{"id":31854,"date":"2013-06-13T12:00:57","date_gmt":"2013-06-13T10:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=31854"},"modified":"2020-09-15T11:17:44","modified_gmt":"2020-09-15T09:17:44","slug":"kabinettsbeschluss-zur-steuerrechtlichen-gleichbehandlung-von-ehen-und-lebenspartnerschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kabinettsbeschluss-zur-steuerrechtlichen-gleichbehandlung-von-ehen-und-lebenspartnerschaften\/","title":{"rendered":"Kabinettsbeschluss zur steuerrechtlichen Gleichbehandlung von Ehen und Lebenspartnerschaften"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Bundesregierung beschlie\u00dft Formulierungshilfe f\u00fcr ein Gesetz zur Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013<\/span><\/h1>\n<p>\u00a9 BMF\/Hendel Das Bundeskabinett hat am 12. Juni 2013 eine Formulierungshilfe f\u00fcr einen Gesetzentwurf beschlossen, mit dem die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013 zur Gleichbehandlung von Ehen und eingetragenen Lebenspartnerschaften in der Einkommensteuer umgesetzt wird. Entsprechend der verfassungsgerichtlichen Entscheidung k\u00f6nnen damit auch Lebenspartner in der Einkommensteuer zusammen veranlagt werden. Nach den Vorgaben des Gerichts gilt dies r\u00fcckwirkend bis 2001 f\u00fcr alle Lebenspartner, deren Veranlagung noch nicht bestandskr\u00e4ftig durchgef\u00fchrt ist. Die Formulierungshilfe ist am 11. Juni 2013 von den Fraktionen der CDU\/CSU und der FDP als Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht worden.<\/p>\n<div>\n<h2>Mehr zum Thema<\/h2>\n<ul>\n<li>Entwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes in Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai 2013<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Quelle:<\/strong>\u00a0BMF online elektronische Vorab-Fassung* Deutscher Bundestag Drucksache 17\/13870 17. Wahlperiode 11.06.2013 Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU\/CSU und FDP Entwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes in Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai 2013 A. Problem und Ziel Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 7. Mai 2013, 2 BvR 909\/06, entschieden, dass die Ungleichbehandlung von Verheirateten und Lebenspartnern in den \u00a7\u00a7 26, 26b, 32a Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes zum Ehegattensplitting mit dem allgemeinen Gleichheitssatz des Artikels 3 Absatz 1 des Grundgesetzes nicht vereinbar ist. B. L\u00f6sung Mit dem Gesetz sind die einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zu Ehegatten und Ehen nach Ma\u00dfgabe des o. g. Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften anzuwenden. C. Alternativen Keine. * Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung* 2 D. Haushaltsausgaben (Steuermehr- \/ -mindereinnahmen (\u2013) in Mio. Euro) Gebietsk\u00f6rperschaft Volle Jahreswirkung 1) Kassenjahr 2013 2014 2015 2016 2017 Insgesamt -55 -175 -40 -65 -70 -70 Bund -27 -81 -22 -31 -33 -33 L\u00e4nder -20 -69 -17 -24 -27 -27 Gemeinden -8 -25 -6 -10 -10 -10 1) Wirkung f\u00fcr einen vollen (Veranlagungs-)Zeitraum von 12 Monaten F\u00fcr die r\u00fcckwirkende Korrektur der noch offenen F\u00e4lle entsteht den Steuerverwaltungen der L\u00e4nder ein geringf\u00fcgiger einmaliger Mehraufwand. E. Weitere Kosten Keine. * Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung* 3 Entwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes in Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai 2013 Vom &#8230; Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen: Artikel 1 \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes Das Einkommensteuergesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3366, 3862), das zuletzt durch Artikel 2 Absatz 11 des Gesetzes vom 3. Mai 2013 (BGBl. I S. 1084) ge\u00e4ndert worden ist, wird wie folgt ge\u00e4ndert: 1. Dem \u00a7 2 wird folgender Absatz 8 angef\u00fcgt: \u201e(8) Die Regelungen dieses Gesetzes zu Ehegatten und Ehen sind auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften anzuwenden.\u201c 2. In \u00a7 52 wird nach Absatz 2 folgender Absatz 2a eingef\u00fcgt: \u201e(2a) \u00a7 2 Absatz 8 in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes vom \u2026 (BGBl. I S. &#8230;) [einsetzen: Datum und Fundstelle des vorliegenden \u00c4nderungsgesetzes]) ist in allen F\u00e4llen anzuwenden, in denen die Einkommensteuer noch nicht bestandskr\u00e4ftig festgesetzt ist.\u201c Artikel 2 Inkrafttreten Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verk\u00fcndung in Kraft. Berlin, den 11. Juni 2013 Volker Kauder, Gerda Hasselfeldt und Fraktion Rainer Br\u00fcderle und Fraktion * Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung* 4 Begr\u00fcndung A. Allgemeiner Teil Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 7. Mai 2013, 2 BvR 909\/06, entschieden, dass die Ungleichbehandlung von Verheirateten und Lebenspartnern in den Vorschriften der \u00a7\u00a7 26, 26b, 32a Absatz 5 EStG zum Ehegattensplitting nicht mit dem allgemeinen Gleichheitssatz des Artikel 3 Absatz 1 GG vereinbar ist. I. Wesentlicher Inhalt des Entwurfs Mit dem Gesetz sind die einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zu Ehegatten und Ehen nach Ma\u00dfgabe des o. g. Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften anzuwenden. II. Alternativen Keine. III. Gesetzgebungskompetenz Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes ergibt sich f\u00fcr die \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes aus Artikel 105 Absatz 2 i. V. m. Artikel 106 Absatz 3 GG, da das Steueraufkommen dem Bund ganz oder teilweise zusteht. IV. Vereinbarkeit mit dem Recht der Europ\u00e4ischen Union und v\u00f6lkerrechtlichen Vertr\u00e4gen Die Regelung ist verfassungsrechtlich geboten. Unvereinbarkeiten mit h\u00f6herrangigem Recht sind nicht zu erkennen. V. Gesetzesfolgen 1. Rechts- und Verwaltungsvereinfachung Die Zusammenveranlagung f\u00fcr Lebenspartner wirkt verwaltungsvereinfachend, weil unter anderem Unterhaltsaufwendungen innerhalb der Lebenspartnerschaft nicht mehr gesondert geltend gemacht und nachgewiesen werden m\u00fcssen. Statt zwei Steuererkl\u00e4rungen muss nur noch eine gemeinsame Erkl\u00e4rung abgegeben werden. * Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung* 5 2. Haushaltsausgaben 2013 2014 2015 2016 2017 1 \u00a7 2 Abs. 8 EStG Insg. &#8211; &#8211; 150 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; ESt &#8211; &#8211; 140 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; LSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; SolZ &#8211; &#8211; 10 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; Bund &#8211; &#8211; 70 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; ESt &#8211; &#8211; 60 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; LSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; SolZ &#8211; &#8211; 10 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; L\u00e4nder &#8211; &#8211; 59 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; ESt &#8211; &#8211; 59 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; LSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; Gem. &#8211; &#8211; 21 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; ESt &#8211; &#8211; 21 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; LSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; 2 \u00a7 2 Abs. 8 EStG Insg. &#8211; 55 &#8211; 25 &#8211; 45 &#8211; 65 &#8211; 70 &#8211; 70 ESt &#8211; 25 . &#8211; 15 &#8211; 30 &#8211; 30 &#8211; 30 LSt &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 30 &#8211; 35 &#8211; 35 SolZ &#8211; 5 . &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 Bund &#8211; 27 &#8211; 11 &#8211; 22 &#8211; 31 &#8211; 33 &#8211; 33 ESt &#8211; 11 . &#8211; 6 &#8211; 13 &#8211; 13 &#8211; 13 LSt &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 13 &#8211; 15 &#8211; 15 SolZ &#8211; 5 . &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 L\u00e4nder &#8211; 20 &#8211; 10 &#8211; 17 &#8211; 24 &#8211; 27 &#8211; 27 ESt &#8211; 10 . &#8211; 7 &#8211; 12 &#8211; 12 &#8211; 12 LSt &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 12 &#8211; 15 &#8211; 15 Gem. &#8211; 8 &#8211; 4 &#8211; 6 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10 ESt &#8211; 4 . &#8211; 2 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 LSt &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 3 Finanzielle Auswirkungen insgesamt Insg. &#8211; 55 &#8211; 175 &#8211; 45 &#8211; 65 &#8211; 70 &#8211; 70 ESt &#8211; 25 &#8211; 140 &#8211; 15 &#8211; 30 &#8211; 30 &#8211; 30 LSt &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 30 &#8211; 35 &#8211; 35 SolZ &#8211; 5 &#8211; 10 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 Bund &#8211; 27 &#8211; 81 &#8211; 22 &#8211; 31 &#8211; 33 &#8211; 33 ESt &#8211; 11 &#8211; 60 &#8211; 6 &#8211; 13 &#8211; 13 &#8211; 13 LSt &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 13 &#8211; 15 &#8211; 15 SolZ &#8211; 5 &#8211; 10 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 L\u00e4nder &#8211; 20 &#8211; 69 &#8211; 17 &#8211; 24 &#8211; 27 &#8211; 27 ESt &#8211; 10 &#8211; 59 &#8211; 7 &#8211; 12 &#8211; 12 &#8211; 12 LSt &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 12 &#8211; 15 &#8211; 15 Gem. &#8211; 8 &#8211; 25 &#8211; 6 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10 ESt &#8211; 4 &#8211; 21 &#8211; 2 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 LSt &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 Anmerkungen: 1) R\u00fcckwirkende Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe f\u00fcr alle noch offenen F\u00e4lle Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe Wirkung f\u00fcr einen vollen (Veranlagungs-)Zeitraum von 12 Monaten (Steuermehr- \/ -mindereinnahmen (-) in Mio. \u20ac) lfd. Nr. Ma\u00dfnahme Steuerart \/ Gebietsk\u00f6rperschaft Volle Jahreswirkung\u00b9 Kassenjahr * Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung* 6 F\u00fcr die r\u00fcckwirkende Korrektur der noch offenen F\u00e4lle entsteht den Steuerverwaltungen der L\u00e4nder ein geringf\u00fcgiger einmaliger Mehraufwand. 3. Weitere Kosten Keine. 