{"id":29124,"date":"2013-05-15T12:00:37","date_gmt":"2013-05-15T10:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=29124"},"modified":"2013-05-15T12:00:37","modified_gmt":"2013-05-15T10:00:37","slug":"fehlende-beschwer-fur-antrag-auf-mundliche-verhandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fehlende-beschwer-fur-antrag-auf-mundliche-verhandlung\/","title":{"rendered":"Fehlende Beschwer f\u00fcr Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung"},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2013, IV R 51\/10<\/p>\n<p>Fehlende Beschwer f\u00fcr Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung<\/p>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Mit Gerichtsbescheid vom 13.\u00a0Dezember 2012 hat der Senat die Revision des Beklagten und Revisionskl\u00e4gers (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 20.\u00a0November 2009\u00a0\u00a05\u00a0K\u00a01593\/08 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 791) als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen und dem FA die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Bevollm\u00e4chtigten des Kl\u00e4gers und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) wurde der Gerichtsbescheid am 24.\u00a0Januar 2013 zugestellt. Durch seine Bevollm\u00e4chtigte stellte der Kl\u00e4ger am 22.\u00a0Februar 2013 einen Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung, ohne diesen zu begr\u00fcnden. Mit Schreiben vom 5.\u00a0M\u00e4rz 2013 wurden die Beteiligten des Rechtsstreits zur m\u00fcndlichen Verhandlung am 11.\u00a0April 2013 geladen. Zugleich wurde der Kl\u00e4ger aufgefordert, seine Einwendungen gegen die im Gerichtsbescheid vertretene Rechtsauffassung des Senats bis zum 22.\u00a0M\u00e4rz 2013 schriftlich mitzuteilen. Bis zum Ablauf der Frist ist eine Stellungnahme des Kl\u00e4gers nicht eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung ist unzul\u00e4ssig und war daher durch Beschluss abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Gegen einen Gerichtsbescheid kann nur derjenige Beteiligte einen Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung nach \u00a7\u00a090a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 der Finanzgerichtsordnung (FGO) stellen, der durch den Gerichtsbescheid beschwert ist. Denn der Antrag setzt wie jeder Rechtsbehelf ein Rechtsschutzinteresse voraus. Ist dem Antrag des Beteiligten durch den Gerichtsbescheid in vollem Umfang entsprochen worden und macht der Beteiligte nicht ein besonderes Rechtsschutzinteresse geltend, ist der Antrag unzul\u00e4ssig (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1.\u00a0Juli 2009 VII\u00a0R\u00a03\/08, juris; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7\u00a090a FGO Rz\u00a09, m.w.N.; Gr\u00e4ber\/ Koch, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a090a Rz\u00a020; Schallmoser in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7\u00a090a FGO Rz\u00a060). Er ist in entsprechender Anwendung des \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a01 FGO ohne m\u00fcndliche Verhandlung durch Beschluss abzulehnen (BFH-Beschluss vom 1.\u00a0Juli 2009 VII\u00a0R\u00a03\/08, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Der Kl\u00e4ger hat trotz ausdr\u00fccklicher Aufforderung durch den Senat keine Begr\u00fcndung f\u00fcr den Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung gegeben. Ein Rechtsschutzinteresse ist nicht ersichtlich, weil dem Begehren des Kl\u00e4gers mit dem Gerichtsbescheid durch die Zur\u00fcckweisung der Revision als unbegr\u00fcndet in vollem Umfang entsprochen worden ist. Dass der Senat dem Begehren des Kl\u00e4gers aus anderen als von diesem vorgebrachten Gr\u00fcnden entsprochen hat, vermittelt dem Kl\u00e4ger kein ausreichendes Rechtsschutzinteresse. Denn die Beschwer aus einer Entscheidung ergibt sich aus deren Entscheidungssatz (Tenor) und nicht aus der daf\u00fcr gegebenen Begr\u00fcndung (BFH-Beschluss vom 1.\u00a0Februar 1983 VIII\u00a0R\u00a030\/80, BFHE 138, 4, BStBl II 1983, 534). Eine Beschwer des Kl\u00e4gers ergibt sich auch nicht im Hinblick auf eine Bindungswirkung der Entscheidung f\u00fcr sp\u00e4tere Besteuerungszeitr\u00e4ume. Nach dem Grundsatz der Abschnittsbesteuerung sind die Voraussetzungen f\u00fcr die Anwendung des \u00a7\u00a013a des Einkommensteuergesetzes (EStG) in jedem Jahr eigenst\u00e4ndig zu pr\u00fcfen. Eine Besonderheit ist nicht in der Bindungsfrist des \u00a7\u00a013a Abs.\u00a02 EStG zu sehen. Diese k\u00f6nnte den Kl\u00e4ger nur betreffen, wenn die Ermittlung des Gewinns durch Einnahmen-\u00dcberschussrechnung Folge eines Antrags nach \u00a7\u00a013a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG w\u00e4re. Dies ist aber nach dem Gerichtsbescheid nicht der Fall, weil der Senat die Voraussetzungen f\u00fcr einen solchen Antrag als nicht gegeben angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Der Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung war danach abzulehnen. Demgem\u00e4\u00df wirkt der Gerichtsbescheid nach \u00a7\u00a7\u00a0121, 90a Abs.\u00a03 FGO als Urteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb\u00fchrenfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2013, IV R 51\/10 Fehlende Beschwer f\u00fcr Antrag auf m\u00fcndliche Verhandlung Tatbestand 1 I. 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