{"id":29118,"date":"2013-05-15T11:57:10","date_gmt":"2013-05-15T09:57:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=29118"},"modified":"2013-05-15T11:57:10","modified_gmt":"2013-05-15T09:57:10","slug":"steuerliche-nichtanerkennung-eines-nicht-vertragsgemas-durchgefuhrten-mietverhaltnisses-zwischen-nahen-angehorigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerliche-nichtanerkennung-eines-nicht-vertragsgemas-durchgefuhrten-mietverhaltnisses-zwischen-nahen-angehorigen\/","title":{"rendered":"Steuerliche Nichtanerkennung eines nicht vertragsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrten Mietverh\u00e4ltnisses zwischen &#8222;nahen Angeh\u00f6rigen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.1.2013, IX R 70\/10<\/p>\n<p>Steuerliche Nichtanerkennung eines nicht vertragsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrten Mietverh\u00e4ltnisses zwischen &#8222;nahen Angeh\u00f6rigen&#8220; &#8211; Wegfall der Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht bei Verzicht auf au\u00dferordentliche K\u00fcndigung eines notleidenden Mietverh\u00e4ltnisses<\/p>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) im Streitjahr (1997) einen Werbungskosten\u00fcberschuss bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 3.\u00a0November 1993 erwarb die Kl\u00e4gerin von ihrem Lebensgef\u00e4hrten das Grundst\u00fcck X. Nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a02 des Kaufvertrages bestand im Zeitpunkt der Ver\u00e4u\u00dferung ein &#8222;langfristiges Nutzungsrecht der Eltern des Verk\u00e4ufers&#8220; an dem Grundst\u00fcck. Aufgrund der von den Kaufvertragsparteien abgegebenen Erkl\u00e4rungen wurde im Grundbuch zugunsten der Kl\u00e4gerin eine Auflassungsvormerkung an dem Grundst\u00fcck X eingetragen. Eine Eigentumsumschreibung zugunsten der Kl\u00e4gerin erfolgte nicht, da diese die f\u00e4llige Grunderwerbsteuer nicht entrichtet hat; das zivilrechtliche Eigentum verblieb danach weiterhin bei ihrem Lebensgef\u00e4hrten. Das Grundst\u00fcck X wurde ab Mai 2000 zwangsverwaltet und im Juli 2003 im Wege der Zwangsversteigerung ver\u00e4u\u00dfert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin lie\u00df das Objekt X in den Jahren 1994 und 1995 durch die Anfang Januar 1994 gegr\u00fcndete Z-GmbH, deren Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin sie war, sanieren; der Sanierungsaufwand belief sich auf 447.825\u00a0DM (1994: 380.652\u00a0DM; 1995: 67.173\u00a0DM). Der Betrieb der GmbH wurde zum 29.\u00a0Dezember 1997 wieder aufgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter dem 1.\u00a0Januar 1995 schloss die Kl\u00e4gerin &#8211;als Vermieterin&#8211; mit der durch Gesellschaftsvertrag vom 23.\u00a0November 1994 gegr\u00fcndeten A-GmbH &#8211;als Mieterin&#8211; einen befristeten Mietvertrag \u00fcber die Anmietung des Objekts X f\u00fcr die Zeit vom 1.\u00a0Februar 1995 bis zum 1.\u00a0Januar 2005. Gesellschafter der A-GmbH waren die Eltern des Lebensgef\u00e4hrten der Kl\u00e4gerin und zivilrechtlichen (Noch-)Eigent\u00fcmers des Grundst\u00fccks. Die A-GmbH beantragte am 1.\u00a0November 1996 die Er\u00f6ffnung des Gesamtvollstreckungsverfahrens \u00fcber ihr Verm\u00f6gen. Der Antrag wurde mangels Masse im Fr\u00fchjahr 1997 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die A-GmbH entrichtete die Miete f\u00fcr Februar 1995 am 27.\u00a0Januar 1995. Die Miete f\u00fcr M\u00e4rz 1995 wurde versp\u00e4tet &#8211;n\u00e4mlich am 24.