e4gerin die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul\u00e4ssig und wird durch Beschluss verworfen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO). Die Kl\u00e4gerin hat die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde nicht in der durch \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO geforderten Art und Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Kl\u00e4gerin hat die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der von ihr herausgestellten Rechtsfrage nicht ordnungsgem\u00e4\u00df dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO setzt voraus, dass der Beschwerdef\u00fchrer eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage herausstellt, deren Kl\u00e4rung im Interesse der Allgemeinheit an der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der Fortentwicklung des Rechts erforderlich ist und die im konkreten Streitfall kl\u00e4rbar ist. Dazu ist auszuf\u00fchren, ob und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr\u00fcnden die Rechtsfrage umstritten ist. Vor allem sind, sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und \u00c4u\u00dferungen im Fachschrifttum vorhanden sind, eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Er\u00f6rterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl\u00e4rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl\u00e4rung bedarf (z.B. Senatsbeschluss vom 22.\u00a0Oktober 2003 III\u00a0B\u00a014\/03, BFH\/NV 2004, 224). Macht ein Beschwerdef\u00fchrer mit der Nichtzulassungsbeschwerde verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine gesetzliche Regelung geltend, so ist dar\u00fcber hinaus eine substantiierte, an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) und der einschl\u00e4gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des Bundesfinanzhofs (BFH) orientierte Auseinandersetzung mit der Problematik erforderlich (vgl. Senatsbeschluss vom 4.\u00a0Oktober 2010 III\u00a0B\u00a082\/10, BFH\/NV 2011, 38, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Kl\u00e4gerin die Rechtsfrage f\u00fcr grunds\u00e4tzlich bedeutsam erachtet, ob die Regelungen in \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c sowie Nr.\u00a03 EStG verfassungsgem\u00e4\u00df seien, entspricht die R\u00fcge nicht den o.g. Darlegungserfordernissen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl\u00e4gerin legt dar, durch die Regelung des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 EStG w\u00fcrden nicht freiz\u00fcgigkeitsberechtigte Ausl\u00e4nder, die lediglich im Besitz eines Aufenthaltstitels nach \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c EStG sind, sowie langj\u00e4hrig geduldete Ausl\u00e4nder ohne sachliche Rechtfertigung schlechter gestellt werden als Deutsche und Ausl\u00e4nder mit hinreichendem Aufenthaltstitel. Ferner versto\u00dfe es gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG), dass eine Kindergeldberechtigung im Falle eines gestatteten oder geduldeten Aufenthalts aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden von \u00fcber drei Jahren zwar beim Bezug von Leistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB\u00a0III), nicht hingegen beim Bezug von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB\u00a0II) entstehen k\u00f6nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Dieser Vortrag enth\u00e4lt keine den Anforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gen\u00fcgende Auseinandersetzung mit der einschl\u00e4gigen Rechtsprechung des BVerfG und des beschlie\u00dfenden Senats.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl\u00e4gerin der Auffassung ist, es sei bereits nicht sachlich gerechtfertigt, Ausl\u00e4nder mit Aufenthaltstiteln der in \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c EStG genannten Art oder langj\u00e4hrig geduldete Ausl\u00e4nder anders zu behandeln als Deutsche und Ausl\u00e4nder mit hinreichendem Aufenthaltstitel, setzt sie sich zum einen bereits nicht mit dem Umstand auseinander, dass das BVerfG im Beschluss vom 6.\u00a0Juli 2004\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a04\/97 (BVerfGE 111, 160) das gesetzgeberische Ziel, Kindergeld nur solchen Ausl\u00e4ndern zu gew\u00e4hren, von denen zu erwarten sei, dass sie auf Dauer in Deutschland bleiben, als solches nicht beanstandet hat. Vielmehr hielt es die fr\u00fchere Regelung des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 des Bundeskindergeldgesetzes nur f\u00fcr nicht geeignet, dieses Ziel zu erreichen. Zum anderen geht die Kl\u00e4gerin auch nicht auf die Rechtsprechung des beschlie\u00dfenden Senats (z.B. Senatsurteil vom 22.\u00a0November 2007 III\u00a0R\u00a054\/02, BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913; Senatsbeschluss vom 14.\u00a0Mai 2008 III\u00a0S\u00a022\/08, BFH\/NV 2008, 1330) ein, wonach bei der anzustellenden Prognose \u00fcber die Dauer des Aufenthalts zun\u00e4chst erwartet werden kann, dass sich ein Ausl\u00e4nder, dessen Aufenthalt lediglich geduldet ist, rechtstreu verh\u00e4lt und wieder ausreist oder dass ein Ausl\u00e4nder, der wegen eines Krieges in seinem Heimatland eine Aufenthaltserlaubnis nach \u00a7\u00a023 Abs.\u00a01 AufenthG oder eine Erlaubnis nach \u00a7\u00a7\u00a023a, 24, 25 Abs.