{"id":29729,"date":"2013-05-25T11:09:12","date_gmt":"2013-05-25T09:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=29729"},"modified":"2020-09-14T16:02:37","modified_gmt":"2020-09-14T14:02:37","slug":"abfindung-und-ruckzahlung-von-arbeitslosengeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abfindung-und-ruckzahlung-von-arbeitslosengeld\/","title":{"rendered":"Abfindung und R\u00fcckzahlung von Arbeitslosengeld"},"content":{"rendered":"<div id=\"CS3\">\n<p>Nach dem BFH Urteil vom 11.12.2012, Az. IX R 23\/11\u00a0erfolgt die Ermittlung der Einkommensteuer in sieben Schritten<\/p>\n<p>1. Ermittlung des zu versteuernden Einkommens mit Abfindung.<br \/>\n2. Ermittlung des verbleibenden zu versteuernden Einkommens durch Abzug der Abfindung vom Betrag aus Schritt 1.<br \/>\n3. Von 1\/5 des zu versteuernden Einkommens ist die R\u00fcckzahlung des Arbeitslosengelds abzuziehen.<br \/>\n4. Auf den in Schritt 3 ermittelten Wert ist die Steuerschuld zu ermitteln.<br \/>\n5. Aus den Werten zu Schritt 3 und 4 ist ein Steuersatz zu ermitteln.<br \/>\n6. Dieser Satz ist auf 1\/5 des zu versteuernden Einkommens anzuwenden.<br \/>\n7. Die Steuerschuld zu Schritt 6 ist mit 5 zu multiplizieren.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">\n<div>\n<ul>\n<li>Beispiel<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Frau Maier, ledig, erhielt 2012 eine Abfindung von 200.000 Euro. Im selben Jahr musste Sie 5.000 Euro Arbeitslosengeld an die Agentur f\u00fcr Arbeit zur\u00fcckzahlen. Sonderausgaben waren in H\u00f6he von 10.000 Euro abziehbar.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"05\">\n<tbody>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">\n<h5>Abfindung<\/h5>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">200.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">.\/.<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Sonderausgaben, au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">10.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">=<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Zu versteuerndes Einkommen mit Abfindung (Schritt 1)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">190.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">.\/.<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Abfindung<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">200.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">=<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Verbleibendes zu versteuerndes Einkommen (Schritt 2)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">.\/. 10.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">1\/5 des zu versteuernden Einkommens von 190.000 Euro<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">38.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">.\/.<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">R\u00fcckzahlung Arbeitslosengeld<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">5.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">=<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Steuersatzeinkommen f\u00fcr Progressionsvorbehalt (Schritt 3)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">33.000 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Fiktive Einkommensteuer nach Grundtarif (Steuerschuld f\u00fcr 33.000 Euro \u2013 Schritt 4)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">6.592 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Besonderer Steuersatz: 6.592 Euro : 33.000 Euro x 100 = 19,9757 % (Schritt 5)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Steuer auf 1\/5 des zu versteuernden Einkommens: 38.000 Euro x 19,9757 % (Schritt 6)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">7.590 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Steuerschuld 2012: 7.590 Euro x 5 (Schritt 7)<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\">37.950 Euro<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"line-height: 19px;\">QUELLE: WISO SteuerBrief AUSGABE 05 \/ 2013 | SEITE 16 | ID 39037490<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Zur Steuerberechung einer steuerbeg\u00fcnstigten Abfindung nach der F\u00fcnftelregelung siehe auch den <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Abfindung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">online Abfindungsrechner<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.12.2012, IX R 23\/11<\/p>\n<h2>Nebeneinander von Progressionsvorbehalt und Tariferm\u00e4\u00dfigung<\/h2>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<h3>Progressionsvorbehalt nach \u00a7 32b EStG und Tariferm\u00e4\u00dfigung des \u00a7 34 Abs. 1 EStG sind mit der Folge nebeneinander anwendbar (sog. integrierte Steuerberechnung), dass sich ein negativer Progressionsvorbehalt im Rahmen der Ermittlung des Steuerbetrags nach \u00a7 34 Abs. 1 Satz 3 EStG wegen des niedrigeren Steuersatzes notwendig steuermindernd auswirkt.