{"id":31448,"date":"2013-06-10T16:05:29","date_gmt":"2013-06-10T14:05:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=31448"},"modified":"2013-06-10T16:05:29","modified_gmt":"2013-06-10T14:05:29","slug":"urteil-des-bgh-zu-schiffsfonds-der-dr-peters-gruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/urteil-des-bgh-zu-schiffsfonds-der-dr-peters-gruppe\/","title":{"rendered":"Urteil des BGH zu Schiffsfonds der Dr. Peters-Gruppe"},"content":{"rendered":"<h2>BGH, Urteile vom 12. M\u00e4rz 2013 \u2013 II ZR 73\/11 und II ZR 74\/11<\/h2>\n<div>\n<p>HGB \u00a7\u00a7 171, 172; BGB \u00a7 488<\/p>\n<p>a) Wird an einen Kommanditisten auf der Grundlage einer Erm\u00e4chtigung im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0eine\u00a0Auszahlung\u00a0geleistet, obwohl sein\u00a0Kapitalanteil\u00a0durch Verlust unter den auf die bedungene\u00a0Einlage\u00a0geleisteten Betrag herabgemindert ist oder durch die\u00a0Auszahlung\u00a0unter diesen Betrag herabgemindert wird,\u00a0ist der\u00a0Kommanditist\u00a0nur dann zur R\u00fcckzahlung an die\u00a0Gesellschaft\u00a0verpflichtet, wenn der\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0dies vorsieht.<\/p>\n<p>b) Allein der Bestimmung im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0einer Publikumspersonengesellschaft, dass eine solche Aussch\u00fcttung \u201cauf\u00a0Darlehenskonto\u00a0gebucht wird\u201d und bei einem\u00a0Verzicht\u00a0des Gesellschafters auf diese Einnahmen \u201cdie Bildung einer Darlehensverbindlichkeit\u201d entf\u00e4llt, l\u00e4sst sich nicht mit der aus der Sicht eines beitretenden Gesellschafters erforderlichen Klarheit entnehmen, dass die Aussch\u00fcttung unter dem Vorbehalt der R\u00fcckforderung steht.<\/p>\n<p>c) Nach \u00a7 169 Abs. 1 Satz 2 HGB hat der\u00a0Kommanditist\u00a0nur einen Anspruch auf\u00a0Auszahlung\u00a0des ihm zukommenden Gewinns. Er kann auch die\u00a0Auszahlung\u00a0des Gewinns nicht fordern, solange sein\u00a0Kapitalanteil\u00a0durch Verlust unter den auf die bedungene\u00a0Einlage\u00a0geleisteten Betrag herabgemindert ist oder durch die\u00a0Auszahlung\u00a0unter diesen Betrag herabgemindert w\u00fcrde. Es ist aber allgemein anerkannt, dass auch \u00fcber die Regelung des \u00a7 169 Abs. 1 HGB hinaus Aussch\u00fcttungen an die Kommanditisten zul\u00e4ssig sind, wenn der\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0dies vorsieht oder die Aussch\u00fcttung durch das\u00a0Einverst\u00e4ndnis aller Gesellschafter\u00a0gedeckt ist (BGH, Urteil vom 7. November 1977 \u2013 II ZR 43\/76, WM 1977, 1446, 1447; Urteil vom 5. April 1979 \u2013 II ZR 98\/76, WM 1979, 803, 804; Gummert in Henssler\/Strohn, GesR, \u00a7 169 HGB Rn. 14; von Gerkan\/Haas in R\u00f6hricht\/Graf von Westphalen, HGB, 3. Aufl., \u00a7 169 Rn. 20; M\u00fcnchKommHGB\/ Grunewald, 3. Aufl., \u00a7 169 Rn. 9; Hopt in Baumbach\/Hopt, HGB, 35. Aufl., \u00a7 169 Rn. 7; Oetker in Oetker, HGB, 2. Aufl., \u00a7 169 Rn. 15; Gehling, BB 2011, 73, 75 f.; Wagner, DStR 2008, 563, 564). Solche Aussch\u00fcttungen k\u00f6nnen in der Weise vereinbart werden, dass sie auch insoweit zu gew\u00e4hren und zu belassen sind, als sie nicht durch Gewinne gedeckt sind, also letztlich in Form einer festen Kapitalverzinsung oder garantierten Mindesttantieme zu Lasten des Kapitals gehen (vgl. BGH, Urteil vom 7. November 1977 \u2013 II ZR 43\/76, WM 1977, 1446, 1447).