{"id":31264,"date":"2013-06-07T16:12:05","date_gmt":"2013-06-07T14:12:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=31264"},"modified":"2013-09-03T16:54:59","modified_gmt":"2013-09-03T14:54:59","slug":"antragsveranlagung-ermittlung-der-einkunfte-einheitliche-auslegung-der-begriffe-summe-der-einkunfte-in-%c2%a7-46-abs-2-nr-1-estg-und-%c2%a7-2-abs-3-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/antragsveranlagung-ermittlung-der-einkunfte-einheitliche-auslegung-der-begriffe-summe-der-einkunfte-in-%c2%a7-46-abs-2-nr-1-estg-und-%c2%a7-2-abs-3-estg\/","title":{"rendered":"Antragsveranlagung; Ermittlung der Eink\u00fcnfte &#8211; Einheitliche Auslegung der Begriffe Summe der Eink\u00fcnfte in \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG und \u00a7 2 Abs. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2013, VI R 22\/11<\/span><\/p>\n<p>Antragsveranlagung; Ermittlung der Eink\u00fcnfte &#8211; Einheitliche Auslegung der Begriffe &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; in \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG und \u00a7 2 Abs. 3 EStG<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Unter der &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; i.S. des \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG ist derjenige Saldo zu verstehen, der nach horizontaler und vertikaler Verrechnung der Eink\u00fcnfte verbleibt. Versagt das Gesetz &#8211;wie in \u00a7 23 Abs. 3 Satz 8 EStG im Falle eines Verlustes aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften&#8211; die Verrechnung eines Verlustes aus einer Einkunftsart mit Gewinnen bzw. \u00dcbersch\u00fcssen aus anderen Einkunftsarten, flie\u00dft dieser Verlust nicht in die &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; ein.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) erzielt Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit. Im Juni 1999 hatte sie eine Eigentumswohnung erworben, die sie nach anf\u00e4nglicher Selbstnutzung bis zur Ver\u00e4u\u00dferung Ende Mai 2005 vermietete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr 2005 erkl\u00e4rte sie neben Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung aufgrund der Vermietung der Eigentumswohnung in H\u00f6he von 1.831\u00a0EUR und Eink\u00fcnfte aus einem Immobilienfonds in H\u00f6he von 3.879\u00a0EUR. Zudem erkl\u00e4rte sie einen Verlust aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Eigentumswohnung als sonstige Eink\u00fcnfte i.S. der \u00a7\u00a7\u00a022 Nr.\u00a02, 23 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H\u00f6he von 8.886\u00a0EUR. Mit Bescheid vom 19.\u00a0Januar 2007 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Einkommensteuer f\u00fcr das Streitjahr in H\u00f6he von 10.564\u00a0EUR fest, was zu einer Einkommensteuernachzahlung in H\u00f6he von 1.098\u00a0EUR f\u00fchrte. Die sonstigen Eink\u00fcnfte setzte er mit 0\u00a0EUR an, weil es sich bei dem erkl\u00e4rten Verlust aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften um einen nicht ausgleichsf\u00e4higen Verlust nach \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a08 EStG handele. Mit Bescheid vom selben Tage stellte er einen verbleibenden Verlustvortrag f\u00fcr Eink\u00fcnfte aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften auf den 31.\u00a0Dezember 2005 in H\u00f6he von 8.886\u00a0EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2005 und die Einkommensteuer-Vorauszahlungsbescheide f\u00fcr 2007 und 2008 &#8211;jeweils vom 19.\u00a0Januar 2007&#8211; wandte sich die Kl\u00e4gerin mit dem Einspruch. Sie f\u00fchrte aus, dass sie ihren Antrag auf Veranlagung nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a08 EStG zur\u00fccknehme, weil sie statt der erwarteten Steuererstattung nunmehr eine Steuernachzahlung leisten solle. Auf eine k\u00fcnftige Verlustber\u00fccksichtigung nach \u00a7\u00a010d EStG lege sie keinen Wert. Es sei auch von Amts wegen keine Einkommensteuerveranlagung vorzunehmen, weil sich die nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegenden Eink\u00fcnfte auf weniger als 410\u00a0EUR beliefen. Im Laufe des Einspruchsverfahrens \u00e4nderte das FA den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2005 sowie den Verlustfeststellungsbescheid, indem es den verbleibenden Verlustvortrag zum 31.\u00a0Dezember 2004 ber\u00fccksichtigte und den verbleibenden Verlust zum 31.\u00a0Dezember 2005 auf 9.583\u00a0EUR erh\u00f6hte. Zudem setzte es die Quartalsvorauszahlungen f\u00fcr 2007 und 2008 von 274\u00a0EUR ab dem II.\u00a0Quartal 2007 auf 129\u00a0EUR und ab dem I. Quartal 2008 auf 165\u00a0EUR herab. Hiermit trug es dem Wegfall der Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung aufgrund des Verkaufs der Eigentumswohnung Rechnung. Mit Einspruchsentscheidung vom 11.\u00a0April 2007 wies das FA die Einspr\u00fcche zur\u00fcck. Die hiergegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1426 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,das Urteil des FG K\u00f6ln vom 1.