4. Weitere Gesetzesfolgen Lebenspartner nehmen an der pauschalierenden Regelung des Splitting-Verfahrens teil. Unterhaltsaufwendungen f\u00fcr den Lebenspartner, die Lebenspartnerin m\u00fcssen nicht mehr nachgehalten und f\u00fcr den steuerlichen Abzug im Einzelnen nachgewiesen werden. Der Gesetzentwurf steht im Einklang mit dem Leitgedanken der Bundesregierung zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Eine Nachhaltigkeitsrelevanz liegt in Bezug auf die Indikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 6, 10, 18 und die Managementregeln 7 und 9 vor. B. Besonderer Teil Zu Artikel 1 (\u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes) Zu Nummer 1 \u00a7 2 Absatz 8 &#8211; neu &#8211; Die Neuregelung beseitigt die vom Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 7. Mai 2013, 2 BvR 909\/06 festgestellte Ungleichbehandlung von Ehegatten und Lebenspartnern in den \u00a7\u00a7 26, 26b, 32a Absatz 5 EStG und stellt als Generalnorm die Gleichbehandlung von Ehegatten und Lebenspartnern f\u00fcr das gesamte Einkommensteuergesetz sicher. Zu Nummer 2 \u00a7 52 Absatz 2a &#8211; neu &#8211; Die Anwendung der einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zum Ehegattensplitting auch auf Lebenspartnerschaften ist nach den Vorgaben des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts r\u00fcckwirkend zum Zeitpunkt der Einf\u00fchrung des Instituts der Lebenspartnerschaft in 2001 f\u00fcr Lebenspartner einzuf\u00fchren, deren Veranlagung noch nicht bestandskr\u00e4ftig durchgef\u00fchrt sind. Zu Artikel 2 (Inkrafttreten) Die \u00c4nderungen des Einkommensteuergesetzes treten am Tag nach der Verk\u00fcndung in Kraft. * Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>elektronische Vorab-Fassung*<br \/>\nDeutscher Bundestag Drucksache 17\/13870<br \/>\n17. Wahlperiode 11.06.2013<br \/>\nGesetzentwurf<br \/>\nder Fraktionen der CDU\/CSU und FDP<br \/>\nEntwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes in Umsetzung der Entscheidung des<br \/>\nBundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai 2013<br \/>\nA. Problem und Ziel<br \/>\nDas Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 7. Mai<br \/>\n2013, 2 BvR 909\/06, entschieden, dass die Ungleichbehandlung von<br \/>\nVerheirateten und Lebenspartnern in den \u00a7\u00a7 26, 26b, 32a Absatz 5 des<br \/>\nEinkommensteuergesetzes zum Ehegattensplitting mit dem allgemeinen<br \/>\nGleichheitssatz des Artikels 3 Absatz 1 des Grundgesetzes nicht vereinbar ist.<br \/>\nB. L\u00f6sung<br \/>\nMit dem Gesetz sind die einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zu<br \/>\nEhegatten und Ehen nach Ma\u00dfgabe des o. g. Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften<br \/>\nanzuwenden.<br \/>\nC. Alternativen<br \/>\nKeine.<br \/>\n* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung*<br \/>\n2<br \/>\nD. Haushaltsausgaben<br \/>\n(Steuermehr- \/ -mindereinnahmen (\u2013) in Mio. Euro)<br \/>\nGebietsk\u00f6rperschaft<br \/>\nVolle Jahreswirkung 1)<br \/>\nKassenjahr<br \/>\n2013 2014 2015 2016 2017<br \/>\nInsgesamt -55 -175 -40 -65 -70 -70<br \/>\nBund -27 -81 -22 -31 -33 -33<br \/>\nL\u00e4nder -20 -69 -17 -24 -27 -27<br \/>\nGemeinden -8 -25 -6 -10 -10 -10<br \/>\n1) Wirkung f\u00fcr einen vollen (Veranlagungs-)Zeitraum von 12 Monaten<br \/>\nF\u00fcr die r\u00fcckwirkende Korrektur der noch offenen F\u00e4lle entsteht den<br \/>\nSteuerverwaltungen der L\u00e4nder ein geringf\u00fcgiger einmaliger Mehraufwand.<br \/>\nE. Weitere Kosten<br \/>\nKeine.<br \/>\n* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung*<br \/>\n3<br \/>\nEntwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes in Umsetzung der Entscheidung des<br \/>\nBundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai 2013<br \/>\nVom &#8230;<br \/>\nDer Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende<br \/>\nGesetz beschlossen:<br \/>\nArtikel 1<br \/>\n\u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes<br \/>\nDas Einkommensteuergesetz in der Fassung der Bekanntmachung<br \/>\nvom 8. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3366, 3862), das zuletzt durch Artikel 2<br \/>\nAbsatz 11 des Gesetzes vom 3. Mai 2013 (BGBl. I S. 1084) ge\u00e4ndert<br \/>\nworden ist, wird wie folgt ge\u00e4ndert:<br \/>\n1. Dem \u00a7 2 wird folgender Absatz 8 angef\u00fcgt:<br \/>\n\u201e(8) Die Regelungen dieses Gesetzes zu Ehegatten und Ehen<br \/>\nsind auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften anzuwenden.\u201c<br \/>\n2. In \u00a7 52 wird nach Absatz 2 folgender Absatz 2a eingef\u00fcgt:<br \/>\n\u201e(2a) \u00a7 2 Absatz 8 in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes<br \/>\nvom \u2026 (BGBl. I S. &#8230;) [einsetzen: Datum und Fundstelle des vorliegenden \u00c4nderungsgesetzes]) ist in allen F\u00e4llen anzuwenden, in denen die Einkommensteuer noch nicht bestandskr\u00e4ftig festgesetzt<br \/>\nist.\u201c<br \/>\nArtikel 2<br \/>\nInkrafttreten<br \/>\nDieses Gesetz tritt am Tag nach der Verk\u00fcndung in Kraft.<br \/>\nBerlin, den 11. Juni 2013<br \/>\nVolker Kauder, Gerda Hasselfeldt und Fraktion<br \/>\nRainer Br\u00fcderle und Fraktion<br \/>\n* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung*<br \/>\n4<br \/>\nBegr\u00fcndung<br \/>\nA. Allgemeiner Teil<br \/>\nDas Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 7. Mai<br \/>\n2013, 2 BvR 909\/06, entschieden, dass die Ungleichbehandlung von<br \/>\nVerheirateten und Lebenspartnern in den Vorschriften der \u00a7\u00a7 26, 26b,<br \/>\n32a Absatz 5 EStG zum Ehegattensplitting nicht mit dem allgemeinen<br \/>\nGleichheitssatz des Artikel 3 Absatz 1 GG vereinbar ist.<br \/>\nI. Wesentlicher Inhalt des Entwurfs<br \/>\nMit dem Gesetz sind die einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zu<br \/>\nEhegatten und Ehen nach Ma\u00dfgabe des o. g. Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts auch auf Lebenspartner und Lebenspartnerschaften<br \/>\nanzuwenden.<br \/>\nII. Alternativen<br \/>\nKeine.<br \/>\nIII. Gesetzgebungskompetenz<br \/>\nDie Gesetzgebungskompetenz des Bundes ergibt sich f\u00fcr die \u00c4nderung<br \/>\ndes Einkommensteuergesetzes aus Artikel 105 Absatz 2 i. V. m. Artikel<br \/>\n106 Absatz 3 GG, da das Steueraufkommen dem Bund ganz oder teilweise zusteht.<br \/>\nIV. Vereinbarkeit mit dem Recht der Europ\u00e4ischen Union und<br \/>\nv\u00f6lkerrechtlichen Vertr\u00e4gen<br \/>\nDie Regelung ist verfassungsrechtlich geboten. Unvereinbarkeiten mit<br \/>\nh\u00f6herrangigem Recht sind nicht zu erkennen.<br \/>\nV. Gesetzesfolgen<br \/>\n1. Rechts- und Verwaltungsvereinfachung<br \/>\nDie Zusammenveranlagung f\u00fcr Lebenspartner wirkt verwaltungsvereinfachend, weil unter anderem Unterhaltsaufwendungen innerhalb der<br \/>\nLebenspartnerschaft nicht mehr gesondert geltend gemacht und nachgewiesen werden m\u00fcssen. Statt zwei Steuererkl\u00e4rungen muss nur noch<br \/>\neine gemeinsame Erkl\u00e4rung abgegeben werden.