<\/h3>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Ermittlung der tariflichen Einkommensteuer bei Zusammentreffen eines negativen verbleibenden zu versteuernden Einkommens mit Eink\u00fcnften, die dem negativen Progressionsvorbehalt unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) wurde f\u00fcr 2008 (Streitjahr) antragsgem\u00e4\u00df getrennt zur Einkommensteuer veranlagt. Im Rahmen seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung hatte er einen Betrag von 3.374\u00a0EUR als im Streitjahr an die Arbeitsverwaltung zur\u00fcckgezahltes Arbeitslosengeld angegeben. Seine fr\u00fchere Arbeitgeberin hatte in der Lohnsteuerbescheinigung als Dauer des Arbeitsverh\u00e4ltnisses den Zeitraum vom 1. bis zum 31.\u00a0Juli des Streitjahres sowie einen erm\u00e4\u00dfigt besteuerten Arbeitslohn von 260.000\u00a0EUR angegeben. Diese Lohnzahlung behandelte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) als nach \u00a7\u00a024 Nr.\u00a01a, \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) tarifbeg\u00fcnstigte Abfindungsleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ge\u00e4ndertem Einkommensteuerbescheid vom Februar 2010 und sp\u00e4ter vom November 2010 ermittelte das FA Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit in H\u00f6he von 256.751\u00a0EUR, ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) von 248.879\u00a0EUR und ein nach \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 EStG &#8222;verbleibendes zu versteuerndes Einkommen&#8220; von -7.872\u00a0EUR und setzte entsprechend H\u00a034.2 Beispiel 4 des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 2008 (EStH) die tarifliche Einkommensteuer (Grundtarif) auf 62.480\u00a0EUR &#8211;unter Abzug der Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7\u00a035a EStG in H\u00f6he von 300\u00a0EUR&#8211; die Einkommensteuer auf 62.180\u00a0EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage, mit denen der Kl\u00e4ger aufgrund einer anderweitigen Berechnung die Festsetzung der tariflichen Einkommensteuer letztlich auf 41.565\u00a0EUR begehrte, hatten keinen Erfolg (Urteil in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1788). Das Finanzgericht (FG) entschied, dass die Steuerberechnung des FA nicht zu beanstanden sei. Tr\u00e4fen n\u00e4mlich Tariferm\u00e4\u00dfigung mit negativem Progressionsvorbehalt zusammen, k\u00e4men beide Verg\u00fcnstigungen zur Anwendung und es sei eine sog. integrierte Steuerberechnung nach dem G\u00fcnstigkeitsprinzip vorzunehmen. Die Belastungsvergleichsrechnung des FA zeige, dass die finanzamtliche Ermittlung unter Ber\u00fccksichtigung von Tariferm\u00e4\u00dfigung und negativem Progressionsvorbehalt zu einem f\u00fcr den Kl\u00e4ger g\u00fcnstigen Ergebnis f\u00fchre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts (\u00a7\u00a032b, \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 EStG). Er f\u00fchrt zur Begr\u00fcndung aus: Treffe die Tariferm\u00e4\u00dfigung mit einem negativen Progressions-vorbehalt zusammen, habe eine integrierte Steuerberechnung nach dem G\u00fcnstigkeitsprinzip zu erfolgen, wobei die erm\u00e4\u00dfigt besteuerten au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte bei der Ermittlung des besonderen Steuersatzes i.S. des \u00a7\u00a032b Abs.\u00a02 EStG einzubeziehen sei. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15.\u00a0November 2007 VI\u00a0R\u00a066\/03 (BFHE 219, 313, BStBl II 2008, 375) sei die F\u00fcnftel-Regelung des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 EStG im Rahmen des negativen Progressionsvorbehalts anzuwenden &#8222;und nicht umgekehrt&#8220;. Dabei sei nicht nur das zvE mit einem F\u00fcnftel, sondern vielmehr auch &#8222;die dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Eink\u00fcnfte&#8220; wie auch die erm\u00e4\u00dfigt besteuerten au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte nur mit einem F\u00fcnftel zu ber\u00fccksichtigen, so dass sich ein wesentlich geringerer (besonderer) Steuersatz ergebe und dies zu einem g\u00fcnstigeren Ergebnis f\u00fcr den Kl\u00e4ger f\u00fchre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der bei Gegen\u00fcberstellung des um das zur\u00fcckgezahlte