\u00a0Oktober 2010\u00a0\u00a05\u00a0K\u00a01853\/07 sowie den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2005 und die Vorauszahlungsbescheide f\u00fcr die Jahre 2007 und 2008 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 11.\u00a0April 2007 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Der Senat entscheidet gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0126a der Finanzgerichtsordnung durch Beschluss. Er h\u00e4lt die Revision einstimmig f\u00fcr unbegr\u00fcndet und eine m\u00fcndliche Verhandlung f\u00fcr nicht erforderlich. Die Beteiligten sind mit Schreiben vom 18.\u00a0Januar 2013 dar\u00fcber unterrichtet worden; sie hatten Gelegenheit zur Stellungnahme bis zum 22.\u00a0Februar 2013.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Voraussetzungen f\u00fcr eine Pflichtveranlagung nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG im Streitfall vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, wird eine Veranlagung nur unter den in \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nrn.\u00a01 bis 8 EStG genannten Voraussetzungen durchgef\u00fchrt. Da die Kl\u00e4gerin den Antrag auf Vornahme einer Veranlagung nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a08 EStG im Einspruchsverfahren zur\u00fcckgenommen hat, kommt eine Veranlagung nur in Betracht, wenn die Voraussetzungen einer Pflichtveranlagung nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nrn.\u00a01 bis 7 EStG vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes (JStG) 2007 wird eine Veranlagung nur durchgef\u00fchrt, wenn die positive Summe der einkommensteuerpflichtigen Eink\u00fcnfte, die nicht dem Steuerabzug vom Arbeitslohn zu unterwerfen waren, vermindert um die darauf entfallenden Betr\u00e4ge nach \u00a7\u00a013 Abs.\u00a03 und \u00a7\u00a024a EStG, mehr als 410\u00a0EUR betr\u00e4gt. \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG i.d.F. des JStG 2007 ist nach \u00a7\u00a052 Abs.\u00a055j EStG auch auf Veranlagungszeitr\u00e4ume vor 2006 anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG bestimmen sich nach Grund und H\u00f6he nach Ma\u00dfgabe der \u00a7\u00a7\u00a02 bis 24 EStG (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.\u00a0April 1961 VI\u00a0246\/60\u00a0U, BFHE 73, 113, BStBl III 1961, 310; vom 12.\u00a0Februar 1976 IV\u00a0R\u00a08\/73, BFHE 118, 209, BStBl II 1976, 413; vom 21.\u00a0September 2006 VI\u00a0R\u00a052\/04, BFHE 215, 144, BStBl II 2007, 45). F\u00fcr den Streitfall bedeutet dies, dass in die Berechnung der Summe der Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG dem Grunde nach auch Eink\u00fcnfte aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften i.S. des \u00a7\u00a023 EStG einzubeziehen sind (\u00a7\u00a022 Nr.\u00a02 EStG). Eink\u00fcnfte k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich auch vorliegen, wenn die Erwerbsaufwendungen die Einnahmen \u00fcbersteigen (BFH-Urteil in BFHE 215, 144, BStBl II 2007, 45). Da die in die Summe der Eink\u00fcnfte einzurechnenden Betr\u00e4ge sich nicht nur dem Grunde nach, sondern auch bez\u00fcglich ihrer H\u00f6he nach den \u00a7\u00a7\u00a02 bis 24 EStG bestimmen, ist f\u00fcr den Ansatz von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften auch \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 EStG anzuwenden. Die H\u00f6he eines Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns oder \u2013verlustes errechnet sich danach aus dem Unterschiedsbetrag zwischen Ver\u00e4u\u00dferungspreis einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits (\u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 EStG). Weiter d\u00fcrfen nach \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a08 EStG Verluste nur bis zur H\u00f6he des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften erzielt hat, ausgeglichen werden. Ein negativer Saldo aus Ver\u00e4u\u00dferungspreis, Anschaffungs- und Werbungskosten i.S. des \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 EStG ist danach im Rahmen der Ermittlung der Summe der Eink\u00fcnfte eines Streitjahres i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG nur anzusetzen, wenn und soweit hierdurch ein Gewinn aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften ausgeglichen wird. Fehlt es hieran, ist ein Ver\u00e4u\u00dferungsverlust nicht in die Berechnung der Summe der Eink\u00fcnfte einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) F\u00fcr diese Auslegung des Begriffs der Summe der Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG spricht auch, dass sie zu einer einheitlichen Auslegung der Begriffe der &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; in \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG und \u00a7\u00a02 Abs.\u00a03 EStG f\u00fchrt. Unter der &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG und des \u00a7\u00a02 Abs.