{"id":29216,"date":"2013-05-16T10:10:06","date_gmt":"2013-05-16T08:10:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=29216"},"modified":"2013-05-16T10:10:06","modified_gmt":"2013-05-16T08:10:06","slug":"keine-zweifel-an-der-verfassungsmasigkeit-von-%c2%a7-15b-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-zweifel-an-der-verfassungsmasigkeit-von-%c2%a7-15b-estg\/","title":{"rendered":"Keine Zweifel an der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit von \u00a7 15b EStG"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 10. Januar 2013 (Az. 5 K 4513\/09 E) entschieden, dass ein Verlustfeststellungsbescheid nach \u00a7 15b Abs. 4 EStG Grundlagenbescheid f\u00fcr den Einkommensteuerbescheid desselben Jahres ist und dass \u00a7 15b EStG nicht gegen das Grundgesetz verst\u00f6\u00dft.<\/span><\/h1>\n<p><span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">Die Kl\u00e4ger erwarben eine Kapitalanlage, die mit einem Fest- und einem Bonuszins ausgestattet war und finanzierten den Anlagebetrag in voller H\u00f6he bei der ausgebenden Bank. Die M\u00f6glichkeit der Finanzierung hatte die Bank zuvor in ihrem Prospekt, in dem die Funktionsweise der Anlage beschrieben wird, dargestellt. Da im Anlagejahr 2006 bereits Darlehenszinsen, aber noch keine Guthabenzinsen anfielen, erlitten die Kl\u00e4ger einen Verlust, den sie steuerlich geltend machten. Das beklagte Finanzamt erkannte den Verlust im Einkommensteuerbescheid nicht an und erlie\u00df daneben einen Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des Verlustvortrags nach \u00a7 20 Abs. 2b (jetzt Abs. 7) i. V. m. \u00a7 15b Abs. 4 EStG.<\/span><\/p>\n<p>Die allein gegen den Einkommensteuerbescheid erhobene Klage, mit der die Kl\u00e4ger insbesondere die Verfassungswidrigkeit des \u00a7 15b EStG geltend machten, hatte keinen Erfolg. Das Finanzamt sei an den bestandskr\u00e4ftigen Verlustfeststellungsbescheid gebunden, der auch f\u00fcr die H\u00f6he des ausgleichsf\u00e4higen Verlustes des laufenden Jahres bindende Regelungen enthalte. Dies folge daraus, dass die Norm der Regelung in \u00a7 15a EStG nachgebildet sei, f\u00fcr die diese Frage bereits durch den Bundesfinanzhof gekl\u00e4rt sei.<\/p>\n<p>\u00a7 15b EStG sei auch nicht verfassungswidrig. Die Regelung sei hinreichend bestimmt, da sie mit den herk\u00f6mmlichen juristischen Methoden ausgelegt werden k\u00f6nne. Auf das R\u00fcckwirkungsverbot k\u00f6nnten sich die Kl\u00e4ger nicht berufen, da sie die Vertr\u00e4ge \u00fcber die Kapitalanlage erst nach Ver\u00f6ffentlichung des Regierungsentwurfs zur Einf\u00fchrung des \u00a7 15b EStG am 25.09.2006 abgeschlossen h\u00e4tten. Die Vorschrift sei schlie\u00dflich auch mit Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar. Da der Verlustabzug nicht vollst\u00e4ndig versagt, sondern nur zeitlich gestreckt erm\u00f6glicht werde, sei das objektive Nettoprinzip gewahrt.<\/p>\n<p>In derselben Entscheidung hat der Senat auch zu der Frage Stellung genommen, ob Stillhalterpr\u00e4mien und Darlehenszinsen, die im Rahmen eines B\u00f6rsengangs durch einen Gesellschafter gezahlt werden, als Kosten der sp\u00e4teren Aktienver\u00e4u\u00dferung abzugsf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Die Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen I R 26\/13 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.05.2013 aus Newsletter 05\/2013 zum Urteil 5 K 4513\/09 E vom 10.01.2013<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat mit Urteil vom 10. 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