<br \/>\n* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung*<br \/>\n5<br \/>\n2. Haushaltsausgaben<br \/>\n2013 2014 2015 2016 2017<br \/>\n1 \u00a7 2 Abs. 8 EStG Insg. &#8211; &#8211; 150 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nESt &#8211; &#8211; 140 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nLSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nSolZ &#8211; &#8211; 10 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nBund &#8211; &#8211; 70 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nESt &#8211; &#8211; 60 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nLSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nSolZ &#8211; &#8211; 10 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nL\u00e4nder &#8211; &#8211; 59 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nESt &#8211; &#8211; 59 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nLSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nGem. &#8211; &#8211; 21 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nESt &#8211; &#8211; 21 &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\nLSt &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211;<br \/>\n2 \u00a7 2 Abs. 8 EStG Insg. &#8211; 55 &#8211; 25 &#8211; 45 &#8211; 65 &#8211; 70 &#8211; 70<br \/>\nESt &#8211; 25 . &#8211; 15 &#8211; 30 &#8211; 30 &#8211; 30<br \/>\nLSt &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 30 &#8211; 35 &#8211; 35<br \/>\nSolZ &#8211; 5 . &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nBund &#8211; 27 &#8211; 11 &#8211; 22 &#8211; 31 &#8211; 33 &#8211; 33<br \/>\nESt &#8211; 11 . &#8211; 6 &#8211; 13 &#8211; 13 &#8211; 13<br \/>\nLSt &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 13 &#8211; 15 &#8211; 15<br \/>\nSolZ &#8211; 5 . &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nL\u00e4nder &#8211; 20 &#8211; 10 &#8211; 17 &#8211; 24 &#8211; 27 &#8211; 27<br \/>\nESt &#8211; 10 . &#8211; 7 &#8211; 12 &#8211; 12 &#8211; 12<br \/>\nLSt &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 12 &#8211; 15 &#8211; 15<br \/>\nGem. &#8211; 8 &#8211; 4 &#8211; 6 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10<br \/>\nESt &#8211; 4 . &#8211; 2 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nLSt &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\n3 Finanzielle Auswirkungen insgesamt Insg. &#8211; 55 &#8211; 175 &#8211; 45 &#8211; 65 &#8211; 70 &#8211; 70<br \/>\nESt &#8211; 25 &#8211; 140 &#8211; 15 &#8211; 30 &#8211; 30 &#8211; 30<br \/>\nLSt &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 25 &#8211; 30 &#8211; 35 &#8211; 35<br \/>\nSolZ &#8211; 5 &#8211; 10 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nBund &#8211; 27 &#8211; 81 &#8211; 22 &#8211; 31 &#8211; 33 &#8211; 33<br \/>\nESt &#8211; 11 &#8211; 60 &#8211; 6 &#8211; 13 &#8211; 13 &#8211; 13<br \/>\nLSt &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 11 &#8211; 13 &#8211; 15 &#8211; 15<br \/>\nSolZ &#8211; 5 &#8211; 10 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nL\u00e4nder &#8211; 20 &#8211; 69 &#8211; 17 &#8211; 24 &#8211; 27 &#8211; 27<br \/>\nESt &#8211; 10 &#8211; 59 &#8211; 7 &#8211; 12 &#8211; 12 &#8211; 12<br \/>\nLSt &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 12 &#8211; 15 &#8211; 15<br \/>\nGem. &#8211; 8 &#8211; 25 &#8211; 6 &#8211; 10 &#8211; 10 &#8211; 10<br \/>\nESt &#8211; 4 &#8211; 21 &#8211; 2 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nLSt &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 4 &#8211; 5 &#8211; 5 &#8211; 5<br \/>\nAnmerkungen:<br \/>\n1)<br \/>\nR\u00fcckwirkende Gleichstellung von<br \/>\nLebenspartnerschaften mit der Ehe f\u00fcr alle<br \/>\nnoch offenen F\u00e4lle<br \/>\nGleichstellung von Lebenspartnerschaften mit<br \/>\nder Ehe<br \/>\nWirkung f\u00fcr einen vollen (Veranlagungs-)Zeitraum von 12 Monaten<br \/>\n(Steuermehr- \/ -mindereinnahmen (-) in Mio. \u20ac)<br \/>\nlfd.