Arbeitslosengeld von 3.774\u00a0EUR verminderte zvE von 245.105\u00a0EUR zu den au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnften von 260.000\u00a0EUR resultierende Negativbetrag von 14.895\u00a0EUR ergebe eine Steuer von 0\u00a0EUR. Addiere man diesen Negativbetrag zu 1\/5 des au\u00dferordentlichen Einkommens, n\u00e4mlich den 52.000\u00a0EUR hinzu, ergebe sich auf die Summe von 37.105\u00a0EUR eine Einkommensteuer von 8.187\u00a0EUR. Die Steuer auf die au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte betrage demnach (8.187\u00a0EUR x 5 =) 40.935\u00a0EUR. Hieraus folge ein Steuersatz von 16,7010\u00a0% (40.935\u00a0EUR zu 245.105\u00a0EUR). Diesen angelegt auf das zvE von 248.879\u00a0EUR ergebe eine tarifliche Einkommensteuer von 41.565\u00a0EUR und unter Abzug der vom FA zuerkannten Erm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Handwerkerleistungen eine festzusetzende Einkommensteuer von 41.265\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt sinngem\u00e4\u00df,das Urteil des FG aufzuheben und die Einkommensteuer 2008 unter \u00c4nderung des Einkommensteuerbescheids in der Fassung vom 25.\u00a0November 2010 auf 41.265\u00a0EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem\u00e4\u00df,die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl\u00e4gers ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Berechnung der Einkommensteuer des Kl\u00e4gers f\u00fcr das Streitjahr durch das FA zu Recht nicht beanstandet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die tarifliche Einkommensteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen, vorbehaltlich u.a. der \u00a7\u00a032b und \u00a7\u00a034 EStG (\u00a7\u00a032a Abs.\u00a01 Satz\u00a01, Satz\u00a02\u00a0\u00a01.\u00a0Satzteil EStG). Sind in dem zu versteuernden Einkommen au\u00dferordentliche Eink\u00fcnfte enthalten, so ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG die auf alle (im Veranlagungszeitraum bezogenen) au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte (nicht nur auf die Einnahmen) entfallende Einkommensteuer nach der sog. F\u00fcnftel-Regelung zu berechnen. Ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; das verbleibende zu versteuernde Einkommen negativ und das zu versteuernde Einkommen positiv, so betr\u00e4gt die Einkommensteuer gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG das F\u00fcnffache der auf ein F\u00fcnftel des zu versteuernden Einkommens entfallenden Einkommensteuer. Hat ein Steuerpflichtiger &#8211;wie der Kl\u00e4ger&#8211; Arbeitslosengeld bezogen, so ist auf das nach \u00a7\u00a032a Abs.\u00a01 zu versteuernde Einkommen ein besonderer Steuersatz anzuwenden (\u00a7\u00a032b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG); das ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a032b Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG der Steuersatz, der sich ergibt, wenn bei der Berechnung der Einkommensteuer das nach \u00a7\u00a032a Abs.\u00a01 zu versteuernde Einkommen vermehrt oder vermindert wird, und zwar um den Saldo &#8211;hier&#8211; der Arbeitslosengeld-Leistungen in H\u00f6he von -3.374\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Progressionsvorbehalt nach \u00a7\u00a032b EStG und Tariferm\u00e4\u00dfigung des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 EStG sind nebeneinander anwendbar (sog. integrierte Steuerberechnung, vgl. BFH-Urteile in BFHE 219, 313, BStBl II 2008, 375; vom 22.\u00a0September 2009 IX\u00a0R\u00a093\/07, BFHE 226, 510, BStBl II 2010, 1032, unter II.1.b\u00a0aa, m.w.N.). Bei Anwendung des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 EStG muss sich wegen seines Zwecks der Abmilderung der Progressionswirkung eine geringere Einkommensteuer ergeben als bei einer Besteuerung der au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte nach \u00a7\u00a032a Abs.\u00a01 EStG; das gilt erst recht, wenn die Tariferm\u00e4\u00dfigung mit einem negativen Progressionsvorbehalt zusammentrifft (vgl. BFH-Urteil in BFHE 219, 313, BStBl II 2008, 375, unter II.4.b\u00a0bb), weil sich ein negativer Progressionsvorbehalt im Rahmen der Ermittlung des Steuerbetrags f\u00fcr die au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte nach \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG notwendig steuersatzmindernd auswirkt (vgl. BFH-Urteile vom 17.\u00a0Januar 2008 VI\u00a0R\u00a044\/07, BFHE 220, 269, BStBl II 2011, 21; vom 1.\u00a0April 2009 IX\u00a0R\u00a087\/07, BFH\/NV 2009, 1787; in BFHE 226, 510, BStBl II 2010, 1032).