<\/p>\n<p>d) Wird eine\u00a0Auszahlung\u00a0an den Kommanditisten entgegen \u00a7 169 Abs. 1 HGB auf der Grundlage einer Erm\u00e4chtigung im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0geleistet, f\u00fchrt dies selbst dann nicht zu einer R\u00fcckzahlungspflicht, wenn die\u00a0Auszahlung\u00a0dessen\u00a0Kapitalanteil\u00a0unter die bedungene\u00a0Einlage\u00a0herabmindert oder eine bereits bestehende Belastung vertieft. Der\u00a0Gesellschafter\u00a0schuldet vielmehr die R\u00fcckzahlung nur dann, wenn der\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0dies vorsieht.<\/p>\n<p>e) Solche Zahlungen k\u00f6nnen zwar zu einer Haftung nach \u00a7 172 Abs. 4, \u00a7 171 Abs. 1 HGB f\u00fchren. Diese Vorschriften betreffen aber ausschlie\u00dflich die Haftung des Kommanditisten gegen\u00fcber den Gesellschaftsgl\u00e4ubigern im\u00a0Au\u00dfenverh\u00e4ltnis\u00a0und nicht dessen Verh\u00e4ltnis zur\u00a0Gesellschaft\u00a0(vgl. BGH, Urteil vom 7. November 1977 \u2013 II ZR 43\/76, WM 1977, 1446, 1447; Urteil vom 3. Juli 1978 \u2013 II ZR 110\/77, WM 1978, 1228, 1229 f.; Urteil vom 20. Juni 2005 \u2013 II ZR 252\/03, ZIP 2005, 1552, 1553; von Gerkan\/Haas in R\u00f6hricht\/Graf von Westphalen, HGB, 3. Aufl., \u00a7 172 Rn. 18; M\u00fcnchKommHGB\/K. Schmidt, 3. Aufl., \u00a7172 Rn. 62).<\/p>\n<p>f) Der\u00a0Kommanditist\u00a0ist im\u00a0Innenverh\u00e4ltnis\u00a0zur\u00a0Kommanditgesellschaft\u00a0verpflichtet, die vereinbarte\u00a0Einlage\u00a0zu erbringen. Im\u00a0Au\u00dfenverh\u00e4ltnis\u00a0haftet er den Gl\u00e4ubigern der\u00a0Gesellschaft\u00a0bis zur H\u00f6he seiner\u00a0Einlage\u00a0unmittelbar (\u00a7 171 Abs. 1 Halbsatz 1 HGB).<\/p>\n<p>g) Erbringt der\u00a0Kommanditist\u00a0seine\u00a0Einlage, erlischt im\u00a0Innenverh\u00e4ltnis\u00a0seine Einlageverpflichtung gegen\u00fcber der\u00a0Gesellschaft. Seine Haftung im\u00a0Au\u00dfenverh\u00e4ltnis\u00a0entf\u00e4llt gem. \u00a7 171 Abs. 1 Halbsatz 2 HGB, wenn er einen der eingetragenen\u00a0Haftsumme\u00a0entsprechenden Wert in das Gesellschaftsverm\u00f6gen geleistet und ihn auch dort belassen hat. Wird dem Kommanditisten die\u00a0Einlage\u00a0ganz oder teilweise zur\u00fcckbezahlt, gilt sie gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0172 Abs. 4 Satz 1 HGB den Gl\u00e4ubigern der\u00a0Gesellschaft\u00a0gegen\u00fcber insoweit als nicht geleistet, d.\u00a0h. die\u00a0Au\u00dfenhaftung\u00a0entsteht wieder. Dasselbe gilt nach \u00a7 172 Abs. 4 Satz 2 HGB. Die in \u00a7 172 Abs. 4 HGB beschriebene Wirkung tritt aber nur gegen\u00fcber den Gl\u00e4ubigern ein, d.