{"id":31290,"date":"2013-06-07T16:31:49","date_gmt":"2013-06-07T14:31:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=31290"},"modified":"2020-09-15T11:17:22","modified_gmt":"2020-09-15T09:17:22","slug":"voraussetzungen-fur-die-anderung-einer-verlustfeststellung-gemas-%c2%a7-10d-abs-4-satz-4-estg-a-f","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/voraussetzungen-fur-die-anderung-einer-verlustfeststellung-gemas-%c2%a7-10d-abs-4-satz-4-estg-a-f\/","title":{"rendered":"Voraussetzungen f\u00fcr die \u00c4nderung einer Verlustfeststellung gem\u00e4\u00df \u00a7 10d Abs. 4 Satz 4 EStG a.F."},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.1.2013, IX R 11\/12<\/p>\n<p>Voraussetzungen f\u00fcr die \u00c4nderung einer Verlustfeststellung gem\u00e4\u00df \u00a7 10d Abs. 4 Satz 4 EStG a.F.<\/p>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Da die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ihre Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 2006 nicht rechtzeitig abgegeben hatte, sch\u00e4tzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Besteuerungsgrundlagen und erlie\u00df im Februar 2008 einen Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2006, in dem bei einem Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte von .\/.\u00a018.617\u00a0EUR die Steuer auf 0\u00a0EUR festgesetzt wurde. Am selben Tage erlie\u00df das FA einen Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006, in dem der verbleibende Verlustvortrag auf 106.428\u00a0EUR festgestellt wurde (verbleibende negative Eink\u00fcnfte lt. Steuerbescheid f\u00fcr 2006\u00a0 18.617\u00a0EUR zzgl. verbleibender Verlustvortrag zum 31.\u00a0Dezember 2005: 87.811\u00a0EUR). Beide Bescheide wurden nicht angefochten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aufgrund eines Pr\u00fcfhinweises erlie\u00df das FA im M\u00e4rz 2008 einen nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a01 Satz\u00a04 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ge\u00e4nderten Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006, in dem der verbleibende Verlustvortrag auf 93.064\u00a0EUR festgestellt wurde (verbleibende negative Eink\u00fcnfte 18.617\u00a0EUR zzgl. verbleibender Verlustvortrag 74.447\u00a0EUR). Auch dieser Bescheid wurde nicht angefochten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Mitteilung f\u00fcr 2006 \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen hinsichtlich der Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin aus Gewerbebetrieb erlie\u00df das FA im Mai 2008 einen nach \u00a7\u00a0175 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Abgabenordnung (AO) ge\u00e4nderten Bescheid \u00fcber Einkommensteuer 2006, in dem die Steuer wiederum auf 0\u00a0EUR festgesetzt wurde. In den Besteuerungsgrundlagen ist ein Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte von .\/.\u00a010.672\u00a0EUR enthalten. Am selben Tag erlie\u00df das FA auch einen nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 S\u00e4tze\u00a04 und 5 EStG ge\u00e4nderten Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006, in dem der verbleibende Verlustvortrag auf 85.119\u00a0EUR festgestellt wird (verbleibende negative Eink\u00fcnfte 10.672\u00a0EUR zzgl. verbleibender Verlustvortrag 74.447\u00a0EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen den ge\u00e4nderten Verlustfeststellungsbescheid legte die Kl\u00e4gerin Einspruch ein. Zur Begr\u00fcndung reichte sie die Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 2006 ein. W\u00e4hrend des Einspruchsverfahrens erlie\u00df das FA erneut einen Bescheid f\u00fcr 2006 \u00fcber Einkommensteuer, in dem die Steuer wiederum auf 0\u00a0EUR festgesetzt wurde. Der in den Besteuerungsgrundlagen aufgef\u00fchrte Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte belief sich wieder auf .\/.\u00a018.617\u00a0EUR. Als &#8222;weitere Erl\u00e4uterungen&#8220; ist ausgef\u00fchrt: &#8222;Der Verlustvortrag zum 31.12.2006 konnte gem. \u00a7\u00a0351 Abs.\u00a01 AO nur in H\u00f6he des durch Bescheid vom M\u00e4rz 2008 bestandskr\u00e4ftig festgestellten Betrags von 93.064\u00a0EUR festgestellt werden. Die Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung wurden daher f\u00fcr die zutreffende Ermittlung des Verlustvortrags &#8211;entgegen der Erkl\u00e4rung&#8211; mit 3.659\u00a0EUR angesetzt. Den Einspruch gegen den Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.12.2006 sehe ich hiermit als erledigt an.