<br \/>\nNr. Ma\u00dfnahme<br \/>\nSteuerart \/<br \/>\nGebietsk\u00f6rperschaft<br \/>\nVolle<br \/>\nJahreswirkung\u00b9<br \/>\nKassenjahr<br \/>\n* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.elektronische Vorab-Fassung*<br \/>\n6<br \/>\nF\u00fcr die r\u00fcckwirkende Korrektur der noch offenen F\u00e4lle entsteht den<br \/>\nSteuerverwaltungen der L\u00e4nder ein geringf\u00fcgiger einmaliger Mehraufwand.<br \/>\n3. Weitere Kosten<br \/>\nKeine.<br \/>\n4. Weitere Gesetzesfolgen<br \/>\nLebenspartner nehmen an der pauschalierenden Regelung des Splitting-Verfahrens teil. Unterhaltsaufwendungen f\u00fcr den Lebenspartner, die<br \/>\nLebenspartnerin m\u00fcssen nicht mehr nachgehalten und f\u00fcr den steuerlichen Abzug im Einzelnen nachgewiesen werden.<br \/>\nDer Gesetzentwurf steht im Einklang mit dem Leitgedanken der Bundesregierung zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Eine Nachhaltigkeitsrelevanz liegt in Bezug auf die<br \/>\nIndikatoren der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 6, 10, 18 und die<br \/>\nManagementregeln 7 und 9 vor.<br \/>\nB. Besonderer Teil<br \/>\nZu Artikel 1 (\u00c4nderung des Einkommensteuergesetzes)<br \/>\nZu Nummer 1<br \/>\n\u00a7 2 Absatz 8 &#8211; neu &#8211;<br \/>\nDie Neuregelung beseitigt die vom Bundesverfassungsgericht in seinem<br \/>\nBeschluss vom 7. Mai 2013, 2 BvR 909\/06 festgestellte Ungleichbehandlung von Ehegatten und Lebenspartnern in den \u00a7\u00a7 26, 26b, 32a<br \/>\nAbsatz 5 EStG und stellt als Generalnorm die Gleichbehandlung von<br \/>\nEhegatten und Lebenspartnern f\u00fcr das gesamte Einkommensteuergesetz sicher.<br \/>\nZu Nummer 2<br \/>\n\u00a7 52 Absatz 2a &#8211; neu &#8211;<br \/>\nDie Anwendung der einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zum<br \/>\nEhegattensplitting auch auf Lebenspartnerschaften ist nach den Vorgaben des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts r\u00fcckwirkend zum<br \/>\nZeitpunkt der Einf\u00fchrung des Instituts der Lebenspartnerschaft in 2001<br \/>\nf\u00fcr Lebenspartner einzuf\u00fchren, deren Veranlagung noch nicht bestandskr\u00e4ftig durchgef\u00fchrt sind.<br \/>\nZu Artikel 2 (Inkrafttreten)<br \/>\nDie \u00c4nderungen des Einkommensteuergesetzes treten am Tag nach der<br \/>\nVerk\u00fcndung in Kraft.<br \/>\n* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesregierung beschlie\u00dft Formulierungshilfe f\u00fcr ein Gesetz zur Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013 \u00a9 BMF\/Hendel Das Bundeskabinett hat am 12. Juni 2013 eine Formulierungshilfe f\u00fcr einen Gesetzentwurf beschlossen, mit dem die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013 zur Gleichbehandlung von Ehen und eingetragenen Lebenspartnerschaften in der Einkommensteuer umgesetzt wird. Entsprechend der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kabinettsbeschluss-zur-steuerrechtlichen-gleichbehandlung-von-ehen-und-lebenspartnerschaften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kabinettsbeschluss zur steuerrechtlichen Gleichbehandlung von Ehen und Lebenspartnerschaften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1689],"tags":[3078],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31854"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31854"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31854\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}