\u00a03 EStG ist derjenige Saldo zu verstehen, der nach horizontaler und vertikaler Verrechnung der Eink\u00fcnfte verbleibt. Versagt das Gesetz &#8211;wie hier in \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a08 EStG&#8211; die Verrechnung eines Verlustes aus einer Einkunftsart mit Gewinnen bzw. \u00dcbersch\u00fcssen aus anderen Einkunftsarten, flie\u00dft dieser Verlust nicht in die &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; ein. Dies geschieht erst, wenn und soweit in folgenden Veranlagungszeitr\u00e4umen eine Verrechnung mit positiven Eink\u00fcnften zul\u00e4ssig ist. Eine einheitliche Auslegung von Grundbegriffen des Einkommensteuerrechts innerhalb desselben Gesetzes ist geboten, soweit nicht zwingende Gr\u00fcnde eine unterschiedliche Auslegung erfordern (vgl. BFH-Urteil vom 22.\u00a0Mai 2006 VI\u00a0R\u00a050\/04, BFHE 214, 141, BStBl II 2006, 801).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall erscheint eine von den f\u00fcr das Streitjahr geltenden Vorschriften f\u00fcr die Ermittlung der Summe der Eink\u00fcnfte abweichende Auslegung des Begriffs der Summe der Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG nicht geboten. Vielmehr fordert der Sinn und Zweck des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG die hier vorgenommene Auslegung. Ziel der nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 EStG durchzuf\u00fchrenden Veranlagung ist die Herstellung steuerlicher Gleichheit zwischen allen Steuerpflichtigen durch Festsetzung der materiell richtigen Einkommensteuer (vgl. BFH-Urteil in BFHE 215, 144, BStBl II 2007, 45; Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13.\u00a0Dezember 1967\u00a0\u00a01\u00a0BvR\u00a0679\/64, BVerfGE 23, 1, BStBl II 1968, 70). Der mit der Vorschrift angestrebten Steuergerechtigkeit und Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der Besteuerung widerspr\u00e4che es, bez\u00f6ge man einen nach \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a08 EStG im Streitjahr nicht anzusetzenden Verlust in die Berechnung der Summe der Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG ein. Dies w\u00fcrde einem Steuerpflichtigen, der Nebeneink\u00fcnfte in erheblicher H\u00f6he bezogen hat, erm\u00f6glichen, durch Gegenrechnung eines im Rahmen der Besteuerung des Streitjahres letztlich nicht zu ber\u00fccksichtigenden Verlustes eine Veranlagung und damit die zutreffende Steuerfestsetzung zu vermeiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. a) Eine andere rechtliche Beurteilung folgt auch nicht aus der von der Kl\u00e4gerin in ihrer Stellungnahme vom 21.\u00a0Februar 2013 angef\u00fchrten Entscheidung des IX. Senats des BFH vom 20.\u00a0Juni 2012 IX\u00a0R\u00a067\/10 (BFHE 237, 368, BFH\/NV 2012, 1697). Insbesondere ergibt sich hieraus nicht, dass es sich bei Verlusten aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften um negative Eink\u00fcnfte aus \u00a7\u00a021 EStG handelt, die keiner Verlustausgleichsbeschr\u00e4nkung unterliegen. Dar\u00fcber hinaus ist vorliegend weder vorgetragen noch ersichtlich, dass die Kl\u00e4gerin nach der Ver\u00e4u\u00dferung ihrer Eigentumswohnung Schuldzinsen getragen hat, die als nachtr\u00e4gliche Werbungskosten bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung zu ber\u00fccksichtigen gewesen w\u00e4ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Eine Verweisung des Rechtsstreits an den IX.\u00a0Senat des BFH kommt entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin in ihrem Schriftsatz vom 21.\u00a0Februar 2013 nicht in Betracht. Der erkennende Senat ist vielmehr gem\u00e4\u00df A.VI.1.c des f\u00fcr den Streitfall g\u00fcltigen Gesch\u00e4ftsverteilungsplans des BFH f\u00fcr die Sache zust\u00e4ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Da nach den angef\u00fchrten Rechtsgrunds\u00e4tzen im Streitfall eine positive Summe der Eink\u00fcnfte vorliegt, die 410\u00a0EUR \u00fcbersteigt, stellt sich die Frage, ob die r\u00fcckwirkende Anwendung der Neuregelung des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 EStG durch das JStG 2007 verfassungsrechtlichen Vorgaben gen\u00fcgt, vorliegend nicht (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 17.\u00a0Januar 2013 VI\u00a0R\u00a032\/12, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt, BFH\/NV 2013, 822).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2013, VI R 22\/11 Antragsveranlagung; Ermittlung der Eink\u00fcnfte &#8211; Einheitliche Auslegung der Begriffe &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; in \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG und \u00a7 2 Abs. 3 EStG Leits\u00e4tze Unter der &#8222;Summe der Eink\u00fcnfte&#8220; i.S. des \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG ist derjenige Saldo zu verstehen, der nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/antragsveranlagung-ermittlung-der-einkunfte-einheitliche-auslegung-der-begriffe-summe-der-einkunfte-in-%c2%a7-46-abs-2-nr-1-estg-und-%c2%a7-2-abs-3-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Antragsveranlagung; Ermittlung der Eink\u00fcnfte &#8211; Einheitliche Auslegung der Begriffe Summe der Eink\u00fcnfte in \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG und \u00a7 2 Abs. 3 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1469],"tags":[1644],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31264"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31264"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31264\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}