&#8220; Am gleichen Tag erlie\u00df das FA einen nach \u00a7\u00a0172 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 AO (handschriftlicher Vermerk) und nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 S\u00e4tze 4 und 5 EStG (maschinenschriftlicher Vermerk) ge\u00e4nderten Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006, mit dem der verbleibende Verlustvortrag wiederum auf 93.064\u00a0EUR festgestellt wurde (verbleibende negative Eink\u00fcnfte 18.617\u00a0EUR zzgl. verbleibender Verlustvortrag 74.447\u00a0EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im April 2009 beantragte die Kl\u00e4gerin gegen\u00fcber dem FA, den Einkommensteuerbescheid 2006 hinsichtlich der Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung zu \u00e4ndern. Diese seien &#8211;wie erkl\u00e4rt&#8211; in H\u00f6he von .\/.\u00a030.328\u00a0EUR statt mit 3.659\u00a0EUR anzusetzen. Am folgenden Tag legte die Kl\u00e4gerin gegen den Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006 vom April 2009 Einspruch ein. Zur Begr\u00fcndung verwies die Kl\u00e4gerin auf ihr Schreiben vom Vortrag zum Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2006.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA wies den Einspruch gegen den Bescheid f\u00fcr 2006 \u00fcber Einkommensteuer vom April 2009 als unzul\u00e4ssig zur\u00fcck, da die Kl\u00e4gerin durch die Festsetzung der Steuer auf 0\u00a0EUR nicht beschwert sei. Mit Einspruchsentscheidung vom selben Tage wies das FA den Einspruch gegen den Bescheid \u00fcber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006 vom April 2009 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. Zur Begr\u00fcndung verwies das FA darauf, dass der angefochtene Verlustfeststellungsbescheid vom Mai 2008 den insoweit unanfechtbaren Bescheid vom M\u00e4rz 2008 ge\u00e4ndert habe, so dass nach \u00a7\u00a0351 Abs.\u00a01 AO die \u00c4nderung aufgrund der Anfechtung auf den im Ursprungsbescheid festgesetzten Betrag beschr\u00e4nkt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hat das Finanzgericht (FG) abgewiesen. Der Ber\u00fccksichtigung weiterer von der Kl\u00e4gerin nunmehr erkl\u00e4rter negativer Eink\u00fcnfte stehe \u00a7\u00a0351 AO entgegen. Der Verlustfeststellungsbescheid vom Mai 2008, mit dem ein Verlust in H\u00f6he von 85.119\u00a0EUR festgestellt wurde, habe den bestandskr\u00e4ftigen Bescheid vom M\u00e4rz 2008 ge\u00e4ndert, mit dem ein Verlust in H\u00f6he von 93.064\u00a0EUR festgestellt worden sei. Damit sei die Anfechtbarkeit und \u00c4nderbarkeit des Verlustfeststellungsbescheides vom Mai 2008 nach \u00a7\u00a0351 Abs.\u00a01\u00a0\u00a01.\u00a0Halbsatz AO auf die Differenz zwischen 93.064\u00a0EUR und 85.119\u00a0EUR beschr\u00e4nkt. Im Rahmen dieser Beschr\u00e4nkung habe das FA mit dem ge\u00e4nderten Verlustfeststellungsbescheid vom April 2009 dem Begehren der Kl\u00e4gerin in vollem Umfang entsprochen, in dem es den Verlust nunmehr wiederum in H\u00f6he von 93.064\u00a0EUR festgestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine weitergehende \u00c4nderung durch Festsetzung eines h\u00f6heren Verlustvortrags setze nach \u00a7\u00a0351 Abs.\u00a01\u00a0\u00a02.\u00a0Halbsatz AO voraus, dass die Voraussetzungen einer \u00c4nderungsvorschrift erf\u00fcllt seien. Daran fehle es hier. Die \u00c4nderung des Feststellungsbescheides nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG erfordere, dass der diesbez\u00fcgliche Steuerbescheid auch verfahrensrechtlich noch ge\u00e4ndert werden k\u00f6nne. Eine solche verfahrensrechtliche \u00c4nderungsnorm f\u00fcr den bestandskr\u00e4ftigen Bescheid vom M\u00e4rz 2008 sei nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl\u00e4gerin, mit der diese die Verletzung materiellen Rechts r\u00fcgt. \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 S\u00e4tze\u00a04 und 5 EStG sei anzuwenden. Auf eine \u00c4nderungsm\u00f6glichkeit k\u00f6nne es nicht ankommen, da das FA den Einkommensteuerbescheid tats\u00e4chlich ge\u00e4ndert habe. Im \u00dcbrigen habe die Kl\u00e4gerin den der Verlustfestsetzung zugrunde liegenden Einkommensteuerbescheid vom April 2009 mit dem Einspruch angefochten, den das FA wiederum als unzul\u00e4ssig zur\u00fcckgewiesen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<\/p>\n<p>das Urteil des FG aufzuheben sowie die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006 vom 6.\u00a0April 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.\u00a0Juli 2010 dahingehend zu \u00e4ndern, dass der verbleibende Verlustvortrag auf 119.733\u00a0EUR festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II.