\u00a0h. das\u00a0Innenverh\u00e4ltnis\u00a0zur\u00a0Gesellschaft\u00a0ist davon nicht ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>h) Ein R\u00fcckgew\u00e4hranspruch der\u00a0Gesellschaft\u00a0entsteht bei einer R\u00fcckzahlung der\u00a0Einlage\u00a0somit nicht automatisch, sondern kann sich nur aus anderen Rechtsgr\u00fcnden ergeben, insbesondere aus einer entsprechenden vertraglichen Abrede (vgl. BGH, Urteil vom 20. Juni 2005 \u2013 II ZR 252\/03, ZIP 2005, 1552, 1553; Strohn in Ebenroth\/ Boujong\/Joost\/Strohn, HGB, 2. Aufl., \u00a7 172 Rn. 19).<\/p>\n<p>i) Es gibt bei der\u00a0Kommanditgesellschaft\u00a0keinen im\u00a0Innenverh\u00e4ltnis\u00a0wirkenden Kapitalerhaltungsgrundsatz. Die\u00a0Gesellschafter\u00a0k\u00f6nnen ihre Rechtsbeziehungen im\u00a0Innenverh\u00e4ltnis\u00a0insoweit untereinander und zur\u00a0Gesellschaft\u00a0weitgehend frei gestalten. Das schlie\u00dft die Entscheidung dar\u00fcber ein, ob und wie erbrachte Einlagen zur\u00fcckgew\u00e4hrt werden. Auch die Auslegungsregel in \u00a7 161 Abs. 2, \u00a7 105 Abs. 3 HGB, \u00a7 706 Abs. 2 Satz 1 BGB, nach der beizutragende vertretbare und verbrauchbare Sachen im Zweifel in das Eigentum der\u00a0Gesellschaft\u00a0zu \u00fcbertragen sind (vgl. M\u00fcnchKommBGB\/Ulmer\/Sch\u00e4fer, \u00a7 706 Rn. 9; Servatius in Henssler\/Strohn, GesR, \u00a7 706 BGB Rn. 4), rechtfertigt nicht die Annahme, dass im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0ausdr\u00fccklich vorgesehene Kapitalr\u00fcckzahlungen der\u00a0Gesellschaft\u00a0im Zweifel wieder zuzuf\u00fchren sind (a.\u00a0A. OLG K\u00f6ln, Urteil vom 11. August 2003 \u2013 18 U 13\/03, juris Rn. 25; Weipert in Ebenroth\/Boujong\/Joost\/Strohn, HGB, 2. Aufl., \u00a7 169 Rn. 23).<\/p>\n<p>j) Gesellschaftsvertr\u00e4ge von Publikumsgesellschaften sind nach ihrem objektiven Erkl\u00e4rungsbefund auszulegen (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 19. Juli 2011 \u2013 II ZR 153\/09, ZIP 2011, 1906 Rn. 11; Urteil vom 16. Oktober 2012 \u2013 II ZR 251\/10, ZIP 2013, 68 Rn. 13).<\/p>\n<p>k) Regelungen in Gesellschaftsvertr\u00e4gen von Publikumsgesellschaften unterliegen unabh\u00e4ngig davon, ob die Bereichsausnahme des \u00a7 23 Abs. 1 AGBG bzw. \u00a7 310 Abs. 4 BGB n.\u00a0F. eingreift, einer \u00e4hnlichen\u00a0Auslegung\u00a0und Inhaltskontrolle wie Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen (BGH, Urteil vom 27. November 2000 \u2013 II ZR 218\/00, ZIP 2001, 243, 244; Urteil vom 13. September 2004 \u2013 II ZR 276\/02, ZIP 2004, 2095, 2097 f.;\u00a0Beschluss\u00a0vom 13. Dezember 2011 \u2013 II ZB 6\/09, ZIP 2012, 117 Rn. 50; Urteil vom 23. April 2012 \u2013 II ZR 75\/10, ZIP 2012, 1342 Rn. 32). Hieraus folgt in Anlehnung an \u00a7 305c Abs. 2 BGB, dass Zweifel bei der\u00a0Auslegung\u00a0zu Lasten des Verwenders gehen (BGH, Urteil vom 13. September 2004 \u2013 II ZR 276\/02, ZIP 2004, 2095, 2097 f.). F\u00fcr den einer Publikumspersonengesellschaft beitretenden\u00a0Gesellschafter\u00a0m\u00fcssen sich die mit dem\u00a0Beitritt\u00a0verbundenen, nicht unmittelbar aus dem Gesetz folgenden Rechte und\u00a0Pflichten\u00a0aus dem\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0daher klar ergeben.