{"id":31261,"date":"2013-06-07T16:10:46","date_gmt":"2013-06-07T14:10:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=31261"},"modified":"2018-07-05T10:49:02","modified_gmt":"2018-07-05T08:49:02","slug":"grobes-verschulden-i-s-des-%c2%a7-173-abs-1-nr-2-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grobes-verschulden-i-s-des-%c2%a7-173-abs-1-nr-2-ao\/","title":{"rendered":"Grobes Verschulden i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2013, VI R 5\/11<\/span><\/p>\n<p>Grobes Verschulden i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Allein der Umstand, dass die mit\u00a0ElsterFormular\u00a0abgegebene elektronische Einkommensteuererkl\u00e4rung keinen vollst\u00e4ndigen Ausdruck der Steuererkl\u00e4rungsformulare liefert, l\u00e4sst eine ansonsten gegebene grobe Fahrl\u00e4ssigkeit nicht entfallen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der bestandskr\u00e4ftige Einkommensteuerbescheid noch ge\u00e4ndert werden kann, um in der elektronischen Steuererkl\u00e4rung (ELSTER) nicht angegebene Unterhaltsleistungen nachtr\u00e4glich zu ber\u00fccksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) lebte im Streitjahr (2006) zusammen mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin und dem gemeinsamen, im Januar 2006 geborenen Kind. Der Kl\u00e4ger erstellte seit 1992 seine Steuererkl\u00e4rungen selbst. Im Streitjahr verwendete er dazu, wie schon im Vorjahr, das elektronische Steuererkl\u00e4rungsprogramm der Finanzverwaltung (ElsterFormular).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie\u00df auf Grundlage dieser Erkl\u00e4rung am 18.\u00a0Mai 2007 einen Einkommensteuerbescheid, der bestandskr\u00e4ftig wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragte mit Schriftsatz vom 23.\u00a0M\u00e4rz 2008 die \u00c4nderung dieser Einkommensteuerfestsetzung f\u00fcr 2006 mit dem Ziel, Unterhaltsleistungen an seine Lebenspartnerin als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen zu ber\u00fccksichtigen (\u00a7\u00a033a Abs.\u00a01 des Einkommensteuergesetzes). Er begr\u00fcndete dies zun\u00e4chst damit, dass er diese Aufwendungen aus Unerfahrenheit nicht erkl\u00e4rt habe. Sp\u00e4ter trug er dazu vor, schlichtweg vergessen zu haben, die Aufwendungen zu erkl\u00e4ren. Der Fehler sei ihm auch nach nochmaliger Durchsicht des Ausdrucks nicht aufgefallen. Denn beim ELSTER-Verfahren enthalte der abschlie\u00dfende Erkl\u00e4rungsausdruck nur die Felder, in denen auch Eintragungen vorgenommen worden seien. Letztlich habe die Un\u00fcbersichtlichkeit des ElsterFormulars im Vergleich zur Steuererkl\u00e4rung in Papierform und die fehlende Routine im Umgang mit dem ElsterFormular die Entdeckung des Fehlers verhindert, der allenfalls auf leichter Fahrl\u00e4ssigkeit beruhe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte es ab, den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Streitjahr zu \u00e4ndern. Denn den Kl\u00e4ger treffe ein grobes Verschulden am nachtr\u00e4glichen Bekanntwerden der Unterhaltsleistungen. Im ElsterFormular werde ebenso wie in der Anleitung zur Steuererkl\u00e4rung und im Erkl\u00e4rungsvordruck auf den Abzug von Unterhaltsleistungen hingewiesen und nach Angaben zur unterhaltenen Person gefragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hat das Finanzgericht (FG) aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 1043 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Er beantragt sinngem\u00e4\u00df,das Urteil des FG des Landes Sachsen-Anhalt vom 30.\u00a0Juni 2010 sowie den ablehnenden Bescheid vom 27.\u00a0Juni 2008 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 13.