\u00a0\u00a0Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG die von der Kl\u00e4gerin begehrte \u00c4nderung der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2006 gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0351 Abs.\u00a01 AO abgelehnt und eine \u00c4nderungsm\u00f6glichkeit gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung ist der am Schluss eines Veranlagungszeitraums verbleibende Verlustvortrag gesondert festzustellen. Verbleibender Verlustvortrag sind die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink\u00fcnfte nicht ausgeglichenen negativen Eink\u00fcnfte, vermindert um die nach Abs.\u00a01 abgezogenen und die nach Abs.\u00a02 abziehbaren Betr\u00e4ge und vermehrt um den auf den Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums festgestellten verbleibenden Verlustvortrag (\u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG). Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG sind Feststellungsbescheide u.a. zu erlassen, soweit sich die nach Satz\u00a02 zu ber\u00fccksichtigenden Betr\u00e4ge \u00e4ndern und deshalb der entsprechende Steuerbescheid zu erlassen, aufzuheben oder zu \u00e4ndern ist. \u00c4ndern sich die nach Satz\u00a02 zu ber\u00fccksichtigenden Betr\u00e4ge aber nicht, ist die Vorschrift von vornherein unanwendbar (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.\u00a0September 2008 IX\u00a0R\u00a070\/06, BFHE 223, 50, BStBl II 2009, 897).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG verlangt auch, dass wegen der \u00c4nderung der nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG zu ber\u00fccksichtigenden Betr\u00e4ge der entsprechende Steuerbescheid &#8211;vorliegend der Einkommensteuerbescheid&#8211; zu erlassen, aufzuheben oder zu \u00e4ndern ist. Dies gilt gem\u00e4\u00df Satz\u00a05 auch, wenn die \u00c4nderung mangels steuerlicher Auswirkung unterbleibt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG abweichend von diesem Gesetzeswortlaut auszulegen w\u00e4re, sind nicht ersichtlich. Danach setzt die \u00c4nderung des Feststellungsbescheides nach \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG voraus, dass der korrespondierende Einkommensteuerbescheid verfahrensrechtlich &#8211;d.h. gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7\u00a0164\u00a0f., \u00a7\u00a7\u00a0172\u00a0ff. AO&#8211; zu \u00e4ndern ist oder dies allein wegen fehlender steuerlicher Auswirkung unterbleibt (so auch BFH-Beschluss vom 27.\u00a0September 2005 XI\u00a0B\u00a0123\/04, BFH\/NV 2006, 301, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds\u00e4tzen ist \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG zwar anwendbar, weil sich die der Verlustfeststellung zugrunde liegenden, bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink\u00fcnfte nicht ausgeglichenen negativen Eink\u00fcnfte in Gestalt eines Werbungskosten\u00fcberschusses bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung unstreitig ge\u00e4ndert haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gleichwohl hat das FG zutreffend eine \u00c4nderung des streitbefangenen \u00c4nderungsbescheides gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a04 EStG abgelehnt, da der korrespondierende Einkommensteuerbescheid 2006 unstreitig verfahrensrechtlich nicht ge\u00e4ndert werden kann. Darauf, dass er eine Steuer von 0\u00a0EUR festsetzt, kommt es nicht an (\u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 Satz\u00a05 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Zur\u00fcck zur Trefferliste\u00a0<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.1.2013, IX R 11\/12 Voraussetzungen f\u00fcr die \u00c4nderung einer Verlustfeststellung gem\u00e4\u00df \u00a7 10d Abs. 4 Satz 4 EStG a.F. Tatbestand 1 I. Da die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ihre Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 2006 nicht rechtzeitig abgegeben hatte, sch\u00e4tzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Besteuerungsgrundlagen und erlie\u00df im Februar 2008 einen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/voraussetzungen-fur-die-anderung-einer-verlustfeststellung-gemas-%c2%a7-10d-abs-4-satz-4-estg-a-f\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Voraussetzungen f\u00fcr die \u00c4nderung einer Verlustfeststellung gem\u00e4\u00df \u00a7 10d Abs. 4 Satz 4 EStG a.F.<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1689],"tags":[3058],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31290"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31290\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}