\u00a0M\u00e4rz 1995&#8211; geleistet; die Miete f\u00fcr April 1995 hat die A-GmbH unter dem 28.\u00a0April und dem 22.\u00a0Mai 1995 in zwei Teilzahlungen entrichtet. Die Miete f\u00fcr Mai 1995 ging am 26.\u00a0Juni 1995, die Miete f\u00fcr Juni 1995 als Bareinzahlung ohne Herkunftsangabe am 31.\u00a0August 1995 auf dem Konto der Kl\u00e4gerin ein. Die Miete f\u00fcr Juli 1995 \u00fcberwies die A-GmbH unter dem 27.\u00a0September 1995. Danach gingen \u00fcberhaupt keine Mietzahlungen der A-GmbH bei der Kl\u00e4gerin mehr ein. Unter dem 9.\u00a0Oktober 1997 und dem 15.\u00a0M\u00e4rz 1998 forderte die Kl\u00e4gerin die A-GmbH auf, offene Mietforderungen zu begleichen; rechtliche Schritte zur Einziehung der offenen Mietforderungen hat die Kl\u00e4gerin indes nicht unternommen. Das Mietverh\u00e4ltnis wurde auch nicht gek\u00fcndigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin machte in ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr bei den Eink\u00fcnften aus der Vermietung des Objekts X einen Werbungskosten\u00fcberschuss in H\u00f6he von 284.745\u00a0DM geltend, der sich im Wesentlichen aus Schuldzinsen (in H\u00f6he von 46.235\u00a0DM) und Absetzungen f\u00fcr Abnutzung (13.540\u00a0DM) sowie Sonderabschreibungen nach \u00a7\u00a04 des F\u00f6rdergebietsgesetzes (223.913\u00a0DM) zusammensetzte. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 6.\u00a0Oktober 2003 die Einkommensteuer f\u00fcr das Streitjahr auf 0\u00a0EUR fest. Dabei lie\u00df das FA die erkl\u00e4rten Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung u.a. hinsichtlich des Objekts X wegen Fehlens einer Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht unber\u00fccksichtigt. Zugleich erlie\u00df das FA wegen anderweitig erzielter negativer Eink\u00fcnfte einen Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur Einkommensteuer zum 31.\u00a0Dezember 1997. Der gegen diesen Bescheid gerichtete Einspruch der Kl\u00e4gerin, mit dem sie eine Ber\u00fccksichtigung der geltend gemachten Werbungskosten\u00fcbersch\u00fcsse aus Vermietung und Verpachtung begehrte, hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen gerichtete Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 974 ver\u00f6ffentlichten Urteil als unbegr\u00fcndet ab. Das FG vertrat die Auffassung, hinsichtlich des Objekts X sei keine Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht festzustellen. Zwar sei das Objekt vermietet gewesen, jedoch habe die Kl\u00e4gerin den Entschluss zur Eink\u00fcnfteerzielung aufgegeben, nachdem die Mieterin bereits im Sommer 1995 die laufenden Mietzahlungen eingestellt habe und sie, die Kl\u00e4gerin, daraufhin keine ernsthaften Bem\u00fchungen unternommen habe, diesen Zustand zu beenden. Insbesondere habe die Kl\u00e4gerin nur deshalb nicht von dem ihr zustehenden K\u00fcndigungsrecht Gebrauch gemacht, weil es sich bei den Gesellschaftern der Mieterin um die Eltern ihres Lebensgef\u00e4hrten gehandelt habe. Auch habe sich die Kl\u00e4gerin nicht ernsthaft und nachhaltig bem\u00fcht, einen anderen, solventen Mieter zu finden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer hiergegen gerichteten Revision verfolgt die Kl\u00e4gerin ihr Begehren nach Ber\u00fccksichtigung des geltend gemachten Werbungskosten\u00fcberschusses hinsichtlich des Objekts X weiter. Sie vertritt die Auffassung, ihre mit Abschluss des Mietvertrages begr\u00fcndete Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht sei nicht durch den Verzicht auf dessen K\u00fcndigung entfallen. Denn die Mieterin habe &#8211;trotz