<\/p>\n<p>l) Die Begriffe \u201eAussch\u00fcttung\u201d und \u201eEntnahme\u201d weisen nicht auf einen Vorbehalt der R\u00fcckforderung hin. Der Begriff der \u201eAussch\u00fcttung\u201d wird im Handelsgesetzbuch im Zusammenhang mit der\u00a0Auszahlung\u00a0von Gewinnen verwandt (z.B. \u00a7 268 Abs. 8 HGB). Diesbez\u00fcglich regelt \u00a7 169 Abs. 2 HGB, dass der\u00a0Kommanditist\u00a0nicht verpflichtet ist, bezogenen Gewinn wegen sp\u00e4terer Verluste zur\u00fcckzuzahlen. Aus der Verwendung des Begriffs der \u201eEntnahme\u201d l\u00e4sst sich gleichfalls kein Anhaltspunkt f\u00fcr ein R\u00fcckforderungsrecht entnehmen. Dieser findet in der \u00dcberschrift zu der Vorschrift des \u00a7 122 HGB Verwendung, die in Absatz 1 Halbsatz 1 gerade regelt, dass der\u00a0Gesellschafter\u00a0einer offenen Handelsgesellschaft unter den dort genannten Voraussetzungen berechtigt ist, Geldbetr\u00e4ge aus dem Gesellschaftsverm\u00f6gen zu seinen Lasten zu erheben, oder Auszahlungen in bestimmter H\u00f6he zu verlangen, ohne diese (gesetzlich zul\u00e4ssigen)\u00a0Entnahmen\u00a0der Gesellschaft sp\u00e4ter erstatten zu m\u00fcssen (vgl. Ehricke in Ebenroth\/Boujong\/Joost\/Strohn, HGB, 2. Aufl., \u00a7 122 Rn. 4).<\/p>\n<p>m) Aus der Verwendung des Begriffs \u201eDarlehenskonto\u201d im Gesellschaftsvertrags kann nicht ohne weiteres darauf geschlossen werden, dass auf diesem Konto Darlehensverbindlichkeiten i.\u00a0S.\u00a0d. \u00a7 488 BGB gebucht werden. Im \u00dcbrigen lie\u00dfe auch die Annahme einer \u201eDarlehensverbindlichkeit\u201d im schuldrechtlichen Sinne nicht den Schluss zu, dass es sich jedenfalls um eine Forderung der\u00a0Gesellschaft\u00a0gegen den\u00a0Gesellschafter\u00a0handelt.<\/p>\n<p>n) Das Gesetz enth\u00e4lt keine Regelungen dar\u00fcber, ob und gegebenenfalls welche Konten f\u00fcr die\u00a0Gesellschafter\u00a0gef\u00fchrt und wie diese bezeichnet werden. Die\u00a0Gesellschafter\u00a0k\u00f6nnen vielmehr frei dar\u00fcber bestimmen, in welcher Weise sie ihre Kapitalanteile sowie die wechselseitigen Verbindlichkeiten und Forderungen auf Konten verbuchen (v. Falkenhausen\/Schneider in M\u00fcnchHdbGesR, Bd. 2, 3. Aufl., \u00a7 22 Rn. 34 f.). Die zivilrechtliche Bedeutung der Konten richtet sich dabei nicht nach ihrer Bezeichnung. F\u00fchrt eine\u00a0Kommanditgesellschaft\u00a0f\u00fcr die Kommanditisten mehrere Konten mit verschiedenen Bezeichnungen, ist zun\u00e4chst anhand des Gesellschaftsvertrags zu ermitteln, welche zivilrechtliche Rechtsnatur diese Konten haben (vgl. BFH, Urteil vom 15. Mai 2008 \u2013 IV R 46\/05, BFHE 221, 162 Rn. 42 m.\u00a0w.\u00a0N.); die vereinbarte Art der F\u00fchrung und der Bezeichnung der Konten ist dabei lediglich als ein Gesichtspunkt in die alle relevanten Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigende\u00a0Auslegung\u00a0einzubeziehen.