\u00a03 bis 5 AufenthG erhalten hat, nach Wegfall der Gr\u00fcnde, die einer R\u00fcckkehr in sein Herkunftsland entgegenstanden, wieder heimkehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl\u00e4gerin meint, \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 Buchst.\u00a0b EStG differenziere in verfassungswidriger Weise zwischen einem Bezug von Sozialleistungen nach dem SGB\u00a0III und solchen nach dem SGB\u00a0II, setzt sie sich nicht hinreichend mit der Senatsrechtsprechung auseinander, wonach der Gesetzgeber verfassungskonform und im Rahmen des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums handelte, als er typisierend gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG einen Daueraufenthalt erst bei einem mindestens dreij\u00e4hrigen Aufenthalt im Bundesgebiet und bei Integration in den Arbeitsmarkt unterstellte (z.B. Senatsurteil in BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Auseinandersetzung mit der Senatsrechtsprechung zur Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c i.V.m. Nr.\u00a03 EStG war auch nicht deshalb entbehrlich, weil das BVerfG mit dem auf mehrere Vorlagen des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; (z.B. Vorlagebeschl\u00fcsse des BSG vom 3.\u00a0Dezember 2009 B\u00a010\u00a0EG\u00a05\/08\u00a0R, B\u00a010\u00a0EG\u00a06\/08\u00a0R sowie B\u00a010\u00a0EG\u00a07\/08\u00a0R, jeweils juris) ergangenen Beschluss vom 10.\u00a0Juli 2012\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a02-4\/10, 3\/11 (BGBl I 2012, 1898) den mit \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 Buchst.\u00a0b EStG wortgleichen \u00a7\u00a01 Abs.\u00a06 Nr.\u00a03 Buchst.\u00a0b des Gesetzes zum Erziehungsgeld und zur Elternzeit (BErzGG) wegen Versto\u00dfes gegen Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt hat. Denn insoweit w\u00e4re jedenfalls eine Auseinandersetzung mit der Senatsrechtsprechung erforderlich gewesen, wonach die vom BSG vorgebrachten verfassungsrechtlichen Bedenken bei Gew\u00e4hrung des steuerrechtlichen Kindergeldes nicht zum Tragen kommen, weil das Kindergeld, anders als das Erziehungsgeld (s. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BErzGG), als Einkommen auf die Sozialleistungen angerechnet (z.B. \u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 SGB\u00a0II in der im Streitzeitraum geltenden Fassung) oder an den Sozialleistungstr\u00e4ger erstattet (s. \u00a7\u00a074 Abs.\u00a02 EStG) oder an diesen abgezweigt (\u00a7\u00a074 Abs.\u00a01 Satz\u00a04 EStG) wird (vgl. Senatsbeschluss vom 9.\u00a0November 2012 III\u00a0B\u00a0138\/11, BFH\/NV 2013, 372). Danach br\u00e4chte eine Ausweitung der Kindergeldberechtigung nicht freiz\u00fcgigkeitsberechtigter Ausl\u00e4nder, die ihren Unterhalt mit Sozialleistungen nach dem SGB\u00a0II bestreiten, f\u00fcr diese in der Regel keine finanziellen Vorteile (Senatsurteil vom 7.\u00a0April 2011 III\u00a0R\u00a072\/09, BFH\/NV 2011, 1134, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Aus den gleichen Gr\u00fcnden scheidet eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) aus. Dieser Zulassungsgrund stellt einen Spezialfall der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO dar und setzt daher ebenfalls die Darlegung einer kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen und kl\u00e4rbaren Rechtsfrage voraus (Senatsbeschluss vom 30.\u00a0Januar 2012 III\u00a0B\u00a0153\/11, BFH\/NV 2012, 705, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Eine Revisionszulassung kommt schlie\u00dflich auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO) in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Macht der Beschwerdef\u00fchrer geltend, die Revision sei zuzulassen, weil die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordere, so muss er in der Beschwerdebegr\u00fcndung substantiiert aufzeigen, inwieweit \u00fcber eine entscheidungserhebliche Rechtsfrage unterschiedliche Auffassungen bei den Gerichten bestehen oder welche sonstigen vergleichbaren Gr\u00fcnde eine h\u00f6chstrichterliche Entscheidung gebieten (vgl. z.B. Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a040\u00a0ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr\u00fcndung legt indessen weder dar, inwieweit die angegriffene Entscheidung des FG von der Entscheidung eines anderen Gerichts abweicht, noch macht sie die Voraussetzungen eines sonstigen nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO die Revisionszulassung rechtfertigenden Grundes geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2013, III B 158\/12 Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung wegen behaupteter Verfassungswidrigkeit des \u00a7 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 Buchst. b EStG Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist die Mutter von zwei am \u2026 November 1992 und \u2026 Oktober 1993 geborenen Kindern. Sie ist Staatsangeh\u00f6rige von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/darlegung-der-grundsatzlichen-bedeutung-wegen-behaupteter-verfassungswidrigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung wegen behaupteter Verfassungswidrigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[63],"tags":[196],"class_list":["post-28481","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelle-informationen-zum-steuerrecht-online","tag-verfassungswidrigkeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28481"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28481\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}