Nichterf\u00fcllung der Hauptleistung&#8211; weiterhin die Mietnebenkosten und die Kosten anfallender Reparaturen getragen. Damit seien zumindest Teile der Mietzinsforderung erf\u00fcllt worden. Von dem die A-GmbH betreffenden Gesamtvollstreckungsverfahren habe sie, die Kl\u00e4gerin, nichts erfahren. Insgesamt sei es daher wirtschaftlich sinnvoll gewesen, bis zum Finden eines geeigneten Nachmieters f\u00fcr die auf die Belange der A-GmbH zugeschnittene Immobilie noch keine K\u00fcndigung auszusprechen. Auf diese Weise seien wenigstens die Nebenkosten der Immobilie sowie die Reparaturkosten getragen worden. Zwar habe die A-GmbH ab Mitte 1995 keine Miete mehr gezahlt, jedoch h\u00e4tte eine K\u00fcndigungs- und R\u00e4umungsklage im gleichen Zeitraum zwischen Mitte 1995 und dem Ende des Streitjahres angesichts der Verfahrensdauer bei Gericht wohl nicht erfolgreich durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Da sie, die Kl\u00e4gerin, von dem Gesamtvollstreckungsverfahren gegen die A-GmbH keine Kenntnis gehabt habe, sei dieser Umstand f\u00fcr die Beurteilung der Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht ohnehin nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<\/p>\n<p>das angefochtene Urteil des FG vom 24.\u00a0Februar 2010 aufzuheben sowie den Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur Einkommensteuer zum 31.\u00a0Dezember 1997 vom 6.\u00a0Oktober 2003 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 20.\u00a0Mai 2005 dahin zu \u00e4ndern, dass der hinsichtlich des Objekts X geltend gemachte Werbungskosten\u00fcberschuss in H\u00f6he von 285.745\u00a0DM ber\u00fccksichtigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es vertritt die Auffassung, dass das Festhalten der Kl\u00e4gerin an dem notleidenden Mietverh\u00e4ltnis mit der A-GmbH sowie die fehlende Suche nach einem geeigneten Nachmieter vom FG zu Recht als Indiz f\u00fcr eine fehlende Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht gewertet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und nach \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur\u00fcckzuweisen. Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der von der Kl\u00e4gerin im Rahmen der Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung hinsichtlich des Objekts X geltend gemachte Werbungskosten\u00fcberschuss nicht zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der in den Streitjahren geltenden Fassung sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen. Sie sind nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 EStG bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abzuziehen, wenn sie durch sie veranlasst sind. Die Ber\u00fccksichtigung von Aufwand als Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung setzt danach voraus, dass der Steuerpflichtige sich endg\u00fcltig entschlossen hat, aus dem Objekt durch Vermieten Eink\u00fcnfte nach \u00a7\u00a021 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 EStG zu erzielen und diese Entscheidung sp\u00e4ter nicht aufgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Der Senat braucht nicht zu entscheiden, ob, wovon das FG ausgeht, im Einzelfall eine durch Aufnahme der Vermietungst\u00e4tigkeit begr\u00fcndete Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht des Steuerpflichtigen bereits dann entfallen kann, wenn dieser ein notleidendes Mietverh\u00e4ltnis nicht unverz\u00fcglich durch au\u00dferordentliche K\u00fcndigung (\u00a7\u00a0543 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) beendet. Denn