<\/p>\n<p>o) Bei der gesellschaftsvertraglichen Gestaltung der Kontenf\u00fchrung in Personenhandelsgesellschaften wird neben einem festen\u00a0Kapitalkonto, auf dem die vereinbarte\u00a0Einlage\u00a0verbucht wird, regelm\u00e4\u00dfig ein weiteres, variables Konto (gew\u00f6hnlich als\u00a0Kapitalkonto\u00a0II bezeichnet) gef\u00fchrt, auf dem Gewinnanteile, Verluste und\u00a0Entnahmen\u00a0gebucht werden. Da bei dieser Form des Kapitalkontos II stehen gelassene Gewinne mit sp\u00e4teren Verlusten verrechnet werden, wird insbesondere im Hinblick auf die gesetzliche Regelung der Verlustverteilung beim Kommanditisten (\u00a7 167 Abs. 2 und 3 HGB) h\u00e4ufig ein weiteres, als\u00a0Darlehenskonto\u00a0bezeichnetes variables Konto gef\u00fchrt, auf dem entnahmef\u00e4hige Gewinne, sonstige Einlagen und\u00a0Entnahmen\u00a0gebucht werden; dieses\u00a0Darlehenskonto\u00a0stellt ein Forderungskonto dar, das, wenn es nicht \u00fcberzogen wird, eine Forderung des Gesellschafters gegen die\u00a0Gesellschaft\u00a0ausweist (vgl. BFH, Urteil vom 16. Oktober 2008 \u2013 IV R 98\/06, BFHE 223, 149 Rn. 40 ff. m.\u00a0w.\u00a0N.). Das\u00a0Kapitalkonto\u00a0II erfasst dann nur noch die nicht entnahmef\u00e4higen Gewinne sowie die Verluste.<\/p>\n<p>p) Dass die Aussch\u00fcttungen nach dem\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0\u201eauf\u00a0Darlehenskonto\u00a0gebucht\u201d werden sollen, besagt nichts dar\u00fcber, ob sie \u00e4hnlich wie entnahmef\u00e4hige Gewinne als dem Kommanditisten endg\u00fcltig verbleibende oder als nur vorl\u00e4ufige Zuweisungen aus dem Gesellschaftsverm\u00f6gen wie etwa Vorsch\u00fcsse auf k\u00fcnftige Gewinngutschriften gebucht werden sollen.<\/p>\n<p>q) Eine Aussch\u00fcttung, die dem Kommanditisten unentziehbar verbleiben soll, ist, wenn es sich um ein\u00a0Darlehenskonto\u00a0handeln sollte, das entnahmef\u00e4hige Zuweisungen an den Kommanditisten und dessen\u00a0Entnahmen\u00a0ausweist, so zu buchen, dass dieses Konto nach der Buchung der nach dem\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0beschlossenen Aussch\u00fcttung im Haben eine entsprechende Forderung des Kommanditisten gegen die\u00a0Gesellschaft\u00a0ausweist, die erlischt, wenn der ausgesch\u00fcttete Betrag an den Kommanditisten gezahlt und diese\u00a0Zahlung\u00a0als\u00a0Entnahme\u00a0im Soll gebucht wird. Eine Verbindlichkeit zugunsten der\u00a0Gesellschaft\u00a0wird insoweit nicht gebildet. Vielmehr weist die Buchung der Aussch\u00fcttung im Haben des Darlehenskontos gerade eine Forderung des Kommanditisten gegen die\u00a0Gesellschaft\u00a0aus.<\/p>\n<p>r) Ein\u00a0Verzicht\u00a0des Gesellschafters auf die\u00a0Entnahme\u00a0kann als ein blo\u00dfes Stehenlassen des dem\u00a0Gesellschafter\u00a0zustehenden Aussch\u00fcttungsbetrags auf dem\u00a0Darlehenskonto\u00a0verstanden werden mit der Folge, dass das\u00a0Darlehenskonto\u00a0ein entsprechendes Haben zugunsten des Gesellschafters und demgem\u00e4\u00df eine entsprechende Darlehensverbindlichkeit der\u00a0Gesellschaft\u00a0zugunsten des Gesellschafters ausweisen w\u00fcrde; hierdurch kann gegebenfalls das Wiederaufleben der\u00a0Au\u00dfenhaftung\u00a0nach \u00a7 172 Abs. 4 HGB verhindert werden (zur Anwendbarkeit des \u00a7 172 Abs. 4 HGB bei der\u00a0Umwandlung\u00a0von Haftkapital in eine Darlehensforderung vgl. Strohn in Ebenroth\/Boujong\/Joost\/Strohn, HGB, 2. Aufl., \u00a7 172 Rn. 24 m.\u00a0w.\u00a0N. einerseits und M\u00fcnchKommHGB\/K. Schmidt, \u00a7\u00a7 171, 172 Rn. 72 m.