\u00a0Mai 2009 aufzuheben und das FA zu verpflichten, den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2006 vom 18.\u00a0Mai 2007 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Einkommensteuer auf 7.130\u00a0EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der hier streitige bestandskr\u00e4ftige Einkommensteuerbescheid wegen eines den Kl\u00e4ger treffenden groben Verschuldens nicht nach \u00a7\u00a0173 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 der Abgabenordnung (AO) zu \u00e4ndern ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a0173 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu \u00e4ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f\u00fchren, und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachtr\u00e4glich bekannt werden. Als grobes Verschulden hat der Steuerpflichtige Vorsatz und grobe Fahrl\u00e4ssigkeit zu vertreten. Grobe Fahrl\u00e4ssigkeit ist nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) anzunehmen, wenn der Steuerpflichtige die ihm nach seinen pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten und Verh\u00e4ltnissen zumutbare Sorgfalt in ungew\u00f6hnlichem Ma\u00dfe und in nicht entschuldbarer Weise verletzt hat (BFH-Urteile vom 9.\u00a0November 2011 X\u00a0R\u00a053\/09, BFH\/NV 2012, 545; vom 19.\u00a0Dezember 2006 VI\u00a0R\u00a059\/02, BFH\/NV 2007, 866; vom 9.\u00a0August 1991 III\u00a0R\u00a024\/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Ob der Beteiligte im jeweiligen Einzelfall grob fahrl\u00e4ssig gehandelt hat, ist im Wesentlichen Tatfrage. Die dazu getroffenen Feststellungen und daraus folgenden W\u00fcrdigungen des FG k\u00f6nnen &#8211;abgesehen von zul\u00e4ssigen und begr\u00fcndeten Verfahrensr\u00fcgen&#8211; von der Revisionsinstanz nur darauf \u00fcberpr\u00fcft werden, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrl\u00e4ssigkeit und die aus ihm abzuleitenden Sorgfaltspflichten richtig erkannt worden sind und ob die W\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungss\u00e4tzen entspricht (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 545, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die W\u00fcrdigung des FG, angesichts der Ausgestaltung des ElsterFormulars f\u00fcr die Einkommensteuererkl\u00e4rung 2006 und der Anleitung dazu treffe den Kl\u00e4ger ein grobes Verschulden daran, dass die Unterhaltsleistungen erst nachtr\u00e4glich bekannt wurden, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat im Fall des Kl\u00e4gers den Rechtsbegriff der groben Fahrl\u00e4ssigkeit zutreffend ausgelegt und die daraus abzuleitenden Sorgfaltspflichten richtig erkannt. Von einem groben Verschulden ist auszugehen, wenn der Steuerpflichtige seiner Erkl\u00e4rungspflicht nur unzureichend nachkommt, indem er eine unvollst\u00e4ndige Steuererkl\u00e4rung abgibt. Es entspricht allerdings st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH, dass kein grobes Verschulden vorliegt, wenn die unvollst\u00e4ndige Steuererkl\u00e4rung auf einem subjektiv entschuldbaren Rechtsirrtum beruht. Aber auch der Steuerpflichtige, dem einschl\u00e4gige steuerrechtliche Kenntnisse fehlen, muss im Steuererkl\u00e4rungsformular ausdr\u00fccklich gestellte Fragen beantworten und dem Steuererkl\u00e4rungsformular beigef\u00fcgte Erl\u00e4uterungen mit der von ihm zu erwartenden Sorgfalt lesen und beachten. Dies gilt jedenfalls dann, wenn solche Fragen und Hinweise ausreichend verst\u00e4ndlich sowie klar und eindeutig sind (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 545, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat nach Ma\u00dfgabe dieser Grunds\u00e4tze in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise ein grob fahrl\u00e4ssiges Handeln des Kl\u00e4gers