im Streitfall ist der geltend gemachte Werbungskosten\u00fcberschuss schon deshalb nicht zu ber\u00fccksichtigen, weil das gesamte Mietverh\u00e4ltnis der Besteuerung nicht zugrunde gelegt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Auf das Mietverh\u00e4ltnis der Kl\u00e4gerin mit der A-GmbH sind die Grunds\u00e4tze zur steuerrechtlichen Anerkennung von Vertragsverh\u00e4ltnissen zwischen nahestehenden Personen anzuwenden; diese sind u.a. davon abh\u00e4ngig, dass der ma\u00dfgebliche Vertrag b\u00fcrgerlich-rechtlich wirksam vereinbart worden ist und sowohl seine Gestaltung als auch die tats\u00e4chliche Durchf\u00fchrung des Vereinbarten dem zwischen Fremden \u00dcblichen entspricht. Diese Anforderungen gr\u00fcnden auf der \u00dcberlegung, dass es zwischen diesen Personen typischerweise an einem Interessengegensatz mangelt und somit zivilrechtliche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten steuerrechtlich missbraucht werden k\u00f6nnen. Im Interesse einer effektiven Missbrauchsbek\u00e4mpfung ist es daher geboten und zul\u00e4ssig, an den Beweis des Abschlusses und an den Nachweis der Ernstlichkeit von Vertragsgestaltungen zwischen nahe stehenden Personen strenge Anforderungen zu stellen (vgl. Beschl\u00fcsse des Bundesverfassungsgerichts vom 7.\u00a0November 1995\u00a0 2\u00a0BvR\u00a0802\/90, BStBl II 1996, 34; vom 20.\u00a0November 1984\u00a0 1\u00a0BvR\u00a01406\/84, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1985, 283; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.\u00a0Juni 2006 IX\u00a0R\u00a04\/04, BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294; vom 31.\u00a0Juli 2007 IX\u00a0R\u00a08\/07, BFH\/NV 2008, 350, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Was unter &#8222;nahe stehenden Personen&#8220; zu verstehen ist, ist gesetzlich nicht definiert. Im Rahmen der Pr\u00fcfung, ob ein Mietverh\u00e4ltnis dem steuerlich bedeutsamen (\u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 EStG) oder dem privaten Bereich (\u00a7\u00a012 EStG) zuzuordnen ist, ist ma\u00dfgeblich zu ber\u00fccksichtigen, ob ein den Gleichklang wirtschaftlicher Interessen indizierendes, den Einzelfall bestimmendes N\u00e4heverh\u00e4ltnis angenommen werden kann (BFH-Beschl\u00fcsse vom 25.\u00a0Mai 2012 IX\u00a0B\u00a020\/12, BFH\/NV 2012, 1308; vom 10.\u00a0Februar 2010 IX\u00a0B\u00a0163\/09, BFH\/NV 2010, 887; Bl\u00fcmich\/Heuermann, \u00a7\u00a021 EStG Rz\u00a0126). Im Streitfall besteht ein solches N\u00e4heverh\u00e4ltnis zwischen der Kl\u00e4gerin und der von den Eltern ihres Lebensgef\u00e4hrten beherrschten GmbH aufgrund der pers\u00f6nlichen Lebensbeziehungen der beteiligten Personen (s. hierzu auch BFH-Beschluss vom 22.\u00a0April 2002 IX\u00a0B\u00a0186\/01, BFH\/NV 2002, 1155), und zwar unbeschadet der Frage, ob die Kl\u00e4gerin &#8211;als blo\u00dfe wirtschaftliche Eigent\u00fcmerin des Objektes X&#8211; die Mietvereinbarungen ausschlie\u00dflich in ihrem eigenen Interesse oder auch im Interesse und\/oder mit Billigung ihres Lebensgef\u00e4hrten &#8211;als dem zivilrechtlichen Eigent\u00fcmer der Immobilie&#8211; geschlossen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall kann das zwischen der Kl\u00e4gerin und der ihr &#8222;nahe stehenden&#8220; A-GmbH abgeschlossene Mietverh\u00e4ltnis schon deshalb nicht der Besteuerung zugrunde gelegt werden, weil es tats\u00e4chlich nicht durchgef\u00fchrt wurde. Die der Mieterin obliegende Vertragshauptpflicht zur Leistung des