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Diesen Grunds\u00e4tzen entspricht die Vorentscheidung; die Revision hat daher keinen Erfolg. Die Berechnung des FA hat das FG (im Ergebnis) zutreffend f\u00fcr rechtens erachtet. Auf die Hilfserw\u00e4gung des FG, die aufgrund der nicht zweifelsfreien Annahme eines (zus\u00e4tzlich) als Arbeitslohn zugeflossenen Arbeitslosengeldes in H\u00f6he von 8.538\u00a0EUR zu einer h\u00f6heren Steuer gef\u00fchrt h\u00e4tte, kommt es wegen des im gerichtlichen Verfahren geltenden Verb\u00f6serungsverbots &#8211;so auch das FG&#8211; nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das FA hat in Anlehnung an H\u00a034.2 Beispiel 4 EStH und unter Beachtung der vorstehenden Grunds\u00e4tze die tarifliche Einkommensteuer f\u00fcr das Streitjahr gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a032a Abs.\u00a01, \u00a7\u00a032b Abs.\u00a02, \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG zutreffend angesetzt. Dabei ist es von Eink\u00fcnften i.S. des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 EStG in H\u00f6he von 256.751\u00a0EUR, einem zvE in H\u00f6he von 248.879\u00a0EUR und einem verbleibenden negativen zvE in H\u00f6he von -7.872\u00a0EUR ausgegangen. Auf dieser Basis hat es vom 1\/5-zvE in H\u00f6he von (248.879\u00a0EUR : 5\u00a0=) 49.775\u00a0EUR unter Abzug des Arbeitslosengeld-Saldos in H\u00f6he von 3.374\u00a0EUR das ma\u00dfgebende verbleibende 1\/5-zvE in H\u00f6he von 46.401\u00a0EUR errechnet. Darauf ergibt sich eine Einkommensteuer nach Grundtarif in H\u00f6he von 11.649\u00a0EUR bei einem (durchschnittlichen =) besonderen Steuersatz von 25,1051\u00a0%. Dieser angewandt auf das 1\/5-zvE (49.775\u00a0EUR) f\u00fchrt zu einer Einkommensteuer in H\u00f6he von 12.496\u00a0EUR, multipliziert mit f\u00fcnf ergibt eine tarifliche Einkommensteuer in H\u00f6he von 62.480\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Dieser Steuerbetrag tr\u00e4gt auch dem G\u00fcnstigkeitsprinzip Rechnung, wie eine Berechnung der anderen Fall-Varianten aufzeigt: n\u00e4mlich eine Steuerberechnung ohne Tariferm\u00e4\u00dfigung und ohne Progressionsvorbehalt (96.615\u00a0EUR), ohne Tariferm\u00e4\u00dfigung und mit negativem Progressionsvorbehalt von 3.374\u00a0EUR (96.506\u00a0EUR), mit Tariferm\u00e4\u00dfigung und ohne Progressionsvorbehalt (65.020\u00a0EUR) sowie mit Tariferm\u00e4\u00dfigung und ohne Progressionsvorbehalt, aber mit negativen Eink\u00fcnften von 3.374\u00a0EUR (FA: 63.700\u00a0EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Die Berechnung des Kl\u00e4gers geht schon von unzutreffenden Annahmen aus; denn der Saldo der Arbeitslosengeld-Leistungen betr\u00e4gt nicht 3.774\u00a0EUR, sondern 3.374\u00a0EUR, und die anzusetzenden Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 EStG belaufen sich auf 256.751\u00a0EUR, nicht auf die reinen Einnahmen in H\u00f6he von 260.000\u00a0EUR. Auch ist kein sog. Unterschiedsbetrag (i.S. von \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 EStG) zu ermitteln, denn im Streitfall sind nach den bindenden Feststellungen des FG die Voraussetzungen des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01\u00a0Satz\u00a03\u00a0EStG (verbleibendes zvE negativ mit -7.872\u00a0EUR und zvE positiv mit 248.879\u00a0EUR) gegeben. Zudem ist die Steuer auch nicht auf ein F\u00fcnftel der au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte (wie in \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 a.E. EStG) zu ermitteln und in die Berechnung einzubeziehen, sondern die auf ein\u00a0F\u00fcnftel des zvE. Daher entspricht die Berechnung des Kl\u00e4gers nicht den gesetzlichen Vorgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem BFH Urteil vom 11.12.2012, Az. IX R 23\/11\u00a0erfolgt die Ermittlung der Einkommensteuer in sieben Schritten 1. Ermittlung des zu versteuernden Einkommens mit Abfindung. 2. Ermittlung des verbleibenden zu versteuernden Einkommens durch Abzug der Abfindung vom Betrag aus Schritt 1. 3. Von 1\/5 des zu versteuernden Einkommens ist die R\u00fcckzahlung des Arbeitslosengelds abzuziehen. 4. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abfindung-und-ruckzahlung-von-arbeitslosengeld\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Abfindung und R\u00fcckzahlung von Arbeitslosengeld<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1689],"tags":[885],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29729"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29729"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29729\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}