\u00a0w.\u00a0N. andererseits).<\/p>\n<p>s) Ein\u00a0Gesellschafterbeschluss\u00a0einer\u00a0Personengesellschaft, durch den eine Nachschussverpflichtung begr\u00fcndet wird, die im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0keine Grundlage hat, ist jedenfalls gegen\u00fcber dem\u00a0Gesellschafter\u00a0grunds\u00e4tzlich unwirksam, der dem\u00a0Beschluss\u00a0nicht zugestimmt hat (\u00a7 161 Abs. 2, \u00a7 105 Abs. 3 HGB, \u00a7 707 BGB; vgl. BGH, Urteil vom 5. M\u00e4rz 2007 \u2013 II ZR 282\/05, ZIP 2007, 766 Rn. 11, 15;\u00a0Beschluss\u00a0vom 26. M\u00e4rz 2007-II ZR 22\/06, ZIP 2007, 1368 Rn. 10).<\/p>\n<p>t) Der\u00a0Gesellschafter\u00a0kann die Unwirksamkeit des Beschlusses der auf\u00a0Zahlung\u00a0gest\u00fctzten Klage der\u00a0Gesellschaft\u00a0auch dann als Einwendung entgegenhalten, wenn nach dem\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0Beschlussm\u00e4ngelstreitigkeiten binnen einer bestimmten Frist eingeleitet werden m\u00fcssen und diese Frist abgelaufen ist. Denn durch eine verfahrensrechtliche Regelung im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0darf das mitgliedschaftliche Grundrecht eines Gesellschafters, nicht ohne seine\u00a0Zustimmung\u00a0mit weiteren Beitragspflichten beschwert zu werden, nicht ausgehebelt werden (vgl. BGH,\u00a0Beschluss\u00a0vom 26. M\u00e4rz 2007 \u2013 II ZR 22\/06, ZIP 2007, 1368 Rn. 10; Urteil vom 9. Februar 2009 \u2013 II ZR 231\/07, ZIP 2009, 864 Rn. 16). Beschl\u00fcsse, die zu ihrer Wirksamkeit der\u00a0Zustimmung\u00a0des betroffenen Gesellschafters bed\u00fcrfen, unterfallen nicht den Anfechtungs- und Nichtigkeitsgr\u00fcnden im Sinne des Kapitalgesellschaftsrechts, sondern die fehlende\u00a0Zustimmung\u00a0stellt eine \u201edritte Kategorie\u201d von M\u00e4ngeln des Beschlusses dar, die im Wege der allgemeinen, nicht fristgebundenen\u00a0Feststellungsklage\u00a0gem. \u00a7 256 ZPO oder durch Einwendung im Prozess geltend gemacht werden kann (BGH, Urteil vom 19. Oktober 2009 \u2013 II ZR 240\/08, ZIP 2009, 2289 Rn. 12 m.\u00a0w.\u00a0N.).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BGH, Urteile vom 12. M\u00e4rz 2013 \u2013 II ZR 73\/11 und II ZR 74\/11 HGB \u00a7\u00a7 171, 172; BGB \u00a7 488 a) Wird an einen Kommanditisten auf der Grundlage einer Erm\u00e4chtigung im\u00a0Gesellschaftsvertrag\u00a0eine\u00a0Auszahlung\u00a0geleistet, obwohl sein\u00a0Kapitalanteil\u00a0durch Verlust unter den auf die bedungene\u00a0Einlage\u00a0geleisteten Betrag herabgemindert ist oder durch die\u00a0Auszahlung\u00a0unter diesen Betrag herabgemindert wird,\u00a0ist der\u00a0Kommanditist\u00a0nur dann zur R\u00fcckzahlung an &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/urteil-des-bgh-zu-schiffsfonds-der-dr-peters-gruppe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Urteil des BGH zu Schiffsfonds der Dr. Peters-Gruppe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[3064,3063],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31448"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31448\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}