Mietzinses wurde von der A-GmbH von Vertragsbeginn an nicht entsprechend den getroffenen Vereinbarungen erf\u00fcllt; denn schon die Mietzinszahlung f\u00fcr M\u00e4rz 1995 ging versp\u00e4tet bei der Kl\u00e4gerin ein. Auch alle weiteren Mietzahlungen (f\u00fcr April bis August 1995) wurden nicht entsprechend den getroffenen Vereinbarungen geleistet. Die Kl\u00e4gerin hat die Nichterf\u00fcllung dieser Vertragspflichten \u00fcber einen Zeitraum von mehr als einem Jahr nicht beanstandet und auch im \u00dcbrigen keine rechtlichen Ma\u00dfnahmen zur Beitreibung offener Forderungen unternommen. Die Nichtdurchf\u00fchrung des Mietvertrages hat seine Ursache nicht, wie die Kl\u00e4gerin meint, in einer blo\u00dfen Leistungsst\u00f6rung auf Seiten der Mieterin, sondern beruht auf dem besonderen Verh\u00e4ltnis der Kl\u00e4gerin zu den Gesellschaftern der A-GmbH. Vor diesem Hintergrund f\u00fchrt die W\u00fcrdigung des Verhaltens der Kl\u00e4gerin zu dem Schluss, dass die Nichterf\u00fcllung der geschuldeten Leistungen und die Unt\u00e4tigkeit der Kl\u00e4gerin nicht im Rahmen eines einkommensteuerlich beachtlichen Verhaltens, sondern ausschlie\u00dflich aus privaten Gr\u00fcnden (\u00a7\u00a012 EStG) zu verstehen ist. Mangels eines tats\u00e4chlichen Vollzugs des Vereinbarten muss der Senat auch nicht entscheiden, ob das Mietverh\u00e4ltnis so, wie es die Kl\u00e4gerin vereinbart hat, dem Fremdvergleich entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Aufgrund der nicht angegriffenen Feststellungen des FG steht fest, dass der Mietvertrag tats\u00e4chlich nicht wie vereinbart durchgef\u00fchrt wurde. Der Senat kann die im Streitfall erforderliche W\u00fcrdigung auf der Grundlage der vom FG hinreichend getroffenen Feststellungen selbst vornehmen (vgl. BFH-Urteil vom 22.\u00a0August 2007 III\u00a0R\u00a089\/06, BFH\/NV 2008, 351); die Revision ist zur\u00fcckzuweisen, weil eine Ber\u00fccksichtigung des von der Kl\u00e4gerin geltend gemachten Werbungskosten\u00fcberschusses mangels eines steuerrechtlich erheblichen Verhaltens unter keinem denkbaren rechtlichen Gesichtspunkt in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.1.2013, IX R 70\/10 Steuerliche Nichtanerkennung eines nicht vertragsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrten Mietverh\u00e4ltnisses zwischen &#8222;nahen Angeh\u00f6rigen&#8220; &#8211; Wegfall der Eink\u00fcnfteerzielungsabsicht bei Verzicht auf au\u00dferordentliche K\u00fcndigung eines notleidenden Mietverh\u00e4ltnisses Tatbestand 1 I. Streitig ist, ob die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) im Streitjahr (1997) einen Werbungskosten\u00fcberschuss bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung erzielt hat. 2 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerliche-nichtanerkennung-eines-nicht-vertragsgemas-durchgefuhrten-mietverhaltnisses-zwischen-nahen-angehorigen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Steuerliche Nichtanerkennung eines nicht vertragsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrten Mietverh\u00e4ltnisses zwischen &#8222;nahen Angeh\u00f6rigen&#8220;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1689],"tags":[2987,2988],"class_list":["post-29118","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einkommen-und-lohnsteuer","tag-mietverhaltniss","tag-nahen-angehorigen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29118"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29118\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}