angenommen. Es hat das grobe Verschulden insbesondere darin gesehen, dass der Kl\u00e4ger die mit &#8222;Unterhalt f\u00fcr bed\u00fcrftige Personen&#8220; \u00fcberschriebene Zeile 102 unbeantwortet lie\u00df und er nicht nur die in der Anleitung zur Einkommensteuererkl\u00e4rung aufgef\u00fchrten zwei auf ihn zutreffenden Sachverhalte, sondern auch den dort angef\u00fchrten Hinweis nicht beachtete, dass eine Unterhaltspflicht gegen\u00fcber der Mutter eines gemeinsamen Kindes bestehen kann. Dazu hat das FG auch die Einlassung des Kl\u00e4gers, er habe eine elektronische Steuererkl\u00e4rung abgegeben und deshalb deren schriftliche Anleitung nicht zur Verf\u00fcgung gehabt, in seine W\u00fcrdigung einbezogen und im Ergebnis als unbeachtlich beurteilt. Denn es hat festgestellt, dass diese Angaben auch in dem vom Kl\u00e4ger verwendeten elektronischen ElsterFormular der Finanzverwaltung enthalten waren. Auch f\u00fcr diese Hinweise gilt &#8211;nicht anders als f\u00fcr solche in Papierform&#8211;, dass es regelm\u00e4\u00dfig grob fahrl\u00e4ssig ist, diese unbeachtet zu lassen, sofern sie ausreichend verst\u00e4ndlich sowie klar und eindeutig sind. Davon war im Streitfall nach den Feststellungen des FG f\u00fcr das ElsterFormular 2006 auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der hier zu entscheidende Streitfall unterscheidet sich von dem heute durch den erkennenden Senat ebenfalls entschiedenen Fall zum ElsterFormular des Veranlagungszeitraums 2008 (Urteil vom 20.\u00a0M\u00e4rz 2013 VI\u00a0R\u00a09\/12, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt), indem aufscheinende Hilfstexte die Sachverhalte nur unvollst\u00e4ndig erl\u00e4uterten und den Steuerpflichtigen angesichts un\u00fcbersichtlicher Vordruckgestaltungen gerade nicht dazu veranlassten, zur Verf\u00fcgung gestellte weitere Anlagen zu verwenden. Das FG hat dagegen f\u00fcr die im Streitfall erforderlichen Eingaben in die Maske des Steuerformulars keine im Rahmen der Gesamtw\u00fcrdigung zu ber\u00fccksichtigenden Besonderheiten in der Programmf\u00fchrung des ElsterFormulars festgestellt. Insoweit unterscheidet sich der hier zu beurteilende Fall auch von dem des FG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 13.\u00a0Dezember 2010\u00a0 5\u00a0K\u00a02099\/09, EFG 2011, 685, Revisionsverfahren anh\u00e4ngig unter dem Az. X\u00a0R\u00a08\/11); dort hatten die Anwendungsmodalit\u00e4ten des Programms den Anwender veranlasst, in eine andere Eingabemaske zu wechseln, ohne nach der Eingabe dort zur urspr\u00fcnglichen Maske zur\u00fcckzukehren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger kann sich schlie\u00dflich nicht darauf berufen, dass im Gegensatz zur Einkommensteuererkl\u00e4rung in Papierform das ElsterFormular keinen vollst\u00e4ndigen Ausdruck der Steuererkl\u00e4rung liefert, sondern letztlich nur die Werte und Kennziffern auff\u00fchrt, zu denen der Steuerpflichtige Eintragungen vorgenommen hat. Denn dies mag zwar einen Nachteil der elektronischen Steuererkl\u00e4rung darstellen, betrifft aber nicht den Grund f\u00fcr die Annahme der groben Fahrl\u00e4ssigkeit, n\u00e4mlich die fehlende An- und Eingabe im ElsterFormular selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2013, VI R 5\/11 Grobes Verschulden i.S. des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 2 AO Leits\u00e4tze Allein der Umstand, dass die mit\u00a0ElsterFormular\u00a0abgegebene elektronische Einkommensteuererkl\u00e4rung keinen vollst\u00e4ndigen Ausdruck der Steuererkl\u00e4rungsformulare liefert, l\u00e4sst eine ansonsten gegebene grobe Fahrl\u00e4ssigkeit nicht entfallen. Tatbestand 1 I. 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