{"id":31713,"date":"2013-06-12T16:20:49","date_gmt":"2013-06-12T14:20:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=31713"},"modified":"2026-07-10T11:36:19","modified_gmt":"2026-07-10T09:36:19","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2013\/","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2013"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<ul>\n<li>Die witterungsbedingt noch verhaltene Erholung im ersten Quartal hat sich leicht verst\u00e4rkt.<\/li>\n<li>Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe expandierte im April erneut und ist ebenso wie die Nachfrage nach Industrieg\u00fctern aufw\u00e4rts gerichtet.<\/li>\n<li>Die Perspektiven f\u00fcr den privaten Konsum sind auch nach dem kr\u00e4ftigen Zuwachs im ersten Quartal weiterhin freundlich.<\/li>\n<li>Trotz nur leichter Fr\u00fchjahrsbelebung bleibt der Arbeitsmarkt eine stabile St\u00fctze f\u00fcr Einkommen und Binnenkonjunktur.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Fr\u00fchjahr hat sich die wirtschaftliche Erholung, die im Verlauf des ersten Quartals begann, etwas verst\u00e4rkt. Sie wurde anfangs noch durch den relativ langen und strengen Winter ged\u00e4mpft. Das Bruttoinlandsprodukt erh\u00f6hte sich daher im ersten Quartal nur leicht um preis-, kalender- und saisonbereinigt 0,1 % gegen\u00fcber dem Vorquartal. Zu Beginn des Fr\u00fchjahrs setzten dann die ersten Nachholeffekte vornehmlich bei der Baut\u00e4tigkeit ein. Aber auch die Industrie fuhr ihre Produktion wieder etwas st\u00e4rker hoch. Bei den Investitionen ist bislang allerdings noch Zur\u00fcckhaltung zu beobachten. Trotz aktueller Schwankungen nahm die Nachfrage nach deutschen Industrieg\u00fctern im In- und Ausland in der Tendenz weiter zu. F\u00fcr das zweite Quartal zeichnet sich damit eine beschleunigte Ausweitung der Wirtschaftsleistung ab.<\/p>\n<p>Die au\u00dfenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern sich mit etwas geringerem Tempo als bislang erwartet. In den USA hat das gesamtwirtschaftliche Wachstum seit Jahresbeginn zwar an Schwung gewonnen und auch in Japan setzt sich die von Geld- und Fiskalpolitik induzierte Erholung nach dem kr\u00e4ftigen Wachstum im ersten Quartal weiter fort. Im Euroraum sind Besserungstendenzen erkennbar, er befindet sich aber weiterhin in einer sp\u00fcrbaren Wachstumsschw\u00e4che. Die OECD und die EZB haben j\u00fcngst ihre Wachstumsprognose f\u00fcr das W\u00e4hrungsgebiet im laufenden Jahr abw\u00e4rts auf -0,6 % korrigiert. Die Verunsicherung an den Finanzm\u00e4rkten hat sich zwar merklich zur\u00fcckgebildet, doch hat sich dies in der Realwirtschaft noch nicht sichtbar ausgewirkt. F\u00fcr die Schwellenl\u00e4nder bleiben die konjunkturellen Perspektiven gemischt. W\u00e4hrend sich f\u00fcr die asiatischen L\u00e4nder weiter ein recht dynamisches Wachstum abzeichnet, ist f\u00fcr Lateinamerika mit ged\u00e4mpfteren Zuwachsraten zu rechnen.<\/p>\n<p>Die deutschen Ausfuhren haben sich angesichts des sich aufhellenden weltwirtschaftlichen Umfelds belebt. Die Warenausfuhren sind im April saisonbereinigt erneut angestiegen und drehten damit auch in der Trendbetrachtung wieder ins Plus. W\u00e4hrend die Exporterwartungen der Unternehmen im Mai etwas nachgaben, waren andere Indikatoren wie Auslandsums\u00e4tze und -bestellungen in der Industrie aufw\u00e4rts gerichtet. Die wettbewerbsf\u00e4hige deutsche Exportwirtschaft scheint weiterhin gut positioniert, um wieder st\u00e4rker von der sich abzeichnenden Erholung der Weltwirtschaft zu profitieren.<\/p>\n<p>Die deutsche Industrieproduktion hat in den vergangenen drei Monaten zunehmend Fahrt aufgenommen. Im April erh\u00f6hte sie sich um weitere 1,5 %. Der j\u00fcngste Anstieg ging wie in den Vormonaten auf kr\u00e4ftige Produktionsausweitungen bei den Herstellern von Investitionsg\u00fctern zur\u00fcck. Dagegen nahmen die Industrieauftr\u00e4ge im April um 2,3 % ab. Aufgrund der Zuw\u00e4chse in den beiden Vormonaten blieben sie aber in der Tendenz aufw\u00e4rts gerichtet. An dem positiven Trendverlauf haben In- und Auslandsnachfrage ungef\u00e4hr gleicherma\u00dfen Anteil. Bei sp\u00fcrbar schw\u00e4cheren Gro\u00dfauftr\u00e4gen verzeichneten die Hersteller von Vorleistungs- und Investitionsg\u00fctern im April weniger Auftr\u00e4ge als im Vormonat. Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich zuletzt wieder verbessert. Nach Einbu\u00dfen im M\u00e4rz und April hellten sich sowohl das ifo-Gesch\u00e4ftsklima als auch der Markit\/BME-Einkaufsmanagerindex im Mai auf. Beiden Indikatoren zufolge bestehen noch ungenutzte Kapazit\u00e4ten in der Industrie. Insgesamt zeigt sich das Bild einer allm\u00e4hlich in Gang kommenden konjunkturellen Erholung.<\/p>\n<p>Die Erzeugung im Baugewerbe war erwartungsgem\u00e4\u00df von kr\u00e4ftigen Nachholeffekten gekennzeichnet. Im Anschluss an die ungew\u00f6hnlich kalte Witterungsphase stieg die Bauproduktion im April um 6,7 % und glich die Verluste aus den Vormonaten wieder aus. Die Bestellt\u00e4tigkeit im Bauhauptgewerbe nahm im M\u00e4rz nach kr\u00e4ftigen Aufw\u00fcchsen im Januar und Februar zwar ab, blieb aber im ersten Quartal \u00fcber dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres. Auch das Gesch\u00e4ftsklima im Bauhauptgewerbe tr\u00fcbte sich im Mai auf vergleichsweise hohem Niveau aufgrund zur\u00fcckgehender Erwartungen etwas ein. Die Perspektiven f\u00fcr die Bauwirtschaft bleiben jedoch angesichts der g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen und der noch zu erwartenden Nachholeffekte weiterhin freundlich.<\/p>\n<p>Nach der Stagnation im zweiten Halbjahr 2012 nahmen die privaten Konsumausgaben im ersten Quartal 2013 wieder deutlich um 0,8 % gegen\u00fcber dem Vorquartal zu. Mit Beginn des zweiten Quartals gingen die Einzelhandelsums\u00e4tze im April zwar leicht zur\u00fcck, gleichzeitig setzte sich die Belebung im Bereich der Neuzulassungen f\u00fcr private Pkw fort. Das Konsumklima verbesserte sich im Mai erneut und kletterte auf seinen h\u00f6chsten Stand in fast sechs Jahren. Da die Rahmenbedingungen f\u00fcr den privaten Konsum, wie die positive Lage auf dem Arbeitsmarkt mit relativ hohen Einkommenssteigerungen bei gleichzeitig ruhiger Preisentwicklung, weiterhin freundlich bleiben, d\u00fcrften die privaten Konsumausgaben im weiteren Jahresverlauf f\u00fcr eine solide Basis der Binnennachfrage sorgen.<\/p>\n<p>Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin in guter Verfassung, obwohl die sonst \u00fcbliche Fr\u00fchjahrsbelebung bislang zur\u00fcckhaltender einsetzte als \u00fcblich. Hierbei spielten sowohl konjunkturelle Einfl\u00fcsse als auch Sondereffekte eine Rolle. Die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung wurde bis einschlie\u00dflich M\u00e4rz sp\u00fcrbar durch Witterungseinfl\u00fcsse ged\u00e4mpft. Dies schlug sich statistisch auch bei der Erwerbst\u00e4tigkeit im April nieder, die praktisch unver\u00e4ndert blieb. Die Arbeitslosigkeit nahm im Mai saisonbereinigt zu, fiel gem\u00e4\u00df den Ursprungszahlen aber wieder unter die Marke von drei Millionen. Die Fr\u00fchindikatoren am Arbeitsmarkt blieben unauff\u00e4llig. Die Perspektiven f\u00fcr den robusten deutschen Arbeitsmarkt bleiben angesichts der erwarteten konjunkturellen Belebung eher freundlich.<\/p>\n<p>Um die positiven Erwartungen von Unternehmen und Verbrauchern weiter zu festigen, sollten die Wettbewerbsf\u00e4higkeit weiter gest\u00e4rkt und b\u00fcrokratische H\u00fcrden abgebaut werden. Diskussionen \u00fcber eine Verm\u00f6gensteuer, fl\u00e4chendeckende Mindestl\u00f6hne oder Mietpreisbremsen sind keine Beitr\u00e4ge zur Erh\u00f6hung der Investitionsbereitschaft.<\/p>\n<p>Weitere Informationen\u00a0finden Sie auf der Homepage des BMWi.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<span style=\"font-size: 1.17em;\">BMWi, Pressemitteilung vom 11.06.2013<\/span><\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die witterungsbedingt noch verhaltene Erholung im ersten Quartal hat sich leicht verst\u00e4rkt. Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe expandierte im April erneut und ist ebenso wie die Nachfrage nach Industrieg\u00fctern aufw\u00e4rts gerichtet. Die Perspektiven f\u00fcr den privaten Konsum sind auch nach dem kr\u00e4ftigen Zuwachs im ersten Quartal weiterhin freundlich. 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